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Veröffentlicht am 02.12.2018

Die Liebe zum Leben

Leben mit Goldrand. Altes Wissen lebendig gemacht
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Früher war alles besser? Ganz sicher ist Meta Zweifel nicht dieser Ansicht. Doch sie macht klar: viele überlieferte Kenntnisse und Weisheiten sind es wert, erhalten zu werden.
In mehreren kurzen Kapiteln ...


Früher war alles besser? Ganz sicher ist Meta Zweifel nicht dieser Ansicht. Doch sie macht klar: viele überlieferte Kenntnisse und Weisheiten sind es wert, erhalten zu werden.
In mehreren kurzen Kapiteln plaudert sie zunächst über das praktische Alltagswissen, mit dem sie im Haus ihrer Großeltern bereits als Kind vertraut war. Sie erzählt von ihren Erinnerungen, die sich aus Gerüchen und Geschmäckern speisen und altvertraute Gefühle hervorrufen. Eingebettet in kleine, selbst erlebte Geschichten schildert sie die Haushaltung auf dem Lande in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, schreibt über bewährte alte Heilmittel der Großmutter und Feiertagstraditionen. Das Goldrand-Geschirr etwa zierte nur zu besonderen Anlässen den Esstisch, so wurde der Sonntag für das kleine Mädchen ein spezieller Tag, ein Tag „mit Goldrand“. Jedem dieser Kapitel fügt die Autorin eine kleine Auswahl an Rezepten und Haushaltstipps bei, von denen die Leser Gebrauch machen können. Von der Praxis macht sie einen Abstecher zu eher nachdenklich stimmenden Sujets und streift Gedanken zum Thema „carpe diem“.
Meta Zweifel macht darauf aufmerksam, dass einige der althergebrachten Dinge inzwischen - mit modischem Vokabular aufgefrischt - durchaus wieder aktuell sind: Man denke nur an die Rückbesinnung auf (Un-)Kräuter als Heil- und Stärkungsmittel oder auch die moderne „No Food Waste“-Bewegung. Nicht verbissen, sondern liebevoll und mit Humor erscheinen ihre Mahnungen zu mehr Besinnung auf die kleinen, vielleicht unbeachteten, aber nicht unbedeutenden Dinge im Leben. So kommt der Ausdruck Achtsamkeit zum Tragen. Mehr als nur ein Modewort, drückt er Ehrfurcht vor dem Leben aus. Wohl bedacht und geschätzt: Sollte nicht eigentlich jeder Tag ein „Leben mit Goldrand“ sein?

Veröffentlicht am 22.11.2018

Modern, kompetent, gut durchdacht

London MM-City Reiseführer Michael Müller Verlag
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London - eine Stadt mit mehr als 8 Millionen Einwohnern und einer Größe von ca. 50 km Durchmesser, kurz: die größte Stadt Europas! „Swinging London“ präsentiert sich in seinen zahlreichen unterschiedlichen ...

London - eine Stadt mit mehr als 8 Millionen Einwohnern und einer Größe von ca. 50 km Durchmesser, kurz: die größte Stadt Europas! „Swinging London“ präsentiert sich in seinen zahlreichen unterschiedlichen Stadtteilen multikulturell; hier existieren über 50 Nationalitäten nebeneinander und es werden ca. 300 verschiedene Sprachen gesprochen. Da kann der unbedarfte Tourist leicht den Überblick verlieren!
Damit so etwas nicht passiert, bringt Ralf Nestmeyer System in die Reiseplanung. Mit seinem aktuellen London-Guide lotst er seine Leser sicher durch die diversen Bezirke und gibt dabei kompetente Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. So kann der Leser zwischen achtzehn gut durchdachten Touren, die bereits im Inhaltsverzeichnis kurz charakterisiert sind, wählen oder sich für Ausflüge in die nähere Umgebung der englischen Hauptstadt entscheiden. Dabei geht der Autor nicht nur auf die üblichen Highlights ein, sondern gibt auch Hinweise zu unbekannteren, aber interessanten Details abseits der „normalen“ Touristenrouten. Auch die in die einzelnen Kapitel eingestreute Rubrik London im Kasten, die zusätzlich über Amüsantes, Spannendes oder Besonderes des jeweiligen Bezirks informiert, lädt dazu ein, die Metropole nicht nur oberflächlich zu betrachten. Stadtteilkarten mit den darauf markierten Sehenswürdigkeiten und zahlreiche Fotografien illustrieren die virtuellen Spaziergänge, die Nestmeyer in lockerer, humorvoller Art beschreibt. Als knapper Überblick erscheinen am Ende des Buches noch einmal die Adressen der erwähnten Museen, Geschäfte und Restaurants, „kompakt“ auf zehn Seiten zusammengefasst. Viele praktische Tipps rund um die Reise nach und in London ergänzen - farblich vom Hauptteil abgesetzt - den Guide, ebenso wie ein kurzer Sprachführer und zusätzliche Literaturhinweise. Beim Bummel durch London kann der Reisende ganz traditionell auf den beigefügten Stadtplan zurückgreifen oder sich verfügbare Informationen per App auf das Smartphone laden.
Mein Eindruck: ein gut durchdachter, sachgerechter und zeitgemäßer Reiseführer!

Veröffentlicht am 18.11.2018

In memoriam

Marion, für immer 13
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Nora Fraisse hat dieses Buch dem Gedenken an ihre Tochter Marion gewidmet, die sich im Alter von 13 Jahren das Leben nahm.
Die Frage nach dem Grund des Selbstmords ist schnell geklärt: übelstes Mobbing ...

Nora Fraisse hat dieses Buch dem Gedenken an ihre Tochter Marion gewidmet, die sich im Alter von 13 Jahren das Leben nahm.
Die Frage nach dem Grund des Selbstmords ist schnell geklärt: übelstes Mobbing von Klassenkameraden, dem Marion ständig in der Schule, in der Freizeit, sogar in ihrem eigenen Zuhause ausgesetzt war, hat sie zur Verzweiflung getrieben. Die Frage nach den Schuldigen allerdings ist problematischer: weder Mitschüler noch Pädagogen fühlen sich zuständig. Der leidgeprüften Mutter bleibt die quälende Frage, warum sich ihre Tochter nicht mitteilen konnte, ob ihr Tod hätte verhindert werden können. Bei der intensiven Suche nach Auskunft stößt sie auf Abwehr, sogar Feindseligkeit; es herrscht Schweigen, niemand wird zur Rechenschaft gezogen. So beginnt ein langer, verzweifelter Kampf der Eltern mit Schule und Behörden…
Bei aller Tragik versucht Marions Mutter sachlich zu bleiben. Sehr offen und klar beschreibt sie ihre Bemühungen um Gespräche mit denjenigen, die ihre Tochter zu der Verzweiflungstat getrieben haben und jenen, die tatenlos zugesehen haben. Wo findet eine betroffene Familie Rat und Hilfe? Konsequent setzt Nora Fraisse nun all ihre Kraft ein, damit das Thema Mobbing offen diskutiert und vertieft wird, sie gründet sogar einen Verein, der in diesem Sinn beratend und helfend tätig ist. Ihr mahnender Appell liest sich aufrichtig und äußerst eindringlich.

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Veröffentlicht am 05.11.2018

Eindrucksvoller Blick hinter Gefängnismauern

Gangsterblues
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„Harte Geschichten“ über harte Jungs erzählt Joe Bausch in seinem Buch Gangsterblues.
Da er als Gefängnisarzt der Justizvollzugsanstalt Werl mit zahlreichen Häftlingen in Kontakt kommt, ist er nicht nur ...

„Harte Geschichten“ über harte Jungs erzählt Joe Bausch in seinem Buch Gangsterblues.
Da er als Gefängnisarzt der Justizvollzugsanstalt Werl mit zahlreichen Häftlingen in Kontakt kommt, ist er nicht nur mit deren Gesundheit befasst, sondern wird oft auch - als Vertrauensperson - in ganz private Lebensgeschichten eingeweiht; denn selbst abgebrühte Gangster verspüren manchmal das Bedürfnis, über sich und ihre Probleme zu sprechen. Der Autor schildert ganz unterschiedliche Fälle: vom Häftling, der gar nicht zurück in die Freiheit entlassen werden will, über den Insassen, der aufgrund eines Justizirrtums einsitzt, bis hin zu einem fast perfekten Mordfall. Dabei hat Bausch all diese Schicksale verfremdet, wie er im Vorwort ankündigt, mit der Intention, sie Alltag und Situation im Strafvollzug spiegeln zu lassen.
"True Crime" - das klingt zunächst einmal recht reißerisch. Doch die zwölf Episoden, die der Autor beschreibt, erwecken den Eindruck von Sachlichkeit und Kompetenz. Joe Bausch schreibt nüchtern und fast ohne Emotionen, wie man ihn auch in seiner Fernsehrolle als Rechtsmediziner im Tatort kennt. Dennoch spürt der Leser die Empathie des Arztes, der in seinen Patienten in erster Linie den Menschen sieht, dem es zu helfen gilt, und nicht den Verbrecher. Mit diesem Buch ist Joe Bausch ein wirklich spannender Einblick in das Leben hinter Gefängnismauern gelungen.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Wie der Vater so die Kinder?

Mein Name ist Trump – Hinter den Kulissen von Amerikas First Family
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Vielleicht hätte Emily Jane Fox die Erläuterungen zu der Entstehung ihres Buches besser als Vorwort drucken lassen, anstatt sie im nachhinein folgen zu lassen. So würde deutlicher, dass sie diese Aufgabe ...

Vielleicht hätte Emily Jane Fox die Erläuterungen zu der Entstehung ihres Buches besser als Vorwort drucken lassen, anstatt sie im nachhinein folgen zu lassen. So würde deutlicher, dass sie diese Aufgabe eher mit gemischten Gefühlen anging.
Auch meine Gefühle als Leserin waren gemischt: Ein weiteres Buch über Amerikas umstrittenen Präsidenten? Der Untertitel „Hinter den Kulissen“ ist es, der neugierig macht. Und so schildert die Autorin auf gut fundierte Recherchen gestützt Trumps Privatleben aus der Perspektive seiner Kinder. Der Leser erfährt dabei einiges - ob neu oder bereits in den Medien ausgewalzt - über das öffentliche und private Dasein der „Mini-Voltrons“. Wie sah eigentlich ihre Kindheit aus? Wie haben sie ihre Eltern erlebt und wie gingen sie als Kinder mit dem Medienrummel um, der um Trump´sche Erfolge wie auch Skandale gemacht wurde?
Fox bemüht sich um sachliche Schilderung, dennoch sind (leise) Untertöne von Kritik oder Skepsis zu spüren. Ihr unterhaltsamer Stil, leicht und schnell zu lesen, ebenso wie die Beschreibungen zahlreicher (mir nicht so wichtig erscheinender) Details weisen auf ihren Beruf als Journalistin hin. So fühle ich mich etwa bei Berichten über Hochzeiten der Trump-Nachkommen in die Yellow Press versetzt. Immerhin glaubt der Leser nach dieser Lektüre, Donald Trump und seine Kinder etwas besser zu kennen - wenn auch nicht zu verstehen oder gar zu mögen.
Mit einer Feststellung hat die Autorin absolut recht: ohne so viel neugieriges Publikum und dessen Aufmerksamkeit fiele nur halb soviel Glanz auf diese Familie.