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Veröffentlicht am 19.04.2021

Ein farbenfrohes und schönes Mutmachbuch für Kinder

Komm knuddeln!
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Ged Adamson ist Illustrator und Autor des Bilderbuches "Komm knuddeln!", die deutsche Übersetzung von Bettina Obrecht erscheint im cbj Verlag.

Oskar ist ein Vogel mit langen, wirklich sehr langen Flügeln. ...

Ged Adamson ist Illustrator und Autor des Bilderbuches "Komm knuddeln!", die deutsche Übersetzung von Bettina Obrecht erscheint im cbj Verlag.

Oskar ist ein Vogel mit langen, wirklich sehr langen Flügeln. Alle seine Freunde lernen fliegen, doch so sehr sich Oskar auch bemüht, es will einfach nicht klappen. Nach und nach fliegen seine Vogelfreunde in die große weite Welt und Oskar bleibt traurig und allein zurück.

Der Vogel Oskar sieht nicht so aus wie die anderen Vögel. Denn seine Flügel sind unheimlich lang, so lang, dass er damit nicht fliegen kann. Alle seine Versuche scheitern und das macht ihn ganz traurig. Als er eines Tages einen traurigen Orang-Utan trifft, rührt ihn der Anblick so sehr, dass er den Affen ganz fest umarmt und tröstet. Anscheinend sind seine flugunfähigen Flügel ja zum Umarmen perfekt. Das spricht sich schnell herum und Oskar hat plötzlich alle möglichen Tiere zu knuddeln, einen Bären, einen Frosch, ein kitzeliges Krokodil und sogar einen Löwen und eine Fledermaus. So gewinnt Oskar immer mehr Freunde, die ihm ihre Sorgen anvertrauen und sich über seine tröstende Umarmung freuen. Das macht ihn sehr glücklich und er merkt, man muss nicht perfekt sein, aber Freunde sind das größte Geschenk, das man sich wünschen kann. Und diese Freunde helfen Oskar dabei, seinen eigenen größten Wunsch möglich zu machen.

Dieses Bilderbuch ab 3 Jahren zeigt Kindern, dass man Fehler haben kann und nicht alles perfekt können muss. Das einzige was aber wirklich zählt, sind echte Freunde, die uns verstehen, trösten und uns dann Hilfe anbieten, wenn wir sie brauchen. Denn der Zusammenhalt ist wichtig für uns Menschen.

Die Illustrationen sind schön farbenfroh, es macht Spaß, all die Tiere zu entdecken und den kleinen Oskar zu begleiten. Die Texte sind einfach und kindgerecht gehalten, sehr verständlich und mit Sprechblasen wie ein Comic gestaltet.

Hier wird die Botschaft vermittelt, dass man auch als Außenseiter Freunde gewinnen und glücklich sein kann. Ein mutmachendes Bilderbuch mit tollen Illustrationen zum immer wieder Ansehen.

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Veröffentlicht am 18.04.2021

Hier läuft der friesische Küsten-Krimi-Kompass auf Urlaubsmodus

Der Möwenschiss-Mord
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"Der Möwenschiss-Mord" ist der zweite Band der Reihe "Ino Tjarks & Co ermitteln" von Regine Kölpin aus dem Knaur Verlag. Der Küsten-Krimi spielt in Friesland.

Das kuriose Rentner-Trio hat einen Spionageauftrag ...

"Der Möwenschiss-Mord" ist der zweite Band der Reihe "Ino Tjarks & Co ermitteln" von Regine Kölpin aus dem Knaur Verlag. Der Küsten-Krimi spielt in Friesland.

Das kuriose Rentner-Trio hat einen Spionageauftrag erhalten, sie sollen für Falko von Walde herausfinden, ob seine Frau mit ihrem Campingnachbarn Traugott ein Verhältnis hat. Doch ehe sie sich für ihren Auftraggeber ins Zeug legen können, ist Falko tot, erschlagen mit Traugotts Markisenkurbel. Nun ermittelt das Trio undercover auf dem Campingplatz.

Regine Kölpin hat mit ihrem friesischen Rentnertrio in Horumersiel ein besonderes Ermittlerteam antreten lassen. Der Eigenbrödler Ino Tjarks, seine Haushälterin Gerda, die ein heimlicher Fan von Miss-Marple ist, und die Bäckerin Theda haben immer ein offenes Ohr für die Neuigkeiten ihrer Mitbewohner und nach ihrem letzten Ermittlungserfolg werden sie von Camping-Urlauber Falko von Walde zur Überwachung seiner Frau gebucht. Leider wird aus diesem Auftrag nichts, denn Falko wird kurze Zeit später tot aufgefunden. Doch damit ist der Fall für das Trio noch lange nicht zu Ende, zur Ermittlung müssen sie sich undercover an den Mordschauplatz begeben, den nahe gelegenen Campingplatz namens "Möwenschiss". Zunächst müssen sie aber Sturkopf Ino überzeugen, der weigert sich partout, seine gemütliche Kornmühle mit einem Wohnwagen zu tauschen. Aber das Trio findet einen Weg. Bei ihrer Spurensuche findet Gerda ein mögliches Beweisstück am Tatort, ein Bonbonpapier. Ob das ihnen im Fall weiterhilft, wird man sehen.

Das kuriose Trio sorgt mal wieder mit lustigen Sprüchen und speziellen Ermittlungsmethoden für kurzweilige und gute Unterhaltung. Der humorvolle Ton zieht sich durch die ganze Geschichte und die drei Friesen-Rentner wachsen mir immer mehr ans Herz und sich selbst auch. Da darf man gespannt sein.

Diese Krimihandlung stellt leichte Unterhaltung ohne Blutvergießen dar, die Spannungskurve ist moderat mit friesischem Küstenkompass auf Urlaubsmodus eingestellt. Da es recht viele Verdächtige gibt, kann man sich selbst als Ermittler betätigen und lustig mitraten. Für Nordsee

Ein vergnüglicher, leichter Krimi mit passendem Friesen-Flair für kurzweilige Wohlfühlstimmung. Meine Wertung von 4,5 Sternen runde ich gerne auf.

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Veröffentlicht am 17.04.2021

Die starke Frau hinter Winston Churchill

Lady Churchill
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Die Romanbiografie "Lady Churchill" von Marie Benedict erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.

Die Französischlehrerin Clementine Hozier trifft 1906 auf Winston Churchill, zwei Jahre später heiratet sie den ...

Die Romanbiografie "Lady Churchill" von Marie Benedict erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.

Die Französischlehrerin Clementine Hozier trifft 1906 auf Winston Churchill, zwei Jahre später heiratet sie den Abgeordneten des britischen Unterhauses. Sie gehen als "power couple" in die Geschichte ein und bekommen fünf Kinder. Als politisch interessierte Frau hält Clementine ihrem Ehemann nicht nur den Rücken frei, sie bespricht mit ihm seine Entscheidungen und liest seine Reden und hat damit maßgeblichen Einfluß auf seine politische Karriere. Außerdem engagiert sie sich für das Frauenwahlrecht und muss sich mit diesem Thema auch mit ihrem Mann auseinander setzen. Clementine Churchill war die treibende Kraft hinter dem späteren zweimaligen Premierminister Churchill.

Marie Benedict verbindet in ihrer Romanbiografie fiktive und biografische Fakten zu einer interessanten Geschichte, die uns hinter die Kulissen im Hause Churchill bis 1965 blicken lässt. Winston Churchill ist weithin bekannt, doch wie war die Frau an seiner Seite?

Die Autorin lässt das private Leben des Ehepaares vor den historischen Vorgängen ablaufen und man erlebt die Beziehung mit ihren schönen, wie schwierigen Phasen sehr detailliert mit.

Schon zu Beginn ihrer Ehe ist Clementine klar, dass sie einen ehrgeizigen und nicht ganz einfachen Mann heiratet. Doch sie weiß mit seiner Art umzugehen, möchte mit ihrer Kraft die Beziehung stützen und lässt sich auf eine Ehe mit politischer Entwicklung ein.

Aus Clementines Perspektive erleben wir eine kämpferische Frau, die ihre eigenen Interessen hinter die ihres Mannes stellt und dennoch die Kraft hat, sich als seine Beraterin seinem politischen Leben zu verschreiben. Durch die erzählte Sichtweise hat man den Eindruck, Clementine persönlich zu erleben und wird mitgenommen auf eine gut recherchierte Reise im Leben dieser beeindruckenden Frau. Geschickt beeinflusst sie Winston bei politischen Entscheidungen, glättet Unstimmigkeiten und hat so großen Einfluß auf die Außenwirkung ihres Mannes, was sicherlich zu mehr Besonnenheit und ausgewogenem Handeln sorgte. Auch setzt sie ihre Interessen und Vorstellungen gekonnt und diplomatisch durch, was mich sehr beeindruckt hat, eine Sympathieträgerin wurde sie für mich allerdings nicht. Es fehlte mir auch die Sichtweise von außen durch eine andere Person auf Clementine.

Der einnehmende und flüssige Schreibstil führt uns durch die Geschichte, lässt uns die Ehe, viele Entscheidungen und den Zweiten Weltkrieg miterleben und zeigt diese Zeit aus der Sicht der Briten.

Auf Dauer hat mich die ständige Wiederholung von Clementines Selbstreflektion etwas ermüdet. Sie war eine starke Frau und hatte großen Einfluß, doch das wird hier etwas zu häufig erwähnt. Ich kann mir eher vorstellen, dass Clementine ihr Licht unter den Scheffel gestellt hat, wie man so schön sagt. Es werden aber auch Zweifel an diesem Eheleben aufgezeigt, als Clementine sich fragt, ob sie den richtigen Platz an der Seite ihres Mannes eingenommen hat. Doch diese kurze Episode geht schnell wieder vorüber.

Das Buch liest sich interessant und wirkt mit den vielen eingebauten Vorgängen und geschichtlichen Hintergründen umfangreich und sehr gut recherchiert. Man bekommt einen Eindruck, welches Engagement diese Frau aufbringen musste, um sich ihrer Ehe mit der Politik zu verschreiben und spürt auch ihr Gewissen, sich nicht genügend um ihre Kinder gekümmert zu haben.

Ich empfehle diesen Roman allen, die sich für Geschichte aus dem Blickwinkel der Briten interessieren und mehr über diese außergewöhnliche Frau erfahren möchten.

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Veröffentlicht am 16.04.2021

Etwas skurriles Thema, aber toll gelöst

Der Tod setzt Segel
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Die Detektivinnen Daisy Wells und Hazel Wong werden von ihrer Freundin Amina nach Ägypten eingeladen und gehen gemeinsam mit Hazels Geschwistern und Vater Mr Wong und ihren Freunden George und Alexander ...

Die Detektivinnen Daisy Wells und Hazel Wong werden von ihrer Freundin Amina nach Ägypten eingeladen und gehen gemeinsam mit Hazels Geschwistern und Vater Mr Wong und ihren Freunden George und Alexander auf eine Nil-Kreuzfahrt. Sie möchten die antiken Tempel bestaunen und hoffentlich sehen sie auch ein paar Mumien. Doch dann ereignet sich auf dieser Reise ein Mordfall an Bord, der den Detektivclub mit den Ermittlungen beschäftigt.

Ebenfalls an Bord befindet sich eine Reisegruppe mit mysteriösen Eng­ländern, die sich "Der Atem des Lebens" nennt. Völlig durchgeknallte Menschen, die sich für Reinkarnationen der alten Pharaonen halten. Als die Anführerin, die sich für die Pharaonin Hatschepsut hält, ermordet wird, wird ihre schlafwandelnde Tochter mit einem blutigen Messer in der Hand bei der Leiche angetroffen. Aber ist sie auch die Mörderin?

Diese Krimireihe aus dem Jugendbereich untersucht einen Fall von klassischem Kammerspiel, denn der Mörder kann nur jemand vom Schiff sein.

Auf dem Schiff geschieht ein Mord, ausgerechnet eine Frau aus der Gruppe, die sich "Hauch des Lebens" nennt.

Hazel ist als Erzählerin eingesetzt, sie berichtet alles was auf dem Schiff vor sich geht und fasst ihre Ermittlungsergebnisse immer zusammen, sodaß man als Leser immer auf dem Laufenden gehalten wird. Hier darf mitgerätselt werden, die Auflösung war für mich eine Überraschung und auch der angekündigte Tod von Daisy wird am Ende erklärt.

Vom flüssigen Erzählstil und den besonderen Mordumständen her hat dieses Buch alles was ein spannendes Buch ausmacht. Mir hat allerdings die Idee mit den Reinkarnationen dieser skurrilen englischen Reisegruppe nicht gefallen, solche mystischen Gedanken und Ideologien finde ich irreal und hätte mir für die Gruppe ein anderes "Hobby" gewünscht.

Sehr realistisch und unterhaltsam werden die Szenen dieser Reise um 1930 in Ägypten beschrieben, es wird erklärend auf die Kultur und auch auf die Geschichte eingegangen und so lernt man ein wenig Wissen dazu. Denn bis der Mord geschieht, dauert es etwas und so wird diese Zeit informativ gefüllt. Die zwei Detektivgruppen von Mädchen und Jungen müssen sich auch erst zusammenraufen, doch mit der Tat ergibt sich das fast von allein und alle ziehen an einem Strang. Auch die kleine May darf dieses Mal als kleiner Spion mitmachen, das hat mir sehr gefallen.

Es wird recht spannend, weil sich die Detektive sogar in fremde Kabinen schleichen, um Beweismaterial oder Erkenntnisse zu sichern. Das sorgt für reichlich Aufregung und lässt den Leser gespannt mitfiebern.


Ein spannender und interessanter letzter Fall für die Detektive, der auch Erwachsene in der Mordaufklärung mitraten lässt.


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Veröffentlicht am 15.04.2021

Einfach nicht mein Buch

Wie man die Zeit anhält
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"Wie man die Zeit anhält" von Matt Haig erscheint im DTV.

In diesem Roman geht es um den Einzelgänger Tom Hazard, der aussieht wie Anfang 40, aber wegen einer besonderen Veranlagung, welche sich Anagerie ...

"Wie man die Zeit anhält" von Matt Haig erscheint im DTV.

In diesem Roman geht es um den Einzelgänger Tom Hazard, der aussieht wie Anfang 40, aber wegen einer besonderen Veranlagung, welche sich Anagerie nennt, nur sehr langsam altert. In Wahrheit ist er um die 400 Jahre alt. Alle acht Jahre ändert er seinen Aufenthaltsort, aktuell arbeitet er in London als Geschichtslehrer, dieser Job passt perfekt, schliesslich hat er viele Ereignisse selbst miterlebt. Tom gefällt es in London und mag auch seine Kollegin, die Französischlehrerin Camille sehr. Damit ändert sich sein Leben gewaltig.

"Die Menschen, die du liebst, sterben nie." Zitat Seite 331

Toms Leben ist kein Glücksfall, sondern eher ein Fluch, denn um ihn herum sterben alle geliebten Menschen, nur er überlebt und sein Leben verläuft recht einsam.

Dieser Roman ist anders als ich es erwartet habe. Rein vom Sprachstil her lässt er sich flüssig lesen und einige Botschaften sind schön formuliert. Echte angekündigte philosophische Sätze habe ich aber nicht entdecken können und auch die Handlung konnte mich nicht packen. Die Liebesgeschichte mit Rose war für mich der einzige Aspekt, den ich gern gelesen habe. Sie wagt den Schritt, gemeinsam mit Tom diese ungewöhnliche Beziehung zu gehen. Sie bekommen ein Kind und werden ständig von den Blicken anderer Menschen verfolgt. Als Rose stirbt, beschliesst Tom, nie wieder Gefühle für einen anderen Menschen zuzulassen. Doch dann taucht Camille auf.

Eigentlich hätte die Erzählung durch die Zeitwechsel recht spannend werden können, schliesslich springt Matt Haig ständig in eine andere zeitliche Epoche der letzten 450 Jahre und wir sehen von Kapitel zu Kapitel verschiedene historische Ereignisse und Persönlichkeiten wie William Shakespeare oder F. Scott Fitzgerald an uns vorbeiziehen. Doch so richtig tief wird leider nicht auf auf den Zeitgeist oder das Lebensgefühl eingegangen, die Eindrücke sind recht oberflächlich und hangeln sich an Toms Leben und seinem Selbstmitleid entlang. Das wirkt auf mich nicht überzeugend, es deprimiert und zieht sich leider von Szene zu Szene durch das ganze Buch.


Obwohl ich den Erzählstil und die Botschaft mit der sinnvoll zu nutzenden Zeit mochte, war das einfach nicht mein Buch.

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