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Veröffentlicht am 19.05.2023

Kleines kompaktes Waldwissen rund um die Natur des Ökosystems

Anaconda Taschenführer Wald - 70 Tier- und Pflanzenarten entdecken und bestimmen
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Im Anaconda Taschenführer "Wald: 70 Tier- und Pflanzenarten entdecken und bestimmen" beschreiben die Autoren Thomas Launois und Xavier Nitsch das Leben im Wald näher.

Der Wald bedeckt rund ein Drittel ...

Im Anaconda Taschenführer "Wald: 70 Tier- und Pflanzenarten entdecken und bestimmen" beschreiben die Autoren Thomas Launois und Xavier Nitsch das Leben im Wald näher.

Der Wald bedeckt rund ein Drittel unserer Heimat und bietet vielen Tierarten Rückzugsraum zum Brüten und Leben und ist auch für uns Menschen ein erholsamer Lebensraum.

Diese kleine und handliche Bestimmungshilfe eignet sich gut für Waldspaziergänge, denn das Büchlein passt wunderbar in die Jackentache und es wird alles vorgestellt, was man im Ökosystem Wald kennen sollte. Angefangen bei den Pilzen, über die Insekten zu den Pflanzen, den Vögeln bis hin zu den Bäumen.

Bei den Pilzen wird neben einer naturgetreuen Abbildung Informationen das Erscheinungsbild und der Standort beschrieben und unter "Wissenswertes" über die Giftigkeit oder Essbarkeit informiert. Außerdem gibt es Angaben über die Wachstumsphasen der unterschiedlichen Pilze. Von dem gemeinen Steinpilz bis zum Austern-Seitling werden sechzehn unterschiedliche Pilze vorgestellt. Weiter geht es mit den Insekten, dort werden Falter, Käfer und geflügelte Insekten gezeigt.

Bei den Pflanzen wird zu den allgemeinen Angaben auch die Blütezeit erwähnt, von Akelei bis stinkendem Nieswurz ist alles dabei, was man so im Wald finden kann.

Der Bereich der Vögel umfasst zehn Arten, dort erfährt man auch die Brutzeit.

Bei den Bäumen wird auch über Blütezeit und Fruchtbildung informiert.

Ein alphabetisches Register schließt das wissenswerte Büchlein perfekt ab.


Eine praktische Bestimmungshilfe der heimischen Pflanzen und Tierwelt des Waldes, handlich und mit kompaktem Wissen über das Ökosystem Wald! Sehr praktisch für Waldspaziergänge und toll für kleine und große Naturfreunde!

Veröffentlicht am 18.05.2023

Kompaktes Wissen über den Impressionismus!

Impressionismus
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Im Prestel Verlag erscheint aus der Reihe "Große Meister der Kunst" ein Band über den "Impressionismus" von Florian Heine.

Der Impressionismus ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, die sich ...

Im Prestel Verlag erscheint aus der Reihe "Große Meister der Kunst" ein Band über den "Impressionismus" von Florian Heine.

Der Impressionismus ist eine Stilrichtung in der Kunstgeschichte, die sich vom Naturalismus abwandte und aus einer Bewegung innerhalb der Malerei in Frankreich ab circa 1850 entstanden ist. Es ging um die Darstellung von flüchtigen Momentaufnahmen einer Szenerie, bei der die Künstler ihre eigene Wahrnehmung mit "ungenauen" Pinselstrichen darstellen und eine andere Farbgebung nutzen als es zuvor geschehen ist.

Dieses Buch enthält eine Fülle von Bildern und Informationen über die führenden Künstler-Persönlichkeiten der Bewegung. Zunächst wird die Entwicklung des Impressionismus näher beschrieben und anhand vieler Bildbeispiele gezeigt, wie verschiedene Künstler die Herausforderung annahmen, Farbe, Licht und Raum neu darzustellen. Es wird auch über die Reaktion des Publikums auf diese neuartige Kunstform beschrieben.

Danach folgt eine Übersicht verschiedener Werke von Manet, Monet, Renoir, Poussin, Pissarro, Sisley, Degas, Caillebotte, Morisot und Seurat. Ihre Gemälde werden mit ganzseitigen Abbildungen vorgestellt und dabei die speziellen Ausdrucksformen der Meisterwerke besonders hervorgehoben. Dazu erzählt Florian Heine unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben der Künstler, beschreibt ihre spezielle künstlerische Darstellungsweise und den Werdegang, sowie gesellschaftliche Veränderungen der Zeit, sowie ihren Erfolg oder ihre künstlerische Entwicklung.

Das handliche Buch zeigt die Werke in chronologischer Reihe und bietet wichtige biografische Details zu den Künstlern.

Ich finde es erstaunlich, wie es Florian Heine in diesem kleinen, aber kompakten Buch schafft, neben der informativen Einführung in die Malerei des Impressionismus auch noch in umfangreicher Weise die Größen dieser Stilrichtung mitsamt ihrer großen Werke vorzustellen. Hier sind vertreten: Edgar Degas, Claude Monet, Auguste Renoir, Berthe Morisot und Camille Pissarro und damit ist die ganze Bandbreite der Impressionisten größtenteils abgedeckt.

Wer sich näher mit dem Impressionismus beschäftigen möchte, dem sei dieses kleine und umfassend aufklärende Sachbuch ans Herz gelegt! Ein tolles Geschenk für Kunstbegeisterte!

Veröffentlicht am 17.05.2023

Eher seichte Gaunerkomödie als Krimi

Die Unverbesserlichen - Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
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Im Ullstein Verlag erscheint "Die Revanche des Monsieur Lipaire", es ist der zweite Fall aus der Reihe "Die Unverbesserlichen" von Klüpfel/Kobr.

Monsieur Lipaire, der Kopf der Gaunertruppe "Die Unverbesserlichen", ...

Im Ullstein Verlag erscheint "Die Revanche des Monsieur Lipaire", es ist der zweite Fall aus der Reihe "Die Unverbesserlichen" von Klüpfel/Kobr.

Monsieur Lipaire, der Kopf der Gaunertruppe "Die Unverbesserlichen", lebt zufrieden im wunderschönen Lagunenstädtchen Port Grimaud an der Côte d’Azur. Doch nun möchte die Familie Vicomte die Stadt unter ihre Herrschaft bekommen und daraus einen von Frankreich unabhängigen Staat machen und die armen Leute verdrängen. Da weiß selbst der Bürgermeister nicht weiter und es riecht förmlich nach einem neuen Fall für die ungleiche Ganoventruppe, die sich von nichts und niemandem aufhalten lässt.


Im ersten Band der Reihe haben mir die originellen Charaktere der Unverbesserlichen und ihre Art der abenteuerlichen, etwas dilletantischen Ermittlungen richtig gut gefallen. Nun startet diese Story mit einem neuen Fall, der mich schon von der Grundidee her nicht vom Hocker reißt. Aber ich habe mich auf die Handlung eingelassen und wurde von der ziemlich seichten, aber humorvollen Gaunerkomödie immerhin unterhalten.

Die Familie Vicomte führt sich auf wie eine alte Adelsfamilie und möchte unerwünschte Einwohner aus Port Grimaud vertreiben. Sie berufen sich auf eine alte Urkunde, die die Unverbesserlichen ihnen im ersten Band verschafft haben. Das war anscheinend ein großer Fehler und die Truppe muss sich etwas einfallen lassen, um diesen Fauxpas wieder auszubügeln.

Fangen wir mal mit den positiven Dingen an, die Charakterzeichnung ist gewohnt vielseitig und die Figuren wirken sehr lebendig, erscheinen aber naiv und recht skurril, das muss man mögen. Doch ich hatte Spaß an der besonderen Besetzung der Figuren, die für viele humorvolle Szenen sorgen. Allen voran mochte ich den charmanten Möchtegern-Franzosen Wilhelm Liebherr alias Guillaume Lipaire, den immer einsatzbereiten Karim, den schüchternen Paul, dem man nur dank seiner hünenhaften Statur und Kenntnis über Sprengstoff den Ex-Fremdenlegionär abnimmt und an die herzliche Delphine, sowie Lizzy, die Grande-Dame, die trotz ihres Alters noch so vieles mitbekommt und schafft.

Ich hatte mit ihnen meinen Spaß, fand aber ihre Ermittlungen sehr dürftig, denn von echter Recherche war keine Spur. Gestört man mich auch die eingebaute Hundegeschichte, die wohl die Handlung etwas aufpeppen sollte, ich aber überhaupt nicht gebraucht hätte.

Das Buch kann man gut lesen, aber leider kommt die Spannung insgesamt viel zu kurz, deshalb ist es eher ein Roman als ein Krimi.

Diese Gaunerkomödie ist sehr unterhaltsam durch die humorvoll angelegten Figuren und ihre skurrilen Aktionen. Auch das Flair der Côte d’Azur ist spürbar, der Krimifall aber etwas seicht für meinen Geschmack. Ich möchte Klufti zurück!!!

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Großartiges Kopfkino aus Musik, Kunst und Liebe vor der Kulisse der Semperoper

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Bei Rowohlt Polaris erscheint der neue historische Roman von Anne Stern unter dem verheißungsvollen Titel "Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie".

Dresden 1841: Mit dem Bau des prächtigen königlichen ...

Bei Rowohlt Polaris erscheint der neue historische Roman von Anne Stern unter dem verheißungsvollen Titel "Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie".

Dresden 1841: Mit dem Bau des prächtigen königlichen Hoftheaters entsteht ein wahrer Palast für die Musik, der auf der Bühne und hinter den Kulissen mit dramatischen Schicksalen aufwarten kann. Dieser magische Ort verzaubert auch die junge Violinistin Elise Spielmann, Tochter einer Musikerfamilie, die von einer Karriere als Musikerin träumt, damals noch ein undenkbarer Traum für eine Frau. Sie begegnet dem Malergehilfen Christian, beide entwickeln Gefühle füreinander und wissen, eine Beziehung ist wegen ihrer Standesunterschiede nicht möglich. Außerdem wurde für Elise schon ein Bräutigam ausgesucht, der um ein vielfaches älter und gut situiert ist und ihrem Vater den Traum von einem Platz im Theater ermöglicht. Wird sich Elise gegen alle Konventionen und für Christian entscheiden?

In diesem Roman tauchen wir in eine Zeit ein, als Sachsen tief in der politischen Krise steckt, die Bevölkerung an Krankheiten und Hungersnot leidet und sich revolutionäre Kräfte bündeln. Gleichzeitig entwickelt sich Dresden als Stadt der schönen Künste und es werden die Musik und die Malerei gefördert.

Anne Stern malt ein anschauliches und lebendiges Bild des damaligen Dresden und seiner Bewohner und verbindet das Schicksal ihrer Elise wunderbar mit der Entwicklung der Semperoper. Dabei lässt die Autorin den Blick auf die Vorgänge auf der Bühne und hinter die Kulissen schweifen. Wir erleben die zauberhaften Kostüme, die Arbeit der Requisite, der Musiker, Maler und ganz besonders intensiv auch über das Leben der Primaballerina Magdalene Koch und der Kostümschneiderin Bertha. Sie alle lieben den Glanz und die Magie auf der Bühne, aber ihr Leben ist doch voller Schattenseiten, die man intensiv miterleben kann.

Frauen spielten damals noch eine untergeordnete Rolle und hatten kaum Zugang zu Bildung und Musik. Sie wurden nur gefördert, wenn ihre Väter sich dafür einsetzten. Dank ihres Vaters konnte sich auch das musikalische Talent von Elise entwickeln, sie träumt von einer Karriere als Violinistin und setzt sich mit Hartnäckigkeit und persönlichen Zugeständnissen dafür ein.

Christian hat es als Waise schwer gehabt, doch er ist malerisch begabt und möchte Hofmaler werden. Die gesellschaftlichen Unterschiede bereiten ihm Verdruss und allgemein heben sich die Stimmen der Bevölkerung nach einer Revolution, aber noch ist die Zeit dafür nicht reif.

Mir hat es gut gefallen, wie Elises und Christians zarte Liebesgeschichte vor den vielen anderen Hintergrundszenarien abläuft. Ihre Gefühle füreinander sind schon allein durch ihre Vorliebe für die Malerei und Musik eng miteinander verknüpft und ich habe zum Ende auf ein glückliches Ende für die beiden Liebenden gehofft. Dabei sind auch die Probleme der Mitarbeiter am Königlichen Hoftheater eng ins Geschehen eingewoben und man erfährt Intrigen und Skandale.

Anne Stern Figuren entstammen allen Gesellschaftsschichten und sie zeichnet sie gekonnt mit unterschiedlichen Facetten aus und haucht ihnen damit Leben ein. Getragen von einem opulenten und bildhaften Erzählstil taucht man in die Kulisse und die Opernrollen ein, bestaunt die prunkvollen Kostüme und Kleider und erfährt die Namen der Komponisten und ahnt so gedanklich die musikalische Untermalung des Orchesters. Man taucht mit allen Sinnen in die Welt der Oper ein und erlebt Dresdens kulturelle Blütezeit vor der großen Zerstörung.

Dieser Roman lässt ein mitreißendes Kopfkino rund um Musik, Kunst und die Liebe vor der Kulisse der Semperoper entstehen. Ein großartiger historischer Romanauftakt, der neugierig auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 13.05.2023

Gute Krimiunterhaltung mit humorvollen und skurrilen Momenten in Schweden!

In Schweden stirbt es sich am schönsten
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"In Schweden stirbt es sich am schönsten" ist der zweite Band der "Österlen-Morde von Anders de la Motte und erscheint im Droemer Verlag.

Im südschwedischen Österlen sorgt der tote Antiquitätenhändler ...

"In Schweden stirbt es sich am schönsten" ist der zweite Band der "Österlen-Morde von Anders de la Motte und erscheint im Droemer Verlag.

Im südschwedischen Österlen sorgt der tote Antiquitätenhändler Nalle Persson für Aufsehen, denn er wird inmitten zahlreicher Marktbesucher tot aufgefunden, sitzend mit einem antiken Dolch im Rücken. Wer könnte der Täter sein und welches Motiv hatte er?

Der Mordermittler Peter Vinston ist gerade auf Urlaub vor Ort und übernimmt gemeinsam mit der jungen Kommissarin Tove Esping den Fall. Das ungleiche Ermittlerpaar hat es nicht leicht und außerdem möchte sich Tove auch als eigenverantwortliche Kommissarin beweisen und nicht die Hilfe von Peter in Anspruch nehmen.

Die unterhaltsame Schweden-Krimi-Reihe geht weiter, Vollblut-Städter Peter Vinston und Dorfpolizistin Tove Esping lösen ihren zweiten Fall. Dieses Mal führen die Spuren in die Welt der Antiquitäten, wo einige schräge Typen ihre krummen Geschäfte tätigen.

Und wieder konnte mich der unblutige Krimi mit seinen vielen humorvollen Szenen für sich einnehmen und einfach gut unterhalten. Der Fall ist interessant konstruiert, ich wurde von überraschenden Wendungen zu einigen falschen Verdächtigungen angeleitet und konnte den Täter von allein nicht enttarnen.

Besonders interessant finde ich dieses Mal das gezeigte Umfeld im Antiquitätenbereich, wo Sammler, Liebhaber und die vorgestellten Kunstgegenstände mal einen anderen Rahmen als bei den üblichen Krimis aufzeigen. Dazu gehören auch einige bildhaft beschriebene ausgefallene Sammlerstücke, die den Wert solcher Kunst hinterfragen und wohl im Handel auf eine gewisse Liebhaberei angewiesen sind.

Die gezeigten Personen werden sehr lebendig dargestellt und sorgen mit einigen skurrilen Facetten für unterhaltsame Charaktere, die man gerne verfolgt. Tove gibt dabei in ihren Gummistiefeln das Mädchen vom Lande und der stets Anzug tragende Peter wirkt dagegen eher wie ein schnöseliger Immobilienmakler. Beide Figuren bleiben weiterhin ein ungleiches Ermittlerduo, nähern sich im Verlauf der Handlung kaum weiter an und erst am Ende ahnt man eine kleine Verbundenheit. Da hätte ich mich über ein engeres Miteinander gefreut, aber vielleicht läuft der nächste Band ja in der Hinsicht mehr darauf hinaus.

Es war offensichtlich, dass Tove hoffte, den Fall allein lösen zu können. Doch auch die Hilfe des erfahrenen Ermittlers Vinston hätte ohne einen Zufallsfund den Fall nicht aufklären können. Das hat mir gut gefallen und macht deutlich, dass Mordaufklärungen häufig auf Umstände des Zufalls angewiesen sind.

Das Personenkonstrukt der Händler und Beteiligten war für mich nicht leicht zu durchschauen, hier mischen viele Leute mit, die mit der als Dolchstoß getarnten Tat zu tun haben könnten. Dadurch hält sich auch eine Grundstimmung bis zum Ende mit der Aufklärung der Tat.



Ein unterhaltsamer Cosy Krimi, der das sommerliche Schweden als schönen Schauplatz vorstellt und im Bereich des Antiquitätenhandels einige Hintergründe aufdeckt. Gute Unterhaltung mit humorvollen und skurrilen Momenten in Schweden!