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Veröffentlicht am 09.04.2022

Ein einmalig schönes Buch über die Königin der Blumen

Orchideen
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Im Prestel Verlag erscheint das großformatige Sachbuch "Orchideen" von Sandra Knapp. Es trägt den Untertitel "Eine illustrierte Pflanzenkunde mit Werken aus dem Natural History Museum in London".

"Die ...

Im Prestel Verlag erscheint das großformatige Sachbuch "Orchideen" von Sandra Knapp. Es trägt den Untertitel "Eine illustrierte Pflanzenkunde mit Werken aus dem Natural History Museum in London".

"Die verblüffende Ähnlichkeit einiger Orchideenblüten mit Insekten oder Pilzen ist keine Laune der Evolution oder auf eine allzu rege menschliche Vorstellungskraft zurückzuführen. Die Ähnlichkeit ist vielmehr das Herzstück eines betrügerischen und manipulativen Bestäubungssystems. " Zitat Seite 127

Mit ihren wunderschönen Blütenformen und diversen Farben gehören Orchideen zu den beliebtesten und kostbarsten Pflanzen, die die Natur hervorbringt. Es sind reine Wunderwerke der Natur, die noch gar nicht solange erforscht sind wie andere Pflanzen.

Sie leben in der Luft, haben Wurzeln der Liebe, es gibt von ihnen eine ungeheure Formenvielfalt und sie täuschen ihre Bestäuber auf besondere Weise. Sie gelten als Aristokraten im Pflanzenreich.

Doch ob nun Aristokraten oder raffinierte Betrüger (aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Fliegen), Orchideen sind so artenreich wie kaum eine andere Blühpflanze auf der Welt. Sie sind anpassungsfähig, locken mit ihrer Schöhneit in allen Farben, Formen und Größen und sind doch sehr gefährdet, wenn die Abholzung und Rodung ihrer Lebensräume und die Umweltverschmutzung weiter voranschreitet. Darauf weist auch der Botaniker Mark Chase in seiner Einleitung hin.

In diesem hochwertig wirkenden Buch in Leinenoptik stellt uns Sandra Knapp die Besonderheiten der Orchideen vor. Ihre interessanten Texten sind mit entsprechendem erklärenden Bildmaterial ausgestattet und man erfährt von erstaunlichen botanischen Hintergründen. Dabei stützt sich sich auf die Forschungsergebnisse und Beobachtungen von Wissenschaftlern wie John Gerard, Edith Coleman, James Bateman, Darwin etc.

Das ist vielleicht nicht die richtige Lektüre für einen botanisch ungebildeten Laien, aber wer sich für Orchideen interessiert, findet sicher viele spezielle Fakten und bis ins Detail ausgeführte Ausführungen, die ihn begeistern werden und interessieren. Sandra Knapp erklärt uns die Form der Blüten der Orchideen, die unterschiedlichen Bestäubungsvarianten, wie das Anlocken von Insekten funktioniert und sogar warum Orchideenwurzeln auch Wurzeln der Liebe genannt werden. Den Texten kann man viel Wissenswertes entnehmen, sie erklären, hinterfragen und zeigen die vielen Ansichten der Botaniker auf.

Das Bildmaterial ist einfach nur perfekt und authentisch dargestellt. Da kann man einfach nur ins Schwärmen kommen.

Dieses Buch zeigt so viel Wissenswertes und Schönes über Orchideen, einfach nur herrlich! Hier geht es ins Detail bei den artenreichsten Familien der Blütenpflanzen.


Wunderschöne Zeichnungen und interessante Texte stellen die Aristokraten unter den Wildpflanzen vor. Dieses einzigartige und schöne Sachbuch empfehle ich allen Orchideenliebhaber:innen, die auch die Hintergründe und biologischen Fakten ihrer Lieblingspflanzen wissen wollen.

Veröffentlicht am 09.04.2022

Ein berührender Roman über Trauer, Liebe und Zusammenhalt

Für immer und noch ein bisschen länger
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Der Roman "Für immer und noch ein bisschen länger" von Barbara Leciejewski erscheint im Ullstein Verlag.

Die Konzertpianistin Anna Trost hat in ihrem Leben schon einige Verluste verkraften müssen. Bei ...

Der Roman "Für immer und noch ein bisschen länger" von Barbara Leciejewski erscheint im Ullstein Verlag.

Die Konzertpianistin Anna Trost hat in ihrem Leben schon einige Verluste verkraften müssen. Bei ihrer Geburt starb ihre Mutter, sie wuchs bei ihren Großeltern auf und hatte eine recht lieblose Kindheit. Als sie endlich ihr großes Glück mit ihrem Verlobten und Seelenverwandten Jeremias gefunden hatte, starb er vor sechs Jahren bei einem Verkehrsunfall. Danach zog Anna sich zurück vom Leben und lebt ohne große Kontakte zur Außenwelt, doch dann wird ihr ihre Wohnung gekündigt und sie zieht in eine WG. Aber auch hier sind die Bewohner eher in einem Schneckenhaus gefangen. Wie wird es Anna dort ergehen?

Anna hat genug vom Alleinsein und beschießt, sich selbst und ihre WG-Bewohner, die sich nur zum gemeinsamen Essen treffen, wieder ins Leben zurückzuführen. Die Sängerin Gunilla hat seit Jahren nicht mehr die Wohnung verlassen und Kurt kümmert sich um alle Reparaturen, aber nicht um sein eigenes gebrochenes Herz. Hier muss etwas geschehen und dann lernt Anna lernt ihren blinden Nachbarn Anders kennen, mit dem sie sich gerne unterhält.

Anna hat es in ihrem Leben nicht leicht gehabt, die einzige Freude war ihr das Klavierspiel und die Liebe zu Jeremias. Seit sechs Jahren schmerzt der Verlust des Verlobten und als sie ihre gemeinsame Wohnung verlassen muss und in eine WG zieht, ist das schon ein extremer Schritt. Mit anderen Menschen eine Wohnung teilen ist nicht einfach, vor allem, wenn die recht individuellen Bewohner alle ihre kleinen Macken und Probleme haben. Doch wie es scheint, ergänzen sich alle immer besser und es entsteht eine herzliche Gemeinschaft, die jeden mit seinen Sorgen auffängt. Die Charaktere sind alle etwas verschroben, haben Wiedererkenungswert und sind mir beim Lesen immer mehr ans Herz gewachsen. Die entscheidenden Wendepunkte im Leben der WG-Bewohner erfährt man in berührenden Rückblicken und kommt ihnen dadurch immer näher. Auch Annas Vergangenheit wird auf diese Weise immer mehr freigelegt.

Der Schreibstil ist leicht und sehr lebendig und führt locker durch dunkle oder schöne Szenen des Lebens.

Ich konnte unbemerkt mit in die WG ziehen und habe die Figuren gerne begleitet. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, dass Anna und Anders sich näher kommen würden.

Für mich war dieser Roman wie eine Liebeserklärung an das Leben mit all den Höhen und Tiefen, die Liebe und Verlust mit sich bringen. Es war sehr schön zu sehen, wie sich die Protagonisten alle von ihrem Tiefpunkt aus wieder ins Leben gewagt haben, um wieder die positiven Seiten des Lebens aufzuschlagen. Ich konnte sehr mit Anna und ihren Verlusten mitfühlen, fand es aber sehr unlogisch, dass sie all die Jahre nie nach ihrer Mutter gefragt hat.

Dieser Roman zeigt emotionale Lebensereignisse, die Menschen bedrücken und verändern. Aber er zeigt auch Hoffnung und Zuversicht auf. die durch eine funktionierende Gemeinschaft entstehen. Das Ende versprüht einen Wohlfühleffekt, der mich berührt und zufrieden das Buch schließen ließ.

Ein emotionaler und berührender Roman über Trauer, Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt, der den Weg aus der Einsamkeit zurück ins Leben zeigt.

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Eine humorvolle und filmreife Buchvorlage für "Senioren zwischen Tüll und Tränen"

Man muss sich nur trauen (Die Online-Omi 16)
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Im Ullstein Verlag erscheint der neue Renate Bergmann Band "Man muss sich nur trauen", den Torsten Rohde geschrieben hat.

Renate Bergmann bringt ihre Freundin Gertrud unter die Haube und übernimmt sozusagen ...

Im Ullstein Verlag erscheint der neue Renate Bergmann Band "Man muss sich nur trauen", den Torsten Rohde geschrieben hat.

Renate Bergmann bringt ihre Freundin Gertrud unter die Haube und übernimmt sozusagen als Ersatz von Brautmutter und Brautjungfer die Planung der Feier. Denn darin kennt sie sich aus, schließlich hat sie bereits vier mal geheiratet. Von Blumenschmuck über das Kleid bis hin zum Essen muss an alles gedacht werden und auch Gunter, der Bräutigam bekommt Starthilfe durch Renate. Doch so ganz wie am Schnürchen läuft die Hochzeitsfeier dann doch nicht.

Diese Buchreihe mag ich sehr, denn die rüstige Online-Omi Renate hat schon so einiges in ihrem Leben gemeistert, vier Männer überlebt und lässt sich dennoch nicht unterkriegen. Sie wirft ihren Blick auf die heutige Generation und sagt offen und ehrlich ihre Meinung, auch wenn sie damit aneckt. Es ist interessant, welche Lebensweisheiten sie von sich gibt und oft hat sie einfach den Schalk im Nacken.

In diesem Band steht nun die Hochzeit von Gertrud und Gunter an. Was muss man alles bedenken, wenn die Braut schon über 80 ist? Da darf der Schuh nicht nur schick aussehen, er muss auch bequem sein und nimmt man ein weißes Kleid oder lieber nicht. Und wieviele Torten braucht man für die vielen Gäste? Kein Problem, Renate ist auch in diesen Fragen immer für einen hilfreichen Rat gut.

Auch wenn in diesem Buch die Hochzeit im Vordergrund stehen soll, so kommt diese eher etwas zu kurz. Denn auch in diesem Buch lässt Renate es sich nicht nehmen, über Alltägliches und aus ihrem Leben zu erzählen und schweift dann gern mal ab. Erzählen kann sie wunderbar, fast ohne Punkt und Komma. Doch das meine ich nicht im negativen Sinn. Es geschieht auf eine liebenswerte Art und Weise und mit einem trockenen Humort, der auch ihre Leseschaft erheitert und gute Laune beschert. Denn sie gewinnt auch den negativen Dingen des Lebens und dem Älterwerden noch die positiven Seiten ab.

Und auch die Nebenfiguren Ilse und Kurt sind wieder mitsamt ihrem Koyota dabei und werden liebenswert und mit Witz beschrieben. Eine Bereicherung war für mich auch Schleier-Elfie mit ihrem Buxen-Willy.

Mir persönlich kam die Ausgestaltung der Hochzeitsfeier etwas zu kurz, dafür zogen sich die Vorbereitungen zu sehr in die Länge. Aber so ist es ja auch im wahren Leben, eine aufwändige Planung für einen einzigen möglichst perfekten Tag.

Es war mir ein besonderes Vergnügen, Renate als Hochzeitsplanerin zu begleiten und die humorvolle Unterhaltung ist für alle Fans der Online-Omi ein Genuss.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Unterhaltsamer Cosy-Crime an der Nordsee mit einem Hauch französischer Küche

Austern surprise - Die Inselköchin ermittelt
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Im Heyne Verlag erscheint mit "Austern surprise - Die Inselköchin ermittelt" der zweite Teil der Inselköchin-Saga von Lili Andersen.

Die französische Köchin Louise Dumas hat sich inzwischen gut auf Pellworm ...

Im Heyne Verlag erscheint mit "Austern surprise - Die Inselköchin ermittelt" der zweite Teil der Inselköchin-Saga von Lili Andersen.

Die französische Köchin Louise Dumas hat sich inzwischen gut auf Pellworm eingelebt, sie bekocht zur Zeit eine Gruppe aus Archäologen, Ethnologen und Historikern, die angefeuert durch Funde im Wattenmeer als „Rungholtfreunde“ um die Bedeutung der sagenumwobenen Handelsstadt Rungholt streiten. Leider bleibt es nicht bei Diskussionen, es sterben ein Archäologe, die Polizei hält es für einen Unfall, Louise geht aber von einem Mord aus und stellt mit Unterstützung ihres Freundes Momme Mommsen erste Nachforschungen an. Damit mischt sie sich aber auch in die Arbeit der Inselpolizistin Solveig Olms ein.

Wie schon der erste Band, bietet auch der neue Fall um Inselköchin Louise eine schöne Mischung aus guter Unterhaltung, unblutiger Spannung und norddeutschem Inselflair mit Anklängen der französischen Küche. Das passt perfekt für eine gute Urlaubslektüre, denn das schön beschriebene Inselflair Pellworms mit Meer, Wind und salziger Luft macht auch Lust auf einen eigenen Besuch der Insel. Auch wenn die Tücken des Wattenmeeres bei Seenebeln durchaus Angst einflößen können.

Der Fall startet mit einem fesselnden Prolog und baut sich kontinuierlich auf, nach dem ersten Toten geht das Morden weiter und damit steigt auch die Spannung weiter an. Man kann wunderbar miträtseln, erlebt die sprachlichen Ausflüge ins Plattdeutsche und ins Französische und bekommt eine so eine authentische Atmosphäre beider Nationalitäten geliefert.

Dieser Krimi lässt sich ohne Vorwissen des ersten Buches lesen, man fährt aber besser, wenn man die Reihenfolge einhält und ich habe mich über das Wiedersehen mit den liebenswerten Figuren Louise, Tine und Momme gefreut. Die lebendig gezeichneten Figuren wuchsen mir weiter ans Herz, einige humorvollen Szenen lockern die Szenerie auf und die Rungholtsage wird auch auf interessante Weise eingebunden.

In Louises Küche entstehen einige wunderbare Gerichte, die ich gerne mitgegessen hätte. Und wie schon im ersten Band findet man zum eigenen Nachkochen auf den letzten Seiten des Buches ein paar Rezepte.

Ein schöner Cosy-Crime zum Abschalten, der sich als schöne Urlaubslektüre anbietet.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Ein typisch boshafter Ingrid Noll-Roman

Selige Witwen
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Ingrid Noll schrieb den Roman "Selige Witwen" bereits 2002, er erscheint im Diogenes Verlag.

Die Freundinnen Maja und Cora genießen mit Majas Sohn Bela das schöne Leben in Florenz. Als sie erfahren, dass ...

Ingrid Noll schrieb den Roman "Selige Witwen" bereits 2002, er erscheint im Diogenes Verlag.

Die Freundinnen Maja und Cora genießen mit Majas Sohn Bela das schöne Leben in Florenz. Als sie erfahren, dass es Majas Oma schlecht geht, reisen sie nach Deutschland, Cora wittert eine Erbschaft. Doch der alten Dame geht es schon wieder besser. Cora schnappt sich ihren Cousin Felix und fährt zurück nach Italien und lässt Maja als Hilfe für die Großmutter zurück. Da Maja völlig mittellos ist, hat sie Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten. Doch sie findet immer Wege und Mitte und lernt eine Frau kennen, deren Exmann im Rotlichtmilieu als Anwalt tätig ist und seiner Frau nachstellt. In ihrem Besitz ist etwas was kostbar ist und weil Maja davon weiß, gerät auch sie in Gefahr.

"Merk dir ein für allemal: Wenn du dich mit schwachen Männern abgibst, versuchen sie sofort, dir das Mark aus den Knochen zu saugen, um selbst zu erstarken. Am Ende sind sie zu Riesen geworden, und du bist nur noch ein Schatten deiner selbst." Zitat Seite 182

Der herrlich trockene Erzählstil und der böse Humor Ingrid Nolls sind für mich immer wieder eine wahre Lesefreude. In diesem Buch begleiten wir die Freundinnen Maja und Cora, beide nicht gerade liebenswerte Geschöpfe, beide sind selbstsüchtig, egoistisch und gehen für Geld und schöne Häuser über Leichen. Cora scheint noch etwas krimineller veranlagt zu sein als Maja, aber auch die lernt im Buch einiges dazu. Bei der Lektüre taucht man in ihre Liebesgeschichten und Mordhandlungen ein. Es wird spannend und man wünscht sich, dass die mörderischen Ideen der Frauen nicht aufgedeckt werden.

Beim Lesen habe ich mich sehr über die originellen Figuren gefreut, die außergewöhnlich und mit markanten Charakterzügen ausgestattet wurden. Wann liest man schon einmal von einer bärtigen Frau, die mit einem Anwalt aus dem Rotlichtviertel verheiratet ist und ihm echte Gemälde klaut?

Mit großer Lesefreude habe ich die Vorgänge verfolgt und ich habe mich trotz der kriminellen Ader der Protagonistinnen etwas boshaft mit ihnen gefreut. Wie erwartet: Brillante Unterhaltung mit Todesopfern, Ironie und trockenem Humor.

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