Ein fester, mit Zeichnungen und Gold auf der Vorderseite und Fotos auf der Rückseite wunderbar designter fester Einband,
ein orange-roter Schnitt,
ein sehr ...
Die Gestaltung des Buches ist eine Wucht!
Ein fester, mit Zeichnungen und Gold auf der Vorderseite und Fotos auf der Rückseite wunderbar designter fester Einband,
ein orange-roter Schnitt,
ein sehr sinnvoll geordnetes Inhaltverzeichnis nebst Vorwort und Vorstellung der Autorin,
sehr übersichtliche Rezepte mit den Zutaten in einer Spalte und der Zubereitung in der Spalte daneben sowie mindestens einem Foto pro Rezept,
und abschließend ein alphabetisches Register.
Aber wenn ich als Überschrift bei einem der ersten Rezepte lese „leichteste Erdbeertorte der Welt ich schwör“, dann frage ich mich, ob sich die aufgesetzte oder von der Autorin womöglich tatsächlich so angewandte Sprache in einem Backbuch wiederfinden sollte/muss.
Auch „geil“ ist ein bei der Autorin offenbar beliebtes Wort. In meinen Augen aber wertet eine solche Sprache ein Backbuch(!) extrem ab!
Nun, das Buch ist eine Augenweide, die Texte sind es teilweise leider nicht. Von GU hätte ich da durchaus mehr Niveau erwartet!
Insgesamt werden also aus 5 Sternen für die Gestaltung und 3 Sternen für die sprachliche Umsetzung 4 Gesamtsterne!
Ex-Nonne Nora Breen geht erst dem Inspector auf die Nerven und dann den Dingen auf den Grund!
Dieses Buch ist für mich das erste aus der Feder von Jess Kidd, sodass ich nicht nur auf die Geschichte, sondern ...
Ex-Nonne Nora Breen geht erst dem Inspector auf die Nerven und dann den Dingen auf den Grund!
Dieses Buch ist für mich das erste aus der Feder von Jess Kidd, sodass ich nicht nur auf die Geschichte, sondern auch auf den Schreibstil der Autorin sehr gespannt war.
Schon mit den ersten Worten eines unheilvollen Prologs bin ich mitten im Geschehen. Die ersten Zeilen lesen sich dann aber etwas steif und scheinen den Lesenden auf Abstand zu halten. Erst beim Weiterlesen wird deutlich, dass es explizit diese Diktion ist, die die Situation der Hauptperson, Ex-Nonna Nora Breen, die sich in einer ungewohnten Lage befindet, nachvollziehbar und fast schon spürbar macht.
Die Autorin schreibt und beschreibt in ruhigen Worten, unaufgeregt und detailliert, was und wo etwas geschieht. Die Gebäude, Orte und Landschaften nehmen Kontur an, die mitspielenden Figuren erscheinen vor dem inneren Auge; es entsteht ein Bild eines nicht gerade großen englischen Küstenortes zur Mitte des 20. Jahrhunderts, wenige Jahre nach dem Krieg, ein Bild von einem dementsprechend schwierigen und herausfordernden Leben.
Diese kriminelle Geschichte lebt von der Zeichnung der Charaktere, von den bildhaften Beschreibungen der Figuren nebst ihren Eigenarten, von deren Benehmen und vom Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen.
Ich tauche ein in ruhige Szenen und genieße diese mit fast allen Sinnen.
Der ermittelnde Detective Inspector, der anfangs unnahbar und uneinsichtig wirkt, taut durch Noras – manchmal kreatives und robustes - Engagement langsam auf, sodass das Zusammenspiel dieser beiden Figuren – neben dem Geflecht aller Mitwirkenden - in meinen Augen ein tragendes Element dieses zwar sanften, aber doch für manche(n) Mitmenschen tödlichen Krimis bildet.
Die Geschichte, die sich an manchen Stellen liest wie ein Gesellschaftsroman, lebt nicht von blutigen Taten und reißender Spannung, sondern von den Folgen des Krieges, der Psyche der Menschen, von mysteriösen Vorgängen, rätselhaften Todesfällen und vor allem von den undurchsichtigen Charakteren, die Teil des Geschehens sind.
Dass ich nichts Inhaltliches preisgebe, versteht sich von selbst, denn was die ehemalige Nonne Nora Breen erlebt, wem sie begegnet, wohin sie ihre Gedanken und Recherchen führen, das sollte jede Leserin selbst entdecken und jeder Leser selbst ergründen.
Zugegebenermaßen habe ich aufgrund der Buchbeschreibungen jedoch mehr Enthusiasmus erwartet, mehr aufregende, vielleicht auch amüsante und durchaus auch gefährliche Szenen. Stattdessen fühlt sich diese Geschichte nur unterschwellig an wie ein Cozy Crime mit englischem Flair, denn dominiert wird dieser von den schon erwähnten gesellschaftlichen Gegebenheiten, den zwischenmenschlichen Beziehungen und vor allem von den Figuren der ermittelnden Ex-Nonne, des Inspectors und all der Bewohner der Pension Möwennest.
Allein die Tatsache, dass auf der letzten Seite die Hoffnung auf einen weiteren Fall für Nora und den Inspector geweckt wird, sei hier erwähnt.
Es wäre mir eine Freude, diese beiden aufs Neue zu begleiten, an ihrer Seite zielgerichtete Ermittlungen aufzunehmen und weitere undurchsichtige Fälle zu lösen.
Das Leben mit Rheuma fern jedweder Realität oder „hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“!
Dr. med. Anna Maier, praktizierende Oberärztin im Rheumatologischen Kompetenzzentrum Nordwestdeutschland, hat ...
Das Leben mit Rheuma fern jedweder Realität oder „hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“!
Dr. med. Anna Maier, praktizierende Oberärztin im Rheumatologischen Kompetenzzentrum Nordwestdeutschland, hat mit diesem Buch einen durchaus hilfreichen Ratgeber geschaffen, speziell für Frauen, die mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung zu tun haben.
Sie erklärt ihre Intention, in diesem Buch (fast) ausschließlich Frauen in den Fokus zu stellen, erwähnt und erklärt den Weg der Diagnose, mögliche Behandlungen wie bspw. Physio- und Ergotherapien oder Wärme- respektive Kältebehandlungen sowie die Möglichkeiten, Entzündungen zu vermeiden, gibt Ratschläge in Sachen „Bausteine für ein gutes Leben mit Rheuma“, genauer gesagt zu Bewegung, Ernährung und emotionaler Gesundheit, alle 3 Themen inkl. 4-Wochen-Starter-Plänen, beleuchtet verschiedene Medikamente und die Hoffnung darauf, sie absetzen zu können, und geht ebenfalls auf Schwangerschaften bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung ein.
Auch zu den Wegen, die man zum Finden des richtigen „Rheuma-Docs“ gehen kann und wie man sich als Patient gut auf das Arztgespräch vorbereitet, finden sich kurze Informationen im Buch.
Leider aber – und dieses leider sollte ich eigentlich großschreiben – ist vieles von diesen Erläuterungen blanke Theorie.
Nicht, dass ich falsch verstanden werde, alle im Buch genannten Aspekte sind sinnvoll und hilfreich, sie müssten aber auch in die Praxis umgesetzt werden!
Zudem habe ich nähergehende Infos zum Thema Schmerzen vermisst. Die Autorin nennt zwar Medikamentengruppen, die helfen, und referiert über die besonders bei Frauen differiert zu betrachtenden Schmerzbilder, Weitergehendes zur Behandlung der Schmerzen, auch mit alternativen Mitteln, nennt sie hingegen nicht.
Summa summarum ist dieses Buch „Rheuma ist weiblich“ zwar ein guter Ratgeber für betroffene Frauen, Frauen, die von einer entzündlich-rheumatischen(!) Erkrankung betroffen sind, stellt jedoch in vielerlei Hinsicht die theoretische Idealsituation dar, die mit der alltäglichen Praxis einer Betroffenen und deren Schwierigkeiten, denen sie nahezu hilflos ausgesetzt ist, nur wenig bis - in manchen Punkten - nichts zu tun hat.
Ich hätte diesem Ratgeber gerne 5 Sterne gegeben, wenn denn die Praxis so aussähe, wie sie im Buch geschildert wird. Die Tatsache aber, dass diese theoretischen Inhalte weit davon entfernt sind, realistisch zu sein, und eine Patientin, statt Hilfe zu erfahren, zusätzliche Enttäuschungen erlebt, weil das Buch in einigen Punkten wie Diagnose, Behandlungen, Arztsuche und -gespräch sowie Medikation eigentlich hilfreiche, aber sehr praxisferne Theorie bietet, wird der Nutzen dieses Buches arg eingeschränkt, sodass ich leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben kann.
Kleiner Nachsatz: Entspannungsübungen werden empfohlen, gegensätzlich wirkende Frustration macht sich nach der Lektüre breit.
Der Ostsee-Mordclub beweist zum zweiten Mal einen guten Spürsinn und eine unwiderstehliche Hartnäckigkeit!
„Olaf ist weg“ ist der zweite Band aus der Cosy-Crime-Reihe „Der Ostsee-Mordclub ermittelt“, ...
Der Ostsee-Mordclub beweist zum zweiten Mal einen guten Spürsinn und eine unwiderstehliche Hartnäckigkeit!
„Olaf ist weg“ ist der zweite Band aus der Cosy-Crime-Reihe „Der Ostsee-Mordclub ermittelt“, erdacht von Jette Jakobi, hinter deren Namen sich Andrea Russo (Anne Barns) und ihre Tochter Christin-Marie Below verstecken, die jede für sich, aber auch beide zusammen schon einige Romane und Kinderbücher geschrieben haben. Und hier wissen 2, was sie tun.
Zum Inhalt werde ich mich natürlich nicht weiter äußern, denn erstens gibt es dafür den Klappentext und zweitens möchte ich ja nicht vorgreifen. Selbst lesen ist die Devise! Was ich aber verraten kann, ist, dass die Autorinnen ihre mit Band 1, „Heiner ist tot“, so wunderbar ins Leben gerufenen und herrlich gegensätzlichen Charaktere erneut sehr unterhaltsam agieren lassen.
Die Hauptfiguren, drei noch ziemlich rüstige Rentnerinnen namens Elsbeth, genannt Elsie, Karin und Ursel kennen sich zumindest ihrer eigenen Meinung nach aus mit Mord und Totschlag, denn sie sind Tatort-Fans und lösen regelmäßig die dort präsentierten Fälle. Naja, sagen wir, sie versuchen, die TV-Fälle zu lösen. Aufgrund derlei Übung sehen sie sich natürlich veranlasst, den auf mysteriöse Weise verschwundenen vierten WG-Bewohner namens Olaf zu finden und in einem irgendwie damit zusammenhängenden Todesfall zu „ermitteln“. Nun, jetzt habe ich doch schon etwas verraten, aber mehr Details gibt es von mir nun wirklich nicht.
Dieser Krimi lebt von einem herrlich locker-flockigen Schreibstil, von der Atmosphäre der Ostseeküste und den Schilderungen der Örtlichkeiten, vor allem aber wird diese Geschichte lebendig durch die bildhaften Beschreibungen der Protagonistinnen, deren Gedankengängen und manchmal recht eigensinnigen Aktionen, mit denen sie auch den diensthabenden Kriminalkommissar, dem sie schon bei Band 1 in die Quere kamen, zur Verzweiflung treiben.
Mit „Olaf ist weg“ kann man sich an die Ostsee träumen, leicht-kriminelle bzw. kriminell leichte Unterhaltung genießen, älteren Damen bei ihren Taten und Untaten über die Schulter schauen und so ganz nebenbei und mit wiederholtem Augenzwinkern einen Todesfall aufklären sowie manch vermeintliches Geheimnis lüften.
All diejenigen, die jetzt Appetit auf den Ostsee-Mordclub bekommen haben, können eventuelle Gelüste u.a. mit „Elsies Sahnekaramellen nach Oma Friedas Rezept“ befriedigen, das sich im Anhang befindet und das ich mir im Rahmen meiner Rezension zu „Heiner ist tot“ so sehr gewünscht habe. Danke!
Ach, eins noch: ich habe hier den schon aus Band 1 bekannten, herrlich makaber-skurrilen und mehr als nur einen Lachanfall auslösenden Trinkspruch wiedergelesen , den ich aber nicht zitieren möchte, weil sich jeder Leser selbst darauf und darüber freuen soll. Also hoffe ich nun auf einen dritten Band dieser Reihe und sage schlichtweg „Prost, auf den Ostsee-Mordclub!“
Die Senioren ermitteln wieder und haben trotz des kriminellen Wildwuchses den alleinigen Durchblick!
„Gärten, Gift und kalte Rache“ ist schon der dritte Band aus Klaudia Blasls Gartenkrimi-Reihe und - ...
Die Senioren ermitteln wieder und haben trotz des kriminellen Wildwuchses den alleinigen Durchblick!
„Gärten, Gift und kalte Rache“ ist schon der dritte Band aus Klaudia Blasls Gartenkrimi-Reihe und - ich nehme es gleich vorweg - ich hätte keinen dieser botanischen Krimis missen wollen!
Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden sind zum Genuss der Lektüre übrigens nicht zwingend erforderlich, aber auch um eben dieses Genusses willen ist das Lesen von "Gärten, Gift und tote Männer" sowie "Gärten, Gift und große Liebe" absolut empfehlenswert.
Man sollte allerdings keinen blutrünstigen Krimi erwarten, der dafür sorgt, dass einem der Schrecken in die Glieder fährt, sondern eine kriminelle Geschichte, die sehr gut erdacht wurde, durch treffliche Beschreibungen, kreative Wortschöpfungen und herrliche Figuren überzeugt und die den Spagat zwischen einer ob final gliederstreckender Antagonisten zum Mitermitteln einladenden Spannung und auf angenehmste Weise unterhaltender und amüsierender Erzählung spielend bewältigt!
Damit habe ich zwar mein Fazit bereits kundgetan, aber ein bisschen näher kann und möchte ich mein Résumé natürlich erläutern, allerdings ohne Details aus der Geschichte zu verraten.
Den leichtfüßigen und wortakrobatischen Schreibstil der Autorin, den ich in jedem Buch aufs Neue genieße, kenne ich schon aus den beiden ersten Bänden dieser Reihe sowie u.a. aus ihren Anthologien zum Thema Pflanzen und Blumen, die ich allen auch nur ansatzweise an Grün Interessierten sehr ans Herz lege.
Die Hauptfiguren dieses Krimis rund um „kalte Rache“ nehmen aufgrund anschaulich-bildhafter Beschreibungen sowohl im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinne figurförmlich Gestalt an, die Gedanken und Handlungen der Protagonisten werden oft mit einem Augenzwinkern, immer aber wortgewandt und mit großem Sprachwitz geschildert und die dörfliche Pseudo-Idylle mit typischen nachbarschaftlichen Liebenswürdigkeiten bekommt Kontur.
Man liest, genießt und ist dem völlig verpeilten Hauptkommissar in Sachen Ermittlungen genauso weit voraus wie alle beteiligten Senioren. Ein köstlicher Spaß!
Zudem kennt Klaudia Blasl sich aus mit schönem und unscheinbarem Grünzeug aller möglichen und nur scheinbar harmlosen Gattungen, vor allem aber ist sie Expertin, wenn es um die Wirkungen und Nebenwirkungen so mancher Pflanze geht, seien die Folgen nun im Guten erhofft oder im Bösen erwünscht. Ziemlich unauffällig jubelt die Autorin uns Wissen über hilfreiches oder letales Grünzeug unter, fein präsentiert und schön dosiert, denn es ist wie so oft, die Dosis macht das Gift. Die geneigte Leserschaft sollte also stets wachsam bleiben!
„Gärten, Gift und kalte Rache“ führt Klaudia Blasls erfolgreiche Gartenkrimi-Reihe, die sprachgewandte Unterhaltung vom Feinsten bietet, erfolgreich fort und ich kann nur hoffen, dass die Autorin weitere Bände folgen lassen wird, denn mit ihrem Schreibstil, ihren sprachlichen Finessen, sprich mit ihrer Wortgewandtheit, den kriminell unterhaltsamen Geschichten und dem uns darin wie nebenbei vermittelten Wissen um Pflanzen und Pflänzchen hat sie ein außergewöhnliches Krimi-Genre geschaffen!