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Veröffentlicht am 08.02.2025

Im Schnee

Im Schnee
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Ein kleines Dorf im Fichtelgebirge. Schorsch ist gestorben und sein Freund Max hält Totenwache. Dabei wird Schorsch, das ganze Dorf und seine Geschichten noch einmal lebendig. Und auch wenn das verschneite ...

Ein kleines Dorf im Fichtelgebirge. Schorsch ist gestorben und sein Freund Max hält Totenwache. Dabei wird Schorsch, das ganze Dorf und seine Geschichten noch einmal lebendig. Und auch wenn das verschneite Dorf sehr idyllisch wirkt, so war nicht immer alles gut in der kleinen eingeschworenen Gemeinschaft.

Tommie Goerz schildert hier das vermeintlich idyllische und einfache Leben auf dem Dorf. Allerdings tun sich auch Abgründe auf, die für Zugezogene und Aussenstehende nicht sichtbar sind. Im Zuge der Totenwache, werden viele solche Geschichten erzählt und so bekommt man als zwangsläufig Außenstehender einen Einblick, wie das Leben in einer solchen Gemeinschaft funktioniert.

Die Geschichte ist sehr ruhig und unaufgeregt erzählt, man spürt, dass auch Max Leben nicht mehr von der Geschwindigkeit getrieben ist. Alt geworden ist er, genau wie Max und nun muss er alleine weitergehen. Vieles wird nur angedeutet, manches endlich einmal angesprochen.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn einige Wiederholungen aufgefallen sind. alles in allem war es ein schönes Buch, dass mich beim Lesen entschleunigt hat. Schnelles Lesen ist hier nicht angebracht und auch nicht nötig.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

humorvoller Krimi

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Tommi ist der festen Überzeugung, dass er mit seinem Thriller ganz groß rauskommen wird. Wenn er nur nicht dauernd gestört werden würde. Und wenn sich Svetlana nicht dauernd einmischen würde. Doch dann ...

Tommi ist der festen Überzeugung, dass er mit seinem Thriller ganz groß rauskommen wird. Wenn er nur nicht dauernd gestört werden würde. Und wenn sich Svetlana nicht dauernd einmischen würde. Doch dann greifen die beiden ein kleines Mädchen auf, deren Mutter spurlos verschwunden zu sein scheint. Bei der Suche nach ihr wird Tommis Leben plötzlich abenteuerlicher als sein eigener Roman.

Volker Klüpfel zeichnet mit Tommi einen Charakter, der recht tollpatschig, wenig erfolgreich aber sehr liebenswürdig erscheint. Svetlana ist die Putzfrau seines Vaters, der ihm nach seinem Umzug in ein Seniorenheim sein altes Wohnmobil und Svetlanas Dienste als Putzfrau vererbt hat. ihr deutsch ist eigenwillig und sie hat für jede Lebenslage ein Sprichwort bereit. Ob das im ukrainischen tatsächlich so verwendet wird, oder ob Svetlana nur kreativ ist, bleibt meist offen. Durch die Sprachschwierigkeiten entstehen immer wieder lustige Situationen, die den Leser zum Schmunzeln bringen.

Auf jeden Fall gelingt es dem Autor einen wirklich verzwickten Fall mit einer humoristischen Leichtigkeit zu lösen, ohne dabei die eigentlichen Hintergründe zu verharmlosen. Svetlana und Tommi sind ein tolles Gespann und auch die Nebencharaktere sind toll gezeichnet und vervollständigen das Bild perfekt. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und war gespannt, was sich nun hinter der Geschichte um das unbekannte Mädchen verbirgt.

Ich freue mich, dass es wohl eine Fortsetzung geben wird. Hier wurde Humor und Spannung perfekt gemischt und ich hoffe sehr, dass weitere Bände wieder damit trumpfen können und nicht zu sehr ins klamaukige abdriften.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

liebevolle, humorvolle Kolumnen

Unsere kleine Welt
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Die drei Geschwister Arenz veröffentlichen in diesem Buch die Kolumnen, die sie gemeinsam über die Jahre hinweg in einer Zeitung veröffentlicht hatten. Begonnen hatte das Projekt nur mit Ewald Arenz und ...

Die drei Geschwister Arenz veröffentlichen in diesem Buch die Kolumnen, die sie gemeinsam über die Jahre hinweg in einer Zeitung veröffentlicht hatten. Begonnen hatte das Projekt nur mit Ewald Arenz und seinen Geschichten, seine Geschwister stießen später mit ihren eigenen dazu.

Die Geschichten sind durchgehend pointiert geschrieben, viele laden zum Lächeln oder auch Lachen ein. die Familie Arenz ist sich zugetan, das merkt man, aber man geht eben auch nicht gerade zimperlich miteinander um. Man spürt aber durchgehend die Verbundenheit zueinander.

Ich war zeitweise etwas verwirrt, da in den Geschichten andere Namen benutzt werden und Ewald von den Geschwistern Heinrich genannt, Sigrun als Katharina und Helwig Jörg. Ich habe tatsächlich lange gebraucht, bis ich das kapiert hatte.

Trotzdem hat mir dieses kurze Büchlein richtig gut gefallen und ich werde wohl auch noch nach Meine kleine Welt von Ewald Arenz Ausschau halten, in denen wohl die Kolumnen gesammelt wurden, die seine eigene Familie, sprich Ehefrau und die Kinder, beschreiben.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

humorvolle Liebesgeschichte

Bevelstoke – Die Geheimnisse eines Gentlemans
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Annabels Familie geht es finanziell nicht gut. Die Saison bei den Großeltern und ihre Einführung in die Gesellschaft sollen ihr nun die Gelegenheit bieten sich einen reichen Ehemann zu besorgen. Doch muss ...

Annabels Familie geht es finanziell nicht gut. Die Saison bei den Großeltern und ihre Einführung in die Gesellschaft sollen ihr nun die Gelegenheit bieten sich einen reichen Ehemann zu besorgen. Doch muss es unbedingt der ältliche, unangenehme und übergriffige Earl of Newbury sein? Als Annabel auf Sebastian Grey trifft ist es um sie geschehen. So soll der Mann ihres Lebens sein. Dumm nur, dass er nicht nur der Neffe des Earl of Newbury ist, sondern auch noch nicht besonders begütert. Wie soll sie sich nun entscheiden? Liebe oder finanzielle Sicherheit?

Julia Quinn nimmt uns wieder mit ins England um 1820. Dieser abschließende Band der Bevelstoke Reihe dreht sich nun um Sebastian Gray, den wir in den Vorgänger Bänden schon kennenlernen durften. Und wir treffen auch wieder auf Sir Harry und Lady Olivia aus dem Vorgängerband. Die Geschichte wird abwechselnd aus Annabels und Sebastians Sicht geschildert und lässt sich wieder sehr schön lesen. Die Dialoge sind gewohnt witzig, es prickelt ein wenig und man fragt sich wirklich, wie Annabel aus ihrer misslichen Lage befreit werden wird.

Ich möchte auch dieses Buch aus der Feder von Julia Quinn wieder empfehlen. Sie schafft es einfach den vermeintlich immer gleichen Plot jedes Mal anders mit Leben zu füllen. Und dabei einen ganz wunderbaren Humor mit in ihre Bücher zu bringen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Eine starke Frau

Die Farben der Schmetterlinge
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Maria von Linden ist kein typisches Mädchen ihrer Zeit. Schon früh interessiert sich sie für die Natur und alles was kreucht und fleucht. Ihre Leidenschaft stößt bei der Verwandtschaft auf großes Unverständnis, ...

Maria von Linden ist kein typisches Mädchen ihrer Zeit. Schon früh interessiert sich sie für die Natur und alles was kreucht und fleucht. Ihre Leidenschaft stößt bei der Verwandtschaft auf großes Unverständnis, doch schafft sie es als erste Frau das Abitur in Württemberg abzulegen und als erste Studentin in Tübingen zugelassen zu werden. Auch wenn sie dafür auf die Liebe und Ehe verzichten muss.

Maria von Linden war mir bisher unbekannt, diese Buch war aber eine gelungene Möglichkeit diese willensstarke Frau genauer kennenzulernen. Wir begleiten Maria durch ihre Kinder- und Jugendjahre bis hin zum Abschluss ihres Studiums in Tübingen. Dabei wird der Leserschaft immer wieder vor Augen geführt, wie wenig Frauen zu dieser Zeit einfach noch gegolten haben. Maria wird ob ihres Wunsches zu forschen belächelt, verhöhnt und angefeindet. Und doch schafft sie es als erste Frau an der Universität Tübingen in einer Männerwelt bestehen zu können und dort ihren Doktor machen zu können, obwohl sie nie voll immatrikuliert war.

Die Autorin schafft es den Menschen Maria lebendig werden zu lassen und auch ihr Umfeld. Sie stützt sich dabei auf das was historisch belegt ist, besonders auf Marias eigene Tagebücher. Das macht den Roman lebendig und man kommt der Protagonistin nahe. Auch ihr Umfeld ist toll beschrieben und man kann die gesellschaftlichen Hürden gut nachvollziehen.

Der Schreibstil ist bildhaft und nimmt von der ersten Seite an mit. Ich mochte besonders die landschaftlichen Beschreibungen, die bei mir das Kopfkino am laufen gehalten haben. Und das Thema ist auch heute noch wichtig. In Zeiten, in denen Frauenrechte teilweise wieder in Frage gestellt werden, sollte man sich im Klaren sein, was wir bereits erreicht haben. Und was wir Frauen wie Maria von Linden auch zu verdanken haben.

Dieses Buch war das erste, das ich von der Autorin gelesen habe. Es wird sicher nicht das letzte bleiben, ich mochte ihre Art zu schreiben sehr. Hier wird man unterhalten und lernt ganz nebenbei auch etwas dazu.

Von mir daher eine Leseempfehlung.

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