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Veröffentlicht am 07.01.2020

Pures Lesevergnügen bringt diese historische Liebesgeschichte

Das Geheimnis des Nordsterns
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"Das Geheimnis des Nordsterns" ist der zweite Band der Saga der Albatrosse von Karin Seemayer, das Buch erscheint im Aufbau Verlag.


Sommer 1904. Sarah ist noch immer eine gefragte Opersängerin in San ...

"Das Geheimnis des Nordsterns" ist der zweite Band der Saga der Albatrosse von Karin Seemayer, das Buch erscheint im Aufbau Verlag.


Sommer 1904. Sarah ist noch immer eine gefragte Opersängerin in San Francisco. Die Liebe zu Peer wird von ihrer Mutter nicht akzeptiert und zusätzlich noch auf eine Probe gestellt, denn ihn zieht es aufs Meer und nach Schweden zu seiner Familie. Als ein verheerendes Erdbeben die Stadt verwüstet, folgt Sarah dem Nordstern und reist nach Schweden ins Fischerdorf Mollösund, um Peer zu überraschen. Allerdings sorgen unerwartete familiäre Geheimnisse für einige Überraschung, denn für Peer hat sich mittlerweile einiges verändert. Hat ihre gemeinsame Liebe eine Zukunft?

Den ersten Band "Die Sehnsucht der Albatrosse" kenne ich nicht, die bisherigen Vorgänge werden jedoch geschickt in einem Gespräch von Sarah an Peers Freund vorgestellt.


Sarahs Leben an der Oper ist von Erfolg gekrönt, doch es gibt auch Neider und nachfolgende Talente, die ihr den Rang streitig machen wollen.

Peer zieht es als Seemann hinaus aufs Meer und er reist nach Schweden, dort möchte er sich fortbilden und ein Steuermannpatent erwerben. Was ihn in Mollösung erwartet, ist eine Überraschung, die ihn vor große Probleme stellt. Als pflichtbewusster Mann entscheidet er sich für einen Weg, der ihm innerlich zutiefst aufwühlt und die Liebe zu Sarah auf den Prüfstand stellt.

Wir lernen die Familie Peers kennen und erkennen, wie hier die Zustände von ganz anderen Dingen
abhängen als von Lebenswünschen und Liebesheiraten.

Für die Fischer und ihre Frauen ist das Leben um die Jahrhundertwende hart und entbehrungsreich und der Lengfischfang lenkt die Geschicke aller. Persönliche Gelange müssen sich dem Überleben der Familie unterordnen.

Es entstehen viele Hindernisse und Widrigkeiten, denen die Liebe von Sarah und Peer ausgesetzt ist, es wird problematisch, auswegslos, romantisch und auch abenteuerlich und bei allem bleiben die Figuren lebendig und die Vorgänge nicht zu unrealistisch.

Die Charaktere wirken sehr authentisch, interessant und sympathisch und haben mich sofort in ihren Bann gezogen, ihre Lebenswege und ihre Liebe sind für diese Zeit sehr ungewöhnlich und man erlebt eine romantische Geschichte, die mit abenteuerlichen Erlebnissen sehr berührt und fesselt. Was zu dieser Zeit völlig ungewöhnlich ist, eine Liebe zwischen völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten, wird hier nachvollziehbar erzählt und mit reichlich unterhaltenden Elementen spannend aufgearbeitet.


Karin Seemayer versteht es, ihre Leser auf einnehmende Weise wunderbar zu unterhalten. Sie findet die richtigen Beschreibungen für Stimmungen, für Sorgen und für romantische Szenen, die man einfach gern mitverfolgt und sich einen positiven Abschluss der Geschichte erhofft.


Besonders gut finde ich das Eintauchen ins Zeitgeschehen um 1900. Man lernt die Entwicklung der Dampfschifffahrt kennen, erlebt die Auswirkungen des Erdbebens in San Francisco und wird durch die Opersängerin an einige Opernfiguren herangeführt. Die Geschichte der Madame Butterfly hat ihren Schatten auf diese Geschichte geworfen, wie man beim Lesen unweigerlich feststellen wird.


Dieser Roman sorgt für fesselnde Lesestunden, für Einblicke in eine Zeit, als Liebe noch nicht der Hauptgrund für eine Ehe war. Wer historische Romane mit Gefühl und Widrigkeiten liebt, wird hier pures Lesevergnügen finden.

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Veröffentlicht am 05.01.2020

Ein einfühlsamer Roman der leisen Töne über Verlust und Stärke

Violet
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Tracy Chevaliers historischer Roman "Violet" erscheint im Hoffmann & Campe Verlag.

1932 in England. Violet Speedwell verlässt nach dem Verlust ihres Verlobten ihre Heimat und ihre Mutter und beginnt ...

Tracy Chevaliers historischer Roman "Violet" erscheint im Hoffmann & Campe Verlag.

1932 in England. Violet Speedwell verlässt nach dem Verlust ihres Verlobten ihre Heimat und ihre Mutter und beginnt einen neuen Lebensabschnitt. Sie arbeitet bei einer Versicherung als Schreibkraft. Violet schliesst sich einer Gruppe von Frauen an, die Stickereien für die Kathedrale von Winchester anfertigen. Was als bloße Beschäftigung beginnt, nimmt Violet immer mehr für sich ein. Sie geniesst die Freundschaft unter den Stickerinnen und lernt Arthur kennen, der die Glocken des Kirchturmes läutet.


Es ist die Geschichte einer Frau, deren Hoffnungen auf einen Ehemann und eine eigene Familie sich durch die Kriegsjahre zerschlagen haben. Violets Bruder und ihr Verlobter fielen beide im Ersten Weltkrieg. Sie lebt bei ihrer verbitterten Mutter, ist mittlerweile 38 und gilt damit als alte Jungfer. Es gibt einen Frauenüberschuss und der macht dieser Generation von Frauen das Leben schwer. Es wird von ihnen erwartet, dass sie sich für ihre Familie opfern, ein eigenständiges Leben oder Kontakte zu Männern werden ihnen übel genommen oder schlicht nicht gestattet. In Winchester beginnt Violet ein neues Leben, fern von ihrer sie gängelnden Mutter. Sie ist von nun an auf sich allein gestellt und entwickelt neuen Lebensmut.


Mir hat es gefallen, wie dieser ruhig erzählte Roman langsam an Fahrt aufnahm. Es geht mit eindringlichen Beschreibungen von Stickereien, Stimmungen und Erlebnissen tief in diese Zeit hinein, die familiäre Situation Violets und die herrschenden Standesdünkel werden spürbar. Dank der etwas distanziert beschriebender Charaktere bekommt man einen deutlichen Eindruck des Denkens und Handelns dieser Zeit. Auch Violets Gefühle und ihr neuer Lebensmut bekommt einen besonderen Stellenwert in dieser Geschichte. Sie entwickelt sich durch die Gemeinschaft und durch Freundschaften in der Stickgruppe weiter, wird selbstbewusster und findet ihren Weg auch als Single-Frau. Schliesslich lernt sie den Glöckner Arthur kennen, wird von seiner Leidenschaft fürs Glockenläuten angesteckt und fühlt sich zu dem verheirateten Mann hingezogen.

Zu Beginn der Geschichte machten die Beschreibungen des englischen Kleinstadtlebens auf mich noch keinen besonderen Eindruck. Aber nach und nach konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen, entdeckte die gängigen Rollenklischees und merkte, wie Violet allmählich einen eigenen Weg einschlug und damit neuen Lebensmut gewann. Der Roman nahm mich immer mehr gefangen und liess mich nicht mehr los.



Interessant finde ich die Tatsache, dass es die Leiterin der Stickgruppe, Louisa Presel, wirklich gegeben hat. Die Beschreibung der Straminstickerei, die verschiedenen Stiche und Knoten werden sehr ausführlich und detailliert beschrieben. Sämtliche Knie- und Sitzkissen in der Kathedrale von Winchester wurden von Hand angefertigt und die Stickerei hat dort eine lange Tradition.

Tracy Chevalier schafft es sehr gelassen und akzentuiert, das Leben und das Schicksal einer alleinstehenden Frau zu schildern und dabei den Zeitgeist nachfühlbar zu machen. Ihre Sprache ist bewegend, eindringlich und warmherzig und man wird unweigerlich in dieses Buch hineingezogen. Seite für Seite oder zum Buch passender gesagt: Stich um Stich hat sich Violet in mein Herz gestickt und dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie wurde mir immer vertrauter und ich musste diesen Roman gespannt bis zum Ende verfolgen.



Ein wundervoller Roman der leisen Töne, empathisch beschreibend, eindringlich und warmherzig bewegend. Er zeigt die Schicksale einer Frauengeneration auf, die durch Krieg und Verlust ihre Hoffnungen begraben mussten und für sich neue Lebenswege finden mussten. Violet hat diesen persönlichen Glücksweg gefunden, bei dem sie sich über Konventionen hinwegsetzte und eine starke Persönlichkeit wurde.


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Veröffentlicht am 03.01.2020

Eine wunderbare winterliche Geschichte um Geborgenheit und Freundschaft

Kleiner Bär, großer Bär und ich
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Das Bilderbuch "Kleiner Bär, großer Bär und ich" wurde geschrieben von Margarita del Mazo, der Illustrator ist Rocio Bonilla. Das Buch richtet sich an die Altersklasse ab 4 Jahren und erscheint im Annette ...

Das Bilderbuch "Kleiner Bär, großer Bär und ich" wurde geschrieben von Margarita del Mazo, der Illustrator ist Rocio Bonilla. Das Buch richtet sich an die Altersklasse ab 4 Jahren und erscheint im Annette Betz Verlag.


Es geht doch nichts über gute Freunde und einen Papa, auf die man sich verlassen kann. Für viele Kinder ist ihr Kuschelbär der ständige Begleiter, mit dem sie ihre Fantasie spielen lassen können. Aber zwei Bären sind natürlich noch besser und deshalb ist der große Vater-Bär der starke Beschützer. Ein Vater spendet Kindern Trost und Vertrauen und steht ihnen stets hilfreich zur Seite.



In dieser Geschichte geht ein kleines Mädchen mit ihren beiden Bären hinaus in eine verschneite Winterlandschaft. Der Vater sorgt für warme Kleidung bei seiner Tochter, sie setzt ihrem Teddy eine warme Mütze auf und hinaus geht es in die Winterwelt. Gemeinsam entdecken sie die weiß verschneite Natur, fahren Schlitten und bauen einen Schneemann. Überall ist der kleine Kuschelbär des Mädchens dabei. Sie braucht und genießt diese Vertrautheit und merkt, dass auch sie gebraucht wird, denn manchmal sind auch große Bären auf die Hilfe ihren kleinen Freunde angewiesen.


Man kann die Erlebnisse des Kindes wunderbar miterleben und auch die Freude darüber, dass sie ihrem Vater ebenfalls helfen kann. Denn Füreinander-da-sein macht glücklich und schweisst zusammen.



Dieses bezaubernde Bilderbuch enthält nur kurze Texte, es besticht hauptsächlich durch die zauberhaften und aussagekräftigen Zeichnungen von Rocio Bonilla. Er schafft durch die gezeigte Mimik die sichtbare Darstellung von Gefühlen.

Schon kleine Kinder werden sich über die süße Tochter-Vater-Geschichte freuen und sich darin auch wiedererkennen. Das Ur-Vertrauen, das Kinder ihrem Vater entgegenbringen, kommt hier wunderbar zum Ausdruck und die Liebe zu ihrem Kuscheltier selbstverständlich auch.



Vertrauen, Liebe und Geborgenheit und gegenseitige Hilfe kommen in diesem kindgerechten Bilderbuch hervorragend zur Geltung. Die Illustrationen machen das Ansehen zu einem besonderen Genuss.



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Veröffentlicht am 02.01.2020

Leider nicht durchgängig spannend

Die Wälder
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Der neue Thriller von Autorin Melanie Raabe trägt den Titel "Die Wälder" und erscheint im btb Verlag.


Nina erfährt, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist. Kurz vor seinem ...

Der neue Thriller von Autorin Melanie Raabe trägt den Titel "Die Wälder" und erscheint im btb Verlag.


Nina erfährt, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist. Kurz vor seinem Tod hat er versucht, sie telefonisch zu erreichen.Tim hinterlässt eine Aufgabe, Nina soll seine vor Jahren in den Wäldern verschwundene Schwester Gloria finden.


Dieser Thriller beginnt mit einer bedrohlichen Stimmung, die man später auch in den Szenen im Wald spüren kann.

Ninas Kindheit mit ihren Freunden war durch die gemeinsamen Abenteuer im Wald geprägt. Wenn sich Freunde aus Kindertagen weiter entwickeln, hängt man dennoch an den alten Erinnerungen. Nina setzt alles daran, den letzten Wunsch ihres verstorbenen Freundes Tim zu erfüllen. Sie kehrt in ihr Heimatdorf zurück, dieses liegt eingebettet in einen tiefen Wald. Wird sie dort eine Spur zur vermissten Gloria finden?


Dieses Buch wechselt ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, es werden viele Puzzleteile aufgedeckt, die sich allmählich zu einem Bild verdichten.

Bei den geschilderten Erinnerungen aus der Kindheit ist man sich als Leser nie ganz sicher, ob es der Wahrheit entspricht oder nur kindliche Einbildung sein könnte. Dieses Verwirrspiel sorgt für einige Wendungen im Handlungsverlauf, die der Leser nicht genau einschätzen kann. Die Kinder erleben in offensichtlich viele schreckliche Vorgänge mit, die sie aber nicht richtig einschätzen können.


Nina macht sich auf in ihre Heimatund damit auch auf die Suche nach ihrer eigenen Kindheit, die Kindheitserlebnisse machen ihr auch als erwachsene Frau noch Angst. Sie möchte sich Klarheit verschaffen, was damals wirklich passierte. Zu sehr sind ihre Erinnerungen an grausame Vorgänge in ihrem Heimatdorf verbunden. Diese bedrückende Angst hat Melanie Raabe perfekt als Untermalung für ihr Buch ausgeführt und verleiht ihrem Buch eine mysteriöse und düstere Stimmung.

Die Handlungsvorgänge sind durch die vielen Ungereimheiten anfangs spannend, dann wird es allerdings eher langatmig und sehr ausführlich geht es in die Details von vielfältigen Geschehnissen in der Kindheit. Auch die Auflösung verliert sich mir zu sehr in Details, das unheimliche Gefühl verschwindet dadurch und damit leider auch der Erkennungswert der Geschichte.


Die ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart haben einen Sinn, sie schaffen ständige Cliffhanger und bilden allmählich aus einzelnen Puzzleteilchen ein komplettes Bild der wahren Vorgänge.

Mich konnte die Geschichte jedoch nicht richtig packen, auch wenn sie tiefgründig versucht, mysteriös und geheimnisvol zu wirken und das Motiv der Rache als Grund für alles Handeln zu benennen.



Von diesem Buch hatte ich mir mehr versprochen, durch der Erfolgsthriller "Die Falle" liegt die Meßlatte der Autorin bei mir allerdings auch sehr hoch.


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Veröffentlicht am 01.01.2020

Hier wird der drohenden Ökokrise offen ins Auge geblickt

Das Sterben der anderen
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Tanja Busses Buch "Das Sterben der anderen" trägt den Untertitel: Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können und erscheint im Blessing Verlag.


Langsam kommt niemand mehr an den Meldungen vom ...

Tanja Busses Buch "Das Sterben der anderen" trägt den Untertitel: Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können und erscheint im Blessing Verlag.


Langsam kommt niemand mehr an den Meldungen vom Artensterben vorbei. Jeder Tierfreund hat es bemerkt, die Naturschützer schlagen Alarm. Es steht fest, dass die Zahl der Insekten in den letzten 27 Jahren um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. Lange Zeit hatte man nur die Bienen im Visier, doch auch bislang weit verbreitete andere Insekten sind in Gefahr. Es ist ein Teufelskreis, denn mit ihnen sterben auch ihre Fressfeinde, die Igel, Maulwürfe, Fledermäuse, Amphibien und Vögel.


Wenn sich bestimmte Arten zu sehr auf spezielle Lebensräume anpassen, kann das zum Teil ihr Überleben sichern, es kann ihnen aber auch zum Verhängnis werden, wenn die Lebensräume verschwinden.


"Zwei Drittel der gesamten Welternte stammen von neuen Pflanzen: Zuckerrohr, Mais, Reis, Weizen, Kartoffeln, Sojabohnen, Ölpalmen, Zuckerrüben und Maniok. Dabei gibt es rund 382000 verschiedene Pflanzen auf der Welt... Doch nur neun davon füllen unsere Teller." Zitat Seite 314



Tanja Busse, Landwirtschafts- und Ökoexpertin analysiert und erklärt in verständlichen Worten auch Fachfremden die gegenwärtige Situation im Arten- und Naturschutz und zeigt mögliche Gegenmaßnahmen auf.


Mit eigenen Erlebnissen, Überlegungen und Anekdoten von Forstwirten, Landwirten und Wissenschaftlern bringt Tanja Busse auf den Punkt, welche Gesetze und Ziele für den Erhalt von Arten angepeilt werden und wie schwerfällig, unsinnig und teilweise zu bürokratisch Gesetze der EU umgesetzt werden oder nicht dort ansetzen, wo Regelungen etwas sinnvolles bewegen würden. Die Probleme und Umweltfolgen benennt sie offen und zeigt entsprechende Lösungsansätze auf.


Sie geht mehrfach auf landwirtschaftliche Belange ein, denn hier geht es um Fördergelder zugunsten ökologisch geführter Betriebe. Doch die vielen EU-Gesetze setzen nicht immer am richtigen Punkt an, vielfach erschweren sie z. B. bereitwillig auf Pflanzenschutzmittel verzichtenden Landwirten die Arbeit.


Die EU-Regelungen sind für alle Länder einheitlich geregelt, was aber für den speziellen ökologischen Zustand nicht überall maßgeblich ist. Nicht immer erscheinen die Gesetze sinnvoll und logisch, häufig werden eher die finanziellen Belange der Länder in den Fokus genommen.


Und man mag es kaum glauben, denn wer etwas für den Artenschutz machen möchte, bekommt nicht selten Auflagen, die kaum zu schaffen sind. Schade, denn auch kleine Schritte können im Grunde schon etwas zum positiven bewirken.


"Wir müssen die biologische Vielfalt als unsere Lebensversicherung verstehen." Zitat Seite 114



In 14 Kapiteln beschreibt Tanja Busse interessante Inhalte über Kulturpflanzen oder Gentechnik, zum Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln oder von Schutzzonen, die keinen Schutz bringen. Sie macht deutlich was Momokulturen und Flußbegradigungen auslösen, was der Verlust von Allmendeflächen bedeutet.


Die Lektüre öffnet jedem Leser die Augen, denn hier läuft einiges schief. Die Schwerfälligkeit von Gesetzen und ihre bürokratische Umsetzung machen es nicht besser. Im Gegenteil, willige Landwirte verlieren aufgrund vielfältiger Leitlinien und umständlicher Beweislast nicht nur Zeit für ihre Arbeit, sondern auch die Lust, sich hier weiter für die Natur einzusetzen.


Das Buch mutet übrigens wie eine Dokorarbeit an, denn ein umfangreiches Literaturverzeichnis und 26 Seiten mit Anmerkungen bringen weitere Infos über die Quellen.


Dieses Buch erklärt die fachlichen Zusammenhänge des Artensterbens verständlich und zeigt offen die Probleme auf, gibt aber auch Lösungsansätze, die helfen können. Es ist ein Wandel nötig, das muss jedem von uns klar werden. Die Natur ist unsere Zukunft, sterben die Tiere, stirbt irgendwann auch der Mensch.


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