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Veröffentlicht am 05.06.2025

Der Traum von Schokolade

Das Haus der süßen Träume
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Im Atlantik Verlag erscheint der historische Roman "Das Haus der süßen Träume" von Giacinta Cavagna di Gualdana.

Mailand um 1910: Luigi Zaini will eine Schokoladenfabrik errichten, gemeinsam mit seiner ...

Im Atlantik Verlag erscheint der historische Roman "Das Haus der süßen Träume" von Giacinta Cavagna di Gualdana.

Mailand um 1910: Luigi Zaini will eine Schokoladenfabrik errichten, gemeinsam mit seiner Frau Olga erschafft er sich seinen Traum. Olgas Credo lautet »In der Liebe gibt es keine Opfer.« Und das gilt nicht nur für ihre eigene Familie, sondern auch für die Arbeiter in der Fabrik, die sich für den Betrieb engagieren und die Zaini-Schokolade hoch halten. Als Luigi 1938 noch recht jung verstirbt, übernimmt Olga Luigis Aufgaben und führt die Familie Zaini durch Italiens dunkelste Stunden.

Der Roman beruht auf der wahren Geschichte der Schokoladen-Dynastie und zeichnet ein lebendiges Bild der Familie Zaini und ihrer Angestellten mit Freud und Leid in dunklen Kriegszeiten. Doch vor allem verbreitet sich der sinnliche Genuss von Schokolade und lässt uns gedanklich eintauchen in verschiedene Kreationen.

Die Autorin entführt uns nach Mailand und erzählt die Geschichte einer der ältesten Schokoladenfabriken Mailands in einer Zeitspanne zwischen 1910 und 1946. Dabei lässt sie uns das Leben und den Zeitgeist spüren und verwebt Fiktion und wahre Begebenheiten zu einem schönen und fesselnden Roman, der auch die politische Entwicklung sichtbar macht. Wir lernen die unterschiedlichen Charaktere der Familie und Angestellten kennen, fühlen während ihrer Lebensprobleme mit ihnen und begleiten sie auf ihrem Weg. Allen voran die unerschrockene Olga, die gemeinsam mit Luigi die Fabrik aufbaut und später nach Luigis Tod 1938 als Fels in der Brandung ihre Familie durch schwere Zeiten führt.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil die Familienbelange authentisch nachfühlbar erzählt und die persönlichen Schicksale bildhaft und sehr glaubhaft mit Leben gefüllt werden. Man taucht in die Historie Mailands ein, erlebt die Schwierigkeiten in der Beschaffung von Rohstoffen für die Produktion, das Machtgebahren Mussolinis und den Faschismus, die politischen Veränderungen und Umbrüche und den Weg der Schokolade von der Tafel der Könige hin in die Häuser der allgemeinen Bevölkerung. Dies alles ist so herrlich flüssig und abwechslungsreich erzählt, dass ich das Buch gefesselt gelesen habe und wunderbar unterhalten wurde.

Interessant und sehr sinnlich werden die Inhalte der Schokoladenproduktion und die zeitlichen Veränderungen in der Modewelt präsentiert. Die Mode, die Olga elegant lebt und die uns anhand von Stoffen, Farben und Schnitten in bunten Bildern präsentiert werden. Der Geschmack und der Duft von Schokolade, die uns in vielen Varianten uns kurz vor die Nase gehalten wird. Da wird man beim Lesen schon richtig süchtig nach Schokolade.

Die facettenreiche Ausgestaltung der Figuren und die Hervorhebung der Charakterstärken und unterschiedlichen Talente sind der Autorin besonders gut gelungen. Es sind die starken Frauenfiguren, die das Leben in Kriegszeiten voran brachten und die Geschicke von Familien oder Betrieben leiteten.

Ein wunderschön erzählter, berührender Roman, der historische Vorgänge und das Leben in Mailand aufzeigt und dabei auch die Träume sichtbar macht, die die Hoffnung der Menschen aufrecht erhält, wenn das Schicksal es nicht so gut meint.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Oh là là, Christian Berkel!

Sputnik
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Christian Berkels Romanbiografie "Sputnik" erscheint im Ullstein Verlag.

Im Jahr 1957 startete der erste Satellit namens Sputnik in die Erdumlaufbahn, in diesem Jahr wurde Christian Berkel geboren. ...

Christian Berkels Romanbiografie "Sputnik" erscheint im Ullstein Verlag.

Im Jahr 1957 startete der erste Satellit namens Sputnik in die Erdumlaufbahn, in diesem Jahr wurde Christian Berkel geboren. Als "Sputnik" erzählt Berkel autofiktional aus seinem Leben, beginnend im Mutterleib, durch die Kindheit und Pubertät bis in seine 20er Jahre als seine Schauspielkarriere begann.

Wir erfahren vom schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern, die den zweiten Weltkrieg überlebt, aber immer noch traumatisiert sind. Seine Mutter Sala entstammte einer jüdischen Familie und war im Lager Gurs eingesperrt. Sein Vater Otto litt mehrere Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft.

Das Buch startet originell mit der befruchteten Eizelle im Körper der Mutter, wir erleben Sputniks Gedanken während seiner Geburt und folgen ihm durch seine Schulzeit in Berlin. Seine große Chance ist der Aufenthalt als Schüler in Frankreich, eine Zeit, die ihn prägen und reifen lässt auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Seine französischen Freunde führen ihn mit anderen Leuten zusammen, er nimmt Drogen und verliebt sich mehrfach und lässt uns an seinen Erfahrungen teilhaben. Das liest sich durch das erzählerische Können wirklich sehr unterhaltsam und auf eine gewisse Weise auch humorvoll, so wie im Grunde die ganze Geschichte einfach schön erzählt ist. Berkel möchte Schauspieler werden, bekommt aber trotz guter Französischkenntnisse keinen Platz an einer Schauspielschule in Frankreich. Also kehrt er nach Deutschland zurück und schafft es hier, es folgen einige Rollen an verschiedenen Theatern. Neben der Schauspielerei interessiert er sich für die Literatur und für Kunst. Doch viel interessanter erschienen mit die Einblicke in seinen Schauspielunterricht und die Vorgänge bei den Theaterproben. Denn das Theater wird Sputniks Welt, hier kann er sich austoben und sein Können zeigen.

Im dritten Teil des Buches fließen die Einflüsse der politischen Unruhen und gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland ein. Und es kommt zu einem speziellen Erlebnis als seine Eltern mit Freunden die TV-Verfilmung "Holocaust" ansehen und über ihre eigene Vergangenheit diskutieren.

Dieser Roman ist eine Art Coming of Age-Geschichte, die Berkel mit schriftstellerischem Können sehr abwechslungsreich und zeitweise auch poetisch erzählt und mit Inhalten füllt. Die biografische Erzählung stellt ihn uns bis zu seinen Jugendjahren vor, man darf also noch auf eine Fortsetzung hoffen.

Lesenswerte und intensiv erzählte autofiktionale Romanbiografie!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Interessant, aufklärend und beindruckend: Das geheime Leben der Wale!

Wir Wale
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Das Sachbuch "Wir Wale: Die Welt der Meeressäuger durch ihre Augen" von Fabian Ritter erscheint bei Penguin Bücher.

Der leidenschaftliche Walforscher und Meeresschützer Fabian Ritter bringt uns mit einem ...

Das Sachbuch "Wir Wale: Die Welt der Meeressäuger durch ihre Augen" von Fabian Ritter erscheint bei Penguin Bücher.

Der leidenschaftliche Walforscher und Meeresschützer Fabian Ritter bringt uns mit einem Perspektivwechsel die intelligenten Meeressäuger näher. Dabei fließen wissenschaftliche Erkenntnisse ein und wir erfahen, wie Wale und Delfine ihre Welt wahrnehmen, wie sie kommunizieren, spielen, lieben und Gefühle zeigen. Aber auch, wie wir Menschen diese Welt bedrohen.

"Wir sind mit Euch Menschen auf vielfältige Weise verbunden - und ihr mit uns. ... Die gute Botschaft lautet: Wir sind Euch ebenfalls zugewandt... Bevor wir uns Euch wohlwollend und ohne Zwang zuwenden können, müssen wir satt und ausgelassen gestimmt sein". Zitat Seie 229

Wale sind faszinierende Säugetiere, sie besitzen erstaunliche Fähigkeiten, sind sehr anpassungsfähig, leben in matriarchalischen Gesellschaften und sind erstaunlich soziale Tiere.

Der Biologe und Meeresschützer Fabian Ritter schildert uns aus der Wir-Perspektive wie Wale und Delfine handeln, leben und lieben und lässt uns damit in ihre Welt eintauchen. Dabei fließen wissenschaftliche Beobachtungen ein und er stellt detaillierte Beschreibungen des Verhaltens vor und erklärt uns, welche Gefahren für Wale und Delfine in ihrem Lebensraum begegnen und wofür der Mensch verantwortlich ist. Das Buch ist durchzogen von der Wertschätzung, die Ritter für diese Meeresbewohner hegt. In den Texten lernen wir das Verhalten der Tiere besser verstehen und ihre Lebensgewohnheiten näher kennen.

Die im Buch zu Wort kommenden Protagonisten sind: Großer Tümmler Buchelwal, Orca, Grindwal, Blauwal, Pottwal, Rauzahndelfin, Grauwal und Schweinswal. Zu den Texten gibt es zahlreiche Fotografien des Autors, die die Tiere in unterschiedlichen Lebensbereichen abbilden.

Die zahlreichen Informationen über die Seele und das Verhalten der Tiere lassen die Liebe und Wertschätzung des Autors für Wale und Delfine spüren. Er macht uns das Leben der Tiere, ihre Nahrungssuche, Gesänge und andere Besonderheiten verständlich und nachfühlbar und setzt sich weltweit für ihren Schutz ein.

Wenn wir uns in die Rolle dieser Meerestiere hinein denken, wird schnell deutlich, wie sehr sie durch menschliche Einflüsse gefährdet sind. Walfang, Gefangenschaft und die zunehmende Überfischung der Meere machen ihnen das Leben schwer.

Der Perspektivwechsel macht dieses Buch so interessant und fast nebenbei erfährt man viele wissenwerte Fakten über Wale und Delfin, die mit der besonderen Erzählweise nicht nur Faszination vermitteln, sondern für echtes Interesse für diese Meeressäuger sorgen.

Interessant, aufklärend und beindruckend: Eintauchen in das geheime Leben der Wale!

Veröffentlicht am 29.05.2025

Kunterbunt und richtig lustig!

Krakadu
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Britta Sabbag ist die Autorin vom Kinderbuch Krakadu aus dem Carlsen Verlag, das von Lisa Nollenberger wunderschön illustriert wurde.

Krakadu ist ein tollpatschiger Krake, der sicht bemüht, seine acht ...

Britta Sabbag ist die Autorin vom Kinderbuch Krakadu aus dem Carlsen Verlag, das von Lisa Nollenberger wunderschön illustriert wurde.

Krakadu ist ein tollpatschiger Krake, der sicht bemüht, seine acht Arme unter Kontrolle zu bringen, denn mit den Tentakeln bleibt er ständig irgendwo kleben. Wie gut, dass sein bester Freund, der kluge Seestern Dr. Prof ständig bei ihm ist, er klebt an ihm fest und begleitet ihn bei allen Abenteuern und Unternehmungen. Natürlich kabbeln sich die beiden Freunde auch mal, doch das ist bei besten Freunden ganz normal.


Bei diesem Kinderbuch fallen neben den wundervollen bunten Illustrationen beim Vorlesen sofort die witzigen Dialoge auf, die mit herrlichen Wortschöpfungen und Anspielungen auf Begriffe und Personen für viel Spaß sorgen. Allerdings können Kinder von fünf Jahren viele dieser Begriffe nicht verstehen, so wie "bedürfnisorientierte Beschwerdekultur". Auch Figuren wie "Ella Fischgerald" und "Grönehaier" können sie nicht realen Personen zuordnen. Hier haben die Eltern sogar mehr Freude beim Vorlesen und können sich über die vielen wortreichen Gags amüsieren.

Für die Kinder ist die Geschichte einfach eine Erzählung über Freunde, die ein Abenteuer erleben und sich so akzeptieren wie sie sind.

Besonders gelungen sind die witzigen und ungewöhnlichen Illustrationen von Lisa Nollenberger, die mich echt begeistert haben. Sie bildet die Meeresbewohner recht originell und doch mit erkennbarem realen Aussehen ab. Die Story stellt verschiedene Meeresbewohner vor und bringt damit Wissenswertes auch über Grönlandhaie mit.

"Krakadu" ist ein sehr lustiges und wortgewandtes Buch, bei dem Erwachsene ihre helle Freude an den schrägen Begrifflichkeiten haben und die Kinder die liebenswerten und etwas schrägen Figuren gerne bei ihrem Abenteuer begleiten.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Atmosphärisch erzählte deutsch-italienische Geschichte

Zypressensommer
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Im Rowohlt Verlag erscheint der Roman Zypressensommer von Teresa Simon (Brigitte Riebe).

Nach dem Tod ihres Großvaters Gianni möchte die Goldschmiedin Julia Matthiesen seine Heimat erkunden und reist ...

Im Rowohlt Verlag erscheint der Roman Zypressensommer von Teresa Simon (Brigitte Riebe).

Nach dem Tod ihres Großvaters Gianni möchte die Goldschmiedin Julia Matthiesen seine Heimat erkunden und reist zum ersten Mal ins toskanische Dorf Lucignano, aus dem Gianni stammte. Sie stösst auf ein altes Familiengeheimnis, das in die Zeit der Resistenza führt und ihr den Kampf der Partisanen näher bringt. Von ihren Großvater hat sie darüber nie etwas erfahren.

Die zauberhaft schöne Landschaft der Toscana begeistert Julia und gemeinsam mit dem attraktiven Matteo Conti forscht sie in Giannis Vergangenheit und seiner Familiengeschichte. Dabei stösst sie auf die beiden Olivenbauern Vito und Gianni und auf eine tragische Liebesgeschichte.

Zypressensommer enthält Erlebnisse aus zwei Zeitsträngen, die Gegenwart und die 1940er Jahren. Dabei wird von Julias Reise erzählt und aus den Kriegsjahren in Italien, in denen sich der italienische Widerstandskampf der Partisanen entwickelte, wo sich auch Frauen (Giulia) beteiligten.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Julia, Gianni und Giulia und es entspinnt sich eine authentische, emotionale und spannend erzählte Geschichte, die mich bis zum Ende gefesselt hat.

Teresa Simon schreibt einfach wunderbar flüssig, geschickt lässt sie den zeitgeschichtlichen Hintergrund, der mit der schlimmen Vergangenheit der Besatzer einhergeht, in ihre Geschichte einfließen und bringt mit dem wunderschön geschilderten landschaftlichen Setting und der italienischen Lebensweise unterhaltsame Elemente ein, die mich beim Lesen gefühlt in die Toscana reisen ließen. Julias Spurensuche habe ich gerne begleitet, sie wuchs mir als sympathische Protagonistin ans Herz, die nicht von persönlichen Vorteilen geleitet wird, sondern ihre Wurzeln und die italienische Familie kennen lernen möchte.

Die geschichtlichen Hintergründe erläutert Teresa Simon noch einmal im Anhang, diese Einblicke schätze ich besonders, weil sie als Historikerin die Zusammenhänge ganz wunderbar erklären kann. In diesem Zusammenhang habe ich Giannis Schicksal besonders interessant empfunden, als sich Italien 1943 den Allierten anschloss und den Pakt mit Hitler aufkündigte, wurde Hundertausenden Italiener nach Deutschland verschleppt, um dort als Zwangsarbeiter tätig zu sein. Gianni hat in der Fischräucherei hart gearbeitet, Hass ertragen und in Deutschland die Liebe und seinen eigenen Weg gefunden. Die Schicksale der Zwangsarbeiter waren von Hunger und Leid geprägt, einige starben und einge kehrten in ihre Heimat zurück. Dieses Kapitel des Krieges wird selten in Romanen beschrieben, Teresa Simon würdigt mit ihrer authentischen Sichtweise die Zwangsarbeiter auf ihre Weise.

Dieser Roman hat mich mit seiner Familiengeschichte mitgerissen, die historischen Einblicke in das Wirken der Resistenza und die bewegenden Schicksale der italienischen Militärinternierten in Deutschland haben mich nachaltig beschäftigt und sehr berührt.

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