Nicht unbedingt unheimliche, aber trotzdem unterhaltende Kurzgeschichten
Die Spinne. Unheimliche Geschichten“Die Spinne” ist ein im Reclam Verlag erschienener Sammelband, der vier düstere Kurzgeschichten von Bithia Mary Croker versammelt. Den Auftakt bildet dabei die titelgebende Geschichte “Die Spinne”, die ...
“Die Spinne” ist ein im Reclam Verlag erschienener Sammelband, der vier düstere Kurzgeschichten von Bithia Mary Croker versammelt. Den Auftakt bildet dabei die titelgebende Geschichte “Die Spinne”, die weniger eine unheimliche als mehr eine tragische Geschichte ist. Im australischen Outback angesiedelt, begegnen wir hier Maimie Grimshaw, ihrem Ehemann Bernhard Grimshaw sowie deren Nachbar Walter Talbot, die eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung eingehen. Die Tragik entsteht dabei besonders durch die Fallhöhe einzelner Figuren. Weniger spektakulär (sowohl im tragischen als auch im schaurigen Sinne) ist die kurze Erzählung “Martins Geist”. Der Inhalt der Erzählung lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehe; insgesamt habe ich die Erzählung als linear und spannungsarm empfunden. In der dritten Geschichte “Mein einziges Abenteuer” berichtet eine Ich-Erzählerin von einer Personenverwechslung. Schaurig ist hier vor allem das wahnhafte Verhalten einer Figur; ansonsten besitzt die Erzählung eher einen humoresken Zug. Den Abschluss bildet die Erzählung “Mrs. Ponsonbys Traum”, die mit dem prognostischen Traum ein typisches Motiv der Schauerliteratur aufgreift. Abgerundet wird die Ausgabe des Reclam Verlags durch ein Nachwort, dass in Leben, Werk und Rezeption der eher unbekannten Autorin Croker einführt. Insgesamt passt das Adjektiv “unheimlich” eher weniger zu den in “Die Spinne” versammelten Geschichten - trotzdem sind die Geschichten durchaus lesenswert und unterhaltend.