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Veröffentlicht am 16.12.2025

Berührende Fluchtgeschichte: Hera Lind’s Tatsachenroman

Das einzige Kind
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Das einzige Kind von Hera Lind, ein Tatsachenroman, hat mich schon in den nächsten zwanzig Seiten in jeden Satz, in jede Zeile, jedes Wort, berührt, geschockt, erschrocken und sprachlos gemacht.
Es erschien ...

Das einzige Kind von Hera Lind, ein Tatsachenroman, hat mich schon in den nächsten zwanzig Seiten in jeden Satz, in jede Zeile, jedes Wort, berührt, geschockt, erschrocken und sprachlos gemacht.
Es erschien 2023 im Knaur Verlag, ist ein 384-seitiger historischer Roman und beruht auf wahre Begebenheit. In diesem Roman geht es um Djoko, ein fünfjähriges Kind, das während des Zweites Weltkrieg allein durch Europa fliehen musste. So oft war er dem Tod bedroht, so oft ist es dem entkommen und dennoch hatte er nie die Hoffnung aufgegeben. Ich hatte Tränen in meinen Augen – wortwörtlich
Ein sehr berührender Tatsachenroman. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Das Besondere war, dass andere Begriffe wie z.B Mame(Mutter) oder Tate(Vater) benutzt wurden. So fühlte ich mich der damalige Zeit noch näher verbunden. Auch wurde es aus der Perspektive eines Kindes erzählt, so dass man in seinen Gedanken schauen konnte. Die Welt in seinen Kinderaugen sehen konnte. Das fand ich besonders berührend, weil Djoko ist in den Roman fünf Jahre alt und beschreibt aus seiner Perspektive den Krieg und die Flucht durch Europa. Das Ende fand ich auch sehr schön, wo die Autorin selbst nochmal über den Kontaktaufbau mit Djoko beschreibt und darüber, was Djoko bzw. jetzt Frank Peters-Engl aus seinen Leben gemacht hat, berichtet. Ich fand es auch toll, dass die Erzählung in Präsens ist, denn auch das hat dazu geführt, dass ich in diese Welt eintauchen konnte, tausendmal gebetet hab, tausendmal gelitten hatte und ich leide immer noch. Es liest sich sehr flüssig. Die Figuren werden auch gut dargestellt. Djoko ist der Hauptproganist während andere wichtige Nebenprotagonisten meist eine kurze, aber oftmals wichtige Rolle spielen. Viele Nebenfiguren in den Roman wurden in ein gutes Licht gebracht, auch wenn die Figuren unmoralisch handelten, dennoch war es damaliger Zeit so und das wurde in den Buch auch dargestellt, als wäre das in Ordnung. Der Krieg oder andere Gewalttaten ist da aber selbstverständlich ausgenommen.
Insgesamt ist das ein sehr empfehlenswerter Roman die ich jeden, der sich mit der Geschichte auseinandersetzen möchte, besonders zum Thema 2. Weltkrieg, empfehlen kann. Dieses Buch hat mich zum ersten Mal so berührt, dass ich wochenlang darüber nachdenken musste.
Dieser Roman bekommt 5 Sterne für die unglaublich talentierte Wortwahl & Erzählung⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
In Liebe, Doreen.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

To Cage a Wild Bird: Mein neuer Lieblingsbuch

To Cage a Wild Bird
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Raven ist Kopfgeldjägerin und jagt Kriminelle, die dann nach Endlock gebracht werden. Eines Tages kommt auch Raven nach Endlock und wird dort gejagt. Und das nur, weil sie ihren Bruder retten möchte. Da ...

Raven ist Kopfgeldjägerin und jagt Kriminelle, die dann nach Endlock gebracht werden. Eines Tages kommt auch Raven nach Endlock und wird dort gejagt. Und das nur, weil sie ihren Bruder retten möchte. Da gibt es nur einen Problem: Niemand hat es je geschafft, aus Endlock zu fliehen.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das Cover ist sehr ansprechend und ich hatte direkt das Gefühl, dass das Buch sehr gut sein soll! Und es hat mich nicht getäuscht. Die Handlung war gut. Ganz viele spannende und zitternde Momente. Schreibstil ist angenehm, konnte mir gut ein Bild draus malen. Wer Fan von ,,Tribute von Panem’' ist, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!

Liebe Grüße,

Doreen Hein

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Ein Thriller, wo die Protagonistin ihren Mord aufklärt, Wahnsinn!

Not Quite Dead Yet
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Bei dem Roman Not Quite Dead Yet von Holly Jackson fand ich den Klappentext toll - Jet möchte ihr eigenen Mord aufklären innerhalb von sieben Tagen!
Der Roman Not Quite Dead Yet von Holly Jackson erschien ...

Bei dem Roman Not Quite Dead Yet von Holly Jackson fand ich den Klappentext toll - Jet möchte ihr eigenen Mord aufklären innerhalb von sieben Tagen!
Der Roman Not Quite Dead Yet von Holly Jackson erschien im Jahr 2025 im Bastei Lübbe Verlag. Es geht um Jet, die einen Mordversuch ,,überlebt'', aber durch die Schäden in sieben Tagen sterben wird, innerhalb diesen sieben Tagen möchte sie ihren Mord aufzuklären.

Es ist Halloween. Jet geht nach Hause. Nicht lange und dann schlägt jemand auf ihren Kopf. Sie wacht im Krankenhaus auf. Ihre Ärztin erzählt Jet, sie hätte nur noch sieben Tage Lebenszeit. Jet entscheidet sich, ihren Mörder zu finden. Darauf kam sehr viele spannende Wendungen.

Ich fand dieses Buch gut. Es war leicht zu lesen und die Idee hinter der Buchgeschichte ist auch originell. Mir hat auch das Cover und den bunten Farbschnitt gefallen. Es hat was mysteriöses, aber passt zu der Geschichte. Auch die Darstellungen der Figuren waren top, Robyn war manchmal anstrengend, sie war manchmal stur und nicht emphatisch gegenüber den anderen, aber andererseits verstehe ich sie auch. Ich finde es auch interessant, dass Jet sich entscheidet, die letzten sieben Tagen nach ihren Mörder zu suchen statt die Zeit intensiver zu genießen.

Was ich auch anmerken möchte: Ich fand es hier sehr spannend, dass Jet Tod zu 100 % fest stand, das bedeutet, ich habe darauf gefiebert, dass sie den Mörder noch vor ihren Tod findet. Dieses Buch hat schließlich einen Happy End und gleichzeitig einen traurigen Abschluss.

Liebe Grüße,
Doreen Hein

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Roxy: Ein bewegender Jugendroman

Roxy
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,,Wir sind der Brennstoff für deine Hoffnungen und Träume, solange du auch Brennstoff für uns bist… Und wir versprechen, so lange für dich da zu sein, bis wir das Interesse verlieren; deswegen gibst du ...

,,Wir sind der Brennstoff für deine Hoffnungen und Träume, solange du auch Brennstoff für uns bist… Und wir versprechen, so lange für dich da zu sein, bis wir das Interesse verlieren; deswegen gibst du dir am besten richtig Mühe, damit das nicht passiert.''

Genau diese Zeilen lese ich in dem Buch ,,Roxy“ von Neal und Jarrod Shusterman und das sagt schon alles aus. Es beschreibt den Verlangen nach den Drogen, um sich gut zu fühlen und gleichzeitig diese auslaugende Akt, sich neue Drogen zu besorgen. Roxy erschien 2024 im Fischer Verlag, ist ein 448-seitiger Jugendroman und handelt vom Drogen. Isaac ist ruhig und gelassen im Gegensatz zu seiner Schwester Ivy, die impulsiv handelt. Beide nehmen irgendwann unterschiedliche Tabletten. Und beide werden irgendwann davon abhängig.

Was ich so toll an diesem Buch fand ist, dass man die Gedankenweise nachvollziehen kann, selbst wenn das eigentlich nicht in Ordnung ist. Isaac fand immer einen nachvollziehbaren Grund, warum er diese Tablette nehmen muss. Die Drogen selbst denken anders. Sie sind mehr Ich-bezogen und immer darauf bestrebt, neue Opfer zu finden und diese bis zum Tod zu begleiten. Sie haben eine eigenen Familienstammbaum und die eine und der andere sind miteinander verwandt. Es gibt eine Hierarchie. Die Namen von den zwei wichtigsten vermenschlichten Hauptpersonen sind Roxy und Addison. Die Sprache ist einfach gehalten, sehr verständlich, aber mit Spannung, so dass man immer weiter lesen möchte. Mich hat es sehr berührt, als ich Ivys Inneres kennenlernen durfte, weil es im Widerspruch dazu steht, wie sie von den anderen wahrgenommen wird. Dementsprechend liegt mir das Ende noch mehr im Magen, als jemand anderes plötzlich im Vordergrund kommt.

Was mich am Ende noch interessieren würde, ob es Feinde gibt. Hier geht es viel um Drogenkonsum, die versuchen, Leute zu vergiften. Was ist mit den Tabletten, die Leben retten? Oder die im Entzugskliniken angewendet werden? Sind diese Medikamente Feinde, weil der eine das Leben nimmt und der andere das Leben rettet? Leider wurde hier hauptsächlich nur die Perspektive des Missbrauchs von Tabletten dargestellt, was ich auch schwierig finde, weil Tabletten auch hilfreich sein können.

Ich kann Roxy empfehlen, besonders wenn sich jemand mit Drogen(Konsum) auseinandersetzen möchte. Meiner Meinung nach eignet es sich sehr als Schullektüre. Insgesamt gebe ich diesem Buch 4 Sterne⭐️⭐️⭐️⭐️

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