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Veröffentlicht am 18.10.2019

Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Das Vermächtnis der Grimms
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„Der Grimm schien all den Schmerz, das Leid, den Kummer in sich zu vereinen. Ich spürte seine unersättliche Gier nach Liebe, fühlte die Leere, die in ihm wohnte und die er niemals fühlen könnte.“ [214]

Wer ...

„Der Grimm schien all den Schmerz, das Leid, den Kummer in sich zu vereinen. Ich spürte seine unersättliche Gier nach Liebe, fühlte die Leere, die in ihm wohnte und die er niemals fühlen könnte.“ [214]

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Tja, wenn man nach Cover - einfach genial - und Klappentext - sehr vielversprechend – geht, dann hätte ich gesagt: Jeder. Aber manchmal kommt alles anders.

Kristin Denise Collins, oder einfach nur Kris, ist „die Frau, die von Texten Visionen bekommt.“ [131] Sie ist die Protagonistin, die Person, die dieser Geschichte hier ordentlich Dampf machen könnte.

„Du könntest der Schlüssel sein, der uns die ganze Zeit gefehlt hat. Mit deiner Hilfe können wir hoffentlich wieder Kontakt nach Abalion herstellen und das alles endlich stoppen.“ [109]

Aber, wie Eingangs geschrieben, gibt es leider eine ziemlich große Diskrepanz zwischen Cover/Klappentext und dem Inhalt.

Es dauert exakt zweihundert Seiten bis die Geschichte etwas Fahrt aufnimmt. Davor war nichts Spannendes. Der Schreibstil ist super und die drei verschiedenen Erzählstränge, welche immer mehr zusammenlaufen, sind eigentlich ein super Mittel, um Spannung zu erzeugen. Aber irgendwie hatte ich mir etwas anderes versprochen. Was mich zusätzlich genervt hatte waren mehrere Stellen. Exemplarisch die folgende:
„1345 n. Chr. …. Bis nach Deutschland war es ein weiter Weg.“ [220 f.]
Echt jetzt? Damals soll es schon Deutschland gegeben haben? Hm, ich glaube nicht – weder das heutige Gebiet noch das eigentliche Wort dafür. Auch wenn es hier Fantasy ist, hätte das beim Lektorat auffallen müssen.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Wissen kindgerecht verpackt.

Warum brauchen Haie keinen Zahnarzt?
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„Warum brauchen Haie keinen Zahnarzt?“ ist ein schönes Kinderbuch, welches interessante Fragen stellt und diese dann kindgerecht erklärt.
Viele Fragen, um genau zu sein, exakt 22, warten auf wissensdurstige ...

„Warum brauchen Haie keinen Zahnarzt?“ ist ein schönes Kinderbuch, welches interessante Fragen stellt und diese dann kindgerecht erklärt.
Viele Fragen, um genau zu sein, exakt 22, warten auf wissensdurstige Kinder. Es sind Alltagsfragen, wie:

Warum können Schiffe schwimmen?
Wie entstehen Blitz und Donner?
Warum bekommen Pinguine keine kalten Füße?

die auf 5-6 Seiten, jeweils auch schön illustriert, in einer ansprechenden Geschichte verpackt, daherkommen. Somit wird das Wissen perfekt zu den kleinen Zuhörern transportiert.

Ein schönes Buch zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren.

Veröffentlicht am 02.10.2019

Durchaus interessant, muss man aber nicht lesen

Agnes
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„Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“ [9]
Der Ich-Erzähler lernt die junge Doktorandin Agnes kennen und beide verlieben sich.

Der Roman „Agnes“ von Peter Stamm kommt sehr unaufgeregt daher. ...

„Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.“ [9]
Der Ich-Erzähler lernt die junge Doktorandin Agnes kennen und beide verlieben sich.

Der Roman „Agnes“ von Peter Stamm kommt sehr unaufgeregt daher. Vieles in diesem Buch spielt sich zwischen den Zeilen ab und kommt sehr distanziert daher. Gekonnt lässt Stamm die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion der zwei Liebenden verschwimmen.

„In meinem Kopf war unsere Beziehung viel weiter gediehen als in Wirkllichkeit.“ [17]

Mir ist das ganze viel zu bedeutungsschwanger, auch weil nicht sonderlich viel passiert. Obwohl es eine interessante Idee ist, den Ich-Erzähler ein Portrait über Agnes schreiben zu lassen, fehlt einiges, das diesem Buch den besonderen Schliff gibt.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Eine perfekte Welt?

Scythe – Die Hüter des Todes
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„Was zum Teufel sind wir? Wir können doch nicht sein, was wir eigentlich sein sollten.“ [458]

Wie ist es eigentlich in einer perfekten Welt zu leben, in der es weder Krankheiten, Armut oder Tod gibt? ...

„Was zum Teufel sind wir? Wir können doch nicht sein, was wir eigentlich sein sollten.“ [458]

Wie ist es eigentlich in einer perfekten Welt zu leben, in der es weder Krankheiten, Armut oder Tod gibt? Ist das wirklich perfekt? Citra und Rowan, die beiden Protagonisten in dem Roman „Scythe – Die Hüter des Todes“ von Neal Shusterman, werden auf eine harte Probe in dieser anscheinend ach so perfekten Welt gestellt. Denn ganz ohne Tod, funktioniert das System auch nicht.
Beide sollen zum Scythe ausgebildet werden, also denjenigen, die über Leben und Tod entscheiden, gegen ihren Willen und jetzt kommt das große aber: Es wird nur einer zum Scythe ausgewählt. Der andere ist somit zum Tode verurteilt. Damit das Ganze auch richtig spannend wird, muss der frisch gebackene Scythe den anderen nachlesen, also unter die Erde bringen.
Was mir persönlich in diesem Buch aus dem Fischer Verlag besonders gefällt, sind die kleinen Denkanstöße aus den Tagebucheinträgen, die oft philosophisch daher kommen. Wenn jeder in einer perfekten Welt seiner Berufung nachgehen kann und auch mit Leidenschaft dabei ist, darf dann ein Scythe auch mit Leidenschaft töten? Ganz werden die Gedanken nie ausgeführt, das würde wahrscheinlich auch den Rahmen des Buches sprengen.
Der Roman liest sich flüssig, bietet eine interessante Handlung. Shusterman erzeugt ein spannendes Bild der Zukunft, welches auf den ersten Blick verheißungsvoll und auf der anderen Seite sehr verstörend ist.
„Scythe – Die Hüter des Todes“ ist Teil 1 der Trilogie. Obwohl das Ende nicht ganz überraschend kommt, so wartet es jedoch mit einem schönen Cliffhanger auf. Man darf gespannt sein wie es im zweiten Teil weiter geht.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Wenn Flusskrebse singen

Der Gesang der Flusskrebse
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„Tatsache ist nun mal, dass Liebe oft Schiffbruch erleidet, … und letzten Endes ist alles, was wir haben, Verbundenheit.“ [304]

Catherine Danielle Clark - „Kya“ – ist das Marschmädchen und zugleich auch ...

„Tatsache ist nun mal, dass Liebe oft Schiffbruch erleidet, … und letzten Endes ist alles, was wir haben, Verbundenheit.“ [304]

Catherine Danielle Clark - „Kya“ – ist das Marschmädchen und zugleich auch die Protagonistin in Delia Owens Roman „Der Gesang der Flusskrebse“. Die Autorin zeigt in ihrem Werk wie es ist, als einsames Mädchen in einer atemberaubenden Natur, zu überleben.
„Kya war eine Bewohnerin des Tieflandes, einem Land mit weiten Horizonten, wo Sonne und Mond verlässlich auf- und untergingen. “ [241]

Ganz ohne Kitsch geht es in dieser rührenden Geschichte doch nicht. Es steckt einiges für Hollywood drin. Sei es die Entwicklung von Kya. Von der Analphabeting hin zur Buchautorin und ähnlichem. Aber das stört nicht wirklich, denn die Story ist sehr gut aufgebaut. Zwei Handlungsstränge tragen dazu bei und bringen etwas Spannung in den wunderschön geschriebenen Roman.

Delia Owens Roman kommt Bildgewaltig daher, zeigt die verschiedenen Seiten der Natur und begeistert die Leser*innen.

„Wie die meisten Menschen kannte Chase die Marsch nur als etwas, das für Bootsausflüge und zum Angeln taugte oder das trockengelegt werden sollte.“ [223]