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Veröffentlicht am 16.09.2025

Einmal mehr beste Leseunterhaltung mit viel Humor & Charme

Bodenfrost
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Meine Meinung:
Andreas Förs „Wallner & Kreuthner“-Reihe gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingsreihen. Band zwölf hat diese Position nun ein weiteres Mal gefestigt!

Kindernachmittag bei der Polizei, ...

Meine Meinung:
Andreas Förs „Wallner & Kreuthner“-Reihe gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingsreihen. Band zwölf hat diese Position nun ein weiteres Mal gefestigt!

Kindernachmittag bei der Polizei, und das auch noch ausgerechnet unter der Verantwortung von PHM Kreuther! Kein Wunder, dass bei dieser Gelegenheit ausgerechnet die Tochter des neuen Polizeipräsidenten eine echte Leiche findet. Ein wunderbar humorvoller und sehr passender Start für Band zwölf!

Sehr schnell ist man nach den ersten Seiten wieder mittendrin in dieser Reihe, auch da zu Beginn der Kreis neuer Charaktere noch recht übersichtlich bleibt. Geschickt springt der Autor bei der Erzählung in der Timeline zurück und wieder vor, was für Abwechslung und Tempo sorgt. Denkt man beim Lesen am Anfang noch „Ok, das ist recht übersichtlich“, überrascht uns Föhr mit einem ungeahnten und (für mich) sehr überraschenden Plot-Twist (da ich den Umschlagtext zuvor bewusst nicht gelesen hatte). Schnell wird dann klar, dass die Storyline alles andere als „übersichtlich“ ist, denn nach und nach türmen sich die offenen Fragen beim Lesen und der Fall nimmt ungeahnte Dimensionen an.

Über die gesamten rund 370 Seiten hat mir auch dieser Band wieder jede Menge Lesespaß beschert, was in erster Linie an Andreas Föhrs großartigem Schreibstil (ich sage nur „Heimzahlungsspezialist“ oder auch „eine gefragte Fachkraft bei Wirtshauschlägereien“) und seinem zielsicheren Sinn für großartig skurrile Szenen liegt, von denen sich natürlich wie gewohnt meistens der gute Leo Kreuthner, genannt „Leichen-Leo“, verantwortlich zeigt. Ob bei der gut inszenierten Einzel-Verkehrskontrolle, bei der Rache-Kofferbombe, bei einer folgenreichen Verwechslung oder auch bei den inzwischen schon klassischen und unvermeidlichen Auftritten Kreuthers im Bayerischen Sündenpfuhl, der Mangfallmühle. Aber auch mein absoluter Reihenliebling, Opa Manfred, ist natürlich wieder mit von der Partie und sorgt auf seine ihm ganz eigene, sympathische Art für so manchen Schmunzler. Es macht einfach nur Spaß, die Krimis dieser Reihe zu lesen!

Da ist es für mich auch nur ein kleiner Abzug in der B-Note, dass ich diesmal mit dem eigentlichen Fall und dessen Auflösung nicht ganz 100%ig zufrieden bin – aber eben auch nur in einzelnen Kleinigkeiten. Insgesamt ist auch der zwölfte Fall eine solider und gut konstruierter Kriminalfall!

FAZIT:
Wer humorvolle Regionalkrimis mag, wird auch diesen Band der großartigen Reihe mögen!

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine magische Geschichte, die einen ganz schnell und tief in ihren Bann zieht

Flora Magica (Band 2) - Die Gabe der bösen Kräuter
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„Wer das Wort „Unkraut“ benutzt, zeigt damit deutlich, dass er weder etwas von Kräutern noch etwas von Wörtern versteht.“ (S. 22)

Meine Meinung:
Schon Band eins (sollte man gelesen haben!) dieser wunderbaren ...

„Wer das Wort „Unkraut“ benutzt, zeigt damit deutlich, dass er weder etwas von Kräutern noch etwas von Wörtern versteht.“ (S. 22)

Meine Meinung:
Schon Band eins (sollte man gelesen haben!) dieser wunderbaren neuen Reihe von Vanessa Walder hatte uns voll und ganz in seinen Bann gezogen und Band zwei setzt die spannende Storyline mit der außergewöhnlichen Grundidee der magischen Pflanzen und ihrer Bewacher fort.

Ruck-zuck war ich wieder mittendrin in dieser zauberhaften Bergwelt rund um die Villa Cunabula, auch dank Vanessa Walders Gabe, uns Lesende zu Beginn so schön „abzuholen“. Langsam gewöhnen sich die zwei Zwillingspärchen an das neue Leben und ihre besondere Aufgabe, doch immer wieder stoßen sie dabei auf neue Herausforderungen, sei es durch die einzigartigen und teilweise brandgefährlichen Eigenheiten manch magischer Pflanze, oder auch durch die Machenschaften des zwielichtigen Pharma-Konzerns Novocreos. Von der ersten Seite an ist diese Fortsetzung der Geschichte wieder ganz zauberhaft, unterhaltsam und spannend zugleich. Immer wieder bringt uns die Autorin dabei durch ihre kreativen, phantastischen Ideen zum Staunen und durch ihren einzigartigen, leichtfüßigen wie gleichfalls tiefsinnigen Schreibstil zum Nachdenken. Manchmal kitzeln ihre Sätze einfach das Zwerchfell und lassen ein spontanes Kichern aufsteigen, wie bei „„Warum glänzen denn ihre Lippen so? Hat sie etwas Schleimiges gegessen?“. Und dann finden sich wieder Sätze wie „Die meisten Menschen merken erst im Nachhinein, dass es Augenblicke gab, in denen sie durch und durch glücklich waren oder es hätten sein können.“ (S. 39) und man hält beim Lesen inne und denkt für sich „Ja, tatsächlich, das stimmt!“. Für mein Empfinden eine ganz wunderbare, moderne Poesie, die allen Büchern von Vanessa Walder innewohnt. Zusätzlich hat die Autorin auch in diesem Band wieder jedem Kapitel handverlesene und perfekt ausgewählte Zitate vorangestellt, die mir allesamt sehr gut gefallen haben und von denen man jedes einzelne nachhallen lassen kann.

Neben dem unvergleichlichen Schreibstil und der kreativen und besonderen Storyline bietet „Flora Magica“ obendrein sympathische und toughe Charaktere (ich liebe den kleinen, manchmal rotzfrechen und zur Panik neigenden Nox!) und zahlreiche zauberhaft gelungene Illustrationen, die den Text ganz perfekt in Bilder transformieren, ganz so, als stammen sie aus einer Feder (was sie nicht tun).

Last but not least ein großes Lob für die immer wieder eingestreuten „Auszüge“ aus dem Buch „Magische Pflanzen und ihre Geheimnisse“. Neben den erdachten magischen Pflanzen gibt es hier ganz viel Interessantes und Bemerkenswertes über zahlreiche echte Pflanzen zu lesen. Und wer das getan hat, wird feststellen, dass auch unsere reale Pflanzenwelt wahrlich magisch sein kann! Ein ganz starkes Statement für den Erhalt unserer Flora!

FAZIT:
Ein ganz starker zweiter Band einer großartigen und ganz besonderen Reihe! Einfach magisch!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Humorvolles aus dem Leben eines missverstandenen Mopses

Alle nennen mich Nein-Sam – Ein ahnungsloser Mops beißt sich durch
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„Miau war futsch. Frau Kuschel-Puschel verschwunden. Vor allem aber hatte Justin ein gebrochenes Herz. Und ich war an allem schuld.“ (S. 187)

Meine Meinung:
Dies ist das Tagebuch eines kleinen, unerschrockenen ...

„Miau war futsch. Frau Kuschel-Puschel verschwunden. Vor allem aber hatte Justin ein gebrochenes Herz. Und ich war an allem schuld.“ (S. 187)

Meine Meinung:
Dies ist das Tagebuch eines kleinen, unerschrockenen Mopses, den sein erster Nacktaffe „Nein-Sam“ getauft hat (obwohl er eigentlich Knurro-Wuff-Wuff heißt, aber was wissen die Nacktaffen schon?). Über Umwege (ein deprimierendes Gefängnis) zieht Nein-Sam dann bei einer neuen Familie ein, und obwohl sich Nein-Sam wirklich alle Mühe gibt, scheinen die Nacktaffen ihn immer wieder misszuverstehen…

Der kleine und (fast) furchtlose Nein-Sam wächst einem beim Lesen schon auf den ersten Seiten ans Herz. Aus seinen Augen erleben wir die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel und es ist kaum verwunderlich, dass die Kommunikation und das Verständnis zwischen Nein-Sam und den Nacktaffen doch sehr gestört ist. Hinter der wunderbaren Fassade seines neuen Zuhauses mit weißem Trinkbrunnen (in einem Extra-Zimmer!), K*ackteppich und Kausessel, lauern doch so viele Gefahren und ernstzunehmende Gegner, von der hartnäckigen Zauberin mit Donnerzepter, über eine hinterlistige Medusa bis hin zu einem mysteriösen Geisterwolf und Zombie-Piraten, die schatztruhenplündernd durch das Wohngebiet ziehen.

Doch zum Glück hat Nein-Sam mit Miau einen coolen Side-Kick (der in seinem magischem Sandofen auch noch die wunderbasten Leckerli-Plätzchen produzieren kann!). Und dann gibt es auch noch die beiden Nacktaffen Drago und Grisha, die ja soooooo nett sind!

Über rund 220 Seiten begleiten wir auf diese Weise das unglaublich humorvolle, manchmal aber auch zum Nachdenken anregende Abenteuer von Nein-Sam, wie er sich mühsam die schräge Welt der Nacktaffen erschließt und dabei so manch brenzlige Situation meistern muss. Das zu lesen macht einfach unglaublich viel Spaß und sorgt immer wieder für Grinser, Lacher und viel Gekicher. Auch dank der vielen großartigen Illustrationen.

Für mich nicht nur ein großartiges Kinderbuch, sondern auch eine tolle Lektüre für alle, bei denen zum ersten Mal ein Hund einzieht! 😉

FAZIT:
Eine wunderbar humorvolle Geschichte voller Missverständnisse mit einem kleinen Helden, der ganz groß herauskommt!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Ein würdiges Finale für Hans & Herbert!

Finale
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Sechs Jahre nach den „Inselhippies“ beschert uns Kult-Autor Friedrich Kalpenstein das „Finale“ seiner Herbert-Reihe. Nach den denkwürdigen und turbulenten Ereignissen auf Ibiza, hat sich bei Hans das Leben ...

Sechs Jahre nach den „Inselhippies“ beschert uns Kult-Autor Friedrich Kalpenstein das „Finale“ seiner Herbert-Reihe. Nach den denkwürdigen und turbulenten Ereignissen auf Ibiza, hat sich bei Hans das Leben eingegrooved und scheint nun in geordneten Familienahnen zu laufen. Doch vollkommen unerwartet taucht eine neue, große Herausforderung am sehr nahen Horizont für Münchens besten Burger-Bruzzler auf…

Was habe ich sie genossen, die sieben Vorgänger! Wie oft habe ich beim Lesen Tränen gelacht über Hans´ und Herberts Eskapaden. Entsprechend groß war meine Freude, als ich endlich das lang ersehnte „Finale“ in den Händen gehalten habe. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Auch wenn es nun etwas ruhiger und beschaulicher um H&H geworden ist, so bringt doch auch dieser Band wieder reichlich Humor mit, allen voran natürlich durch die wunderbaren Dialoge zwischen H&H und ihren beiden besseren Hälften. Aber auch diverse zotige Anekdoten sind natürlich wieder mit dabei - vom spontanen Hamster-Tod unterm Sofakissen bis hin zur tieffliegenden Geburtstagstorte oder der schockierenden und gleichfalls überraschenden Fremdgeh-Beichte von Hans, bei dem ich mir nun nach sieben Bänden felsenfest sicher bin, dass „Hansdampf“ nach unserem Hans benannt worden ist. Und was die Storyline angeht: Natürlich hat der Autor auch dieses mal die ein oder andere Überraschung für seine Protagonisten und uns im Gepäck!

Jede einzelne Seite habe ich beim Lesen genossen und bin viel zu schnell durch die Lektüre geflogen - ich konnte mich halt nicht zusammenreißen. Ein wirklich wunderbares Wiederlesen mit H&H! Und ein kleines bisschen habe ich ja auch noch die Hoffnung, dass es eines Tages auch noch einen Roman nach dem Finale geben wird… 😉

FAZIT:
Ganz wunderbar - wie immer! Vielen Dank für diese Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Das Spiel des Lebens - Eine anspruchsvolle wissenschaftliche Zeitreise, sehr unterhaltsam präsentiert

Cosmix
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„Energetisch gesehen besteht der Unterschied zwischen uns und einer Blume in einem einzigen Atom: Eisen in unserem Blut statt Magnesium im Chlorophyll. (..) Um Haaresbreite - etwa mit Magnesium anstelle ...

„Energetisch gesehen besteht der Unterschied zwischen uns und einer Blume in einem einzigen Atom: Eisen in unserem Blut statt Magnesium im Chlorophyll. (..) Um Haaresbreite - etwa mit Magnesium anstelle von Eisen - wären wir Zierpflanzen geworden.“ (S. 100)

Meine Meinung:
Auch wenn dieses Buch unter „Graphic Novel“ läuft und auch eine Geschichte erzählt (die von den Wissenschaftlern Luce & Hilbert, die eine wissenschaftliche Fernsehshow präsentieren) ist dies inhaltlich doch eher ein Sachbuch, das sich die Darstellungskraft von Bildern sehr gut und geschickt zu Nutze macht.

Autor Laurent Schafer, der sich rund drei Jahre mit diesem Projekt beschäftigt hat, fängt hier bei den Ursprüngen des Universums an und führt uns dabei über die Entstehung des Lebens bis hin zu einem nicht-lokalen Quantenuniversum. Das ist sehr viel Wissenschaft, sehr viel Theorie und viele abstrakt erscheinende Gedankengänge. Man sollte also schon ein gewisses Interesse an Naturwissenschaften, eine kleine Portion Neugier und eine ungeteilte Aufmerksamkeit mitbringen, um dieses Buch zu verstehen und auch zu genießen.

Wenn es einen zum Beispiel neugierig macht, dass Laurent Schafer uns hier unseren ältesten Vorfahren „Luca“ vorstellt, uns die Theorie des Multiversums als zweites Argument gegen den Zufall näherbringt und erstaunliche wissenschaftliche Phänomene, für die wir auch heute noch keine ausreichende Erklärung haben, vorstellt (wie etwa die „Regel 30“), dann wird einen dieses Buch begeistern - so wie es mich begeistert hat!

Natürlich sind nicht alle wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den ersten Blick einfach zu verstehen, aber die Form der „Graphic Novel“ nutzt hierzu die Kraft der Bilder und Illustrationen wirklich großartig aus und stellt auch komplexe Zusammenhänge mit grafischen Modellen und Beispielen nachvollziehbar dar. Und selbst wenn man nicht alles beim ersten Lesen vollständig durchdringt, ist das auch kein Beinbruch. Dann liest man die Stelle einfach noch mal in Ruhe nach oder liest einfach weiter, denn man kann, aber man muss hier nicht zwingend alles wirklich verstehen. Sehr schön ist dabei auch, dass lustige kleine Details in der Rahmenstory (wie etwa den Pasta-Running-Gag oder auch den hyperaktiven Käfer Fred) das Leseerlebnis zwischendurch immer wieder auflockern und für „wissenschaftsfreie“ Unterhaltung sorgen.

FAZIT:
Wer sich neugierig auf diese spannende wissenschaftliche Reise einlässt, wird es nicht bereuen!

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