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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2026

Sprachlich außer- und ungewöhnlich, inhaltlich einnehmend, berührend, zugleich amüsant und sehr unterhaltsam! Eine tragikomische Erfahrung!

Nachkoloriert
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Ein Spiel mit Gedanken, Stimmen und Sprache oder Was nützt das Leben in Gedanken?

Patricia Malcher erzählt die tragikomische Geschichte einer Frau in ihren 70ern, die sich bewusst macht, dass sie ursprünglich ...

Ein Spiel mit Gedanken, Stimmen und Sprache oder Was nützt das Leben in Gedanken?

Patricia Malcher erzählt die tragikomische Geschichte einer Frau in ihren 70ern, die sich bewusst macht, dass sie ursprünglich mehr vom Leben wollte als die eintönige und abwechslungsfreie Routine, die sie an jedem Tag ihres inzwischen fast 50-jährigen Ehelebens erfährt.

Details aus dieser eigentlichen Ich-Erzählung kann und möchte ich natürlich nicht offenlegen, weil jede Leserin und jeder Leser die Figuren, deren Entwicklungen und die Geschehnisse selbst erlesen und erleben sollte.

Was ich aber erwähnen möchte und muss, ist die Tatsache, dass diese Geschichte mit manchmal befremdlicher Perspektive und in einem teils ungewöhnlichen Schreibstil erzählt wird.

Die ungewohnte Perspektive entsteht, weil die Hauptfigur, Rentnerin Irma, über sich und ihr Leben im Allgemeinen und im Besonderen nachdenkend, statt des persönlichen „ich“ stets ein unpersönliches „man“ nutzt und dadurch einen seltsam anmutenden Abstand von ihrem eigenen Leben gewinnt; einen Abstand, der sich anfühlt, als blickten nicht nur wir Leser von außen auf Irmas Leben, sondern als nähme auch Irma selbst dieses Leben, ihr Leben, wie eine neutrale Beobachterin wahr und schaffe dadurch innerlich bereits eine Distanz zu all den zum Teil enervierenden Alltäglichkeiten.

Mit der Sprache dieses Buches habe ich mich anfangs schwergetan, weil ich komplette Sätze mag, Sätze, die mindestens Subjekt, Prädikat und Objekt enthalten. Der Schreibstil aber, dem ich hier begegne, lässt wiederholt - wie es in Fremdsprachen durchaus üblich ist – das Subjekt weg, bei manchen Sätzen fehlt das Verb und was in anderen Texten einen Nebensatz bilden würde, erscheint hier als allein stehender Hauptsatz usw. usf.

Das Erstaunliche aber ist, dass es genau diese Diktion ist, die zur Erzählweise des Buches und zu dem Gebrauch des schon erwähnten, neutralisierend wirkenden „man“ statt des persönlichen „ich“ passend wirkt. Was mich also normalerweise stört, nämlich das Weglassen von eigentlich erwartbaren Wörtern oder Satzteilen, das erscheint mir hier absolut stimmig.

Dazu kommt, dass die Sprache dieses Buches vereinzelt Aussagen ermöglicht, die mir gerade wegen des Fehlens mancher Wörter respektive wegen der Distanz, die das „man“ bewirkt, Schmunzler und Lacher entlocken.

Die Autorin nimmt Alltägliches ins Visier, vermeintliche Kleinigkeiten und immergleiche Routinen, die der Langeweile des Alltags Raum bieten, und macht gerade durch diesen Fokus auf Wiederholungen und deren Eintönigkeit die kleinen Veränderungen deutlich, mit denen Irma beginnt, ihre vergessen geglaubten Wünsche wieder neu zu entdecken und ihr Leben in Frage zu stellen, anfänglich nur in Gedanken und nuanciert, dann aber … nein, mehr wird nicht verraten.

Wie die Autorin es auch aufgrund ihres Schreibstils schafft, Erwartungen zu wecken und Befürchtungen hervorzurufen, Belastendes mit Erstaunlichem zu mischen, wie sie die Balance zwischen Berührendem und Erheiterndem hält und wie sich im Verlauf der Geschichte außer der einen Hauptfigur noch eine weitere, mindestens ebenso bemerkenswerte Figur in die Herzen der Leser stiehlt und diese für sich gewinnt, ist einnehmend und ergreifend, zugleich amüsant und trotz respektive gerade wegen des ungewöhnlichen Schreibstils sehr unterhaltsam.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Rentner-Strickzirkel löst „seinen“ zweiten Kriminalfall in heimeliger, Urlaubslust weckender Nordseeatmosphäre! Und es knistert… ;-)

Tod zur Teetied
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Statt ofwachten un Tee drinken heißt es doon deit lehren! Et word Frojahr!

Nachdem ich vor einigen Monaten den Start dieser „Der Strickzirkel ermittelt“-Reihe gelesen habe, war ich auf Band 2, „Tod zur ...

Statt ofwachten un Tee drinken heißt es doon deit lehren! Et word Frojahr!

Nachdem ich vor einigen Monaten den Start dieser „Der Strickzirkel ermittelt“-Reihe gelesen habe, war ich auf Band 2, „Tod zur Teetied“, sehr gespannt, weil die Atmosphäre, die die Autorin an der Nordsee und mit ihren Charakteren entstehen lässt, einfach ein Genuss ist.

Die Protagonisten, eine Ermittlungsgruppe der Polizei und natürlich eine kleine Gruppe von mehr oder weniger strickenden Rentnerinnen und einem Rentner, die allesamt noch vor einem kurzen, aber prägnanten Prolog vorgestellt werden, haben es wieder mit einem undurchschaubaren Fall zu tun, in dem es gilt, Zeugen zu befragen, Verdächtige herauszufiltern und die Tatperson schlussendlich zu überführen.

All das passiert weder reißerisch noch blutrünstig, sehr wohl aber spannend und zum Mitermitteln einladend. Es geht in heimeliger Atmosphäre eher gemütlich zu, obwohl man, mit der Nase im Buch steckend, meinen könnte, in Ostfriesland und zwischen Norddeich und Norden unterwegs zu sein, den Wind zu spüren, die Schafe auf dem Deich trappeln und die Nordseewellen hören zu können.

Die Schilderungen der Landschaft, Wege und Orte sowie die Beschreibungen der Personen und deren Handlungen sind wunderbar bildhaft und auch diejenigen, die Band 1 nicht kennen, können sich problemlos zurechtfinden und die Lektüre genießen.

Dieser Wohlfühlkrimi lebt vor allem von den Mitgliedern des Strickzirkels, von deren Leben und Wirken, deren Gedanken, Konversationen und Aktivitäten und von deren engagierter, nicht immer gern gesehener Einmischung in die Ermittlungen der Polizei.

Inhaltliches werde ich hier nicht wiedergeben, möchte jedoch gerne erwähnen, wie sehr ich es genossen habe, die Mitglieder des Strickzirkels nicht nur in ihrem Privatleben, sondern auch bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Wie die strickenden Rentner, die teilweise auch familiär mit der Polizei verbunden sind, in die kriminelle Geschichte verstrickt werden, wie sie es schaffen, mal einen Verdächtigen fallenzulassen wie eine Strickmasche, mal ein Tatmuster zu erkennen oder eine andere potentielle Täterin ins Visier zu nehmen, das ist so humorvoll in Szene gesetzt, dass neben der Lösung des Falls und der zielstrebigen Arbeit der Polizei die privaten Ermittlungen phasenweise an unterhaltsamster Bedeutung gewinnen.

„Tod zur Teetied“, Band 2 dieser Ostfriesland-Nordsee-Wohlfühl-Krimi-Reihe, ist eine herrlich humorvolle und wunderbar leichte Lektüre, die dank des angenehmen Schreibstils flüssig zu lesen ist und die mit den von der Autorin ins Leben gerufenen Figuren, deren täglichem Leben mit Kind und Kegel, Katze, Schafen und Schmetterlingen im Bauch sowie selbstredend dank selbstgestrickter Ermittlungen köstlich amüsiert.

Ein wenig Plattdeutsch rundet die ostfriesische Atmosphäre dabei genauso harmonisch ab wie Fahrradfahren, Teetrinken und Krintstuut essen. Keine Sorge, das Platt erklärt sich stets aus dem Zusammenhang heraus und wird zudem in einem Anhang noch einmal aufgelistet und erklärt. Und wer beim Lesen Hunger bekommt, findet sogar ein Rezept für den schon erwähnten Rosinenstuten.

Dieses Buch macht Lust auf Nordsee, Deiche, Wind und Wellen, auf mehr Ostfriesland, Tee und Stuten und lässt schon jetzt die Hoffnung und eine zugegebenermaßen etwas ungeduldige Vorfreude entstehen auf einen weiteren Fall des ermittelnden Strickzirkels!

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wissenschaftlich fundiert und lehrreich, anfangs neurolinguistisch/fachsprachlich dominiert, dann erfreulicherweise unterhaltsamer!

Ich rede, also bin ich
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Die Kohärenz von Somatosensorik, Sulcus interparietalis, Utilitarismus etc. pp. oder die Kraft von 100 Billionen Synapsen!

In ihrem Buch „Ich rede, also bin ich“ verspricht Julia Mailänder, 42 Geheimnissen ...

Die Kohärenz von Somatosensorik, Sulcus interparietalis, Utilitarismus etc. pp. oder die Kraft von 100 Billionen Synapsen!

In ihrem Buch „Ich rede, also bin ich“ verspricht Julia Mailänder, 42 Geheimnissen der Sprache auf den Grund zu gehen und sie bei dieser literarischen Reise durch unser Sprachuniversum, sprich durch unser Gehirn, auf unterhaltsame Weise für uns Leserinnen und Leser verständlich zu machen.

Die Autorin nimmt uns mit in ihre Welt der Sprache, präsentiert informative und wissenschaftlich fundierte Fakten sowie zahlreiche neurolinguistische Details.

Besonders dann, wenn diese Fakten und Daten anhand interessanter Beobachtungen und lebensnaher Beispielsituationen erläutert und somit verständlich entschlüsselt werden, wird die Lektüre unterhaltsam.

In kurzen Kapiteln, die stets mit einem als Frage formulierten Titel und drei wichtigen Gesichtspunkten zu dem jeweils gewählten Thema beginnen, entführt die Neurolinguistin in einem sehr angenehmen Schreibstil in die Welt des Gehirns und der Gedanken, in Denkweisen und Dialektik, reist in die Sphären der Neurolinguistik und gelangt über die Geschichte der Neandertaler und anderer Völker hin zur Kommunikation und, ja, auch zur KI, dabei stets diverse Aspekte der Sprache im Allgemeinen und im Besonderen beleuchtend.

Von der Entstehung und Verbreitung der Sprache sowie von der Sprachentwicklung unseres Nachwuchses zu lesen, die möglichen Einflüsse auf die Gesellschaft zu erkennen und die Macht zu entdecken, die von Sprache und Sprachen ausgehen kann, ist wirklich faszinierend.

Zusätzlich zu den sehr umfangreichen Quellenangaben am Ende des Buches, die es Interessierten ermöglichen, tiefer und gezielter in das Thema respektive diverse Unterthemen einzutauchen, hätte ich mir allerdings ein Fremdwörter-Glossar gewünscht, denn wenn man keine Neurowissenschaften der Sprache studiert hat, erscheinen manche Termini selbst einem wissenschaftlich interessierten und mehrsprachigen Leser fremd und erklärungsbedürftig.

Das mag sich nun alles recht nüchtern lesen, ist aber, wenn man das Buch häppchenweise genießt und sich peu à peu durch die wissenschaftlichen Passagen durcharbeitet, schlussendlich lehrreich und trotzdem zunehmend unterhaltsam.

Bei so manchem nun folgenden Gespräch werde ich wohl genauer auf Mimik, Gestik und Wortwahl achten, werde Sprache und Gesprochenes mit anderen Augen sehen, sprich mit anderen Ohren hören , wissend, dass mich entgegen der These des Buches, Füllwörter seien hilfreich, eben diese - zudem von gefühlt immer mehr Menschen inflationär genutzte - Einschübe wie „äh“, „ähm“ und „genau“ auch weiterhin stören werden.

Dieses Buch werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wiederholt zur Hand nehmen, um das eine oder andere nachzulesen, denn auch aufgrund der durchdachten Auf- und Einteilung kann man es gut als Nachschlagewerk nutzen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Ein Nicht-Ratgeber, der Augen öffnet, Denkanstöße liefert und wie eine Befreiung wirken kann!

Du musst gar nichts
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Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, ...

Müssen oder nicht(s) müssen, das ist die hypothetische Frage!

Auf diesen Ratgeber, der partout keiner sein will, war ich sehr gespannt, machte er doch durch Aussagen wie „ich muss keine Challenge mitmachen“, „ich schulde niemandem eine Erklärung“ und „ich darf widersprüchlich sein“ neugierig auf eine zum gängigen Gesellschaftsbild angenehm konträre Sichtweise.

Insbesondere interessierte mich an diesem Buch, wie der Autor es schafft, „die Glaubenssätze der Selbstoptimierungskultur ohne Zynismus und ohne erhobenen Zeigefinger zu zerlegen“ und deutlich zu machen, dass man nicht jedem Trend folgen muss und womöglich gerade dadurch bei sich selbst landet respektive bleibt.

Die Reflektionen zu den Ansprüchen unserer Zeit, zu dem Muss, online und am besten ständig präsent zu sein sowie an (un)sozialen Medien teilzuhaben, die Überlegungen des Autors zu den Ansprüchen, stets achtsam zu sein und sich beständig optimieren zu wollen, besser gesagt, zu müssen, all diese Gedanken waren und sind es, die mich das Buch mit Enthusiasmus haben lesen lassen.

Möchte ich mich diesem – wie der Autor den Druck nennt – „Lärm“ aussetzen? Bin ich nicht gut so wie ich bin? Muss ich jedem Trend folgen? Muss ich bei allem dabei sein? NEIN, das muss ich nicht! Ich muss gar nichts! Auch diese Rezension muss ich nicht schreiben, aber ich möchte es.

Das recht dünne Buch mit dem Untertitel „Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen“ präsentiert in etwas mehr als 50 sehr kurzen, nur maximal eine Buchseite füllenden Kapiteln des Autors Gedanken zu diesem und jenem „Muss“, dem wir uns ausgesetzt sehen.

Bezugnehmend auf meine Anmerkung oben fühlt es sich für mich zwar nicht so an, als „zerlege“ der Autor die Glaubenssätze der Selbstoptimierung, er macht aber sehr wohl deutlich, worin genau die Zwänge bestehen, wie sehr wir diese schon lange, teils schleichend und unbewusst, verinnerlicht haben und wie befreiend es sein kann, sich davon zu lösen.

In klarem, prägnantem Schreibstil und in kurzen Sätzen bringt der Autor seine Ansichten auf den Punkt, sodass die Nicht-Ratschläge auf mich manchmal etwas zu komprimiert und nüchtern wirken. Gleichwohl ist es genau diese Konzentration auf das Wesentliche, die Denkanstöße gibt und eigene Gedanken ins Rollen bringt.

„Du musst gar nichts“ ist kein Ratgeber und will es auch gar nicht sein. Für mich ist es eher ein kleines, feines Nachschlagewerk, das mir in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet hat und das ich sicher immer mal wieder zur Hand nehmen werde, um das Gelesene erneut Revue passieren zu lassen. Mir ist bewusst, dass ich das nicht muss, aber ich weiß auch, dass ich es kann und möchte. Und ich bin dem Autor dankbar dafür, dass er dieses Buch geschrieben hat, wissend, dass ich nicht dankbar sein muss.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Zum 12. Mal „Prost, auf…“ heißt zum 12. Mal beste Regional-Krimi-Unterhaltung! Charakter- und humorvoll! Lesen, mitermitteln, Fall lösen!

Prost, auf die Fischer
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Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, ...

Brunngries und die T-U-F-Methode = eine Heimat für mitermittelnde Leser:innen!

„Prost, auf die Fischer“ ist bereits Band 12 dieser bayerischen Krimireihe, die immer wieder beste Unterhaltung bietet, immer mit mindestens einem Mordopfer in immer wieder anderer örtlicher respektive beruflicher Umgebung, wenngleich die Polizeidienststelle in Brunngries der Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen ist.

Um der kriminellen Geschichte folgen zu können, sind keine Kenntnisse aus den Vorgängerbänden vonnöten; nur in Sachen Privatleben der Ermittler, deren Kollegen, Nachbarn, Bekannten und weiterer Einwohner dieses beschaulichen Örtchens im Chiemgau kann ein wenig Vorwissen nicht schaden; gleichwohl sind die Zusammenhänge problemlos nachvollziehbar.

Details aus diesem Buch werde ich natürlich nicht preisgeben, denn um ein wenig über den Fall zu erfahren, liest man den Klappentext, und für mehr sollte man das Buch selbst lesen.

Die Charaktere, die der Autor ersonnen hat und die in jedem Buch Teil des Ermittler-Teams sind, möchte ich aber kurz vorstellen: da sind die beiden Hauptfiguren, Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink, die den Kern des Teams bilden, Luise Brand, die Viel-mehr-als-Sekretärin der Brunngrieser Dienststelle, Polizisten, Spurensicherer und Gerichtsmediziner. Alle kennen sich, alle schätzen sich, nun gut, mal mehr, mal weniger, aber immer arbeiten sie Hand in Hand und zielführend, die Aufklärung des Falls oder der Fälle stets im Blick.

In kleinen, aber feinen Nebensträngen erzählt der Autor vom Privatleben der Ermittler, indem er eben diese auch private Gespräche führen lässt, und von neugierigen Nachbarn, alten und neuen Bekannten sowie von Geschäftsleuten und solchen, die es zu sein vorgeben, immer mit einem Schmunzeln und stets bestens unterhaltend.

In diesem 12. Fall habe ich die Ermittlungen schon fast als Nebensache empfunden, weil das ganze Drumherum so amüsant und vergnüglich ist, dass die T-U-F-Ermittlungs-Methode hinter der heimeligen Chiemgau-Atmosphäre fast in den Hintergrund tritt.

Trotzdem kommen die Ermittlungen nicht zu kurz. Mitunter ernst, mit Fingerspitzengefühl und Blick für das Wesentliche geht es kriminalistisch logisch, aber auch sehr gerne wohlwollend frotzelnd, sozusagen wertschätzend-neckend und mit Augenzwinkern zur Sache.

Als Leser erfährt man manchmal mehr als die Ermittler, ist ansonsten aber stets an deren Seite. Ich fühle mich nach dem Lesen aller Bände inzwischen wie ein Teil des Teams, was auch daran liegt, dass man hier wunderbar eigene Ermittlungen anstellen kann! Ob die bzw. der Hauptverdächtige dann wirklich die Täterin bzw. der Täter ist, das werden Tischler & Co. schon herausfinden.

Diese „Prost, auf…“-Reihe ist angenehm unterhaltende, zum Mitermitteln einladende und mit einer gefälligen Portion Lokalkolorit sowie wohlportioniertem Humor versehene leichte, feine und beste Krimikost!

Jeder Band ist, wie bereits erwähnt, für sich und ohne Vorkenntnisse lesbar und wirklich jeder Band ist lohnend! Ich hätte auf keinen der bis dato 12 Bände verzichten wollen!
Auf wen in Band 13 angestoßen wird, ist bereits bekannt; davon zu lesen, wird mir ein Vergnügen sein. Na denn, „Prost...“!

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