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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2019

Alles, was Sie schon immer über das Darknet wissen wollten, aber nie zu fragen gewagt haben…

Darknet
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Meine Meinung:
Das Darknet… legendär, geheimnisvoll, verschrien und für mich bislang eher ein Buch mit sieben Siegeln. Entsprechend gespannt war ich auf die Lektüre dieses Buches. Der Autor, Dr. Cornelius ...

Meine Meinung:
Das Darknet… legendär, geheimnisvoll, verschrien und für mich bislang eher ein Buch mit sieben Siegeln. Entsprechend gespannt war ich auf die Lektüre dieses Buches. Der Autor, Dr. Cornelius Granig, befasst sich als Unternehmensberater und Journalist beruflich seit vielen Jahren mit Cyber Security, Compliance und Korruptionsbekämpfung und leitete in den letzten Jahren IT- und Sicherheitsabteilungen diverser Großunternehmen. Der Mann weiß also, wovon er spricht (bzw. worüber er schreibt).

Schon das Vorwort macht sehr neugierig auf das Buch und man merkt sehr schnell, wie fundiert sich Cornelius Granig auf diesem Gebiet bewegt. Hier habe ich schon einige sehr interessante Neuigkeiten erfahren, wie z.B. dass die USA der Hauptfinanzier des Tor-Netzwerkes sind ("Die Geister, die ich rief..."). Auch die sich anschließende historische Entwicklung, angefangen bei der „modernen“ Datenverarbeitung im Dritten Reich, war durchweg interessant. Richtig ins Eingemachte geht es dann in dem folgenden Abschnitt „Die vielen Formen der Computerkriminalität“. Hier kann einem beim Lesen schon regelrecht angst und bange werden. Die schier unglaubliche Vielfalt an kriminellen Handlungsarten im Netz ist schlichtweg erschreckend. Phishing, Schadsoftware und Industriespionage sind nur einige der kriminellen Machenschaften in den Tiefen des Netzes. Selbst Auftragskiller sollen sich hier bestellen lassen – und das für „gerade mal“ 23.000 Euro. Erschreckend!

Selbstverständlich erklärt der Autor auch die zugrunde liegende Technik des Ganzen, und zwar in verständlichen Worten, die auch Nicht-Digital-Natives verstehen (zusätzlich gibt es auch noch ein sehr gelungenes Glossar im Anhang). Abgerundet wird dieses Buch von einem Kapitel darüber, was die Länder (D-A-CH) unternehmen, um sich gegen diese „neuen“ digitalen Gefahren zu wappnen, und von „Top-10-Tipps“ (einmal für „jedermann“ und einmal für Unternehmen), wie man sich selbst und seine Daten im Netz schützen kann.

Alles in allem ein sehr gelungenes, gut recherchiertes und aufbereitetes Buch zum Thema „Gefahren im Netz“! Einen Kritikpunkt habe ich allerdings: Viele Grafiken sind so klein abgedruckt sind, dass man die Schrift kaum noch bzw. gar nicht mehr lesen kann (wie etwa auf Seite 125). Das hätte man besser lösen können und müssen.

FAZIT:
Ein fundiert recherchierter, leicht verständlicher und sehr spannender Rundum-Blick auf das Phänomen Darknet.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Ein solider who-dun-it-Krimi in toller Kulisse

Cyrus Doyle und der dunkle Tod
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„Pat ließ ihren Blick über das sich bis zu den Klippen hin erstreckende Grün schweifen, über die sich empor reckenden Felsspitzen und schließlich über das mal grün, mal türkis, mal tiefblau schimmernde ...

„Pat ließ ihren Blick über das sich bis zu den Klippen hin erstreckende Grün schweifen, über die sich empor reckenden Felsspitzen und schließlich über das mal grün, mal türkis, mal tiefblau schimmernde Meer, das sich bis zum fernen Horizont erstreckte.“ (S. 206)

Meine Meinung:
Dies ist bereits der vierte Band der Krimi-Reihe um den sympathischen Ermittler DCI Cyrus „Cy“ Doyle. Obgleich ich die drei Vorgängerbände noch nicht kenne, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten in die Handlung hineinzufinden und mit den Protagonisten warm zu werden.

Während eines internationalen Victor-Hugo-Symposiums wird ein Hugo-Doppelgänger erschossen. Sensationsheischend titelt die lokale Presse „Hugo-Doppelgänger in Anwesenheit von Guernseys DCI ermordet“, was Doyle natürlich unter Zugzwang setzt. Darüber hinaus ist auch nicht klar, ob das Opfer gezielt ermordet worden ist oder aufgrund einer möglichen Verwechslung zu Tode kam. Die Story folgt somit einem klassischen „who dun it“-Aufbau, denn im Folgenden wird gleich eine ganze Reiher potenziell verdächtiger Personen eingeführt. Hier muss man sich natürlich erstmal einen Überblick verschaffen, was mir aber nicht so schwer fiel und ganz hervorragend zum miträtseln und theoretisieren eingeladen hat. Während das Ermittler-Duo Cyrus Doyle und Pat Holburn (das Nicht-Beziehungs-Wirrwar zwischen den beiden nervte stellenweise etwas) die einzelnen Spuren verfolgt, folgt man den beiden als Leser quer über die Insel zu diversen stimmungsvollen Settings, wie etwa dem Hauteville House (wo ehemals Victor Hugo gelebt hat – und in dem es damals gespukt haben soll) oder auch einem Cottage mit dem wunderbaren Namen „Le Beau Nuage“ – die schöne Wolke. Autor Jan Lucas hat schon ein Händchen dafür, viel Guernsey-Lokal-Kolorit zu transportieren („Die Sonne stieg über dem tiefen Blau des Atlantiks in das hellere Blau eines fast wolkenlosen Himmels auf.“ - S. 59). Der Spannungsbogen des Kriminalfalls ist über die meisten Strecken intakt, Längen habe ich persönlich wenige empfunden. Einige Wendungen sorgen hierbei für die ein oder andere Überraschung und auch für einen guten Schuss Dramatik (kleines Wortspiel) etwa zur Hälfte des Buches. Am Ende präsentieren die Ermittler nach nur vier Tagen eine Lösung, die in sich stimmig und nachvollziehbar ist. Alles in allem ein grundsolider Krimi!

FAZIT:
Klassische Krimi-unterhaltung zum Miträtseln vor der sehr atmosphärischen Kulisse Guernseys.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Ein tierisches, gewaltfreies Abenteuer für junge und junggebliebene Leser

Die wilde Baumhausschule, Band 1: Raubtierzähmen für Anfänger
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Unsere Meinung:
Die Geschichte beginnt an einem eigentlich ziemlich gewöhnlichen Tag mit einem scheinbar sehr ungewöhnlichen Geräusch. Das hat die Neugier bei meinem Sohn (8) schon auf der ersten Seite ...

Unsere Meinung:
Die Geschichte beginnt an einem eigentlich ziemlich gewöhnlichen Tag mit einem scheinbar sehr ungewöhnlichen Geräusch. Das hat die Neugier bei meinem Sohn (8) schon auf der ersten Seite geweckt! Und so haben wir uns gleich mit Theo aufgemacht, die Quelle dieser merkwürdigen Geräusche zu finden…

Schnell wird das Geheimnis gelüftet und wir befinden uns mittendrin in einem tierisch bunten und quietschvergnügten Wilden Hügel. Hierhin hat es nämlich Gretas Familie verschlagen, die zuvor schon wochenlang in einem U-Boot einem Hai gefolgt war, mit einer Truppe Kaiserschnurrbarttamarinen im Regenwald unterwegs war und in einer tiefdunklen Höhle Nacktmulle erforscht hat. Es gibt wohl keine Familie, die sich besser mit exotischen Tieren auskennt! Und das bedeutet für die kleinen und großen Leser ein wahrlich tierisches Schul-Zoo-Abenteuer! Es ist eine turbulente, lustige Geschichte, die auch immer wieder zum Mitdenken und Mitspekulieren einlädt (wer ist Urheber der fiesen Streiche?) und sogar einiges Wissenswertes vermittelt (z.B. dass es auf der Welt mindestens 180.000 verschiedene Schmetterlingsarten gibt). Besonders gut gefallen hat meinem Sohn (8), dass in dieser Geschichte entsprechend viele Tiere vorkommen, wie etwa das Wasserschwein Wusel oder ein Elefant namens Zacharias. Da bekommt man regelrecht Lust auf einen spontanen Besuch im Zoo.

Abgerundet wird diese wunderbar erfrischende, in kindgerechter Sprache geschriebene Geschichte durch zahlreiche Illustrationen von Anna-Lena Kühler. Wir hatten viel Spaß beim Lesen!

FAZIT:
Wer liebevolle Kindergeschichten mit vielen Tieren mag, ist bei der wilden Baumhausschule genau richtig!

Veröffentlicht am 18.06.2019

Ein rasantes Abenteuer quer durch die Welt

Samantha Spinner (1). Mit Schirm, Charme und Karacho
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"Wir haben schnell das Gefühl, dass all unsere Hoffnungen und Träume auf einen riesigen Tieflader gehoben werden und für immer davon gerollt sind. Aber wenn man genauer hinsieht, wir man feststellen, dass ...

"Wir haben schnell das Gefühl, dass all unsere Hoffnungen und Träume auf einen riesigen Tieflader gehoben werden und für immer davon gerollt sind. Aber wenn man genauer hinsieht, wir man feststellen, dass es überall von Möglichkeiten wimmelt. Die Welt um uns wartet nur darauf, uns ganz besondere Geheimnisse zu enthüllen und uns unglaubliche Abenteuer zu bescheren." (S. 239)

Unsere Meinung:
Na toll, erst verschwindet Samanthas Onkel Paul spurlos, und dann vermacht er ihrer Schwester Buffy 2,4 Milliarden Dollar, ihrem Bruder Nipper die New York Yankees (mit allem drum und dran!) und ihr..... einen alten, krückigen roten Regenschirm! Kann es noch schlimmer kommen? Ja, es kann! Und auch noch viel aufregender!

Schon die Kurzbeschreibung hat uns sehr neugierig gemacht auf dieses Buch. Gespannt haben wir angefangen zu lesen und rubbeldikatz wurde es wirklich richtig spannend und abenteuerlich, denn Samantha und Nipper lösen das Geheimnis des Schirms schon auf Seite 40! Dadurch ergibt sich eine abenteuerliche Schnitzeljagd nach Onkel Pauls Geheimnis rund um den Globus. Paris, Florenz und Ägypten sind ein paar Stationen, die nicht nur die beiden jungen Helden, sondern auch uns haben staunen lassen! Dabei bringt Russell Ginns die besondere Atmosphäre dieser faszinierenden Stätten wirklich ganz wunderbar rüber. In (wortwörtlich!) rasendem Tempo nähern sich die Kids dem großen Geheimnis, und haben dabei mehr als ein Rätsel zu knacken und mehr als eine gefährliche Situation zu meistern. Denn ganz unvermittelt stellt sich ihnen der REGEN in den Weg (mehr verraten wir hier nicht)! Spannung ist hier garantiert – bis ganz zum Schluss!

Sehr gut gefallen hat uns auch der locker-flockige und immer wieder sehr humorvolle Schreibstil von Russell Ginns. Sowohl lustige Wortkreationen (wie z.B. „EHE - Exotische Haustier-Expo“), merkwürdige Ortsnamen (wie z.B. Duck, Zzyzx, Edfu oder Baraboo – jawohl, die gibt es wirklich!) oder auch irrwitzige Einfälle (wie Nippers Rachefeldzug gegen die fiese Nachbarstochter oder auch ein folgenschweren Hoola-Hoop-Wettbewerb gegen einen Affen) – hier ist beste Unterhaltung garantiert. Meinen Söhnen (8 & 11) und mir hat es bestens gefallen!

FAZIT:
Ein rasantes, spannendes und wunderbar humorvolles Leseabenteuer für junge und junggebliebene Leser.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Ein Sehnsuchts- und Wohlfühlroman mit viel Atmosphäre, aber auch ein paar Längen

Glück ist meine Lieblingsfarbe
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„Ich liebe das Meer. Ich mag die dunklen Felsen, die struppige Landschaft, den Geruch der Wärme. Die saftigen Tomaten, die kleinen, süßen Bananen und die Palmeros. Die entweder Maria oder Pedro heißen ...

„Ich liebe das Meer. Ich mag die dunklen Felsen, die struppige Landschaft, den Geruch der Wärme. Die saftigen Tomaten, die kleinen, süßen Bananen und die Palmeros. Die entweder Maria oder Pedro heißen und den vielen Deutschen auf der Insel freundlich gesonnen sind.“

Meine Meinung:
Ein paar Monate ist es nun her, dass die 30jährige Hamburgerin Juli ihr altes Leben und ihren Job bei einer Versicherung hinter sich gelassen hat, um eine Auszeit auf der Kanareninsel La Palma zu nehmen, wo sie sich mit Minijobs in einem Foodtruck und als Dogwalkerin über Wasser hält. Eigentlich will Juli sich dort etwas treiben und überraschen lassen, wohin das Leben sie führen wird. Doch dann lässt ihr das Leben den gutaussehenden Quinn über den Weg laufen …

Von Zeit zu Zeit muss es bei mir einfach mal ein Roman sein, der sich mit der Leichtigkeit des Lebens in einer Sehnsuchtskulisse beschäftigt. Genau so ein Roman hat Kristina Günak mit „Glück ist meine Lieblingsfarbe“ geschrieben. Vor dem grandiosen Setting der schroffen Vulkan-Schönheit La Palmas entwickelt sich eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die auf den ersten Blick scheinbar so gar nicht zueinander passen, denn der ambitionierte Quinn scheint das genaue Gegenteil der liebeswert-chaotischen Juli zu sein. Und doch führen das Leben und das Schicksal die beiden Schritt für Schritt immer näher zusammen – und es offenbaren sich Seiten an den beiden, die sie gegenseitig nie geahnt hätten – und wir als Leser ebenso wenig! Da gibt es schon die ein oder andere kleine Überraschung. Die beiden auf ihrer „Reise“ dabei zu begleiten, macht Spaß, auch wenn es hier und da kleinere Längen gibt und die Geschichte mal hierhin, mal dorthin mäandert. Stellenweise hätte die Storyline für meinen Geschmack doch ein bisschen stringenter sein dürfen. Sehr schön und interessant hätte ich es auch gefunden, wenn die Geschichte einen zweiten Handlungsstrang aus Quinns Sicht gehabt hätte.

Gleiches gilt für das „La Palma-Feeling“, das ganz klar vorhanden ist und auch immer wieder durchblitzt („Um uns toste der Wind, und unter uns brodelte der Atlantik in hellem Aufruhr. (…) während dicht über uns die Passatwolken hinwegzogen und die Ostküste unter sich verbargen.“). Dennoch hätte ich mir noch mehr Szenen in dieser wunderbaren Natur gewünscht, aber das ist sicherlich persönliche Geschmackssache. Sehr gut dosiert und authentisch fand ich hingegen das Portrait der „Palmeros“ und auch die immer wieder eingestreuten spanischen Ausdrücke („La cuenta, por favor!“).

Alles in allem betrachtet, vergebe ich gerne gut gemeinte drei Sterne!

FAZIT:
Eine Liebesgeschichte in wildromantischer Kulisse – die passende Urlaubslektüre für den kommenden Sommer.