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Veröffentlicht am 10.07.2025

Starke Frauenfreundschaft, aber kein leichter Sommerroman!

Die Hummerfrauen
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Bei DTV erscheint der Roman Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger.


Drei Frauen aus drei Generationen treffen im kleinen Hummerfischerdorf Stone Harbour an der Küste von Maine aufeinandern. Die 72-jährige ...

Bei DTV erscheint der Roman Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger.


Drei Frauen aus drei Generationen treffen im kleinen Hummerfischerdorf Stone Harbour an der Küste von Maine aufeinandern. Die 72-jährige Hummerfischerin Ann und die 54-jährige eigenwillige Julie nehmen Mina bei sich auf, unter den Frauen entsteht eine tiefer Zusammenhalt. Unter den Hummerfischern herrscht ein rauher Ton, den die drei Frauen genau wie ihre männlichen Kollegen anschlagen.

Für diesen Roman habe ich eine Weile gebraucht, um das Erzählte zu lesen und auf mich wirken zu lassen. Die behandelten Themen sind das Hummerfischen, es geht aber auch um Freude, Verlust, Trauer und Schmerz. Wir blicken aus der Sicht der drei Protagonistinnen in die Jahre 1982 und 2000/2001 und erfahren, welche Erlebnisse und Probleme die drei Frauen jeweils mit sich tragen.

Der Erzählton ist ruhig mit nüchternem Blick auf das Leben und auf die Schicksale der Frauen. Die Landschaft und das Hummerfischen werden genauso beschrieben wie einige romantische Szenen, die irgendwie aber nie himmelhochjauchzend vom großen Glück erzählen, sondern eher sachlich und distanziert.

Ich habe mich ziemlich durch die Geschichte durchbeißen müssen, die Figuren sind nicht unsympathtisch, aber sie haben mich auch nicht tief im Herzen berührt. Sie überzeugen nicht mit Emotionalität und großer Lebendigkeit, wirken eher plakativ und die innere Gedankenwelt bleibt merkwürdig außen vor.

Gut gefallen hat mir die Idee mit dem blauen Hummer Mr. Darcy. Hummer sind anpassungsfähige Tiere, die sehr alt werden können und mehrmals ihre äußere Hülle abwerfen und damit altes hinter sich lassen. Da drängt sich ein Vergleich mit den drei Frauen auf, die ihre Stärke und gleichzeitige Verletzlichkeit einsetzen und sich immer wieder neuen Bedingungen stellen müssen. Sie müssen sich ihren Anforderungen von Mutterschaft, männlicher Konkurrenz und erlebtem Verlust stellen und von äußerem Druck befreien. Ganz wie ein Hummer!

Auch wenn mich einzelnen Einblicke ins Leben der Frauen berührt und die beschriebene Landschaft interessiert haben, so zog sich die Handlung für mich manchmal zu sehr und wirkte teilweise nur erklärend und ohne große Tiefe. Mir war nicht so recht klar, was der Roman aussagen wollte.

In diesem Roman taucht man in den harten Alltag der Menschen in Maine ein, es ist mir nicht gelungen, eine enge Verbindung zu den Frauen aufzubauen.

Veröffentlicht am 06.07.2025

Ein echtes Lesevergnügen!

Schöner sterben auf Sylt
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Die Krimödie "Schöner sterben auf Sylt" von Tatjana Kruse erscheint im Insel Verlag.

Sommer auf Sylt, es zieht ein Sturmtief auf, kein Wetter, um sich am Strand wohlzufühlen! Doch das stört einen ...

Die Krimödie "Schöner sterben auf Sylt" von Tatjana Kruse erscheint im Insel Verlag.

Sommer auf Sylt, es zieht ein Sturmtief auf, kein Wetter, um sich am Strand wohlzufühlen! Doch das stört einen gewissen Herrn Garstig nicht. Der Multimillionär mehrerer Entsorgungsfirmen für Sonder- und Gefahrmüll reist nicht zum Sonnenbaden auf die Insel, er möchte sich lieber in seinem Reetdachhaus mit seiner Geliebten vergnügen und Golf spielen. Doch daraus wird nichts! Zunächst behindern Klimakleber die Ankommenden am Sylt-Shuttle und dann findet sich Garstig schneller als gedacht im Wasser wieder. Von dem tosenden Wasser bekommt er aber nicht mehr viel mit!

Der gewohnte Humor von Tatjana Kruse sorgt auch dieses Mal wieder für viele amüsante Szenen, weshalb sie von mir inoffiziell den Titel der Krimödien-Queen verliehen bekommt.Es ist immer wieder ein Vergnügen, wie sie Mord, Spannung und Unterhaltung mischt und dabei ihren scharfsinnigen Tonfall mit pointierter und humoristischer Art zum Besten gibt.

In "Schöner sterben auf Sylt" ist der Titel Programm und ich habe mich mal wieder wunderbar amüsiert. Die Erzählweise führt locker und lebendig durch die Handlung und Tatjana Kruse stellt ein aktuelles Themen unserer Zeit in den Fokus. Es geht um Umweltsünder, aufgeregte Klima-Aktivisten wirbeln durch die Handlung und es gibt originelle Figuren, die ein wenig überspitzt dargestellt werden, weshalb sie um so besser im Gedächtnis haften bleiben und für abwechslungsreiche Szenen sorgen.

Gewohnt schwarzhumorig, kriminalistisch gut umgesetzt und es erwischt den reichen, gewissenlosen Umweltbösewicht, der sich als Egomane und notorischer Fremdgänger erweist! Passt...! Da bleibt das Mitleid auf der Strecke, der Mord muss aber dennoch aufgelöst werden. In diesem Fall übernimmt das die Kripo, zusätzlich auf eigene Faust der sympathische Frederick, der mit seinem ausgefallenen Kleidungsstil schon für Aufsehen sorgt. Er verliebt sich in Mia, die Schwester einer verdächtigen Aktivistin und hat ein besonderes Anliegen, seiner Angebeteten zu imponieren und ihre Schwester von allen Verdächtigungen zu entlasten. Das klappt nicht so perfekt wie gedacht, doch der Eindruck bleibt und das ist es für ihn am Ende, was zählt.

"Schöner sterben auf Sylt" ist ein herrlich amüsantes Lesevergnügen durch den skurrilen Humor und der gut ausgeklügelte Krimi ist für mich eines der besten Bücher der Autorin!

Veröffentlicht am 06.07.2025

Etwas beschaulicher Dorfkrimi

Mord nach Rezept
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Der Krimi Mord nach Rezept ist der zweite Fall für Emma Ferrari von Sabine Steck, die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.


Die Italienerin Emma Ferrari betreibt im bayerischen Dörfchen Himmelsricht einen ...

Der Krimi Mord nach Rezept ist der zweite Fall für Emma Ferrari von Sabine Steck, die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.


Die Italienerin Emma Ferrari betreibt im bayerischen Dörfchen Himmelsricht einen Feinkostladen mit italienischen Spezialitäten. Nun soll im Dorf ein Kochwettbewerb stattfinden und es freut sie besonders, dass ihre Freundin, die adelige Konstanze von Hohenfels es ins Finale geschafft hat. In der Jury sitzt Konstanzes Mutter, die selbstsüchtige 92-jährige Gräfin Isadora. Als das Event startet, zieht der leckere Duft der Gerichte durch das Publikum und plötzlich kippt Isadora mitten in ihren Risottoteller, sie ist tot! Damit haben die Dorfbewohner nicht gerechnet, sie sind geschockt. Kommissar Gieseking untersucht den Fall und es stellt sich heraus, dass Isadora vergiftet wurde. Da die alte Dame keinesfalls beliebt war, gibt es eine Reihe an Tatverdächtigen.



Emma kennt durch ihren Feinkostladen die Bewohner des Dorfes und beginnt sofort ihre Ermittlungen und übermittelt die Spuren an Kommissar Geiseking. Der tappt ein wenig im Dunkeln, denn es gibt keinen Mangel an Verdächtigen.

Im gemütlichen Flair von Emmas Laden hätte ich gerne mal die Auswahl an Kaffeespezialitäten probiert und mich durch die feinen Öle, edlen Weine, Pasta und Mozzarella durch gestöbert. Emma wurde mir mit ihrer zuvorkommenden Art schnell sympathisch und ich hätte sie gerne auf einen Espresso und eine leckere Kleinigkeit getroffen.

Der Krimi beginnt gemütlich, der Mordfall ereignet sich erst nach dem ersten Viertel des Buches. Dann aber sorgt er für Aufregung und schweißt Emma und Gieseking eng zusammen. Auch wenn Emma einige unerwartete Fakten aufdeckt, wurde es leider nicht so richtig spannend. Die Handlung geht begleitet von zahlreichen lukullischen Genüssen und reichlich Wein und Prosecco ziemlich beschaulich vonstatten. Die Verdächtigen haben alle guten Grund für den Mord an Isadora.

Der Erzählstil ist lebendig, bildhaft und sehr detailverliebt, sodass ich mich stellenweise gelangweilt habe. Für das nötige Flair sorgen Emmas italienische Floskeln und die vielen kleinen Köstlichkeiten, die immer wieder aufgetischt werden, Das macht Appetit und sorgt für das entsprechende Flair italienischer Gastlichkeit in Bayern.

Mit der Zeit werden immer mehr neue Erkenntnisse und Spuren aufgedeckt, die mir das Miträtseln leider unmöglich machten. Zum Ende werden alle Möglichkeiten durchgespielt und den Verdächtigen die persönlichen Motive an den Kopf geworfen. Schliesslich erfogt die Auflösung des Falls, die derart auserzählt wird, dass auch Halbgescheite der Erklärung folgen können. Auf mich wirkte das sehr konstruiert und der Krimi konnte mich nicht so mitreißen wie ich es mir erhofft hatte.


Ein beschaulicher Krimi mit italienischer Kulinarik, der mich wegen fehlender Spannung leider nicht fesseln konnte.

Veröffentlicht am 06.07.2025

Einfach nur großartig, eines der besten Bücher Ingrid Nolls!

Die Häupter meiner Lieben
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Im Diogenes Verlag erschien 1994 Ingrid Nolls Roman Die Häupter meiner Lieben.

Das Glück in Majas Kindheit endet als ihr Vater die Familie verlässt. Von ihrer lieblosen Mutter und ihrem älteren Bruder ...

Im Diogenes Verlag erschien 1994 Ingrid Nolls Roman Die Häupter meiner Lieben.

Das Glück in Majas Kindheit endet als ihr Vater die Familie verlässt. Von ihrer lieblosen Mutter und ihrem älteren Bruder wird sie schikaniert, sie haben Geldsorgen und Maja läuft als graue Maus durchs Leben. Sie wird von ihren Mitschülern als Elefantin betitelt, ihr graues Cape ist ihr Markenzeichen. Das ändert sich als sie mit sechzehn Jahren Cora kennenlernt, gewiefte Tochter aus gutem Hause. Sie werden unzertrennlich, verbringen ihre Zeit miteinander und Maja nimmt Cora mit auf ihre Beutezüge, bei denen sie sich das beschafft/klaut, was ihr ihre Mutter nicht ermöglichen kann.

Als großer Fan von Ingrid Noll habe ich mir vorgenommen, alle ihre Bücher zu lesen und nach der Lektüre von "Die Häupter meiner Lieben", einem ihrer frühen Werke kann ich sagen, es ist einer ihrer besten Romane!

Die Freundinnen machen die ersten Männerbekanntschaften, müssen nach manchen Erfahrungen die Verehrer mit viel Einfallsreichtum in die Flucht schlagen und lange Zeit steht ihre Frauenfreundschaft über allem und jedem. Irgendwann nehmen die Probleme zu und sie müssen zu härteren Mitteln greifen. Die gemeinsamen Erlebnisse schweißen die Frauen zusammen. Als Maja eine Familie gründet, lebt Cora in Florenz bei einem reichen älteren Mann in seiner Villa. Maja hat schnell genug hat vom Einerlei mit Mann und Kind und reist Cora hinterher. Nun wird das Leben für beide wieder schön, es gibt aber noch einige Störenfriede wie der reiche Mann und Majas alkoholkranken Vater, der an ihrem Wohlstand teilhaben will.

Schon auf der ersten Seite musste ich laut lachen! Und dann entwickelt die Geschichte einen fesselnden Sog, dem ich mich vor lauter krimineller Energie nicht entziehen konnte, denn was die beiden jungen Frauen miteinander erleben und wie sie handeln, ist alles andere als harmlos.

Neben den atmosphärischen Beschreibungen des Lebens in der toskanischen Villa sorgen herrlich schräge Aktionen der Protagonistinnen für Abwechslung und Schreckmomente und durch den schwarzen Humor unterhält die Geschichte perfekt bis zur letzten Seite. Woher Ingrid Noll diese ganzen bösartigen Ideen nimmt, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Stets sind ihre Täterinnen vermeintlich harmlose Frauen, die sich ihrer kriminellen Schuld scheinbar gar nicht bewusst sind und ihre männlichen Opfer gehen reihenweise dem weiblichen Charme auf den Leim. Was aber am meisten verwundert, ist die kluge Art und Weise, wie hier Frauen morden und nicht einmal von der Polizei verdächtigt werden. Das perfekte Verbrechen ist für Ingrid Noll kein Problem!

Ein großartiges und herrlich amüsantes Lesevergnügen durch den bitterbösen Humor und für mich eines der besten Bücher der Autorin!

Veröffentlicht am 06.07.2025

Konnte mich nicht begeistern!

Strandgut
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Bei Dumont erscheint Benjamin Myers Roman Strandgut.

Der Amerikaner Bucky ist fast siebzig und hat noch nie das Meer gesehen. Seit dem Tod seiner Frau lebt er zurückgezogen und leidet an seiner Trauer ...

Bei Dumont erscheint Benjamin Myers Roman Strandgut.

Der Amerikaner Bucky ist fast siebzig und hat noch nie das Meer gesehen. Seit dem Tod seiner Frau lebt er zurückgezogen und leidet an seiner Trauer und seinen Altersgebrechen. Doch dann sorgt eine überraschende Einladung an einen englischen Küstenort für Aufregung, er soll dort bei einem Weekender alte Songs performen. In England angekommen trifft er auf Dinah, die ein Fan von Buckys Songs ist und den Auftrag hat, ihn während seines Aufenthaltes zu begleiten. Dinah hat Probleme, ihr Ehemann ist ein Scheusal und sie harrt in einer lieblosen Beziehung aus, trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen und vergisst bei Musik und einem eiskalten Bad in der Nordsse ihre Sorgen. Dinahs Art beeindruckt Bucky und beide erleben ein turbulentes Wochenende mit Überraschungen und persönlichen Überwindungen, die für beide hilfreich sind.


Es ist eine Ewigkeit her, seit Earlon Bronco, Bucky genannt, in den USA als junger Mann erfolgreich mit seinen Soulsongs Leute unterhalten hat. Als er die Einladung zu einem Weekender nach Scarborough bekommt, liegt ein langes Leben hinter ihm mit Höhen und Tiefen. Seit seine Frau nach vielen Jahren gemeinsamen Lebens verstarb, ist Bucky in seiner Trauer gefangen und leidet an dem Verlust. Täglich quälen ihn Schmerzen, er ist abhängig von starken Schmerzmitteln und gerät durch ein Versehen in den kalten Entzug. Das versucht er mit Alkohol zu kompensieren. An Dinahs Seite lässt er uns an seiner Vergangenheit teilhaben und auch Dinah erzählt aus ihrem Leben.

Es war eine Überraschung, dass Bucky und seine alten Songs noch heute von zahlreichen Fans gefeiert werden. Schliesslich hat der Sänger noch nie auf einer Bühne gestanden. Wirklich logisch erscheint mir dieser Umstand nicht.


Bei dieser melancholischen Geschicht kann man sowohl mit dem Protagonisten Bucky als auch mit Dinah mitleiden oder ihre kleinen Erfolgserlebnisse mitfeiern. Der Erzählstil ist literarisch und wortgewandt, es gibt einige schöne Szenen und ellenlange Bandsätze, die ich persönlich nicht besonders schätze. Myers bringt uns in den Dialogen die Figuren mit ironischem, teilweise aber auch mit rüdem Tonfall näher, weswegen mir Bucky emotional nicht sehr nahe kam. Dinah empfinde ich als die weitaus interessantere Figur, weil sie lebensklug und zupackend ihr Leben meistert.

Zwar hat mich die Geschichte interessiert, aber leider nicht sonderlich gepackt. Eigentlich wollte ich nur wissen, welche Entwicklung die Handlung am Ende nimmt. Obwohl ich sonst Bücher mit intensivem Blick in die Gedankenwelt der Figuren sehr schätze, konnte mich die Story bzw. die Figuren nicht überzeugend abholen.

Die von Bucky gesungenen Soulstücke werden von Benjamin Myers vielfach in der Handlung genannt, wahrscheinlich um dadurch die musikalische Seite beim Leser klingen zu lassen. Das hat bei mir leider nicht funktioniert, denn mir waren sämtliche Stücke unbekannt.

Ein feinfühlig erzählter Roman, der mich leider nicht überzeugen konnte.