Schöne Geschichte mit Schottland-Atmosphäre und dezenter Krimihandlung! Reihenstart mit Potenzial! 3,5 *!
Mord & BreakfastIdylle pur? Wo gibt es die schon! Vielleicht in „Seagull Bay“?!
Mit „Mord & Breakfast“ startet Anne Gordon ihre Krimireihe „Ein Fall für Melody Moss“, in dem die Londoner Journalistin Melody von ihrer ...
Idylle pur? Wo gibt es die schon! Vielleicht in „Seagull Bay“?!
Mit „Mord & Breakfast“ startet Anne Gordon ihre Krimireihe „Ein Fall für Melody Moss“, in dem die Londoner Journalistin Melody von ihrer Tante Mabel ein „Bed & Breakfast“ in Schottland erbt, sich dieser Herausforderung anfangs aber nicht wirklich stellen und ihr Leben keinesfalls derart umkrempeln möchte. Sehr wohl aber will sie wissen, wie ihre Tante zu Tode kam.
In flüssigem Schreibstil erzählt die Autorin von den nun anderen Lebensumständen, von der rauen schottischen Landschaft, dem idyllischen Dorf Seagull Bay, von dem B&B namens „Coastal Inn“, dem Erbe, das Melody antreten kann, wenn sie möchte, und natürlich von den Menschen, die dort leben und arbeiten oder für eine Zeit dort wohnen und ihren Urlaub genießen.
Die Beschreibungen des Ortes, des Hauses und der Zimmer darin, des Gartens und überhaupt der Atmosphäre sind – wenngleich ich sie mir etwas detailreicher gewünscht hätte - wunderbar und lassen mich beim Lesen eintauchen in diese Geschichte.
Die Figuren jedoch bleiben seltsam blass. Das mag bei Melody daran liegen, dass sie wiederholt leider ziemlich begriffsstutzig wirkt, obwohl sie als Journalistin bei ihren Recherchen zum Tod ihrer Tante logischer vorgehen und aus ihren Entdeckungen auch Rückschlüsse ziehen müsste, bei den anderen Charakteren aber fehlen schlicht und ergreifend ein paar Infos, sodass man die Menschen nicht wirklich vor Augen hat, Menschen, die während Melodys Nachforschungen zwar einer nach dem anderen in ihren Fokus geraten, dabei aber seltsam profillos bleiben.
Gleichwohl ist diese gemütlich wirkende Geschichte schön zu lesen, der kriminelle Part dieses Cosy Crime aber ist eher gemächlich als spannend. In wenigen Szenen kommt ein wenig Nervenkitzel auf, aber ein bisschen mehr Spannung hätte es schon sein dürfen.
Die Auflösung ist gefällig, wenn auch etwas vorhersehbar. Dass Melody aber gegen Ende doch noch zielgerichteter recherchiert, auch wenn Kommissar Zufall kräftig mitwirkt, und dass sich auch die örtliche Polizei schlussendlich einbringt, versöhnt den Leser mit der Geschichte.
Mit diesem Reihenstart ist der Grundstock für Melody in Seagull Bay gelegt und ein hoffentlich etwas spannenderer Band 2, „Tödliche Intrige“, kann kommen.