Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2025

Gemeinsam sind wir stark!

TÖRÖÖÖÖ! FIIIEEEP! Klein und Groß trompeten los!
0

Bei Penguin Junior erscheint das Bilderbuch Klein und groß trompeten los! von Eva Hierteis mit Illustrationen von Andrea Stegmaier für Kinder ab vier Jahren.

Der kleine Elefant und die Maus haben ein ...

Bei Penguin Junior erscheint das Bilderbuch Klein und groß trompeten los! von Eva Hierteis mit Illustrationen von Andrea Stegmaier für Kinder ab vier Jahren.

Der kleine Elefant und die Maus haben ein Problem, sie kommen gegen das laute Getröte der Elefantenherde einfach nicht an! Mit ihrer fiepsig-leisen Stimme kann sich die Maus einfach kein Gehör verschaffen und der kleine Elefant ist zwar viel größer als die Maus, aber er traut sich nicht, mal so richtig laut zu trompeten. Doch zum Glück unterstützen sich beide gegenseitig und können sich durchsetzen.

Die Maus hört jeden Tag, wenn die Elefantenherde durch die Savanne zum Wasserloch wandert, denn das wird nicht nur von lautem Töröööö begleitet, sondern auch mit reichlich Gestampfe, das den Erdboden und damit den Mäusebau darunter erschüttert. Die Maus fürchtet sich, dass irgendwann der Boden über ihr einbricht. Deshalb läuft sie hinter der Elefantenherde her, um sich zu beschweren. Doch mit ihrer kleinen, feinen Stimme kann sie sich einfach kein Gehör verschaffen. Da bemerkt sie den kleinen Elefanten, von dem niemand Notiz nimmt, während er versucht, an den großen Elefanten vorbei zum Wasserloch zu gelangen. Die Maus ist schlau und überzeugt den Elefanten schliesslich, mit dem Fuß aufzustampfen, ganz laut und immer wieder, bis die anderen Elefanten ihn bemerken.

Dieses Buch ist besonders für schüchterne Kinder eine gelungene Vorlesegeschichte, die zeigt, dass man sich mit etwas Mut und gemeinsamen Mitstreitern durchsetzen kann. Wenn Freunde zusammen halten, sich gegenseitig helfen und für ihre Interessen einstehen, kann man etwas bewegen und fühlt sich nicht mehr so hilflos. Daraus entwickelt sich mehr Selbstvertrauen und das Bewusstsein, für andere Verantwortung zu übernehmen.

Die Geschichte wird mit Empathie erzählt und durch entzückende Illustrationen begleitet, die anschaulich zeigen, was Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe mit uns machen. Es macht Freude, die Geschichte zu begleiten, die Bilder zu betrachten und das Getröte oder Gefiepe der Maus nachzuahmen.

Manchen Kindern fehlt der Mut, in einer Gruppe über ihre Gefühle, Wünsche oder Sorgen zu sprechen. Wenn dann die Erwachsenen diese Bedürfnisse nicht bemerken, sind die Kinder enttäuscht oder ziehen sich zurück. Die Geschichte macht Mut und zeigt, dass man mit Freunden mehr bewirkt und sich gegenseitig ermutigen und unterstützen kann.

Eine Mut machende Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Selbstvertrauen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2025

Dieser Krimi war nicht so nach meinem Geschmack!

Verdammte Weiber
0

Im Piper Verlag erscheint mit Verdammte Weiber der 16. Band der aus der Feder von Nicola Förg.

Irmi Mangold wird in Folge einer Wettschuld von Fridtjof zu einem Skikurs angemeldet. Dort freundet sie ...

Im Piper Verlag erscheint mit Verdammte Weiber der 16. Band der aus der Feder von Nicola Förg.

Irmi Mangold wird in Folge einer Wettschuld von Fridtjof zu einem Skikurs angemeldet. Dort freundet sie sich mit Skilehrerin Cordula an, einer ehemaligen Journalistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Kurze Zeit später wird Cordula eingebrochen im Eis des Grüntensees aufgefunden, man kann sie nur noch tot bergen. Für Irmi stellen sich einige Frage, sie glaubt auch nicht an einen Unfall und verbeißt sich in diesen Fall. Sie stösst auf Cordulas letzte Recherche über das tragische Schicksal der vergessenen Künstlerin Ilse Schneider-Lengyel, die Mit-Begründerin der Gruppe 47 war. Hat Cordula dort etwas Wichtiges herausgefunden, was ein Motiv rechtfertigen sollte oder spielen die Erbstreitigkeiten mit ihrer Halbschwester eine Rolle? Es gab aber auch Auseinandersetzungen mit dem Verlegersohn, die Cordulas Kündigung zur Folge hatte. Irmi ermittelt in alle Richtungen dieser umtriebigen Frau.

In Nicola Förgs Krimis sorgt der Mix aus Krimihandlung und aktuellen gesellschafts- und umweltpolitischen Themen stets für Vielseitigkeit und damit auch Lesevergnügen. Dieses Mal geht es um die Diskriminierung von Frauen in der Kunst, die Tote Cordula recherchierte über die vergessenen Künstlerin Ilse Schneider-Lengyel, deren Ende viele Rätsel aufgibt.

Irmi Mangold ist frisch pensioniert und muss sich erst in ihrem neuen Leben einfinden, an einen Skikurs hatte sie bei ihrer Freizeitgestaltung aber nicht gedacht. Als sie ihre Spielschulden einlöst, lernt sie die Leiterin Cordula, genannt Coci, kennen und ist fasziniert von dieser intelligenten und energischen Frau, die stets ihre Meinung sagt und in Kauf nimmt, damit anzuecken. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft und als Irmi erfährt, dass Coci tot aufgefunden wurde, ist sie traurig und schockiert. An einen Unfall mag Irmi nicht glauben, denn Coci hatte einige Feinde.

Während der Nachforschungen stösst Irmi auf eine Katzenhilfsstation, die vor räumlichen Problemen steht. Die Szenen mit streunenden und verletzten Katzen wird sicher das Herz vieler Katzenfreunde treffen.

Entgegen bisheriger Erfahrungen mit Nicola Förgs Büchern hatte ich so meine Probleme in das Buch hineinzufinden. Zwischen die aktuellen Vorgänge mischen sich eingebaute Textstellen über unterdrückte Frauen in der Literatur und Kunst, die sich zwar interessant lesen, mich aber nicht so fesseln konnten wie erhofft.

Die Krimihandlung kommt langsam in Gang, weil Themen wie Katzenhilfe und die Geschichte von IIlse Schneider-Lengyel einen Großteil der Handlung beanspruchen. Um das Leben und rätselhafte Ende dieser Frau ranken sich einige offene Fragen, die mich leider nicht so packen konnten, mir fehlte einfach der persönliche Zugang. Da war Coci schon greifbarer und bei Irmi habe ich es nicht anders erwartet, als dass sie in der Katzenaktion hilfreich mitmischt. Die Figur des Malcolm hat mir gut gefallen, ich hoffe, er wird bei Folgendebänden wieder aktiv mitmischen.

Was auf mich sehr konstruiert wirkt, ist das doch sehr zufällige Auffinden des ominösen Mannes mit dem braunen Mantel. Er sorgt mit seinem Wissen für wichtige Informationen bezüglich der Toten.

Dieses Buch konnte mich nicht so packen wie ich es bisher Nicola Förgs Krimis gewohnt bin. Etwas über die Diskriminierung von Frauen zu erfahren ist ein wichtiges Thema, in einem Krimi finde ich es sehr ungewöhnlich. Ein vielfältiger Mix aus einer Leiche im Eis, viel Katzenthema und unterdrückten Frauen in der Literatur und Kunst! Zu viel Extras für meinen Krimi-Geschmack!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2025

Wenn uns die Vergangenheit einholt!

Vor hundert Sommern
0

Katharina Fuchs neuer Roman "Vor 100 Sommern" erscheint im Droemer Verlag.

Wir tauchen in die Vergangenheit der 20er, 30er Jahre ein und begleiten Clara, während sie als Flaschenreinigerin und später ...

Katharina Fuchs neuer Roman "Vor 100 Sommern" erscheint im Droemer Verlag.

Wir tauchen in die Vergangenheit der 20er, 30er Jahre ein und begleiten Clara, während sie als Flaschenreinigerin und später als Hundesalonbesitzerin arbeitet, den Kommunisten Aleksei kennenlernt und in der Brauerei Übergriffe und männliche Unterdrückung von Frauen erlebt und verzweifelt versucht, gegen diese gesellschaftliche Schieflage anzugehen. Das Entscheidende in diesem Handlungsstrang ist die Abbildung des aufkommenden Nationalsozialismus mit den antisemitischen Strömungen. Dieser bekommt eine politische Parallele in der gegenwärtigen Handlungsebene, die 2024 spielt, wo sich Anna und Tochter Lena um die Auflösung der Wohnung von Elisabeth kümmern und dadurch alte Familiengeheimnisse von Elisabeths Großtante Clara aufstöbern.
Lena bekommt während ihres Studiums antisemitische Vorfälle an ihrer Hochschule mit und ahnt nicht, dass Judenhass auch in ihrer familiären Vorgeschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat. In alten Fotoalben, Briefen und Gesprächen kommt Lena dem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur.

Nachdem ich bisher alle Romane von Katharina Fuchs kenne, habe ich mich sehr auf diesen Roman gefreut. Auch in diesem Roman liest sich der Erzählstil gewohnt flüssig, lebendig und authentisch, dadurch bleibt der Lesefluss durchgängig erhalten. Die Charakterbeschreibungen sind facettenreich und Katharina Fuchs macht das Handeln und die Gedanken der Figuren durch die wechselnden Perspektiven aus Claras, Annas und Lenas Sicht gut vorstellbar.

In diesem Roman verarbeitet Katharina Fuchs eine generationenübergreifende Geschichte, die sich mit Schuld und Schweigen über die Vergangenheit und dem Erstarken von antisemitischen Strömungen beschäftigt, deren Parallelen man zwischen der Gegenwart und der Weimarer Republik vor hundert Jahren beobachten kann.

Ich war gefesselt von Claras Leben, ihren Problemen und den gesellschaftlichen Umbrüchen ihrer Zeit, der Gegenwartsstrang konnte mich dagegen nicht so intensiv abholen. Das Leben von Anja und Lena wurde mir persönlich zu ausführlich mit aktuellen Themen, die Frauen betreffen und eher unterhaltsamen Szenen mit Hunden auserzählt.

Ein eindringlich mahnender Generationen-Roman, der die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Parallelen zwischen der Gegenwart und der Weimarer Republik aufzeigt. Wenn sich in 100 Jahren die Geschichte wiederholt, sollte man sich dessen bewusst sein!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2025

Was für eine entzückende Einschlaflektüre!

Ein Stachelschwein will kuschelig sein
0

Das Bilderbuch "Ein Stachelschwein will kuschelig sein" von Christine Kugler erscheint bei Penguin Kinderbücher und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Die allerliebsten Illustrationen stammen von ...

Das Bilderbuch "Ein Stachelschwein will kuschelig sein" von Christine Kugler erscheint bei Penguin Kinderbücher und ist für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Die allerliebsten Illustrationen stammen von Yvonne Sundag.

Lou, das kleine Stachelschwein, ist traurig, denn wegen ihrer pieksigen Stacheln möchte niemand mit ihr kuscheln. Deshalb such sie sich Hilfe bei anderen Tieren, die mit einigen witzigen Ideen alle versuchen, die Stacheln von Lou zu entschärfen, so dass sie weniger pieksen. Leider klappt das nicht und Lou muss erst noch lernen, dass ihre Stacheln sehr nützlich sind und als Schutz vor Feinden dienen. Der Igel gibt ihr den entscheidenden Hinweis, wie sie dennoch kuscheln kann.

Dieses Buch besteht aus stabiler Hartpappe und ist damit bestens geeignet für Kleinkinder. Hier wird eine herzerwärmende Geschichte erzählt, die sich gut als abendliche Vorleselektüre eignet. Die Bilder sind allerliebst anzusehen, die Tierarten und die jeweiligen Emotionen kann man gut erkennen und sich in das traurige Stacheltier hinein fühlen. Die wunderschön gereimten Texte verdeutlichen die Vorgänge in der Geschichte und verleiten zum Mitreimen. Das kommt immer gut an!

Besonders schön finde ich Lous Vertrauen in ihre Freunde. Sie vertraut auf ihre Mithilfe und probiert mit Eifer deren vielseitige Ideen aus, um kuscheligere Stacheln zu bekommen. Doch leider kann das alles nicht klappen, das wird Kindern schnell klar und sorgt für heitere Vorlesemomente.

Durch die Geschichte flattert ein kleines Glühwürmchen, das sich auf jeder Doppelseite versteckt. Diese kleine Suchaufgabe ist eine Aufmerksamkeitsübung und macht Kindern keine große Mühe, aber großen Spaß!

Das Buch beschreibt das Thema Kuscheln, was für Kinder Wärme und Geborgenheit bedeutet, die sie besonders zum Schlafengehen brauchen. Aber es geht auch zu Zuversicht und Hoffnung, dass jemand Lou helfen kann. Die Ideen sind wirklich witzig und werden durch die tollen Reime zu einer unterhaltsamen Abendlektüre, die ihresgleichen sucht. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass in der Natur vieles einen tieferen Sinn hat.

Dieses entzückende Bilderbuch begeistert mit seinen Illustrationen, den tollen Reimen und einer schönen Geschichte.

Veröffentlicht am 02.03.2025

Ein frühlingshafter Tierentdeckerspaß für Kleinkinder!

Was machen die Tiere im Frühling?
0

Im Carlsen Kinderbuch Verlag erscheint das Bilderbuch Was machen die Tiere im Frühling? von Anna Karina Birkenstock für Kinder ab 18 Monaten.

Wenn der Winter vorbei ist, erwacht die Natur im Frühling ...

Im Carlsen Kinderbuch Verlag erscheint das Bilderbuch Was machen die Tiere im Frühling? von Anna Karina Birkenstock für Kinder ab 18 Monaten.

Wenn der Winter vorbei ist, erwacht die Natur im Frühling zu neuem Leben, die ersten zarten grünen Blätter sprießen und Frühblüher zeigen ihre bunten Blüten. Für die Tiere beginnt wieder das aktive Leben, der Igel beendet seinen Winterschlaf, Wildschweine wechseln ihr dickes Fell und die Kröten wandern zu den Teichen, um ihre Laichzeit zu starten. Die Vögel bauen ihre Nester und endlich kann man ihren Gesang wieder hören.

Folgende Tiere werden näher vorgestellt: Hermelin, Igel, Storch, Fledermaus, Kaninchen, Meisen und Marienkäfer. In den kurzen Texten wird auf die Lebensweise der Tiere eingegangen und ganz nebenbei spielerisch Wissen vermittelt. Welche Tiere machen im Frühling eine Nachtwanderung, welche Vögel kehren ins Sommerquartier zurück und welche Insekten schwirren wie der Marienkäfer im Frühling umher?

Dieses stabile Pappbilderbuch wurde frühlingshaft bunt illustriert, es enthält allerliebste Tierbilder, die die Tiere in ihrem Lebensraum zeigen. Die Seiten wurden mit sichtbaren Registern versehen, die zu den abgebildeten Tieren im Buch führen. Damit fällt es Kindern leicht, die Seite mit ihrem Lieblingstier zu finden.

Die Altersklasse von 18 Monaten ist das Einstiegsalter für dieses Buch, manche Fakten sind noch zu abstrakt, um von Kleinkindern verstanden zu werden. Aber die bunten Bilder und liebevoll abgebildeten Tiere sehen sich schon die Kleinsten gerne an und lernen schnell, wie sie heißen. So wird Interesse für die Tierwelt und die Natur im Allgemeinen vermittelt.

Dieses niedliche Bilderbuch zeigt das Verhalten bestimmter Tiere im Frühling und führt Kinder spielerisch an die Tierwelt und die Natur heran! Eignet sich perfekt als Ostergeschenk!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung