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Veröffentlicht am 14.05.2026

Freunde- und Lesebuch gleichzeitig

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine Kindergarten-Freunde
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Dieses farbenfroh illustrierte Freundebuch reizt ganz bestimmt jedes Kind, hier seinen Beitrag zu leisten. Unter den fünf Themenseiten kann es "seine" auswählen: Während eines vielleicht die Baustellen- ...

Dieses farbenfroh illustrierte Freundebuch reizt ganz bestimmt jedes Kind, hier seinen Beitrag zu leisten. Unter den fünf Themenseiten kann es "seine" auswählen: Während eines vielleicht die Baustellen- oder Dinosaurierseite für seinen Eintrag aussucht, bevorzugt ein anderes Waldtiere oder den Meeresstrand, und ein weiteres hat möglicherweise eine Vorliebe für das Bauernhofleben.
Fantasievoll und mit viel Liebe zum Detail haben Carola von Kessel und Marion Kreimeyer-Visse die einzelnen Seiten gestaltet. So kann das Kind zum Beispiel auf der „Waldseite" Schnecken farbig ausmalen, um sein Alter zu dokumentieren, oder seine eigene Augenfarbe der Eule anpassen. Kleiner Nebeneffekt: Die Eltern brauchen hier gar nicht viel Hilfestellung zu leisten. Außerdem bildet jede Seite nicht nur den Rahmen für eigene Eintragungen sondern enthält auch einen kleinen „Kasten", in dem der Leser kurze, kindgerechte Informationen zu dem jeweiligen Thema findet - ganz dem Motto der „Wieso-Weshalb-Warum?“-Bücher verbunden. Auch Humor kommt nicht zu kurz, wenn man sich die Illustrationen genau anschaut. So ist etwa auf der „Dino-Seite" das Info-Kästchen von Saurierknochen eingerahmt und der kleine Nutzer soll entscheiden, ob er lieber Dinosaurier- oder Hühnereier mag.
Ein Geburtstagskalender auf den ersten Buchseiten vervollständigt das Büchlein, das übrigens genau die richtige Größe für kleine Kinderhände hat.
Man spürt, dass sich Autorin und Illustratorin wirklich Gedanken gemacht haben über Wünsche und Vorlieben von Kindergartenkindern. So wird das Freundebuch sicher mit Spaß genutzt!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Kochen lernen ohne Frust

Kochen lernen Schritt für Schritt
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Eier kochen kann doch jeder, oder?
Vermutlich ja, aber ob sie die gewünschte Konsistenz haben oder gar platzen hängt dann doch von ein wenig mehr Wissen und Erfahrung ab. So einfach wie Eierkochen ist ...

Eier kochen kann doch jeder, oder?
Vermutlich ja, aber ob sie die gewünschte Konsistenz haben oder gar platzen hängt dann doch von ein wenig mehr Wissen und Erfahrung ab. So einfach wie Eierkochen ist natürlich nicht jedes Rezept, das in diesem Kochbuch erwähnt wird, aber jedes einzelne wird von Grund auf gut erklärt und sehr übersichtlich über den kompletten Kochvorgang begleitet, so dass es tatsächlich für echte Kochanfänger ohne Vorwissen bestens geeignet ist. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen werden ergänzt durch zahlreiche Fotos, welche die einzelnen Vorgänge noch einmal bildlich verdeutlichen, bis hin zum Endergebnis.
Den Anfang des Kochbuches bildet (logisch!) eine allgemeine Einführung. Von der Vorratshaltung über Kochutensilien bis zu den Zutaten wird notwendiges Basiswissen erläutert, in kurzer aber verständlicher Form. Auch hier geben entsprechende Abbildungen zusätzliche Hilfe.
Abgerundet wird das Buch aus der Dr. Oetker-Redaktion durch ein Rezept-Register und ein Glossar, in dem die verwendeten Küchen-technischen Fachbegriffe erklärt werden. Wer bestimmte Kochvorgänge sucht, findet in der angehängten Küchenpraxis die passenden Hinweise dazu.
Mein Fazit: „Kochen lernen Schritt für Schritt" ist für absolute Kochanfänger geeignet und bietet Rezepte mit "Geling-Garantie".

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Veröffentlicht am 16.04.2026

"Der Welt abhandenkommen"

Eine Seite noch
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Ein wunderbarer Ausflug in die Welt der Literatur erwartet den Leser, der „Eine Seite noch“ aufschlägt. Auf knapp zweihundert Seiten erhalten wir viele interessante Informationen über (natürlich) Bücher ...

Ein wunderbarer Ausflug in die Welt der Literatur erwartet den Leser, der „Eine Seite noch“ aufschlägt. Auf knapp zweihundert Seiten erhalten wir viele interessante Informationen über (natürlich) Bücher und Schriftsteller, aber auch über Sachverhalte, die mit Lesen zusammenhängen, wie etwa Lesechallenges, Lesekreise, Podcasts, Silent-Reading.
In ihrem lockeren, angenehmen Schreibstil erzählt die Autorin von den Erfahrungen, die sie gemacht hat. Dabei geht sie auf humorvolle Weise auch auf ihre eigenen Lesevorlieben und –unternehmungen ein: Warum nicht einmal auf den Spuren eines Literaten wandeln, in diesem Fall Virginia Woolf? Auch ihre Erkenntnisse als Probandin für eine Studie zu Sprachverarbeitung im Gehirn teilt sie mit dem Leser: es wird deutlich, welch eine enorme Leistung das Gehirn hier vollbringt. Auf äußerst unterhaltsame Art gewährt uns die Autorin also Einblick in ihre Lesewelt.
Und warum macht uns Lesen nun glücklich? Das muss jeder Leser für sich entscheiden. Vielleicht ist es aber auch einfach die Möglichkeit, „der Welt abhanden zu kommen“, wie es Winnemuth ausdrückt. Zumindest für eine kurze Zeit.


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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Fluss, launisch wie das Leben

Der Fährmann
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Um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt ...

Um die Wende vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert verbindet noch keine Brücke sondern nur eine Fähre die Menschen zweier von der Salzach getrennter Dörfer, Hohenwart und Siegering. Hannes folgt seinem Onkel als neuer Fährmann in diesem gefährlichen und sehr einsamen Dienst. Seine Familie und auch seine beiden Kindheitsfreundinnen Annemarie und Elisabeth sieht er nur noch selten. Elisabeth wird verheiratet und Annemarie muss hart in der elterlichen Gastwirtschaft arbeiten. Doch trotz der Distanz bleiben die Freunde einander verbunden. Für jeden von ihnen hält das Schicksal allerdings harte Prüfungen bereit, die schließlich eskalieren…

In einem leicht lesbaren Stil, der ein wenig von der süddeutschen Mundart anklingen lässt, erzählt Regina Denk die Geschichte dreier Freunde im Wandel der Zeit. Sie tut das auf eine eindrückliche Weise, die den historischen und sozialen Bedingungen jener Zeit gerecht wird.
Die Dörfer Hohenwart und Siegering und ihre Bewohner stehen stellvertretend für gesellschaftliche Zwänge und die Doppelmoral, wie sie damals vorherrschten.
Auch dem Fluss schreibt die Autorin seine Bedeutung zu; denn so launisch wie der Fluss seine lieblichen, aber auch gefährlichen Seiten zeigt, so erscheint auch das Leben einmal angenehm und ein andermal bösartig.
Mein Fazit: Auch wenn das Ende des Romans ein wenig melodramatisch gerät, „Der Fährmann“ ist ein wirklich lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Hör auf dein Gefühl

Das Zauberwort heißt Nein!
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Es ist ein wichtiges Thema, das die Autorin Rebecca Mir in ihrem ersten Kinderbuch anschneidet – die Fähigkeit, „nein!" sagen zu können. In meiner Kindheit prägte mich (und die meisten Kinder, die ich ...

Es ist ein wichtiges Thema, das die Autorin Rebecca Mir in ihrem ersten Kinderbuch anschneidet – die Fähigkeit, „nein!" sagen zu können. In meiner Kindheit prägte mich (und die meisten Kinder, die ich kannte) der Satz der Erwachsenen „Tu, was man dir sagt." So aufgewachsen fällt es mir auch heute noch schwer, anderen eine Bitte abzuschlagen.
Genauso empfindet der kleine Kater Fiete; denn er möchte seine Freunde nicht verlieren. Diese jedoch haben sein Problem erkannt und nutzen es weidlich aus. Ausgerechnet eine kleine Maus flößt ihm so viel Selbstvertrauen ein, dass er auf sein Bauchgefühl hört und der Aufforderung eines seiner Freunde schließlich nicht mehr Folge leistet.
Mit altersentsprechend kurzen, einprägsamen Sätzen erreicht Mir die Aufmerksamkeit des kleinen Lesers. Die Übertragung des Problems, nicht nein sagen zu können, auf die Tierwelt ist geschickt und fesselt die Kinder.
Lisa Hänschs farbige, großformatige Illustrationen ergänzen den Text. Ausdrucksstark verdeutlichen sie die Gefühle der Protagonisten. Sie vermitteln dem Betrachter einen intensiven Eindruck des Geschehens und intensivieren dadurch das Gelesene.
Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Für mein Empfinden bleibt das Thema hier ohne wirklichen Abschluss. Verliert Fiete nun seine Freunde? Oder respektieren sie ihn? Denn in der Realität hat ein Kind große Angst, dass sich ein geliebter Mensch von ihm abwendet, wenn es nein sagt. Es bleibt allein den Eltern überlassen, das Thema „Neinsagen" einfühlsam auf (sexuellen) Missbrauch zu übertragen.


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