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Veröffentlicht am 13.06.2023

Klischee behaftet und stockender Schreibstil

Bauchschmerzen im Kopf
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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da ich auch auf die "Tropes" eingehe und eventuell andere Inhalte.

Aber beginnen wir mal von vorne.

Ich kenne Doreen Wilde aka Dodipi nicht. Ich habe ...

Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da ich auch auf die "Tropes" eingehe und eventuell andere Inhalte.

Aber beginnen wir mal von vorne.

Ich kenne Doreen Wilde aka Dodipi nicht. Ich habe kurz auf ihrem Instagram vorbei geschaut, als ich das Buch für die Leserunde gewonnen habe und beim durchscrollen gesehen, dass sie kein wirklichen Buchcontent macht. Deswegen war ich noch mehr gespannt.

Der Klappentext hat mir eine gefühlvolle und tiefer gehende Jugend Liebesgeschichte versprochen. Sogar das Wort Selbstreflexion fällt.

Matti hat einen Crush auf den beliebtesten Jungen der Schule, aber der scheint sie gar nicht wahr zu nehmen, bis sie uneingeladen auf seiner Party auftaucht. Nun schient er interessiert zu sein, doch ihre Freunde Henri und Carla scheinen verhalten sich nun etwas eigenartig.

Mein erstes Problem war der Schreib und Erzählstil. Wir bekommen meist kurze Sätze ohne große Beschreibungen, so dass es sich sehr stockend liest. Der Flow wollte bei mir nicht richtig aufkommen. Hinzu kommt, dass durch fehlende Beschreibungen und Erklärungen die gesamte Umgebung grau bleibt. Und für mich macht die Umgebung auch mit das Feeling. Und bis zu den deutschen Lehrernamen, war ich mir nicht mal sicher, wo der Roman spielt.

Dazu kommend, werden zu Beginn schon so viele Namen eingeworfen, die ohne genauere Umschreibung halt auch erstmal da waren, aber ich kein Bild dazu bekam, bis sie wieder und wieder auftauchten und durch ihr Verhalten Gestalt annahmen in meinem Kopf.



!! ab hier kommen Spoiler !!

mit Klischees habe ich gerechnet, aber nicht mit so vielen.

Wir haben das unscheinbare, unbeliebte, leicht strebsame Mädchen Matti, die sich in den coolsten Jungen der Schule verliebt (soweit so gut, stand im Klappentext), doch die Chemie die sich zwischen ihnen aufbaut später (angeblich), habe ich so null gefühlt und gerade Kai verhält sich einfach komplett gefühlskalt. Bis er auf einmal sagt, er hätte Gefühle, aber erst als ein anderer Junge ins Spiel kommt.

Zudem gibt es eine Szene, bei der Kai Matti etwas drängt mit im S*x zu haben und auf mehrmaliges nein nicht reagiert. Auch wenn es nicht dazu kommt und Matti sich früh genug zurückzieht, wird es nicht weiter thematisiert und als normal stehe gelassen. Mit dem Spruch "Danach fühlst du dich besser" von ein paar Seiten und einem anderen Versuch davor, finde ich es gerade für das angesprochene junge Publikum kritisch.

Dann haben wir natürlich noch ein Experiment / Wette, Friends to Lover und Outing in diesem Buch.

Gerade am Ende passiert so viel und werden einfach die Reaktionen von anderen Betroffenen weg gelassen, damit wir ein Happy End bekommen. Und man bleibt mit vielen Fragen zurück.





Fazit:

Es hätte eine schöne tiefe First Romance Geschichte werden können, die Jugendliche in der Situation sogar zum Nachdenken über Gefühle , Bauchgefühl und den eigenen Kopf anrege könnte, doch werden einfach alle möglichen Klischees und Tropes abgehandelt, die man so finden konnte. Zudem bleiben die Figuren blass und teilweise unsympathisch, so dass auch eventuelle Wendungen der Geschichte, diese einem nicht näher bringen.

Für mich als Vielleser und auch viel Romance und Debüt Leser wirkt dieser Roman einfach unfertig.

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Nach hinten raus wirds stärker

Go up in Flames
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Ich habe den zweiten Teil gehört, ohne den ersten zu kennen und das war kein Problem.

An die Sprechenden musste ich mich erstmal etwas gewöhnen, denn Viola Müller ist recht schnell im sprechen und als ...

Ich habe den zweiten Teil gehört, ohne den ersten zu kennen und das war kein Problem.

An die Sprechenden musste ich mich erstmal etwas gewöhnen, denn Viola Müller ist recht schnell im sprechen und als es dann das erste Mal zu Magnus Rook wechselt, ist dieser recht langsam und dunkel unterwegs. Zum Glück hat sich das bei mir mit der Zeit gegeben.

Mich hat besonders das Setting Zirkus angesprochen und anhand von Elio merken wir schnell, dass das Zirkusleben nicht für jeden das Richtige ist, selbst wenn man dort reingeboren wird...oder gerade deswegen.

Bei ersten Aufeinandertreffen von Margo und Elio, dachte ich schon , der Roman läuft nach dem normalen Schema F ab eines Liebesromans, da sie doch sehr schnell Gefallen einander gefunden haben. Doch Tess Tjagvard konnte mich doch noch überzeugen . Und zwar mit tiefgründigen Gesprächen, Konflikten in den Charakteren und wirklich schönen Szenen.

Zwischendurch gab es wirklich tolle Szenen, die mir ein Wohlgefühl gebracht haben. Leider war es mir dann wieder nachher etwas zu sehr hin und her, doch das Ende war dann eigentlich wieder passend für die beiden, deswegen bin ich etwas besänftigt worden.



Auf jeden Fall interessieren mich jetzt auch die anderen Teile, da der vorherige auch immer etwas angeteasert wurde.

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Schöne Sport Romance für zwischendurch

Love and Hockey: Matt & Maddie
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Wir kommen in Band 2 zu Maddie und Matt, die wir in Band 1 schon kennenlernen durften. Seit diesem sind sie nämlich miteinander befreundet .

Maddie ist die Schwester von Lucy und besitzt eine Partnervermittlung, ...

Wir kommen in Band 2 zu Maddie und Matt, die wir in Band 1 schon kennenlernen durften. Seit diesem sind sie nämlich miteinander befreundet .

Maddie ist die Schwester von Lucy und besitzt eine Partnervermittlung, die noch in ihren Kinderschuhen steht. Selber glaubt sie an die große Liebe und will keine One Nights Stands. Gleichzeitig hilft sie Matt dabei regelmäßig One Night Stands zu haben, denn Matt ist nicht an was Festen interessiert. Doch die Umstände lassen Maddie und Matt mehr Zeit miteinander verbringen und ihre Standpunkte noch mal überdenken.



Der Humor aus Band 1 bleibt uns hier erhalten, denn auch Matt und Maddie haben einen guten Freunde Humor mit einander. Henrike Tönnes und Max Hoffmann bringen das in ihrer Art zu sprechen auch super rüber.

Das wir beide Seiten hören / lesen, ist hier auch wieder von Vorteil, denn so versteht man beide Seiten und ihr teilweise langsames Verstehen viel besser. Maddie macht zu dem eine super Charakterentwicklung durch, denn sie hat ein großes Problem. Sie kann Kämpfe und Konfrontationen für andere ausfechten, aber nicht für sich selber. Selbst, wenn es nur um die Bestellung in einem Restaurant geht, die falsch ausgegeben wurde. Später im Buch lernt sie für sich selbst einzustehen und das war schön zu sehen.

Wie schon Band 1 kann ich diese Sport Romance mit Humor und Gefühl für zwischendurch wirklich empfehlen und gerade die Hörbücher sind gut eingesprochen

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Leicht verschenktes Potenzial

Last night at the Telegraph Club
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Die 17 Jährige Lilly lebt als in Amerika geborene Chinesin in Chinatown San Francisco in den 50er Jahren und träumt davon eine Raumfahrerin zu werden. Das alleine ist schon nicht ganz einfach, doch ist ...

Die 17 Jährige Lilly lebt als in Amerika geborene Chinesin in Chinatown San Francisco in den 50er Jahren und träumt davon eine Raumfahrerin zu werden. Das alleine ist schon nicht ganz einfach, doch ist sie auch in der Zeit in der sie ihre Sexualität entdeckt. Als sie in der Schule sich mit Kath anfreundet und diese sie mit in den Telegraph Nachtclub nimmt, entdeckt sie eine andere Welt und merkt, dass sie diese mehr anspricht.

Doch wir sind in der USA und in den 50er Jahren und der Nachtclub ist leider nicht ganz legal.



Ich hatte die Hörbuch Version und die Sprecherin Irina Salkow war für mich etwas zu ruhig und monoton. Was vielleicht noch mehr dazu trug, dass ich es etwas zäh fand.

Wir bekommen sehr viel von Lilys normalen Leben, Freundschaften und Schulleben mit. Die chinesische Community in Amerika ist noch mal ein Ding für sich, gerade in den 50er Jahren und es ist interessant, in die Dynamiken dort einzusteigen. Zudem ist Lilys beste Freundin Shirley nicht wirklich eine Freundin und auch das ist ein Prozess, den Lily mit macht. Erst als Kath so richtig im Buch auftaucht, geht es langsam voran, denn Lily fängt an mehr über ihre Gefühle nach zudenken, aber selbst das geht wirklich nur in Minischritten voran.

Zudem bekommen wir Rückblicke zu ihrer Familie, z.B wie ihre Eltern sich kennen und lieben lernen. Beim ersten Ml fand ich es interessant, aber bis zum Ende konnte ich es nicht ganz einordnen, wozu diese geschrieben worden. Mir hat es nicht wirklich die Reaktionen der Familie später erklärt. Man bekommt auch ein wenig chinesischen- amerikanischen geschichtliche Interaktionen mit, aber auch dies erklärt wenig. Es war ein schöner Cut zum nächsten Teil des Buches, brachte mir persönlich aber wenig.

Ich fand die Entwicklung und das Anerkennen von Lily und ihren eigenen Gefühlen gut. Ich verstehe auch, dass dieses natürlich gerade in der damaligen Zeit etwas Zeit braucht, da dort gleichgeschlechtliche Liebe noch als Krankheit und Abnormalität galt. Aber trotzdem passiert mir in dem ersten Teil des Buches zu wenig und erst ab der Hälfte zirka wird es etwas interessanter und nimmt Tempo auf.

Gerade die Reaktionen des Umfeldes schockten mich ein wenig, aber waren ja wegen dem Umständen absehbar. Zudem gab es noch ein Epilog, der mich zwar einerseits etwas glücklich macht, anderseits aber auch einige Fragen offen lässt.

Positiv muss ich aber hervorheben, dass Melinda Lo es schafft die Atmosphäre gerade im Telegraph Club sehr gut zu beschreiben.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Wortreich, Gesellschaftskritisch, wenig Fantasy und etwas zäh

Babel
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Die Magie der Sprachen.

R.F. Kuang zeigt in ihrem Roman "Babel" nicht nur durch den Inhalt ihrer Geschichte, wie kraftvoll Sprache ist, sondern auch selber in ihrem Schreib- und Erzählstil.

Direkt zu ...

Die Magie der Sprachen.

R.F. Kuang zeigt in ihrem Roman "Babel" nicht nur durch den Inhalt ihrer Geschichte, wie kraftvoll Sprache ist, sondern auch selber in ihrem Schreib- und Erzählstil.

Direkt zu Beginn zog mich dieser in den Bann und auch die Fußnoten fand ich interessant.

Nur leider hatte ich dann auch nach ein paar hundert Seiten das Gefühl, dass sie sich in Beschreibungen , geschichtlichen Aspekten und Übersetzungen erging und das Buch wurde etwas zäh.

Aber einmal zum Inhalt:

Wir starten direkt traurig und etwas düster ins Buch, mit dem Tod von Robins Mutter in Kanton/ China und der Professor, der ihn dort raus "rettet" und in bei sich aufzieht. In seinem Haus wird Robin in Sprachen wie Latein unterrichtet, um dann in Oxford nach Babel zu gehen um dort zum Übersetzer ausgebildet zu werden und um das Silberwerk zu lernen. Denn mit dem Silber wird in England die Industrialisierung vorangetrieben und das Leben von der Oberschicht verschönert und vereinfacht. Doch schon bei der Überfahrt nach England kommt Robin das erste Mal mit Rassismus und Vorurteilen in Berührung. Und diese werden in Babel/ Oxford noch deutlicher, nachdem auch seine Freunde ausländische Wurzeln haben.

Das Buch ist wirklich gut, versteht mich nicht falsch. Ich denke, man muss ein wenig in der Sprachgeschichte oder an verschiedenen Sprachen interessiert sein, um es total zu lieben.

Zudem war mein großer Punkt, dass es als Fantasy Roman vermarktet wird, aber das Silber zwar eigentlich das Hauptproblem in Robins Geschichte ist, dieses aber immer wieder in dem Alltag , Schulalltag oder anderen Aktivitäten völlig untergeht. Erst spät in den Unijahren von Robin bekommen wir eine genauere Erklärung dazu und dann verschwindet es wieder hinter den ganzen sprachlichen Erklärungen und den Geschehnissen. Für mich fühlte sich das Silber nicht nach Fantasy an, sondern einfach nach normale Währung oder Geld. Erst zum Ende wird man wieder drauf hingewiesen, welche Macht diese haben.

Zu Beginn des Buches war ich noch sehr begeistert, von der genauen Einführung in Sprachen und deren Geschichte, doch irgendwann wird es einfach zäh und anstrengend. In einem Rutsch durchlesen konnte ich das Buch nicht. Zudem begleiten wir Robin über mehrere Jahre hinweg und so fühlt es sich längenmäßig auch gerne mal an. Erst bei über der Hälfte des Buches kommt ein wenig Spannung auf und liest sich weniger wie ein Tagebuch mit Sprachwissenschaftlichen Abhandlungen.



Vielleicht habe ich durch die ganze Werbung auf Social Media eine falsche Erwartung an das Buch gehabt. Ich habe mit der mehr Fantasy gerechnet und mehr Spannung. Wortgewaltig war das Buch, aber für die Länge des Buches einfach zu zäh. Auch wenn man am Ende einige Dinge mitbekommt, um noch etwas zu grübeln.

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