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Veröffentlicht am 08.04.2021

Ein Roman für schöne Lesestunden mit Wohlfühleffekt

Bernsteinsommer
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Der Roman Bernsteinsommer von Anne Barns erscheint im Harper Collins Verlag.

Christina führt als Konditorin ein eigenes Café in Frankfurt, doch in ihrem Leben läuft gerade einiges nicht ganz so gut. ...

Der Roman Bernsteinsommer von Anne Barns erscheint im Harper Collins Verlag.

Christina führt als Konditorin ein eigenes Café in Frankfurt, doch in ihrem Leben läuft gerade einiges nicht ganz so gut. Sie steht kurz vor der Scheidung mit ihrem Mann und trifft wieder auf Lukas, den sie von früher kennt. Mit ihrer Mutter kümmert sie sich liebevoll um ihren Vater, der an Demenz erkrankt ist. Seine Bilder von früher schmücken die Wände ihres Bistros und als sie seine Malsachen durchsieht, entdeckt sie unbekannte Gemälde, die nicht von ihm stammen können. Sie macht sich auf die Suche und findet auf Rügen Spuren der Vergangenheit ihrer Familie.

In Anne Barns Roman reist man von Frankfurt nach Rügen und Hiddensee und erlebt eine unterhaltsame Lektüre, in der Glück und Leid eng nebeneinander stehen. Die anstehende Scheidung und ein Wasserrohrbruch im Bistro machen Christina zu schaffen. Immerhin wächst sie mit ihrer Mutter durch die Demenz ihres Vaters enger zusammen, die Krankheitszeichen kommen hier sehr authentisch rüber, mal erinnert er sich, dann fällt er zurück in seine Welt und ab und zu büxt er aus seinem Pflegeheim aus. Als Christina ihm seine Malutensilien zusammensucht, fällt ihr ein Ölgemälde auf, das nicht von ihrem Vater stammen kann. Dieses Bild kann sie der Familie ihres Vaters zuordnen, sie reist nach Rügen, um ihre dortige Familie zu befragen. Sie entdeckt, dass die Schönheit der Insel eine Künstlerin zu ihren Bildern inspiriert hat und kommt wieder in näheren Kontakt zu ihren Verwandten. Dort gibt es auch ein Wiedersehen für die Leserinnen mit Thea, Anni, Jana und Pia.

Sie sieht ihren alten Bekannten Lukas wieder, der ihr vor Jahren in seiner Verliebtheit immer Gedichte geschickt hat. Irgendwie sieht sie Lukas mit anderen Augen und er sorgt für Schmetterlinge in ihrem Bauch, auch wenn sie es gar nicht will. Der Rohrbruch sorgt für Ärger, Arbeit und Stress, denn so kann das Bistro nicht weiter geführt werden. Immerhin kann sie auf Liljana zählen, sie ist ihr eine große Stütze und auch eine gute Freundin und immer für einen hilfreichen Rat in der Liebe gut.

Neben den Entwicklungen in Christinas (Liebes-)Leben habe ich mich sehr auf das wunderbare Inselflair auf Rügen gefreut. Leider muss man bis zu Mitte des Buches auf die Zeit am Meer warten, doch dann wird man umhüllt von einer Wohlfühlstimmung, die die Autorin immer so wunderbar zum Ausdruck bringen kann. Natürlich sorgen wie üblich auch süße Bäckereien für das gewisse Etwas, ein paar der erwähnten Rezepte gibt es im Anhang zu entdecken.

Auch dieses Buch sorgt für Entschleunigungstempo, beim Lesen laufen Freud und Leid wie im normalen Leben nebeneinander und entwickeln sich zum positiven hin. Es ist durch die Zeit auf Rügen und Hiddensee auch wie ein kleiner Urlaub im Buch. Trotz der ernsten Thematik der Erkrankung Alzheimer-Demenz ist es eine Lektüre zum Abtauchen und Genießen. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich gerne aufrunde.

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Veröffentlicht am 07.04.2021

Unterhaltsamer Roman um Vergangenheitsbewältigung und Neuanfang

Leuchtturmträume
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Als die Hoteltesterin Anneke ihren neuen Job in St. Peter-Ording antritt, hofft sie, viel Zeit in der Natur zu verbringen und die Arbeit in dieser Urlaubsgegend zu genießen. Sie soll beruflich die romantischsten ...

Als die Hoteltesterin Anneke ihren neuen Job in St. Peter-Ording antritt, hofft sie, viel Zeit in der Natur zu verbringen und die Arbeit in dieser Urlaubsgegend zu genießen. Sie soll beruflich die romantischsten Orte der Küste aufsuchen, das kann eigentlich nur toll werden. Doch dann trifft sie ausgerechnet auf ihren Ex-Freund Raik, der das Hotel leitet, in dem Anneke wohnt. Das ruft alte Erinnerungen auch an eine schwierige Zeit zurück. Raik bietet sich als Fremdenführer an, soll sich Anneke darauf einlassen?

Der Prolog zeigt ein Ereignis aus der Vergangenheit, dass bei Protagonistin Anne dafür gesorgt hat, dass sie den Kontakt mit ihrer Familie meidet und als Hoteltesterin durch die Welt tingelt.

Bei diesem Roman wird man augenblicklich vom Zauber St. Peter-Ordings und der wunderschönen Landschaft an der Nordsee eingefangen. Anneke möchte eigentlich nur ihren Job erledigen und die Natur genießen, als sie aber auf Raik trifft, reißen alte Wunden wieder auf. Bei Unternehmungen mit Raik zeigt er ihr deutlich, dass er sich mit Anneke einen Neuanfang wünscht. Doch kann sie ihm einige Dinge verzeihen, die in der Vergangenheit liegen?
Beide treffen häufig aufeinander, sie gehen Picknicken, reiten am Strand und erleben gemeinsam schöne Ausflüge in und um Sankt Peter-Ording. Die Gefühle sind unterschwellig vorhanden, dennoch verhalten sich Anne und Raik wie alte Freunde. Die Gefühlsebene wird nicht romantisch beleuchtet und auch tiefer gehende Gespräche habe ich vermisst. Erst am Ende erfährt man, was in der Vergangenheit passiert ist und Anne schließt mit ihren Vorwürfen ab.

Wir lernen viele liebenswerte Einheimische kennen, die die Handlung mit Inhalt füllen. Besonders gern mochte ich Wenke, die Witwe mit dem Reetdachhof, die nach dem Tod ihres Mannes die Pläne für ein Romantikhotel auf Eis gelegt hat. Anne wird ihre Freundin und hilft ihr auf ihre Weise.

Es ist eine entspannende Lektüre, die für gute Unterhaltung sorgt und mit dem Nordseeflair für Urlaubsgefühle sorgt.

Ein unterhaltsamer Wohlfühlroman, der die Sehnsucht nach Sankt Peter-Ording weckt.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Die beeindruckende, explosive Farbwelt Emil Noldes

Emil Nolde - Die Kunst selbst ist meine Sprache
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"Emil Nolde - Die Kunst selbst ist meine Sprache" von Christian Ring, erscheint im Prestel Verlag.

Christian Ring (*1976) ist seit 2013 Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde in Seebüll.

Emil ...

"Emil Nolde - Die Kunst selbst ist meine Sprache" von Christian Ring, erscheint im Prestel Verlag.

Christian Ring (*1976) ist seit 2013 Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde in Seebüll.

Emil Nolde (1867–1956) gilt als einer der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus und als Künstler der Klassischen Moderne. Nach Studienjahren entfernte er sich unter dem Einfluss des Neoimpressionismus vom romantischen Naturalismus und begann mit seinen farbig leuchtenden Blumenbildern ab 1905. In Dresden schloss er sich vorübergehend der Brücke an. In den folgenden Jahren steigerte er die Farbe zu höchster Leuchtkraft. Im ›Dritten Reich‹ war Nolde als entarteter Künstler verfemt und wurde 1941 mit einem Malverbot belegt. In dieser Zeit entstanden seine ›Ungemalten Bilder‹, etwa 1300 Aquarelle, die zu seinen bedeutendsten Werken gehören. Sein letztes Wohn- und Atelierhaus in Seebüll ist heute ein Museum.

"Die Urgründe meines Künstlertums jedoch liegen zutiefst im Boden engster Heimat verwurzelt. ...die Heimat bleibt der Urboden." Zitat Seite 90

Emil Nolde hinterließ eine eindrucksvolle Sammlung an Gemälden, Aquarellen und Grafiken. Die Werke umfassen Bildthemen, wie die Darstellung von Menschen (Paare, Mutter und Kind), das Nachtleben in Berlin, die Südseereise, Blumen, Landschaften, Meere, Stillleben und freie Figurenbilder. Nach dem Tod Emil Noldes 1956 begleitete seine zweite Frau Jolanthe Nolde den Aufbau und die Entwicklung der Nolde-Stiftung, die das Werk des Künstlers so umfassend der Öffentlichkeit zugängig macht.

Dieses Buch ist illustriert mit mehr als 100 Werkabbildungen aus dem Bestand des Museums, in elf Kapiteln wird das Werk Noldes als Aquarell- und Ölmaler sowie Graphiker aufgezeigt. Interessanterweise begann Emil Nolde als Autodidakt und entwickelte sich zu einem großen Meister der Kunstszene. Die Kapitel umfassen die Themen: Meisterwerke, Wanderjahre, Figurenmaler und Porträtist, das religiöse Werk, Spätwerk und der Zauber des kleinen Formats. Die Bilder nehmen den Betrachter mit ihrer Ausdrucksstärke und Farbgewalt sofort gefangen. Die gezeigten Abbildungen zeigen in beeindruckender Weise die große Vielseitigkeit des Künstlers auf.

Dieses Buch zeigt eine umfassende Darstellung von Noldes Werk und Leben. Einzelne Lebensabschnitte werden detailliert dargestellt, es wird auf die Zeit im Dritten Reich eingegangen und Noldes Ablehnung klar aufgezeigt. Die stilistischen Entwicklungen mit den dazugehörenden Bilder der jeweiligen Schaffensphase zeigen die Farbgewalt und Ausdrucksstärke seiner Bilder. Die Texte über Aussprüche und Gedanken Noldes und Anmerkungen des Autors zu Zeitgenossen und Lebensentwicklungen Noldes erwecken einen lebendigen und sehr nahen Eindruck über den Künstler. Auch auf einzelne Entwicklungen im künstlerischen Prozess wird eingegangen. Hier erhalten Fachinteressierte einen guter Überblick, aber durch die klare Erzählweise können sich auch Laien den Themen annähern.

Sehr schöner Überblick über das Leben und die Schaffenskraft dieses begnadeten deutschen Künstlers. Für Kunstliebhaber ein Muss!

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Veröffentlicht am 03.04.2021

Lachsalven am laufenden Band

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga
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"Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga – Achtsames Ausatmen für Postjugendliche mit aufgehendem Mittelfinger im Morgenrot" heißt der humorvolle Roman von Sabine Bode aus dem Goldmann Verlag.

Die Begriffe ...

"Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga – Achtsames Ausatmen für Postjugendliche mit aufgehendem Mittelfinger im Morgenrot" heißt der humorvolle Roman von Sabine Bode aus dem Goldmann Verlag.

Die Begriffe "Entschleunigung, Entspannung und Achtsamkeit" sind in aller Munde, aber wie konnte die Menschheit die letzten Jahrtausende nur ohne diese Erkenntnisse leben? Wie bekommt man die realen Themen des Alltags mit Achtsamkeitsbemühungen in den Griff? Wie können wir in der allgegenwärtigen Wohlfühl- und Lifestile-Welle mitschwimmen und bringt das wirklich eine Verbesserung der Lebensqualität? Sabine Bode nimmt auf humorvolle Weise Stellung und zeigt, wie innere Ruhe durch die alltäglichen Dinge zum Entspannungswahnsinn führen kann.

In kurzen Kapiteln mit Interesse weckenden Überschriften wie: "Willkommen in der Wohlfühlhölle: 50 Sorten von Weiß" oder "Sangria oder Sagrotan: Irgendwas mir Palmen" nimmt Sabine Bode die Work-Life-Balance auf die Schippe. Sie lässt eigene Erfahrungen mit nicht ganz ernst zu nehmenden Vorschlägen einfließen und zeigt anhand von Checklisten, was man in bestimmten Bereichen wie Vorstellungsgespräch, Familienfeier, Beziehung oder anderswo sagen könnte, oder besser nicht.

Bei diesem Buch prallen slapstickartige Gags und humorvoll überspitzte Bemerkungen fast sekündlich aufeinander. Man kann oft herzhaft lachen, eingefleischte Work-Life-Balancer vielleicht eher weniger. Denn das Verhalten und das Hinterfragen von bestimmten Entspannungsthemen wird hier auf die Schippe genommen, schliesslich klappt es ja nicht bei jedem Anwender gleich gut.

Ich habe viel lachen müssen, es gibt immer wieder Themen und Erlebnisse, die mir bekannt vorkommen oder die ich mir zumindest gut vorstellen kann. In der geballten Menge haben mich die Inhalte dann allerdings auf Dauer doch übersättigt, ich empfehle, dieses Buch kapitelweise in kleinen Häppchen zu lesen.

Die Themenauswahl ist bunt gestreut, so hat mir die Konfliktvermeidung für Dummies gut gefallen und Pudding für dies Seele. Sehr lebensnah finde ich die Überreichung von Geschenken und die Gedanken zum Home-Office beschrieben. Es sprechen mich nicht alle Themen an, aber es ist je nach Geschmack und Lebensgewohnheiten für jeden etwas passendes dabei.

Sabine Bode nimmt in ihrem Buch die Auswüchse der Achtsamkeitsszene aufs Korn, sie unterhält damit, sorgt für humorvolle Szenen, die im Kopf-Kino ablaufen und bringt die vermeintliche Work-Life-Balance ein wenig ins Wanken.

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Veröffentlicht am 01.04.2021

Ein Original zum Piepen, Renate geht unter die Laubenpieper

Fertig ist die Laube (Die Online-Omi 15)
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"Fertig ist die Laube" ist der 15. Band von Renate Bergmann alias Torsten Rohde aus dem Ullstein Verlag.

Die rüstige Berlinerin Renate hilft ihrer Freundin Gertrud, den Kleingarten von Lebensgefährte ...

"Fertig ist die Laube" ist der 15. Band von Renate Bergmann alias Torsten Rohde aus dem Ullstein Verlag.

Die rüstige Berlinerin Renate hilft ihrer Freundin Gertrud, den Kleingarten von Lebensgefährte Gunter, der ins Krankenhaus muss, auf Vordermann zu bringen. Das ist viel Arbeit, doch Renate macht keine halben Sachen, sie packt an und gewinnt sogar einen Preis für die liebevoll bearbeitete Parzelle.

"Na, da sagen Se was! Wenn nichts wächst, das Unkraut wächst." Zitat

Renate und ihre Freundin Gertrud haben reichlich zu tun, der Garten von Gunter muss während seines Krankenhausbesuches gepflegt werden. Eigentlich war ja nur von Gießen die Rede und davon versteht Renate eine Menge, immerhin gießt sie schon seit Jahren die vier Gräber ihrer verstorbenen Männer. Doch bei diesem Garten liegt einiges im Argen, er ist voller Schrott und schlicht und einfach vernachlässigt. Also krempeln die Freundinnen die Ärmel hoch, räumen auf, jäten, pflanzen, säen und bringen die Parzelle auf Vordermann. Renate findet immer Mittel und Wege, um sogar aus Schrott das Beste zu machen, sie verschachert selbigen mit Bravour. Mit einigen Blumenrabatten wird der Garten dann so schmuck, dass sie im Wettbewerb des schönsten Gartens der Parzelle sogar einen Preis gewinnen. Dabei erzählt sie wie gewohnt lebendig aus ihrem Erinnerungsschatz und bringt viele Tipps aus 82 gelebten Jahren unters Volk. Sie kommt ins Erzählen von Kindererziehung, liederlichen Weibsbildern, über den Wahnsinn in Supermärkten mit weithergereistem Obst und Gemüse, über Ernteergebnisse und die "Fittamine" in Möhren bis hin zu Tante Immis Heirat mit einer Pickelhaube.

Renate ist ein Original und weil sie ein herzensguter, hilfsbereiter Mensch ist, schließt man sie mit jedem Roman immer noch etwas mehr ins Herz. Und über ihre Ansichten mag man denken, was man mag, es steckt immer ein Hauch von Wahrheit darin.

Wunderbar humorvoll und mit dem Charme einer herzlichen und lebenserfahrenen Frau, die gelernt hat, zu sparen, zu rationieren und zu verwerten. Einfach wieder sehr gelungen!

Diese Lektüre sollte man sich als Renate-Bergmann-Fan nicht entgehen lassen!

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