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Veröffentlicht am 26.03.2025

Lehrreiches Sachbilderbuch, das Interesse weckt!

Tricksen, Täuschen, Tarnen
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Im Tulipan Verlag erscheint für Kinder ab vier Jahren das Sachbilderbuch Tricksen, Täuschen, Tarnen von Babette Pribbenow mit Illustrationen von Rinah Lang.

Tiere haben erstaunliche Tricks auf Lager, ...

Im Tulipan Verlag erscheint für Kinder ab vier Jahren das Sachbilderbuch Tricksen, Täuschen, Tarnen von Babette Pribbenow mit Illustrationen von Rinah Lang.

Tiere haben erstaunliche Tricks auf Lager, um sich vor Feinden zu schützen oder um sich selbst ungesehen an ihre Beute heran zu machen. Manche erwecken mit ihrem Äußeren den Eindruck, ein anderes, gefährliches oder ungefährliches Tier zu sein. Diese Täuschung nennt man Mimikry und findet sie sowohl bei Beutetieren, als auch bei Räubern.

Die Schwebfliege sieht zur Abschreckung einer gefährlichen Wespe täuschend ähnlich und entgeht damit einigen Feinden. Der Seeteufel sieht auf dem Meeresboden aus wie ein mit Algen besetzter Stein und lockt mit seiner Angel Beutetiere heran.

Das Chamäleon ist ein Meister der farblichen Verwandlung und passt sich geschickt an seine Umgebung an. Diese Form der Tarnung nennt man Mimese und wird auch vom Fetzenfisch und vom Polarfuchs genutzt.

Manche Tiere sind besonders auffällig und farbprächtig und deuten damit auf ein wehrhaftes Verhalten hin. Ein Beispiel dafür sind die Pfeilgiftfrösche im Amazonas-Regenwald.

Richtig gut gefallen mir die Abbildungen der Tiere und Pflanzen, sie kommen den Originalen sehr nahe. Geschickt vermittelt die Farbwahl des Hintergrundes den natürlichen Eindruck von Blumenwiese, Regenwald, Unterwasserwelt oder verschneiter Landschaft.

Dieses Buch stellt viele Tarn- und Verwandlungskünstler aus dem Tierreich vor, die zu ihrem Schutz oder zum besserem Beutefang bestimmte Tricks entwickelt haben. Man erfährt interessante Fakten zu Zweihöcker-Spinnenfressern, Glühwürmchen, Feuerfisch oder Oktopuss, manche Inhalte sind sehr einzigartig und erfordern biologisches Interesse und Wissen, was bei Kleinkindern noch nicht entsprechend vorliegt.

Vom inhaltlichen Anspruch her erscheinen mir die Texte für die Altersklasse ab vier Jahren etwas hoch gegriffen. Besser gelingt die Wissensvermittlung durch die den naturnah gestalteten Bilder, sie vermitteln optisch die speziellen Tarn- und Täuschungstricks recht eindeutig.

Ein thematisch gut aufbereitetes Sachbuch über Mimikry und Mimese, die an mehreren Beispielen aus dem Tierreich interessant erläutert wird. Um diese Fakten gut zu verstehenen, würde ich die Altersklasse allerdings um einige Jahre nach oben korrigieren.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Ein tiefgründiger Roman über Wendungen des Lebens!

Flusslinien
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Katharina Hagenas Generationenroman Flusslinien erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.

Margrit war früher Atemtherapeutin und Stimmbildnerin, sie ist 102 Jahre alt und lebt in einer Seniorenresidenz nahe ...

Katharina Hagenas Generationenroman Flusslinien erscheint bei Kiepenheuer & Witsch.

Margrit war früher Atemtherapeutin und Stimmbildnerin, sie ist 102 Jahre alt und lebt in einer Seniorenresidenz nahe der Elbe. Täglich bringt sie ihr Fahrer Arthur in den Römischen Garten, wo sie beim Anblick der Elbe ihre Gedanken in die Vergangenheit schweifen lässt. Sie hat viel erlebt und denkt an ihre Jugend zurück, an die Kriegsjahre und an die Beziehung ihrer Mutter Johanne zu einer anderen Frau. In dieser Zeit sucht Arthur mit einem Metalldetektor das Flussufer ab. Margrits Enkelin Luzie hat kurz vor dem Abi die Schule abgebrochen, sie möchte Tätowiererin werden. Alle drei Figuren haben ihre persönlichen Geheimnisse und Traumata, die ihnen zusetzen.
In "Flusslinien" begleiten wir Margrit, Arthur und Luzie über einen Zeitraum von zwölf Tagen und tauchen in ihre Gedanken und tiefsten Geheimnisse ein. Katharina Hagena hat eine erzählerische Kraft, die mich besonders mit den zwölf Beschreibungen der Atmosphäre des Elbstrandes fasziniert hat. Die Elbe ist die Lebensader der Geschichte, die die Lebensgeschichten der Figuren miteinander verbindet.

Für mich war Margrit die interessanteste Figur im Roman, sie besitzt trotz ihres Alters noch erstaunlich viel Lebenskraft. Als frühere Atemtherapeutin bestimmt die Atmung ihr Innerstes und während ihrer Erzählperspektive konnte ich gut mit ihr fühlen. Bei ihren täglichen Besuchen des Römischen Gartens erinnert sich sie an Else Hoffa, die Schöpferin des Gartens und gleichzeitig Geliebte ihrer Mutter. Doch sie denkt auch an die Kriegstage in Hamburg, an Menschen, die verschwanden und nie wieder kehrten. Und sie sorgt sich um ihre Enkelin Luzie, weil die aktuellen gesellschaftlichen Probleme sie auch an früher erinnern.

Durch die Erzählweise, die zwischen Margrits, Luzies und Arthurs Perspektive wechselt, tauchen wir in die unterschiedlichen Geschichten ein, die das Leben am Fluss geprägt haben. Nicht nur die Vergangenheit hatte dunkle Schatten, auch die Jugend erfährt schlimme und prägende Erlebnisse, die wie bei Luzie und Arthur schon traumatische Auswirkungen haben. Nach und nach taucht man in die verschiedenen Geheimnisse ein, so wird der Roman zu einer nebulösen Geschichte, aus der die Vorgänge allmählich sichtbar werden und aus dem Nebel aufsteigen.

Aufgrund der sich langsam öffnendem Sichtweise hat mir "Flusslinien" sehr gut gefallen, trotzdem führten mich einige Szenen zu weit über die eigentliche Handlung hinaus und ich hätte auf diese Längen verzichten können. Ich konnte auch nicht nachvollziehen, dass sich Margrit von Luzie eine Tätowierung in Form von Flusslinien stechen lässt und bis auf die Verbindung zur Elbe fand ich es etwas unglaubwürdig.


Die unterschiedlichen Perspektiven lassen tiefe Einsichten in die drei Schicksale zu und verleihen dem Roman eine tiefgründige Aussage, die zum Nachdenken anregt. Für mich war besonders die gegenseitige Beziehung der Protagonisten ein schöner Aspekt, der das Buch zu einer warmherzigen Geschichte gemacht hat.

Ein tiefgründiger Roman mit vielen Facetten, auf den man sich einlassen muss, damit er seine volle Wirkung entfalten kann!

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Dieser Cosy-Crime konnte mich nicht fesseln!

Mord im Chateau
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Im Rowohlt Verlag erscheint der Kriminalroman Mord im Chateau von Ian Moore, es ist der dritte Band der Reihe Ein Brite in Frankreich.

Der Brite Richard Ainsworth führt eine kleine Pension im Loiretal, ...

Im Rowohlt Verlag erscheint der Kriminalroman Mord im Chateau von Ian Moore, es ist der dritte Band der Reihe Ein Brite in Frankreich.

Der Brite Richard Ainsworth führt eine kleine Pension im Loiretal, in der sich eine Filmcrew eingemietet hat. Sie drehen im benachbarten Château de Valençay einen historischen Film, was Richard als promovierten Filmhistoriker begeistert. Aber dann stirbt plötzlich ein Schauspieler unter merkwürdigen Umständen. Richard und Valérie haben inzwischen ein Detektivbüro und arbeiten als Sicherheitsteam am Drehort, diese Gelegenheit kommt ihnen gelegen, um undercover zu ermitteln. Dabei kommen sie einigen Intrigen und Streitigkeiten auf die Schliche. Der Täter muss unter den Filmleuten sein!

Richard und Valérie sind als Sicherheitsleute zum Schutz der Filmcrew engagiert. Valéries Nichte wird angeblich von einem Stalker verfolgt und bedroht und dann stirbt ein Statist im stolzen Alter von 102 Jahren, doch ihn traf kein natürlicher Tod. Kurz darauf gibt es ein weiteres Opfer, das stärkt den Verdacht, das hier doch ein Mord vorliegen könnte.

Dies ist mein erstes Buch der Reihe und ich habe viel Aufmerksamkeit darauf verwendet, um bei der Vielzahl an Figuren den Überblick zu behalten und die Beteiligten und ihre Beziehungen zueinander richtig einordnen zu können. Ein Personenregister wäre durchaus hilfreich gewesen. Die Charaktere sind bunt gemischt, teilweise recht skurril, kamen mir bis auf die liebenswerten Figuren Richard und Valérie leider nicht sehr nah. Dabei enthält die Handlung amüsante Szenen mit britischem Wortwitz und der undurchsichtige Fall scheint interessant und wird stimmig gelöst. Leider hat mich aber die doch recht langatmige Aneinanderreihung von endlosen Gesprächen und belanglosen Szenen der zahlreichen Figuren irgendwann nicht mehr gefesselt.

Einziges Highlight sind Richards Kämpfe, die er mit dem Pfau im Schlosshof abhält. Ansonsten hat sich mir der rote Faden im Krimi nicht so recht erschlossen, er scheint zwischen den abschweifenden Erzählungen auf der Strecke geblieben zu sein. Irgendwann verlor sich mein Interesse für den wahren Mörder und das Tatmotiv, trotzdem habe ich geduldig bis zum Ende gelesen.

Leider konnte mich der Fall nicht fesseln!

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Lustiges Vorleseabenteuer

Känguru Knickohr – Huhu, Känguru! Was hörst denn du?
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Bei Penguin Junior erscheint Britta Sabbags Bilderbuch "Känguru Knickohr – Huhu, Känguru! Was hörst denn du?" mit lustigen Illustrationen von Igor Lange.

»Aufwachen, mein Schatz!«, ruft Mama Känguru ...

Bei Penguin Junior erscheint Britta Sabbags Bilderbuch "Känguru Knickohr – Huhu, Känguru! Was hörst denn du?" mit lustigen Illustrationen von Igor Lange.

»Aufwachen, mein Schatz!«, ruft Mama Känguru am Morgen. Doch Knickohr, das kleine Känguru, hört anscheinend nicht und kuschelt weiter. So geht es den ganzen Tag über, alles was Mama Känguru sagt, versteht Knickohr völlig anders. Und das hat einen guten Grund, es hört nur, was es hören will, denn damit wird der Tag ganz nach Knickohrs Geschmack.

Britta Sabbags gut verstängliche und schön gereimte Texte rund um Alltagserlebnisse von Knickohr machen das Buch für Klein und Groß zu einem humorvollen Leseerlebnis. Kleinkinder können sich gut in das Kängurukind hineinversetzen und merken natürlich, dass es nicht hören will. Jeder Frage oder Aufforderung von Mama Känguru steht eine "unerwartete" Antwort von Knickohr gegenüber. Auch an die Kinder wird stets die Frage danach gestellt, was Knickohr wohl verstanden hat. So müssen die Kinder sich überlegen, was Mama wohl eigentlich gemeint hat.
Man muss einfach schmunzeln, wie Knickohr seine Mama auszutricksen versucht, um seine Wünsche durch zu setzen und es ist wohltuend zu sehen, wie liebevoll sich Mama diese kleinen Frechheiten gefallen lässt.


Die bunten Bilder zeigen erkennbare Mimik, was mir sehr gefällt und sie verbreiten gute Laune, indem sie die Aktivitäten von Knickohr und seinen Freunden sichtbar machen. Da wird gehopst, gesprungen, gegessen, gekuschelt und eine Kissenschlacht gemacht, dass es eine wahre Freude ist.

Ein lustiges Buch zum Vorlesen und gemeinsam Entdecken der vielen kleinen Hörfehler vom Känguru!

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Eine Zeitreise in die 90er Jahre!

Das Leben fing im Sommer an
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Bei Kiepenheuer & Witsch erscheint Christoph Kramers Coming-of-age Roman Das Leben fing im Sommer an.

Im heißen Sommer 2006 erhitzt die Fußballweltmeisterschaft die Gemüter, damals war Chris Kramer gerade ...

Bei Kiepenheuer & Witsch erscheint Christoph Kramers Coming-of-age Roman Das Leben fing im Sommer an.

Im heißen Sommer 2006 erhitzt die Fußballweltmeisterschaft die Gemüter, damals war Chris Kramer gerade 15 Jahre alt und stand an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Die Zeit ist erfüllt von abendlichen Treffen mit Freunden auf den Dach einer alten Scheune, tagsüber schläft er im Freibad und träumt von einer Karriere als Fußballprofi. Den Teenager treibt die Suche nach sich selbst um, er hasst seine Pickel und möchte endlich eine Freundin haben. Dann tritt mit Debbie das schönste Mädchen in sein Leben und mit ihr erlebt er eine emotionale Achterbahnfahrt, die ihn hoch hinaus trägt, aber auch tief fallen lässt. Mit seinen Freunden erlebt er einen nächtlichen Roadtrip, der ihm zeigt, wie es sich anfühlt, ausgelassen zu leben.

Da ich mich nicht für Fußball interessiere, war mir Christoph Kramer nicht bekannt.

In dieser Geschichte erzählt Christoph Kramer von drei Tagen im Sommer 2006, die seine persönliche Wende ins zukünftige Leben markierten. Mit viel Einfühlungsvermögen und dem Gespür für das Erwachsenwerden beschreibt er seine Erlebnisse mit Freunden im Schwimmbad, den ersten Kuß und ein Abenteuer der besonderen Art.

Die Erzählweise ist gut zu lesen, manche Erlebnisse finde ich zu auserzählt, doch das ist ja Geschmacksache. Man kann die gezeigten Gefühle, Ängste und emotionalen Momente gut nachvollziehen und erlebt einen Teenager mit Träumen, der seinen Platz im Leben sucht und zwischen Unsicherheit und dem Wunsch nach Anerkennung gefangen ist. Besonders authentisch finde ich die Beschreibung der Freundschaft zu seinen Jungen in der Nachbarschaft. Sie unterstützen ihn und stärken ihm das Selbstbewusstsein während der pubertären Zweifel. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich nicht so recht weiß, was ich von dem nächtlichen Roadtrip glauben kann und soll.

Das Buch war nicht gerade das, was ich sonst lese und doch habe ich die Erzählweise und einige Phrasen der Selbstreflexion genossen.

Diesen Coming-of-age-Roman empfehle ich allen jüngeren Semestern aus den 90ern, weil viele Erlebnisse diese Zeit widerspiegeln und jüngere Leser mehr damit anfangen können als ältere.
Christoph Kramer reflektiert den Sommer 2006 mit dem Fußballmärchen, sein Leben und die Liebe.

Eine berührende Zeitreise in die 90er Jahre, die noch Potential nach oben hat!

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