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Veröffentlicht am 24.05.2023

Ein Buch das Lust auf andere Bücher macht

Literatour
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Hermann Schmidt nimmt uns mit in sein Leseleben. In diesem Buch stellt er uns all die Autoren vor, die ihn sein Leben lang begleitet und beeindruckt haben.

Das Buch ist unterteilt in 8 Abschnitte, in ...

Hermann Schmidt nimmt uns mit in sein Leseleben. In diesem Buch stellt er uns all die Autoren vor, die ihn sein Leben lang begleitet und beeindruckt haben.

Das Buch ist unterteilt in 8 Abschnitte, in denen er die Autoren in diverse Unterkategorien einteilt. Von Leseverführern über über Klassiker und Dichter, sowie modernen Autoren ist alles dabei. Wir begegnen Else Lasker Schüler, Anette von Droste-Hülshoff, Theodor Fontane, Wilhelm Busch, Erich Kästner, Ödön von Horvath sowie auch John Lennon, Paul McCartney, Bob Dylan, Patricia Highsmith, Joachim Meyerhoff und Robert Seethaler.

Es ist also von den Klassikern des 19. Jahrhunderts bis zu heutigen Stars der Literatur Szene alles dabei.

Jeder Autor wird mit einer Kurzbiographie, den jeweiligen Lieblingswerken Schmidts, einer Kurzfassung des Lieblingswerks und, falls vorhanden einer Auflistung von Sekundärliteratur und weiterführender Informationen vorgestellt.

Das Buch ist eines, in dem man immer wieder blättern kann. Man kann neues über vielleicht schon bekannte Autoren erfahren, neue Autoren entdecken und sich dann vielleicht auch an das ein oder andere Buch auf Grund der Empfehlungen wagen. Es ist sicher für jeden was dabei. Schmidt liefert hier seinen eigenen Literatur Kanon.

Von mir auf jeden Fall eine Empfehlung, ein Buch das geeignet ist, seine Leser*innen dazu zu bringen, auch einmal über den Tellerrand zu schauen.

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Veröffentlicht am 18.05.2023

Die gute alte Zeit

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Anna Zech hat ihren ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, als sie schon bei einer Obduktion assistieren soll. Die Tote war früher eine umstrittene Schauspielerin und es ist unklar, ob sie Selbstmord ...

Anna Zech hat ihren ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, als sie schon bei einer Obduktion assistieren soll. Die Tote war früher eine umstrittene Schauspielerin und es ist unklar, ob sie Selbstmord begangen hat, oder ob es doch Mord war.

Fritz von Weynand ist ein Adeliger, der sich seine freie Zeit als Klatschreporter vertreibt. Als er von dem Todesfall hört macht er sich als sein Alter Ego Fritz Nachtwey an Anna heran um sie nach Informationen auszuhorchen. Er verschafft ihr eine Wohnung, doch Anna kommt schnell hinter seine Absichten. Die beiden raufen sich zusammen und gemeinsam finden sie heraus, was tatsächlich zum Tod der Schauspielerin geführt hat.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die beiden ermitteln nicht im eigenen Sinne, die Handlung streckt sich auch auf 2 Jahre, in denen der Tod immer wieder in Vergessenheit gerät. Aber der Autorin gelingt es, das Alltagsleben in München so gut darzustellen, dass keine Langeweile aufkommt. Anna ist sehr wissbegierig und Fritz findet in ihr eine Gesprächspartnerin, mit der auch über politische Themen diskutieren kann. So erfahren wir in diesen Diskussionen viel über die Politik in Bayern kurz vor dem ersten Weltkrieg, rund um Prinzregent Luitpolds Tod und dem Beginn des ersten Weltkriegs.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band, der wohl im Juli erscheint. Hier wird es dann um den ersten Weltkrieg gehen, mit dessen Beginn Band eins endet.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.05.2023

super spannend zu lesen

Die Töchter der Ärztin
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Henny und Antonia Thomasius, die Töchter von Ricarda Thomasius, haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Während Henny ihre onkologische Praxis in Berlin aufbaut und sich um ihre Tochter Vicky ...

Henny und Antonia Thomasius, die Töchter von Ricarda Thomasius, haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Während Henny ihre onkologische Praxis in Berlin aufbaut und sich um ihre Tochter Vicky kümmert, zieht es Toni nach Afrika, dorthin, wo sie geboren wurde. Dort will sie als Ärztin arbeiten, wie es ihre Mutter schon getan hat. Auch in der Liebe sind die beiden recht unterschiedlich. Während Toni noch danach sucht, hat Henny ihre gefunden und wieder verloren. Doch manchmal bieten sich auch zweite Chancen.

Helene Sommerfeld hat mich auch mit diesem Buch wieder begeistert. Ich kannte zuvor ja nur die Reihe um die Polizeiärztin Magda Fuchs und habe die Geschichte um Ricarda Thomasius noch nicht gelesen. Was aber für das Verständnis dieses Buches auch nicht nötig war. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse und die wichtigen Ereignisse in der Vergangenheit werden gut mit eingeflochten, so dass ich nicht das Gefühl hatte etwas wichtiges nicht zu wissen.

Die Geschichte wechselt immer zwischen Toni und Henny hin und her. Dadurch wird die Spannung hoch gehalten, denn beide Handlungsteile waren gleichweg spannend. Ich habe sowohl mit Henny wie auch mit Toni mit gefiebert. Durch die anschauliche Sprache fiel es mir auch leicht, mir gerade die Landschaften in Afrika vorzustellen. Der Autorin gelingt es die unterschiedlichen Lebensarten in Deutschland und Afrika gut einzufangen. Wie unterschiedlich diese Orte doch waren. Gerade die Teile, die in Afrika spielen wirken nicht unbedingt wie aus den wilden Zwanzigern, für die gerade Berlin ja so bekannt war. Es treten auch einige bekannte Namen der damaligen Zeit auf, Henny trifft auf Richard Tauber und Fritz Lang, Toni lernt in Afrika Tanja Blixen kennen. Das macht das ganze noch lebendiger.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich mochte das Buch nur ungern aus der Hand legen, da es sich einfach super flüssig lesen lies und ich doch unbedingt wissen wollte, was passiert. Daher kann ich diesen Roman nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.05.2023

interessant, mit Abzügen

Freiheitsgeld
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Eigentlich ist alles gut in der Zukunft. Das sogenannte Freiheitsgeld wurde eingeführt, niemand muss mehr arbeiten, wenn er es nicht möchte. Die unangenehmen Aufgaben übernehmen Roboter. Doch Ahmed Müller, ...

Eigentlich ist alles gut in der Zukunft. Das sogenannte Freiheitsgeld wurde eingeführt, niemand muss mehr arbeiten, wenn er es nicht möchte. Die unangenehmen Aufgaben übernehmen Roboter. Doch Ahmed Müller, seines Zeichens Steuerfahnder und gerade in die Abteilung für Schwerverbrechen versetzt findet im Laufe seiner Mordermittlung an einem Journalisten heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Die Welt, die der Autor beschreibt, erscheint so, wie man es sich heute auch schon vorstellen kann. Um die Klimakatastrophe aufzuhalten wurden riesige Naturschutzgebiete ausgewiesen und Millionen von Bäumen gepflanzt. Die Menschen leben in Städten, Drogen wurden legalisiert, das Bargeld abgeschafft und nur noch wenige Menschen besitzen ein eigenes Fortbewegungsmittel.

Ich muss sagen, ich hatte bis zur Hälfte des Buches meine Probleme damit. Das erste Drittel wird eigentlich nur beschrieben, wie das Leben in der Zukunft aussieht. Hier begleiten wir unterschiedliche Protagonisten einfach in ihrem Alltag. Erst dann kommt es zu den im Klappentext erwähnten Morden und ab der Hälfte des Buchs nimmt die Geschichte auch endlich an Fahrt auf. Danach ist es sehr spannend und auch überraschend und das Ende regt dazu an, sich selbst noch einmal Gedanken zum bedingungslosen Grundeinkommen (nichts anderes ist das Freiheitsgeld) zu machen.

An sich ist es Buch, das thematisch sicher noch eine Weile nachhallt, das Thema bedingungsloses Grundeinkommen ist vielschichtiger als gedacht. Trotzdem dauerte es mir dann doch zu lange, bis endlich einmal Bewegung in die Geschichte kam. Von daher kann ich es nur bedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 10.05.2023

Vorweihnachtszeit in Paris

Tausend Lichter über der Seine
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Es ist November und trüb, als Joséphine gleich zwei schlechte Nachrichten bekommt. Einmal wird ihr mitgeteilt, dass der Verlag, für den sie als Übersetzerin arbeitet, ihre Dienste nicht mehr benötigt und ...

Es ist November und trüb, als Joséphine gleich zwei schlechte Nachrichten bekommt. Einmal wird ihr mitgeteilt, dass der Verlag, für den sie als Übersetzerin arbeitet, ihre Dienste nicht mehr benötigt und sie erfährt, dass ihr Onkel verstorben ist. Eben jener Onkel hinterlässt ihr sein Hausboot, in dem sie mit ihm einen Sommer lang Frankreichs Flüsse befahren hat.

Da die finanzielle Lage durch ihre berufliche Situation angespannt ist, beschließt sie das Hausboot zu verkaufen. Allerdings hat sie nicht damit gerechnet, auch noch einen Mieter geerbt zu haben, der sich nicht so leicht loswerden lässt.

Ich bin sehr schnell in das Buch eingetaucht. Wir erleben die Geschichte aus Joséphines Sicht, sie erzählt uns die Geschichte im Nachhinein. Ich mochte Joséphine, allerdings war sie zwischendrin auch ganz schön zickig und stur. Da habe ich doch einige Male mit dem Kopf geschüttelt. Und auch ihre Familie ist mit ihrer Übergriffigkeit doch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Dafür war gerade Joséphines bester Freund Cedric besonders liebenswert. Die Geschichte liest sich flüssig und ich hatte Paris im November vor Augen. Die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit ist toll beschrieben, da muss man sich einfach wohl fühlen.

Das Ende ging mir ein wenig zu flott, nachdem sich Joséphine und Maxime, ihr Mieter fast die ganze Zeit gekabbelt haben ging es mir am Ende doch zu schnell mit den beiden. Irgendwie hat mir hier ein Annäherungsphase gefehlt.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen, es ist eine schöne Liebesgeschichte in der Pariser Vorweihnachtszeit.

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