Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2019

Dieses Mutmach-Buch lebt von den fantastischen Zeichnungen

Hannas Elefant
0

Das Bilderbuch "Hannas Elefant" von Randall de Sève enthält Illustrationen von Pamela Zagarenski. Die deutsche Übersetzung durch Gundula Müller-Wallraf erscheint im März 2019 im Knesebeck Verlag.

Ein ...

Das Bilderbuch "Hannas Elefant" von Randall de Sève enthält Illustrationen von Pamela Zagarenski. Die deutsche Übersetzung durch Gundula Müller-Wallraf erscheint im März 2019 im Knesebeck Verlag.

Ein kleines Mädchen sieht, wie Hanna neu in die Nachbarschaft zieht, eigentlich hätte sie gern eine neue Freundin, doch sie ist zu schüchtern, um sich ihr vorzustellen. Sie glaubt fest, dass Hanna schon einen Freund zum Spielen hat: einen Elefanten! Denn der ist sicherlich in einer der großen Umzugskisten versteckt. Aber nicht alles, was wir uns vorstellen, ist wirklich wahr. Manchmal muss man auch etwas Mut entwickeln, um Freundschaften zu entdecken und seine Träume wahr werden zu lassen.

Dieses Buch richtet sich an Kinder der Altersklasse von 4- 6 Jahren, ich würde es ein wenig darunter einschätzen. Es hat wenig Text, aber ganz viele großseitige und zauberhaft gemalte Bilder.


Die neue Nachbarin Hanna wird schon von einem kleinen Mädchen neugierig beäugt, eine neue Freundin wäre doch toll, wenn sie denn etwas Mut aufbringen würde und Hanna ansprechen könnte. So sitzt das Mädchen und interpretiert in die lauten Umzugsgeräusche wie Klopfen und Hämmern als Grund einen riesengroßen Elefanten. Sie vermischt die Geräusche mit eigenen Fantasiegedanken und bildet sich ein, dass Hanna schon einen großen bunten Elefanten zum Freund hat und somit für eine weitere Freundschaft keine Zeit. Doch irgendwann fasst sie Mut und klopft an Hannas Tür, das ist der Beginn einer neuen Freundschaft. Mut lohnt sich, man muss nur über seinen eigenen Schatten springen.


Für Kinder ist die Erzählperspektive dieser bunten Traumwelt nicht ganz eindeutig. Überwiegend tritt die neue Nachbarin Hanna in Erscheinung, dabei ist es gerade das (namenlose) Mädchen, das sich eine neue Freundin wünscht und in ihrer Fantasie Elefanten in der Badewanne und beim Essen und Spielen sieht. Es wird aber klar ersichtlich, dass man mit etwas Mut schnell neue Freundschaften schliessen kann.

Für Kinder ist dieses Mutmach-Buch durch die bunten Bilder eine kleine Traumreise.

"Hannas Elefant" lebt so wunderbar von Pamela Zagarenskis fantastischen Illustrationen. Sie zeigt mit ihren Bildern zwei Seiten des Lebens und bringt das durch die besondere Farbgebung zum Ausdruck. Im Wechsel zeigt sie mit einer bunten und zauberhaften Darstellung eine Welt voller Glück, in dem Fall ist das Kind nicht allein, sondern in Begleitung des Elefanten. Daneben aber zeigt sie die Tristesse, die sich in schlichter und etwas trostloser Einfarbigkeit ausdrückt und die Einsamkeit des Kindes deutlich macht. Immer wenn die Fantasie spielt, werden die Farben bunt und fröhlich. So fühlt man sich als Kind mit seiner besten Freundin oder dem besten Freund.


Dieses Bilderbuch lebt durch die fantasievollen und zauberhaft anmutenden bunten Illustrationen. Sie wecken bei Kindern die Fantasie und entführen in eine farbenfrohe Traumwelt. Und die Aussage des Buches zeigt, dass man mit ein bißchen Mut schnell eine neue Freundschaft findet.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Leichter Sommerroman, der mich nicht ganz überzeugt hat.

Der Wind nimmt uns mit
0

"Der Wind nimmt uns mit" von Katharina Herzog spielt auf La Gomera. Der Roman erscheint bei Rowohlt Polaris.

Die 32-jährige Maya reist als Reisebloggerin kreuz und quer durch die Welt, doch sie bleibt ...

"Der Wind nimmt uns mit" von Katharina Herzog spielt auf La Gomera. Der Roman erscheint bei Rowohlt Polaris.

Die 32-jährige Maya reist als Reisebloggerin kreuz und quer durch die Welt, doch sie bleibt nie lange an einem Ort, stets möchte sie weitere Ziel auf ihrer Wunschliste abhaken. Nur nach La Gomera zieht es sie nicht, denn dort lebt ihre Mutter Karoline: Maya brach den Kontakt zu ihr ab, als sie vor einigen Jahren zufällig mitbekam, dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist. Maya wird ungeplant schwanger und wie es der Zufall will, führt die Suche nach Tobi, dem Vater ihres ungeborenen Kindes, sie ausgerechnet nach La Gomera. Kann das ein Zufall sein?

"Ich möchte mit Erinnerungen sterben, nicht mit Träumen." Zitat Seite 40

Auf diese leichte Sommergeschichte habe ich mich gefreut und bin mit Maya nach La Gomera gereist. Die merkwürdigen Gesänge der Gelbschnabelsturmtaucher hätte ich gern selbst gehört und die herrlichen Strandabschnitte, die Landschaften und das besondere Lebensgefühl auf der Finca dieser Kanareninsel konnte ich mir wunderbar vorstellen. Ob es dort wirklich soviele esoterisch angehauchte Menschen und skurrile Aussteiger und Künstlertypen gibt, kann ich allerdings nicht ganz glauben.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, einmal geht es um Mayas gegenwärtige Geschichte und dann erfährt man in Rückblenden was Karoline früher ab 1983 erlebt hat. Weil die Handlungsstränge sehr häufig wechseln, muss man sich immer etwas an den zeitlichen Überschriften orientieren. Inhaltlich gibt es keine Probleme, doch mich hat es im Lesefluss etwas gestört.

Besonders der leichte Schreibstil der Autorin hat mich in die Geschichte gezogen, sie schreibt lebendig, locker und durch die vielen Dialoge fühlt man sich immer mitten im Geschehen.

Die Handlung ist etwas vorhersehbar, was aber für einen sommerlich anmutenden Liebesroman kein großes Problem darstellt. Die Charaktere lernt man nicht alle genau kennen, aber man merkt, wie es zwischen einigen Protagonisten zu knistern beginnt und welche Gefühle hier existieren. Allerdings hatte ich mit Maya und ihrer Wankelmütigkeit ein Problem. Ihre Bloggerei wirkte eher wie ein Zwang, die Reisen hat sie nicht aus reinem Interesse gemacht, sondern um weiterhin bezahlte Lebenszeit geniessen zu können. Sie wirkte ziemlich unreif für ihr Alter, ist ziemlich flatterhaft und unstet und die Entscheidung für oder gegen ihr Baby konnte ich ihr nicht eindeutig abnehmen. Die dafür nötigen Gespräche kamen etwas zu kurz.

Was es mit ihrer Schwester auf sich hat, habe ich bis zum Ende nicht verstanden.

Karoline war eher mein Lieblingscharakter, sie wirkt zwar etwas hippiemäßig, ist aber ein zuverlässiger und sehr sympathischer Charakter.
Zu den männlichen Figuren möchte ich hier nichts verraten.



"Der Wind nimmt uns mit" ist eine sommerliche Geschichte, ein leichter Roman für den Urlaub oder zum Träumen von Sommergefilden. Etwas mehr Tiefgang hätte der Geschichte allerdings gut getan.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Schnelle und vielfältige Blätterteigideen für die nächste Party

Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig: Die besten Rezepte pikant und süß - schnell, lecker und einfach
0

In "Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig" von Guillaume Marinette finden sich Rezepte für pikant und süß. Das Kochbuch erscheint im Bassermann Verlag.


Dank gekauftem Fertig-Blätterteig kann man schnell ...

In "Party-Ideen mit Fertig-Blätterteig" von Guillaume Marinette finden sich Rezepte für pikant und süß. Das Kochbuch erscheint im Bassermann Verlag.


Dank gekauftem Fertig-Blätterteig kann man schnell und einfach die besten Sonnenräder, Spieße, Waffeln, Herzen und anderen Fingerfood zubereiten. Man muss sich nur entscheiden, ob man es lieber pikant oder süß mag, ob man Dippen möchte oder etwas zum Knabbern.
Diese 33 Blätterteigideen passen auf den Frühstückstisch, zum Kaffee, für das Partybüfett oder nächste Picknick. Man muss sich nur noch für ein Rezept entscheiden.



In diesem Buch finden sich zahlreiche Variationen mit Blätterteig, ob süß oder herzhaft, hier wird man für jede Gelegenheit und jeden Geschmack fündig. Und das Tolle daran ist die Verwendung von Fertigteig. So kann eigentlich nichts schief gehen, denn mit Blätterteig kann man viele leckere Dinge zaubern, die auch optisch total ansprechen.

Da gibt es Sonnenräder, Röllchen, Schnecken, Nester, Taschen, Häppchen, Herzen, Spieße, Waffeln, Burger, Muffins und mehr.


Diese Varianten sprechen mich besonders an:


- Flammkuchen-Sterne

- Schinken-Pesto-Schnecken

- Wurst-Spiralen am Spiess

- Tannenbäume mit Ofenkäse

- Sonnenrad mit Camembert

- Blätterteigblüte mit kandierten Zwiebeln

- Blätterteigsonne mit Pest

- Blätterteigsonne mit Schinken und Käse

- Brokkolikranz

- Chorizo- Häppchen

- Schlemmer-Päckchen mit Feta

- Tomaten-Schinken-Taschen

- Teigtaschen mi Feigen und Ziegenkäse

- Raclette-Körbchen

- 4-Käse-Waffeln

- Zitronenherzen

- Süsse Windmühlen

- Schweineöhrchen mit Zimt

- Birnen mit Schokoladenkern


Rein optisch machen diese Ergebnisse echt was her. Sie sind bestimmt der Star auf dem nächsten Büfett.


Die Fotos der Räder, Tannenbäume, Sonnen oder anderer Formen sind besonders vor dem blau-marmorierten Hintergrund eine echte Augenweide. Da bekommt man definitiv Appetit und hat Lust, selbst so ein Blätterteigrad mit weichem Camembert-Herz nachzubacken.

Die Rezepte enthalten neben der Mengenangabe auch die Vorbereitungs- und Garzeit, sie sind alle verständlich und zeigen den besonderen Kniff, wie man den Teig zu legen, drehen oder zu falten hat, um dann so herrliche optische Ergebnisse zu erzielen.


Von der Schwierigkeit her, stufe ich die Rezepte als einfach bis mittel ein. Lediglich die Ausformung des Blätterteigs ist eventuell Übungssache. Aber auch wenn das Ergebnis beim ersten Versuch nicht ganz an das optische Vorbild im Buch heranreicht, schmecken wird es auf alle Fälle.


Schon allein beim Anschauen der köstlich anmutenden Blätterteig-Varianten läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Viele Zutaten sind in einem gut sortierten Vorrats- und Kühlschrank vorhanden und so kann man sich schnell mal auf die Suche machen nach dem passenden Rezept.




Dieses Buch zeigt optisch ansprechende, vielfältige Blätterteigideen, die schnell gezaubert sind und auch gut schmecken. Besser kann man seine Gäste nicht verwöhnen.



Veröffentlicht am 16.04.2019

Heiter, gefühlvoll und sehr abwechslungsreicher Roman über eine Mutter-Kind-Kur

Herzkur
0

Im Rowohlt Verlag erscheint im März 2019 der Debütroman "Herzkur" von Julia Greve.


Wenn fünfzig Frauen, hundertzehn Kinder und höchstens zwei Väter drei Wochen auf engstem Raum verbringen - dann kann ...

Im Rowohlt Verlag erscheint im März 2019 der Debütroman "Herzkur" von Julia Greve.


Wenn fünfzig Frauen, hundertzehn Kinder und höchstens zwei Väter drei Wochen auf engstem Raum verbringen - dann kann das nur eine Mutter-Kind-Kur sein.
Verena steht durch die persönliche Auszeit ihres Manns Rainer plötzlich alleinerziehend und todunglücklich mit ihren Töchtern Ella und Anni da. Ihre Mutter rät ihr zu einer Kur in einer Mutter-Kind-Klinik auf Fehmarn. Obwohl Verena reichlich Vorurteile hat, geht sie schliesslich auf den Vorschlag ihrer Mutter ein und findet sich inmitten von unerträglichen Müttern und Kindern wieder. Das kann ja heiter werden, denkt sie, bis sich ein Lichtblick zeigt, der sympathische Jan, der mit seiner Tochter Lilli ebenfalls zur Kur ist.


"Am Ende kackt die Ente." Zitat Moni Seite 62

In ihrem Debütroman macht Julia Greve alles richtig, sie schreibt absolut flüssig, baut heitere, emotionale und nachdenklich machende Szenen in die Handlung ein und zeigt überaus unterhaltsame Charaktere.

Die Hauptfigur Verena ist eine sympathische junge Frau mit zwei Töchtern, deren Mann sich gerade eine einjährige Auszeit von der Familie genommen hat, beruflich weit weg versteht sich.

Verena sitzt völlig enttäuscht sozusagen mit den Kindern allein da, weiß aber gar nicht, ob sie um die Familie kämpfen soll, denn was in einem Jahr ist, weiß sie ja auch nicht. Ihre Mutter rät ihr zu einer Kur mit den beiden Töchtern. Eher widerwillig reist Verena dann an die Ostsee und ist zunächst von den Mitkurenden nicht so begeistert. Doch das ändert sich nach und nach und sie nähert sich allmählich einigen Frauen und dem einzigen Mann in der Kur an. Auch ein Masseur ist ganz schnuckelig, aber liegt Verenas Glück hier auf Fehmarn? Oder ist ihre Familie doch ihr Leben?

Zu Beginn ihrer Kur beurteilt Verena die mitkurenden Mütter nach ihrer teilweise recht auffälligen Kleidung, ihren Gelnägeln, den Tätowierungen und nach dem nicht immer perfekten Umgang mit ihren Kindern. Es ist ein bunt gemischtes Häufchen an Frauen, die hier zusammenkommen. Jeder Mensch ist anders, hier gibt es neben den äußerlichen Besonderheiten auch besondere Dialekte, doch wichtig ist doch der Charakter, denn manche tragen aber auch unter ihrer harten Schale ein mitfühlendes Herz. Das merkt Verena auch mit der Zeit.

Anfangs muss sie sich noch überwinden und wirkt recht steif und zurückhaltend, soziale Kontakte sind nicht so ihr Ding, die Familie war bisher ihr ein und alles.

Es dauert etwas, bis sie bei Moni und Jenny die inneren Werte erkennt und dann bildet sich doch noch eine nette Truppe, die zusammen viel Spaß hat.

Was mir bei diesem Roman so gut gefällt, ist die lockere Lebendigheit der Figuren und die bildhafte Schilderung der Vorgänge. Man fühlt sich direkt mit in der Kur und meint, die Personen selbst zu kennen. Auch die Gefühle, Gedanken und die persönliche Entwicklung Verenas konnte mich überzeugen. Sie denkt viel über ihre Familie nach und ihre Schmetterlinge sind beim Lesen spürbar.

Ein normaler Kuralltag läuft sicherlich etwas trockener ab, als hier geschildert und nicht jede Frau ist sofort der Liebling der Physiotherapeuten, dennoch nimmt man der Autorin diese Geschichte genauso ab und genießt die heitere Unterhaltung bis zum Ende.
Ein Kuralltag mit Kindern, viele witzige Dialoge, die teilweise peinlichen Szenen und ein wenig Romantik blitzen immer wieder in der Handlung auf und sorgen für eine tolle Geschichte, die man gerne liest.


Ein witziger, herzerfrischend geschriebener Roman mit tollen Figuren und reichlich Gefühl. Bitte weiter so, Julia Greve!

Veröffentlicht am 15.04.2019

Eine zu Herzen gehende ungewöhnliche Mensch-Tier-Beziehung

Ayla - meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem jungen Fuchs
0

Mit großartigen Fotos erzählt Leiv Magnus Grøtte in "Ayla - meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem jungen Fuch" von der wunderbaren Freundschaft der Norwegerin Silje Elin Matnisdal mit ihrem Fuchsweibchen ...

Mit großartigen Fotos erzählt Leiv Magnus Grøtte in "Ayla - meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem jungen Fuch" von der wunderbaren Freundschaft der Norwegerin Silje Elin Matnisdal mit ihrem Fuchsweibchen Ayla. Der Bildband erscheint im April 2019 Knaur Verlag.

Die Norwegerin Silje Elin Matnisdal kauft auf einer Pelztierfarm den fünf Wochen alten Fuchswelpen Ayla frei und lebt mit ihm auf ihrem abgelegenen Bauernhof. Füchse sind Wildtiere und keine Haustiere und so gibt es immer etwas zu erleben mit Ayla, mal versteckt sie Kleidung, mal klaut sie Lebensmittel. Auch für die Halterin Silje ist die Freundschaft nicht immer einfach, sie muss ihr Leben auf Ayla ausrichten.

"Wir lassen uns leicht von der Schönheit verführen. Sie kann vieles überstralen. Dass der Fuchs ein besonder schönes Tier ist, darauf können wir uns leicht einigen. Aber ob du auch mit dem Rest zurechtkommst? " Zitat Seite 53

Im Buch begleitet man Silje Elin Matnisdal mit ihrem Fuchs Ayla. Sie hat sich ihren Traum erfüllt und einen Fuchswelpen als Haustier bei sich aufgenommen. Es ist eine wahre Geschichte, die Füchsin war auf Social Media Kanälen ein Star. Ayla ist ist ein Goldfuchs, eine Mischung aus Silberfuchs und Rotfuchs.

Im wunderschön bebilderten Buch erfährt man viele Hintergründe und den Lebensalltag von Silje und Ayla. Gemeinsam unternehmen sie größere Wanderungen durch Norwegens unberührte und einsame Landschaften. Ayla freundet sich mit dem Hund Loke an und ist mit Silja mal verschmust wie ein Hund, mal bissig und wild wie Füchse von Natur aus sind.

Durch die Fotos erlebt man Ayla von ihrer Zeit als Welpe, bei den gemeinsamen Wanderungen mit Silje und mit dem Hund Loke. Die Bilder von Ayla als Welpen sind süß, doch die Aufnahmen als erwachsener Fuchs sind in Verbindung mit der einzigartigen Natur traumhaft.

Ein Wildtier als Haustier zu halten ist eine umstrittene Sache. Fakt ist, Silje hat diese Aufgabe mit allen Nachteilen (Gestank durch Markieren im gesamten Haus) und Gefahren (Füchse haben messerscharfe Zähne) auf sich genommen.

Ein Fuchs ist ein Wildtier, ein Einzelgänger und eher menschenscheu, doch wenn Füchse von klein auf bei Menschen leben, kann man sie durchaus an sich gewöhnen. Das beste Beispiel ist die Norwegerin Silje und ihr Fuchs Ayla. Den Welpen bekam sie von einer Nerzfarm und gewöhnte ihn liebevoll an sich und menschliche Nähe. Das ist schon eine sehr außergewöhnliche Freundschaft, bei der Silje aber auch auf einiges verzichten musste. Menschliche Kontakte pflegen ist zum Beispiel mit einem Fuchs, der aufs Sofa pinkelt und Einrichtungsgegenstände anknabbert nicht so einfach.
Doch Siljes Faszination und Liebe zu ihrer Ayla war ungebrochen, sodass sie sämtliche Einschränkungen und auch Bisse auf sich nahm. Diese Erlebnisse haben mich sehr gerührt.

Leiv Magnus Grøtte berichtet über die Besonderheiten im Umgang mit einem Fuchs, wie man ihn hält, ihn ernährt und pflegt und wie man mit ihm auch Ausflüge in die Natur unternehmen kann. Silje hat diese Zeit mit ihrem Fuchs genossen, sie hat die Natur mit anderen Augen gesehen, weil sie die Witterungen und Stimmungen von Ayla miterleben durfte.


Dieses emotionale Tierportrait zeigt, das eine große Freundschaft und Verbundenheit auch zwischen Mensch und einem Wildtier wie einem Fuchs möglich ist. Durch die entzückenden Fotos von Ayla vor der Norwegischen Naturkulisse kann man dieses Buch einfach nur genießen.

Für Tierfreunde ein ganz außergewöhnlich schöner Bildband zum Staunen und Genießen.