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Veröffentlicht am 05.10.2023

Transsilvanien

Das Vampirtier und die Sache mit den Tomaten
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Transsilvanien. Da war doch etwas? Richtig, ein adoptierter Hund aus Rumänien der nur Bööööh-Laute von sich gibt. Ich glaube von einem Vampirtier zu sprechen wäre angebrachter. Allein schon, dass der Hund ...

Transsilvanien. Da war doch etwas? Richtig, ein adoptierter Hund aus Rumänien der nur Bööööh-Laute von sich gibt. Ich glaube von einem Vampirtier zu sprechen wäre angebrachter. Allein schon, dass der Hund auf den Namen Brutus hört, hätte die Patchwork-Familie stutzig machen müssen. Aber fangen wir vorne an.
Es gibt Bücher, da verliebt man sich bereits, obwohl man nur das Cover gesehen hat. "Das Vampirtier und die Sache mit den Tomaten" von Lotte Schweizer gehört dazu. Der Schreibstil ist wunderbar und altersgerecht. Die Kapitel lassen sich perfekt vorlesen und aufgrund der Schriftgröße des Textes können Kinder - ab der zweiten Klasse- auch problemlos selbst lesen.
Alexandra Helm steuert die niedlichen und witzigen Illustrationen bei, bei denen man einfach ein Lächeln im Gesicht hat. Die farbigen Zeichnungen sind klasse und veranschaulichen das Ganze, tragen zum Textverständnis bei.
Die Geschichte ist frech, modern und auch spannend. Für uns war das ein rundum gelungenes Abenteuer mit ordentlich viel Lesespaß und einem ganz tollen Vampirtier.

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Veröffentlicht am 27.09.2023

Nachlese

Gleanings – Storys aus dem Scythe-Universum
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"Denn die Kehrseite von Zufriedenheit ist Stillstand." [73] Das dürfte sich bestimmt auch Neal Shusterman gedacht haben und liefert uns mit seinem neuesten Werk "Gleanings" Storys aus dem Scythe-Universum. ...

"Denn die Kehrseite von Zufriedenheit ist Stillstand." [73] Das dürfte sich bestimmt auch Neal Shusterman gedacht haben und liefert uns mit seinem neuesten Werk "Gleanings" Storys aus dem Scythe-Universum. Anders als bei den drei Bänden der Scythe-Reihe besteht das Buch aus 15 Kapiteln, wobei jedes Kapitel eine in sich abgeschlossene Geschichte darstellt. Die Idee dahinter ist gut, denn so erhalten die Lesenden weiterführende Einblicke in die interessante Scythe-Welt, aber jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Kapitel sind meines Erachtens unterschiedlich stark geschrieben. "Die Straße der Widerlinge" war extrem gut, das folgende Kapitel jedoch um einiges schwächer. Und das Ganze wechselt sich immer mal wieder ab. Auch wenn ich eine große Story präferiert hätte, finde ich die Gedankenspiele wieder sehr interessant und auch ansprechend herausgearbeitet. Mir gefällt das Scythe-Universum mit all den aufkommenden Fragen und dem ganzen Interpretationsspielraum. Auch fand ich es spannend wieder auf die alten Charaktere zu treffen. Der Schreibstil von Neal Shusterman ist wunderbar und man fliegt schnell durch die Seiten und die einzelnen Geschichten. An die Scythe-Reihe kommt das neueste Werk nicht ganz heran, was aber den Lesepaß in keiner Weise beeinträchtigt.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

11, 12, 14

Dreizehnfurcht
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Der Start in die fantastische Geschichte „Dreizehnfurcht“ von Wieland Freund gefällt mir richtig gut. Die Geschehnisse rund um den Protagonisten Momme Bang und den geheimen Stadtteil Berlins ziehen einen ...

Der Start in die fantastische Geschichte „Dreizehnfurcht“ von Wieland Freund gefällt mir richtig gut. Die Geschehnisse rund um den Protagonisten Momme Bang und den geheimen Stadtteil Berlins ziehen einen in ihren Bann.
Auch wenn die Geschichte ruhig startet und zunehmend komplexer wird, philosophische Fragen erörtert werden, bleibt man gerne am Ball. Sprachlich ist „Dreizehnfurcht“ ein schönes Buch, welches von Peter Lontzek gesprochen wird. Lontzek verleiht den Charakteren Leben, bringt die Gefühlslage der Charaktere gut herüber und lässt somit Bilder im Kopf der Zuhörenden entstehen.
Das Handeln und die Reaktionen von Momme kann man gut nachvollziehen, jedoch bin ich mit dieser Figur nicht ganz warm geworden. Der Funke wollte nicht überspringen. Man betrachtet die Welt nicht durch seine Augen, sondern blickt etwas distanziert auf ihn und die Ereignisse.
Der Spannungsbogen ist fast nicht vorhanden. Alles ist sehr ruhig. Lediglich gegen Ende nimmt die Spannung marginal zu. Da hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Ausgestaltung der fantastischen Welt einen förmlich erdrückt. Das waren dann doch viele Personen und insgesamt zu wenig Tempo.

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Veröffentlicht am 19.09.2023

unser Körper

Rebellenzellen – Eine wilde Reise durch den Körper
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Eine wilde Reise durch den Körper? Das klingt ganz schön interessant. Das denken sich nicht nur die Kinder, sondern auch die "Rebellenzellen". Dass so eine Reise gefährlich sein kann, diskutieren unsere ...

Eine wilde Reise durch den Körper? Das klingt ganz schön interessant. Das denken sich nicht nur die Kinder, sondern auch die "Rebellenzellen". Dass so eine Reise gefährlich sein kann, diskutieren unsere drei Protagonisten, die Körperzellen Mio, Fago und Nea aus. Aber schließlich überwiegt die Neugier, was es alles zu entdecken gibt. Und das ist eine ganze Menge. Auch für die Zuhörenden und Lesenden.
Die Reise durch den Körper ist in eine Geschichte eingebettet, die sich prima vorlesen lässt und auch ab der zweiten Klasse alleine gelesen werden kann.
Wir kennen und schätzen die Reihe erzählendes Sachbilderbuch des Südpol Verlags und hatten uns deshalb schon sehr auf die "Rebellenzellen" von Dr. Johanna Klement gefreut. Das großformatige Buch ist ein tolle Mischung aus Geschichte und Sachbuch. Besonders gefällt mir, dass die Kinder immer wieder aktiv mit einbezogen werden und ermuntert werden mitzumachen. Da geht es einmal um ein Fühlexperiment und ein anderes Mal darum, gegenseitig einen bestimmten Gesichtsausdruck zu machen und diesen zu erkennen. Das sind aber nur ein paar Beispiele.
Da unsere kleinen drei Zellen durch den ganzen Körper kommen, wird ganz schön viel Wissen zu den Zuhörenden und Lesenden transferiert – aber auf eine angenehme Art und Weise. Fragen bleiben da keine offen. Alles wird sehr anschaulich und kindgerecht erklärt.
Die Illustrationen von Stephanie Marian sind komplett farbig, helfen und veranschaulichen das Ganze eindrucksvoll. Fakten, Geschichte und Mitmachtipps. Das ist eine tolle Kombination. Auch das Wimmelbild auf den letzten beiden Seiten hat es in sich. Da suchen auch Mama und Papa länger. Aber zum Glück gibt es die Lösung auf der Südpol-Webseite.

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Veröffentlicht am 19.09.2023

auf den Hund gekommen

Nightbitch
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Nightbitch. Man könnte auch sagen, die Protagonistin sei auf den Hund gekommen. Aber jetzt erstmal ganz von vorne. Das Cover sticht schon ziemlich aus der Masse heraus. Mir fällt kein Roman ein, der den ...

Nightbitch. Man könnte auch sagen, die Protagonistin sei auf den Hund gekommen. Aber jetzt erstmal ganz von vorne. Das Cover sticht schon ziemlich aus der Masse heraus. Mir fällt kein Roman ein, der den Lesenden einfach ein rohes Stück Fleisch präsentiert. Und auch der Titel ist sehr prägnant. Am besten geht man unvoreingenommen an diesen Roman heran und lässt die Geschichte einfach auf sich wirken. Es lohnt sich.

Oh wie schön ist es, wenn eine Frau zu einer Mutter wird. Während sich für die Männer nicht allzu viel ändert, gibt es bei den Frauen einiges, das das Leben richtig umkrempelt. Körperliche Veränderungen sind da nur ein Aspekt. Aber genau diesen Aspekt lässt die Autorin Rachel Yoder ihre Protagonistin auf das Intensivste durchleben. Das Ganze ist sehr pointiert geschrieben und trifft genau ins Schwarze. Wer selbst Kinder hat, egal ob Frau oder Mann, wird sich des Öfteren in den verschiedenen Szenen wiedererkennen.

Mir persönlich gefällt, dass Yoder das Thema Mutterschaft auf unorthodoxe Weise anspricht, verdeutlich und interpretiert. Besonders gefällt mir das Ende. Mit so einer gekonnten Kurve und dem darauffolgenden Abschluss des Romans hätte ich nicht gerechnet.

Gesprochen wird der Roman von Jana Kozewa. Bei dem Hörbuch konnte man sich entspannt zurücklehnen und der Verwandlung, hin zu Nightbitch, konzentriert und gespannt lauschen.

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