Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2018

Von der Idee her super, die Umsetzung nicht ganz so

Escape Room - Nur drei Stunden
0

Morgan Shepard ist ein bekannter TV- Star mit einem Suchtproblem. Er wacht gefesselt in einem fremden Hotelzimmer auf. Mit ihm befinden sich fünf weitere Menschen und eine Leiche im Raum. Der Tote ist ...

Morgan Shepard ist ein bekannter TV- Star mit einem Suchtproblem. Er wacht gefesselt in einem fremden Hotelzimmer auf. Mit ihm befinden sich fünf weitere Menschen und eine Leiche im Raum. Der Tote ist Morgans langjähriger Psychiater. Was für ein Spiel wird hier gespielt? Es ist ein mörderisches Spiel und Shepard hat nur 3 Stunden Zeit, den Mörder unter den Anwesenden zu finden. Ansonsten werden alle sterben. Die Zeit rennt.

Chris McGeorge hat mit diesem Thriller berühmten Vorbildern wie Agatha Christie und Arthur Canon Doyle nachgeeifert. Er benutzt die Krimikunst des "Locked Room", also einem verschlossenen Raum. Von der Grundidee her sorgt die Handlung wirklich für neugierig machende Spannung.


Allerdings ist sein Ermittler Morgan Sheppard durch seine Drogenprobleme nicht halb so überzeugend wie die historischen Figuren.

Morgan versucht gegen den zeitlichen Druck Klarheit über die anwesenden Figuren zu bekommen, zwischendurch taucht er in Rückblicken in seine eigene Vergangenheit ein und man erfährt vom zweifelhaften Ruhm dieses Promis.


Die dargestellten Figuren sind grundverschieden, aber ohne große Tiefe gezeichnet, sie sind ziemlich austauschbar und blass und keine Person konnte mich näher fesseln.

Insgesamt bekommt die Geschichte einen ziemlich konstruierten Anstrich und ich finde auch die Rückblenden, die zeitlich völlig ungeordnet erfolgen, nicht gerade hilfreich. Genaue Zeitangaben sind Orientierungspunkte, die man für die Aufklärung einfach benötigt.

Für mich ist der Anreiz des Miträtselns eigentlich das verlockende Ziel in solchen Büchern, hier wird man durch die Spurensuche in Sheppard's Vergangenheit aber hilflos allein gelassen und bekommt den Täter dann noch lange vor dem Ende präsentiert.

Trotzdem hatte die Story eine Grundspannung, ich wollte sehen, ob jemand fliehen kann oder wie der Täter letztendlich entlarvt würde.

Überzeugt hat mich der klare und situationsbeschreibende Schreibstil, einige Szenen sind zwar gewalttätig, aber doch recht unblutig gezeigt. Man ist betroffen vom Zeitdruck, von der Ausweglosigkeit der Lage der Gefangenen und deren Angst vor dem nahenden Ende, das sorgt hier für Interesse und Anteilnahme.



Dieser Thriller punktet mit der klassisch interessanten Grundidee des Locked Room. Es hätte aber noch besser und unheimlicher umgesetzt werden können

Veröffentlicht am 10.10.2018

Die mittelalterliche Unterhaltungsreihe geht weiter

Die Wanderhure und die Nonne
0

Auch im siebten Teil der Buchreihe muss die ehemalige Wanderhure Marie einige Abenteuer bestehen. Sie reist mit Tochter Trudi und der Nonne Ignatia auf die Burg des Grafen Ernst von Herrenroda und dieser ...

Auch im siebten Teil der Buchreihe muss die ehemalige Wanderhure Marie einige Abenteuer bestehen. Sie reist mit Tochter Trudi und der Nonne Ignatia auf die Burg des Grafen Ernst von Herrenroda und dieser Besuch wird ihnen fast zum tödlichen Verhängnis. Es kommt zu einem Überfall, bei dem ein Teil der Familie blutig abgeschlachtet wird, Ignatia wird schwer verletzt, doch Marie und Trudi kommen unverletzt davon und retten die Nonne vor ihrem sicheren Tod auf der Burg. Ihre Flucht führt sie in einen Wald, wo sie in die Hände von Waldräubern gelangen.


Währenddessen nutzt der Domherr Guntram von Ebrach die Gunst der Abwesenheit Maries und Michels, der in einen Krieg gezogen ist, und hat sich in Kibitzstein eingenistet.

Die Handlung dieses Romans ist von Kampfhandlungen durchzogen und die Gefährdung Maries und ihrer Tochter sorgt für abenteuerliche Spannung. Mehrfach entkommen sie ihren Häschern, werden gefangen genommen, können sich verstecken und bekommen rettende Hilfe.

Marie wird wieder viel abverlangt, ihr gelingt jedoch das scheinbar Unmögliche, sie hat heilende und chirurgische Fähigkeiten und auch ihre Tochter beweist Klugheit, Tatkraft und Mut. Diese Heldenfiguren wirken schon recht übertrieben, mich hat es jedoch nicht sehr gestört.

Ignatia ist zunächst eine fromme Betschwester, doch sie entwickelt sich im Laufe der Handlung zu einer Frau, die Männern durchaus zugeneigt ist.

Die Rolle der Frau ist im Mittelalter selbstverständlich dem Manne untertan und manchmal auch regelrecht Freiwild. Das zeigen einige Szenen überaus deutlich.

Wie sehr Besitztümer, Ländereien, Städte und Burgen in dieser Zeit immer wieder Ziele von übergriffigen Machthabern wurden, wird in diesem Buch sehr klar. Friedliche Zusammenschlüsse wurden meistens durch Eheschliessungen erreicht, die dann den Besitz vergrößern sollten.


Eine Unstimmigkeit ist unbedingt erwähnenswert: In Teil 5 der Reihe sind die Kinder von Marie schon älter und sogar verheiratet, chronologisch passt hier also der Inhalt von Band 7 überhaupt nicht.


Dieser Roman ist wieder ein typischer Mittelalterroman, es wird gemordet, geraubt, geschändet und geplündert. Das mittelalterliche Bild wird hier stimmig umgesetzt und dank der Hauptfigur Marie endet auch dieser Band wieder für die Familie Adler im Guten.

Veröffentlicht am 10.10.2018

Willkommen in der Welt der Dinosaurier.

Dinosaurier
0

Vor vielen Millionen Jahren bevölkerten zig Arten von Dinosaurieren die Erde. Riesenechsen beherrschten das Leben an Land, Flugsaurier zogen in der Luft ihre Kreise und im Wasser lebten Plesiosaurier mit ...

Vor vielen Millionen Jahren bevölkerten zig Arten von Dinosaurieren die Erde. Riesenechsen beherrschten das Leben an Land, Flugsaurier zogen in der Luft ihre Kreise und im Wasser lebten Plesiosaurier mit Furcht einflößenden Zähnen. Über 300 Dinosaurier-Arten werden hier vorgestellt. Dazu gehören natürlich der berühmt berüchtigte Tyrannosaurus Rex, der Triceratops und viele andere Arten, die von Archaeopteryx bis Zephyrosaurus hier alphabetisch erfasst sind.


Willkommen im der Welt der Dinosaurier. Dieses Lexikon umfasst über 300 Arten von Dinosauriern, alle jemals von Wissenschaftlern erfassten Arten.

Vor vielen Millionen Jahren wurde die Erde von Dinosauriern bevölkert. Furchterregende Riesenechsen beherrschten das Leben an Land. Am Himmel zogen Flugsaurier ihre Kreise, während Plesiosaurier mit Furcht einflößenden Zähnen in den Meeren auf Jagd gingen.


Dinosaurier üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus, diese prähistorischen Lebewesen hat noch nie ein lebender Mensch je zu Gesicht bekommen. Wissenschaftler können das Aussehen der Dinos, ihre Lebensweise und ihr Verhalten nur anhand der gefundenen Knochenfunde rekonsturieren.


In diesem Lexikon findet sich die erstaunliche Menge von über 300 Arten, die mit bunten Ansichten geordnet von A - Z dargestellt werden. Das zeigt die Vielfalt und die große Bandbreite an Dinosauriern, die sich in Fleisch- und Pflanzenfresser, Meerestiere und Flugtiere aufgliedern.

Eine Einleitung erklärt, wann die Dinosaurier lebten, warum sie ausstarben und was wir heute über sie wissen. Wir erfahren wie Fossilien entstehen und auf einem Zeitstrahl wird kindgerecht ein Überblick über die Erdzeitalter gezeigt. Die einzelnen Dinosaurier werden mit einem kurzen Text von den Experten des Londoner Natural History Museum vorgestellt und Kinder erfahren die wichtigsten Daten und Fakten zu den Urzeitriesen. Größe, Ernährung und Fundort werden beschrieben.


Für Kinder finde ich hier sehr gelungen, dass es zu den lateinischen Namen der Dinosaurier eine Übersetzung gibt. Der Name verrät häufig optische Merkmale oder auch schon mal den Entdecker dieser Art, wie es bei der Art "Liliensternus" der Fall ist. Die Bilder sind leicht bunt und nicht sehr naturalistisch, dadurch sind sie nicht so Furcht erweckend und für Kinder kein Schreckensszenario.



Dieses Buch ist ein umfangreiches Lexikon der ganz besonderen Art für alle großen und kleinen Dino-Fans. Umfassend, informativ und übersichtlich aufgebaut. Willkommen in der Welt der Dinosaurier.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Eine ganz besondere Zeitreise über die Gestalt der Erde

Seit wann ist die Erde rund?
0

Heutzutage kennen schon unsere Kinder die Form der Erde. Dieses Wissen war vor Menschengedenken aber noch lange nicht selbstverständlich. Eskimos stellten sich die Erde als eine Insel aus Eis vor, für ...

Heutzutage kennen schon unsere Kinder die Form der Erde. Dieses Wissen war vor Menschengedenken aber noch lange nicht selbstverständlich. Eskimos stellten sich die Erde als eine Insel aus Eis vor, für Christoph Columbus war die Welt wie eine Birne geformt und zahlreiche Kulturen hatten ihre eigenen Vorstellungen über die Gestalt unseres Planeten.

Guillaume Duprat vereint in diesem kunstvoll gestalteten Kinderbuch die verschiedenen Vorstellungen der Menschheit von unserem Planeten. Anhand von erklärenden und gut verständlichen Texten und zahlreichen ausdrucksvollen Bildern und Klapptafeln bekommt man einen umfassenden Eindruck und befindet sich auf einer einzigartigen Zeitreise von der Frühzeit bis heute.


Die Erde liegt uns Menschen am Herzen, wir fragen uns nach dem Aufbau, dem Inhalt und der äußeren Form unseres Heimatplaneten. Wenn ihr Kind sich für die Erde interessiert, wird auch die Frage nach ihrer Form und Gestalt aufkommen. Diese Frage beschäftigte die Menschen seit Menschengedenken und Jahrtausenden, jede Epoche oder Kultur hatte früher ihre eigenen Ansichten.

Mal war die Erde in der Vorstellung dreieckig wie bei den Indern und Indianern, rechteckig, quadratisch oder auch mal eine Scheibe. Herakles, Odysseus und Jason lebten im 8. Jhr. v. Chr. und waren von der Scheibe überzeugt. Doch es gibt auch Menschen, die sich in einer Wasserwelt, Gebirgswelt oder in einer Luftwelt wähnten.

Lange vor Christi Geburt glaubten die Perser, dass im Mittelpunkt der Erde ein Berg stünde. Die Wikinger gingen lange später im 11. Jahrhundert davon aus, dass ein Weltenbaum den Mittelpunkt der Erde bildet.

Die jeweiligen Weltbilder geben Aufschluss über die Denkweisen und werden in einen Zusammenhang mit der jeweiligen Kultur gebracht. So gilt für die Moslems Mekka als Mittelpunkt der Welt und für die Christen Jerusalem. Mit dieser Vorstellung hat jede Religion ihre eigene Sichtweise entwickelt.

Durch die unterschiedlichen Anschauungen lernen wir im Buch auch die verschiedenen Kulturen zu entdecken. Die Klapptafeln ermöglichen einen Blick ins Erdinnere, dass die Vorstellungen damals noch mehr änstigte als heutzutage.

Erwähnt werden auch Philosophen, Gelehrte und Astrologen, die mit ihren Forschungen die Wissenschaft immer weiter trieben.
Wir lernen Gelehrte aller Zeitalter kennen und erfahren und sehen ihre Ansichten, so wie von Isidoro von Sevilla (6. Jhr.), Ibn Haukal (Syrien 10. Jhr.) oder dem Benediktinermönch Ranulf Higden (England 14. Jhr.).

Dieses Buch ist aufwändig und kunstvoll gestaltet und man kann es spielerisch erleben wie die Ansichten über die Form der Erde sich im Laufe der Menschheit geändert haben.
Als Altersklasse empfehle ich dieses Buch Kindern ab 8 Jahren.


Für Eltern und Kinder eine erstaunliche und wissenswerte Entdeckungsreise über die Form unseres Planeten. Dabei wird auch Interesse für alte Kulturen, Entdecker, Gelehrte und Seefahrer geweckt. Dieses kunstvoll bebilderte Buch sorgt für einige Überraschungen durch die vielen Klappseiten. Es eignet sich als Geschenk ganz wunderbar.

Veröffentlicht am 07.10.2018

Diese kulinarische Reise macht richtig Appetit und Lust auf einen Urlaub.

Provenzalischer Genuss
0

In Sophie Bonnets Provence-Krimis lernt man durch den Ermittler Pierre Durand, wie sehr die Esskultur das Leben der Franzosen bestimmt. Sie kam der Bitte ihrer Leser nach, schrieb ein Kochbuch mit den ...

In Sophie Bonnets Provence-Krimis lernt man durch den Ermittler Pierre Durand, wie sehr die Esskultur das Leben der Franzosen bestimmt. Sie kam der Bitte ihrer Leser nach, schrieb ein Kochbuch mit den Gerichten der Provence und zeigt auf ihrer kulinarischen Reise in fünf Kapiteln die jeweiligen Landschaften und Schauplätze ihrer Krimis. Mit wunderschönen Bildern und kleinen Anekdoten über die Region und deren kulinarischen Spezialitäten wird das Buch nicht nur zum Rezeptbuch, sondern auch zu einem ganz besonderen Reiseführer durch die Provence.


Dieses großformatige Buch bietet eine Auswahl von 75 Rezepten, die man so landestypisch in der Provence genießen kann, die aber auch hierzulande für perfektes Essen sorgen.

Es ist eine gelungene Mischung von Kochrezepten, Esskultur der Franzosen und einem Einblick in die jeweilige Region dieser wunderschönen Gegend in Südfrankreich.

Schon allein die Bilder sind ein Traum. Diese kulinarische Reise macht richtig Appetit und Lust auf einen Urlaub.

Die Informationen zu den Landschaften und die Besonderheiten zu Kultur, Geschichte und Geografie machen dieses Buch zu einem wunderbaren Geschenk für Francophile Menschen.


Die Autorin gibt kleine Einführungen zu den jeweiligen Regionen, erklärt die typischen Besonderheiten und die speziellen Einflüsse der Zutaten. Man lernt gleichzeitig über die Provence hinzu und bekommt mit hübschen Naturaufnahmen und Ansichten von Stadtbildern einen näheren Eindruck und kann einfach nur staunen und von Land und Leuten träumen.

Gleichzeitig kann man Pierre Durands Krimis von Region zu Region verfolgen, denn seine Krimis spielen genau hier.

Nehmen wir zum Beispiel die Hochprovence. Von dort kennt man die einzigartigen Anblicke der berühmten Lavendel- und Sonnenblumenfelder, wohin das Auge schaut. Ziegenkäse ist eine Spezialität dieser Region. Tomatentartar, Aioli mit Gemüse und Fisch oder doch lieber Lammkeule, grüne Bohnen und Apfelauflauf? Die Auswahl fällt schwer.

Hier noch ein paar Appetitmacher:

Auberginencreme und Taboulé

Zitronenhähnchen und Safranreis mit Garnelen

Hack-Kartoffelbrei-Auflauf

Ratatouille und Zitronentarte

Bouillabaisse und Dorade

Ein übersichtliches Rezeptregister auf Deutsch und auf Französisch und Vorschläge für komplette Menüs runden das Buch perfekt ab.


"Ein Provenzalischer Genuss par excellence", so hätte das Buch von Sophie Bonnet auch heißen können. Man lernt die Region mit ihren entsprechenden Spezialtäten kennen und bekommt beim Anblick der toll in Szene gesetzten Gerichte sofort Appetit und Fernweh. Eine hervorragende Werbung für die Provence, aber auch für die wunderbaren Krimis der Autorin.