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Veröffentlicht am 11.09.2019

Ein interessantes Sittengemälde und ein Leben für die Dichtkunst

Die Dame hinter dem Vorhang
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Der Roman "Die Dame hinter dem Vorhang" von Veronika Peters dreht sich um die englische Dichterin Edith Sitwell und erscheint als Hardcover bei Wunderraum.

Die junge Jane Banister, Enkelin des Gärtners ...

Der Roman "Die Dame hinter dem Vorhang" von Veronika Peters dreht sich um die englische Dichterin Edith Sitwell und erscheint als Hardcover bei Wunderraum.

Die junge Jane Banister, Enkelin des Gärtners der Familie Sitwell, tritt 1927 in den Dienst der adeligen Edith Sitwell, die als Dichterin in London wohnt und einen exzentrischen Lebensstil führt. Edith hat einen einflussreichen Freundeskreis und ist recht unkonventionell. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen Jane und Edith eine enge Verbundenheit und Jane erlebt an ihrer Seite die Metropolen der Welt. Ihr eigenes Leben stellt sie für Edith zurück.


"...die heiligen Hallen der erhabenen Trostlosigkeit." Zitat Seite 208

Von Veronika Peters habe ich bereits ein Buch gelesen und war sehr gespannt auf diesen Roman.

Ich mag biografisch angehauchte Romane und hatte zuvor noch nichts über die Protagoistin des Buches, die Dame Edith Sitwell, gehört. Für Jane scheint es das vermeintliche Sprungbrett ins eigenständige Leben zu sein, kein Karrierestart, aber immerhin ein erster Job. Sie zieht nach London und verlässt damit das Landleben und ihre Mutter Emma. Diese ist seit Jahren Edith freundschaftlich verbunden, es gibt auch ein Geheimnis, das sie gemeinsam hüten. Was sich dahinter verbirgt ist ziemlich offensichtlich, die Aufklärung ergibt sich am Ende des Buches.


Der Roman liest sich wunderbar flüssig, der Schreibstil zeigt bildhaft genau die Zustände und Vorgänge, Kriegseindrücke und Lebensbedingungen. Mich haben einige Szenen aufgerüttelt, gerade die Bombardierung Londons und besondere Vorkommnisse im Lebenswandel der vermeintlichen Oberschicht. Auch wenn die Geschichte keine gewaltigen Überraschungen beeinhaltet, konnte ich ihr gespannt folgen und fühlte mich gut unterhalten. Denn Veronika Peters zeigt nicht nur den etwas speziellen, aber aufgeklärten Geist Edith Sitwells und ihr literarisches Treiben, sondern auch die gesellschaftlichen Bedingungen und Lebensumstände ausgehend von 1927 bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und danach.

Der Unterschied der Gesellschaftsschichten wird offensichtlich aufgezeigt und weil Edith nicht in den Genuss ihres familiären Reichtums kam, konnte mich ihre Figur außergewöhnlich fesseln.


Edith ist nicht gerade hübsch und deshalb nicht unbedingt ein Männerschwarm, doch sie ist intelligent und sehr wortgewandt. Sie verliebt sich hoffnungslos in den russischen Künstler Pavel Tchelitchew, der von ihr zwar große Geschenke annimmt, sie aber im Grunde zutiefst verachtet. Darunter leidet Edith natürlich. Jane ist dagegen eine liebenswürdige und schöne junge Frau, die in ihrer Rolle als Hausdame aufgeht. Sie wird auf eine bestimmte Weise zu einer Wächterin und versucht alles Unheil von Edith abzuwehren. Ein eigenständiges Leben scheint ihr völlig fremd zu sein, sie ist die aufopferungswürdige und pflichtbewusste Dienerin und lebt ihre abhängige Rolle gemäß dem Zeitgeist. Dieses erlernte Standesdenken übt sie treu bis in den Tod von Dame Edith aus.

Man fragt sich beim Lesen, warum sich Jane dieser Diener-Rolle so inständig verschrieb. Vielleicht genügte ihr der Hauch von Berühmtheit und Luxus, vielleicht war sie aber einfach zu ängstlich, um ein selbstbestimmtes Leben ohne Dienerrolle zu führen. Man wird aus ihr nicht ganz schlau, Fakt ist jedoch, bis zum Ende von Ediths Leben wartet sie auf die geheime Information über ihre persönliche Abstammung.

Die Personenauswahl und die teilweise sehr exzentrischen Charaktäre sind gut ausgewählt, sie zeigen die Künstlerszene mit ihren Marotten und Eskapaden und auch das gesellschaftliche Bild dieser Zeit.

Vor dieser Lektüre wusste ich nichts von der bekannten Lyrikerin Edith Sitwell, hier wird man auf ihre Reisen und Auftritte mitgenommen und erlebt ihre künstlerischen Phasen, trotzdem kann ich mir kein echtes Bild von ihr machen, weil ihre Gedanken und Gefühle nur von außen beschrieben werden.

Dieser biographische Roman über Edith Sitwell beschreibt nicht nur ein genaues gesellschaftliches Sittengemälde dieser Zeit, sondern zeigt auch die schrecklichen Kriegserlebnisse und die Dichterseele dieser Künstlerin. Mich hat aber ihre Hausdame Jane noch viel mehr interessiert.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Wieder ein Krimivergnügen, dieses Mal etwas klamaukiger als gewohnt

Tote Hand
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Kommissar Kreuthner stösst bei einer merkwürdigen Aktion neben seiner Stammkneipe, er verbuddelt einen ganz besonderen Gegenstand, auf den Fund einer Leiche. Die wurde scheinbar vergraben, um einen Mord ...

Kommissar Kreuthner stösst bei einer merkwürdigen Aktion neben seiner Stammkneipe, er verbuddelt einen ganz besonderen Gegenstand, auf den Fund einer Leiche. Die wurde scheinbar vergraben, um einen Mord zu vertuschen. Schon ist Kreuthner inmitten eines Falls, bei dem er auch die Hilfe zwielichtiger Typen in Anspruch nimmt. Clemens Wallner von der Kripo Miesbach ist als überkorrekter Mensch völlig anders.

Was mit der Beerdigung eines denkwürdigen Körperteils beginnt, endet in einer Krimiermittlung der besonderen Art. Die Hintergründe dieses Krimis sind neben einer abgetrennten Hand auch solche Themen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung und sogar eine Zwangsheirat.
Inhaltlich sorgen diese Probleme wirklich nicht gerade für Humor und doch gelingt es Andreas Föhr, durch sein ungleiches Ermittler-Team einen unterhaltsamen und fesselnden Krimi zu kreieren.

Der Erzählstil ist gut beschreibend und recht locker, durch eingebaute Dialoge im bayrischen Dialekt auch sehr realistisch wirkend. Ich mag regionale Sprache, doch etwas weniger Dialekt hätte ich sehr begrüßt.
Andreas Föhrs legt seine Charaktere sehr vielseitig an, mit Ecken und Kanten und besonderen Charakterzügen, die immer wieder für eine Überraschung gut sind. Für mich ist Kreuthner durch seine unerwarteten Aktionen und merkwürdigen Vorhaben erneut der amüsante Part dieser Reihe. So ein ausgefallener Charakter mischt die Handlung immer wieder ordentlich auf und lässt keine Langeweile zu.

Mir hat dieser Band durch den eingebauten Humor wieder gut gefallen, es wurde aber an manchen Stellen durch Leo aber schon etwas zu klamaukig. Trotzdem konnte es bei den Ermittlungen dank dem korrekt arbeitenden Clemens auch seriös zugehen und die Spannung hält sich auf einem guten Mittelmaß. Man muss sich wundern wie sich Leo immer wieder aus schwierigen Situationen retten kann und dennoch einen guten Job macht. Gemeinsam bilden sie einfach ein echtes Spitzenteam.


Mit reichlich trockenem Humor, kauzigen Figuren und merkwürdigen Aktionen kann man sich hier wieder amüsieren, die Ermittlungen besteht Leichen-Leo ebenfalls mit besonderer Energie. Nicht der beste Band der Reihe, aber durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Eine bewegende Geschichte mit vielen Zeitsprüngen

Ein neues Blau
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Tom Sailers neuer Roman heißt "Ein neues Blau" und erscheint im List Verlag.

Lili lebt als ältere Frau zurückgezogen in Charlottenburg, ihre Kindheit wurde nach dem frühen Tod ihrer Mutter geprägt durch ...

Tom Sailers neuer Roman heißt "Ein neues Blau" und erscheint im List Verlag.

Lili lebt als ältere Frau zurückgezogen in Charlottenburg, ihre Kindheit wurde nach dem frühen Tod ihrer Mutter geprägt durch das behütete Aufwachsen bei Takeshi und ihrem jüdischen Vater, der Teehändler war. Sie bekam Religionsunterricht bei einem Rabbi, wurde als Porzellanmalerin ausgebildet und arbeitete bei der Preußischen Porzellanmanufaktur. Sie liebt das Töpfern und das Fliegen, erlebte die Liebe und litt unter den Schrecken der NS-Diktatur.

Als Lilis an dem Verlust eines Freundes durch die Judenverfolgung sehr leidet, vermittelt ihr Sohn ihr die Gymnasiastin Anja als Gesellschafterin. Doch Anja, gerade mal 18 Jahre alt, recht widerspenstig und eigensinnig, hat selbst Probleme. Es ist interessant, wie die beiden Frauen miteinander umgehen.

In diesem Roman treffen unterschiedliche Kulturen, Religionen und verschiedene Altersstufen aufeinander.
Sehr realistisch beschreibt der Autor die Zeit des Nationalsozialismus, man wird Zeuge dieser Schrecken und erlebt die Schwierigkeiten der Künstlerin Marguerite Friedlaender, die auswandern musste.
Auch wenn ich viel über die Figuren erfahren und mit ihnen gelitten habe, konnte ich keine emotionale Nähe zu ihnen aufbauen, sie blieben mir etwas distanziert und fern.

Saller springt zwischen den Zeiten in Lilis Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, er erzählt sehr emotional, auch realistisch, er beobachtet alles bis ins kleinste Detail, dabei mal mit humorvollem und doch nachdenklichen Tonfall. Im Leben beider Frauen spielen Scherben und psychische Probleme eine wichtige Rolle, das verbindet sie und darüber nähern sie sich einander an.

Die Sprache wechselt von erzählerisch wertvoll hin zu alltäglichem Slang, das wirkt meiner Meinung nach wie ein Bruch. Doch so sind die Generationen, sie verändern sich in ihren Äußerungen, aber mit ihren menschlichen Wünschen, Hoffnungen und Problemen sind sie gleich.

In diesem Roman geht es um Berliner Geschichte, um menschliche Schicksale, Niedertracht und Hilfsbereitschaft. Teezeremonien, Kunst und Porzellanherstellung sind die Bindeglieder der Figuren.

Alles Wissenswerte über die Porzellanmanufaktur und die Entstehung des Preußisch Blau hat mich sehr interessiert. In einem Roman steht für mich jedoch mehr die Handlung der Figuren im Vordergrund und daher erscheinen mir diese Ausführungen zu ausführlich beschrieben.


Im Großen und Ganzen hat mich dieser Roman gut unterhalten, es gibt interessante Ausflüge in Porzellanherstellung und Teezeremonie und eine Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen.

Es dreht sich um die Zeit des Nationalsozialismus und die Folgen für die Menschen in ihrem weiteren Leben. Durch die häufig wechselnden Zeitsprünge konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen.

Veröffentlicht am 03.09.2019

Ein verwirrender, aber packender Wettlauf gegen die Zeit

Nichts wird dir bleiben
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Der Psychothriller "Nichts wird dir bleiben" von Christian Kraus erscheint ab August 2019 im Droemer Knaur Verlag.

Ohne eingreifen zu können, muss der Psychoanalytiker Thomas Kern muss mit ansehen wie ...

Der Psychothriller "Nichts wird dir bleiben" von Christian Kraus erscheint ab August 2019 im Droemer Knaur Verlag.

Ohne eingreifen zu können, muss der Psychoanalytiker Thomas Kern muss mit ansehen wie sich seine junge Patientin in den Tod stürzt. Doch damit nicht genug, er wird beschuldigt, das junge Mädchen missbraucht und in den Tod getrieben zu haben. Man findet Beweise auf seinem Computer. Seine Familie und Freunde distanzieren sich von ihm, seine Tochter Natascha ebenfalls. Als Thomas herausbekommt, dass der Freund seiner Tochter Mitglied einer gefährlichen Sekte ist, beginnt ein perfider Kampf, bei dem Thomas seine Familie schützen muss.

Christian Kraus ist ausgebildeter Psychotherapeut und weiß, zu welchen Dingen Menschen fähig sein können. Sein aktuelles Buch beschäftigt sich mit Sekten und ihren skrupellosen Anführern. Was bringt andere Menschen dazu, sich diesen Sektenführern anzuschließen?

Von dem Tag, andem sich Jennifer das Leben nimmt, entgleitet Thomas Kern sein Leben und es bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Seine Familie wendet sich von ihm ab und er steht völlig alleine da. Niemand glaubt ihm seine Unschuld. Diese Tatsache hat mich am meisten geschockt und die Story hat mich von Anfang an gepackt.

Christian Kraus hat nicht nur einen interessanten Plot konstruiert, er hat auch die psychologischen Hintergründe der Figuren glaubhaft dargestellt. Außerdem kann man seinem eingängigen und klaren Erzählstil sehr leicht folgen.

Die Charaktere werden schnörkellos und ohne überflüssige Details beschrieben, alle Personen wirken auf den Punkt und erscheinen realistisch. Ich konnte mich aber für keine Person richtig erwärmen, weil ich sie nicht richtig einschätzen konnte. Ein echtes Verwirrspiel, was mich ziemlich gefordert hat.

Es gibt eine große Anzahl an Handlungssträngen und ständige Wechsel und bis man die Handlung endlich näher durchschaut und die Zusammenhänge erkennt, vergeht einige Zeit, doch es wird nicht langweilig. Ein paar Wendungen und ungeahnte Zusammenhänge halten die Spannungskurve hoch und das Mitraten bleibt schwierig. Durch einige Rückblenden bekommt man noch einmal eine andere Sichtweise auf die Figuren geboten.

Das wirklich packende Ende kommt mit schnellen Wechseln der Handlung daher und bringt die Spannungskurve noch einmal zum Ansteigen.

In diesem packenden Thriller steht der Blick in seelische Abgründe im Vordergrund. Die Psyche des Menschen ist von Fantasien, Ängsten, Emotionen und Erlebnissen geprägt und je nachdem, wie man damit umgehen und schlechte Erfahrungen verarbeiten kann, sorgt für das Verhalten der Person.

Ein gut konstruierter Thriller rund um das Thema Sekten, der zeigt, wie sich Menschen von anderen, selbst ernannten Anführern beeinflussen und anleiten lassen. Man wirft beim Lesen einen Blick in die Abgründe einer kranken Psyche und erkennt mit Gruseln, wie die Gruppendynamik in Sekten funtioniert.

Veröffentlicht am 03.09.2019

Hühnerhaltung mit Risiken und schönen Nebenwirkungen

Ach du dickes Ei! - Meine Kinder, die Hühner und ich
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Katrin Sewerin erzählt in ihrem Buch "Ach du dickes Ei! Meine Kinder, die Hühner und ich" eine biografische Familiengeschichte. Das Buch erscheint im Droemer Knaur Verlag.

Katrin Sewerin ist Tierärztin ...

Katrin Sewerin erzählt in ihrem Buch "Ach du dickes Ei! Meine Kinder, die Hühner und ich" eine biografische Familiengeschichte. Das Buch erscheint im Droemer Knaur Verlag.

Katrin Sewerin ist Tierärztin und hat über artgerechte Legehennenhaltung promoviert. Sie lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof und statt dem gewünschten Hund hat sie ihren Kindern und sich einfach mal Hühner angeschafft. Doch das Federvieh ist gar nicht so einfach zu bändigen und sorgt für reichlich Trubel in der Familie und es kommt zu einigen unerwarteten Abenteuern.

Emma und Tom, die Kinder von Katrin Sewerin und ihrem Mann Werner, wünschen sich schmusige und pelzige Haustiere, ein Hund, Hasen oder Hamster wären schön. Doch ihre Mutter versucht sie mit dem Vorschlag von eigenem Federvieh von ihrem Wunsch abzubringen.

Das klappt mehr als erwartet, denn als Henni, Isabella, Layla und der Hahn Momo in den Garten der Familie einziehen, erobern sie ihre Herzen im Sturm.

In diese Geschichte lässt Katrin Sewerin mit lockerem Erzählstil ihre Leser an ihren Erlebnissen mit den eigenen Hühnern teilhaben. Neben der Beschreibung der Hühner-Charaktere und der Notwendigkeit von bestimmten Haltungsbedingungen, lässt sie auch ihren eigenen Familienalltag einfließen. Hühnerhaltung ist nicht immer einfach und es erfordert bestimmte Voraussetzungen im Garten und auch eine Veränderung des Familienlebens. Man erlebt die Familie, wie sie das erste Ei finden, wie sie auf die Hackordnung unter den Hühner reagieren müssen und wir lernen auch die einzelnen Hühner kennen, die Katrin Sewerin von ihrem Wesen her liebevoll realistisch beschreibt.
Es ist auch äußerst lustig zu lesen, wenn Katrin Sewerin erzählt, welche Erlebnisse sie mit ihrem, nicht nur laut krähenden, sondern auch noch alles attackierenden Kampf-Hahn erlebt.

Hühner sind tolle Tiere, die Eier eine wünschenswerte Beigabe, aber will man sich das Umsorgen des Federviehs selbst antun? Jedes noch so fachlich informierende Sachbuch hätte mir die Hühnerhaltung nicht so authentisch vor Augen geführt, wie diese persönliche Schilderung und die Auswirkungen, die man dabei beachten muss.

Man lernt etwas über die verschiedenen Hühnerrassen, über das Verhalten und die Lege- und Brutgewohnheiten von Hühnern. Vieles muss bei der Hühnerhaltung bedacht werden und alles wird aufgelockert mit den familiären Einschüben.

Familie Sewerin ist jedenfalls völlig angetan von diesen intelligenten Gackervögeln und die einzelnen Hühner werden bald ein geliebter Teil der Familie.

Das Ausbrüten von Eiern und die ersten kleinen wolligen Küken sind natürlich der schönste Moment in der Hühnergeschichte. Aber auch dort zeichnen sich Schattenseiten ab, die man in der Haltung von Hühnern immer wieder erleben wird. Da muss man nur mal an die Vogelgrippe denken und überlegen, ob man auch der Stallpflicht gerecht werden kann. Auch Hobbyhalter sind dazu verpflichtet, sonst drohen empfindlich hohe Strafen bis zu 25.000 Euro.

Es gibt einiges zu beachten, wenn man Hühner halten möchte.

Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, denn es hat mir authentisch vor Augen geführt, welche Arbeit, welche Stallbedingungen und welche Sorgen Hühner machen können. Aber auch viel Freude, wenn sie zutraulich werden oder durch bestimmte Charakterzüge schon zu Familienmitgliedern werden können. Einige originelle Illustrationen von Josephine Mark zeigen besondere humorvolle Züge der Hühnerschar.

Dennoch hätte ich gern ein paar Fotos von den verschiedenen Hühnerrassen gesehen oder mehr Literaturhinweise zum Thema Hühnerhaltung. Es gibt nur einen Verweis auf ein englischsprachiges Werk.

Wer sich Hühner anschaffen möchte, wird normalerweise zu Fachbüchern greifen wollen. Unterhaltsamer und auch wesentlich anschaulicher ist jedoch dieses Buch.
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie die Autorin oder lesen sie einfach dieses Buch.