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Veröffentlicht am 20.02.2020

starker zweiter Teil

Was lange liebt, wird endlich gut
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Gabby lebt mit Andrew, ihren Zwillingen und Makayla, Andrews Tochter aus erster Ehe zusammen und freut sich darauf, wieder in den Job zurückzugehen. Doch das Schicksal hat andere Pläne und die Familie ...

Gabby lebt mit Andrew, ihren Zwillingen und Makayla, Andrews Tochter aus erster Ehe zusammen und freut sich darauf, wieder in den Job zurückzugehen. Doch das Schicksal hat andere Pläne und die Familie muss sich neu finden. Hayley hat bereits 5 Fehlgeburten hinter sich und ihre Ehe mit Rob leidet doch sehr unter ihrem unbedingten Kinderwunsch. Und Nicole ist dabei, sich ihr Leben mit ihrem Sohn Tyler nach der Scheidung neu einzurichten.

Wie schon im ersten Band der Mischief Reihe sind die Probleme, die sich den dreien stellen, nicht ganz so einfach zu lösen Das lässt diese Reihe tatsächlich herausstechen aus den sonst üblichen Liebesroman-Reihen.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen. Was ich allerdings doch wieder recht anstrengend fand, war die extreme Art, wie die drei Protagonistinnen mit ihren Problemen umgehen. Da gibt es nur einen Weg, nur schwarz und weiß. Besonders bei Hayley fand ich das teilweise sehr bedenklich, sie ist zeitweise extrem mit Tunnelblick unterwegs. Das hat mich teilweise ziemlich genervt, aber es scheint auch Teil des Konzepts zu sein. Bereits im ersten Teil habe ich das auch so empfunden. Ab dem Moment aber, in dem es dann an die Problemlösung geht, lässt das genervt sein dann aber auch wieder nach. Nicht alles läuft immer gleich glatt, aber nachdem die grundlegenden Probleme bekannt sind geht es gut voran und das Vergnügen Gabby, Hayley und Nicole zu begleiten ist . Am Ende habe ich das Buch mit Bedauern zugeklappt, weil ich die drei eigentlich noch gerne ein wenig weiter begleitet hätte.

So aber freue ich mich auf die folgenden Bände der Reihe, die wohl im Sommer erscheinen werden.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

tolles Bild der Zeit

Jahre der Veränderung
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10 Jahre nach Ende des ersten Bandes. Margot, Luise und Edith arbeiten immer noch an der Frauenklinik in Neukölln. Und keine von ihnen hat es geschafft ein glückliches Liebesleben zu führen. So sind sie ...

10 Jahre nach Ende des ersten Bandes. Margot, Luise und Edith arbeiten immer noch an der Frauenklinik in Neukölln. Und keine von ihnen hat es geschafft ein glückliches Liebesleben zu führen. So sind sie sich nicht nur Freunde sondern auch Familie, die sich gegenseitig durchs Leben helfen. Wir begleiten die drei bis in das Jahr 1932 hinein, durch eine Zeit in der es wirtschaftlich immer schwieriger wird und sich auch die politische Stimmung immer wieder aufheizt. Besonders Edith bekommt das immer wieder zu spüren, obwohl sie ihre jüdische Abstammung selbst nicht lebt.

Ich war sehr begeistert von diesem Buch. Linda Winterberg schafft es das wahre Leben in Berlins Straßen lebendig werden zu lassen. Man spürt die Armut und die Sorgen aber gleichzeitig gibt es auch immer wieder Szenen, bei denen einem das Herz aufgeht. Wenn die Kinder im Sommer im Springbrunnen planschen und sich Schlangen am Eisverkäufer bilden. Trotz der Sorgen, die die Leute ja weiter umtreiben. Und auch in der Klinik liegen Leid und Freude extrem nah beieinander. Da werden Geburten gefeiert und gleichzeitig müssen viele auch bei schweren Geburten sterben oder nach einer verpfuschten Abtreibung. Dieses Thema steht auch im täglichen Alltag der Hebammen immer wieder im Vordergrund. Die Debatte, Abtreibungen zu legalisieren stand auch schon damals auf der politischen Tagesordnung. Die Autorin schafft es hier mehrere Seiten zu beleuchten und das Dilemma deutlich zu machen, wann es moralisch denn zu rechtfertigen ist.

Alles in allem ist es ein wirklich tolles Buch, das einen in diese letzten Jahre der Weimarer Republik abtauchen lässt. Das Ende ist bittersüß gehalten, für die Freundinnen verändert sich vieles. Und ich freue mich schon sehr auf den dritten Band und darauf die drei weiter begleiten zu dürfen.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

wichtiges Zeitzeugnis

Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden
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Hédi Fried hat Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt. Zusammen mit ihrer Schwester kam sie nach dem Krieg nach Schweden, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen konnte. Seit Beginn der achtziger Jahre hält ...

Hédi Fried hat Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt. Zusammen mit ihrer Schwester kam sie nach dem Krieg nach Schweden, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen konnte. Seit Beginn der achtziger Jahre hält Hédi immer wieder Vorträge an Schulen, über das ws ihr wiederfahren ist. In diesem Buch sammelt sie nun die Fragen, die ihr am häufigsten nach diesen Vorträgen gestellt wurden. Dabei geht es um Fragen über ihre Zeit zu Hause, die Zeit in den Lagern und über das Leben danach. Hédi beantwortet diese Fragen fast nüchtern, ohne jede Sentimentalität. Man merkt, dass sie sich schon lange mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat und sie vieles durch ihre Vorträge auch verarbeitet hat. Sie sagt selbst, sie wären so etwas wie Trauma Verarbeitung für sie gewesen. Niemals hebt sie den Finger oder klagt an. Sie erklärt, wie es zu Vorurteilen und Ungerechtigkeiten kommen kann und wie wichtig es ist, sich klar zu sein, dass man auch selbst nie frei von Vorurteilen ist. Und sie weist immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen. Nur was nicht vergessen ist, kann verhindert werden.

Das Buch hat mich sehr beeindruckt, Hédi Fried ist ein grundsätzlich optimistischer Mensch. Trotz wieder aufflammenden Antisemitismus und Anfeindungen glaubt sie fest daran, dass wir es schaffen können, so etwas wie den Holocaust zu verhindern. Mit ihren 96 Jahren ist sie immer noch unterwegs um das, was sie erlebt hat immer wieder weiter zugeben. Ein wichtiger Beitrag das Schicksal der damals Verfolgten niemals vergessen zu lassen.

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Veröffentlicht am 06.02.2020

tolle Jugendfantasy

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Amaia ist eigentlich eine ganz normale Jugendliche, wenn man davon absieht, dass sie bereits zum achten Mal 16 geworden ist und mit ihren Geschwistern und ihren Eltern dauerhaft auf der Flucht ist. Eines ...

Amaia ist eigentlich eine ganz normale Jugendliche, wenn man davon absieht, dass sie bereits zum achten Mal 16 geworden ist und mit ihren Geschwistern und ihren Eltern dauerhaft auf der Flucht ist. Eines Tages bringen die Eltern einen Gefangenen mit nach Hause und kurz darauf ist nichts mehr so wie es war und Amaia muss sich in einer neuen Welt zurechtfinden.

Julia Dippel kreiert mit Cassardim eine völlig neue Welt mit komplett anderen Regeln. Zwar stellt sich heraus, dass Amaia in dieser Welt geboren wurde, allerdings hat sie keinerlei Erinnerungen daran. Und so fällt es ihr schwer sich mit all den fremden Regeln und Gebräuche zu gewöhnen, vor allem, da sie die Informationen dazu immer nur häppchenweise bekommt. Und auch dem Leser enthüllt sich dieses Land nur Stück für Stück, da er alles aus Amaias Sicht erlebt.

Ich fand das Buch daher sehr spannend. Vieles lässt sich erahnen, aber die Intrigen am Hof sind schon sehr verwirrend. Zwischendrin fand ich es reichlich nervend, dass niemand mit Amaia spricht. Sie wird lange wie eine Schachfigur hin und her geschoben, das fand ich ihr gegenüber nicht fair. Aber gegen Ende klärt sich vieles und dann sind die einzelnen Figuren besser durchschaubar. Die Charaktere, besonders Noár und Amaia, haben mir gut gefallen, da waren ganz vielschichtige Personen dabei, von denen uns vermutlich noch einige überraschen werden.

Was ich der Autorin hoch anrechne ist, dass es ein geschlossenes Ende gibt und man nicht Zittern und Bangen muss, bis der nächste Band erscheint. Und doch gibt es noch viele offene Dinge, die Lust auf eine Fortführung der Geschichte machen.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung, das ist tolle Jugendfantasy mit einem Schuß Romantik.

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Veröffentlicht am 03.02.2020

grossartiges Buch!

Tage des Lichts
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Ruth hat es geschafft, sie ist in England angekommen und hat dort Arbeit. Jetzt muss sie ihre Familie aus Deutschland so schnell wie möglich nachholen. Das Buch schließt nahtlos an den Vorgänger Zeit aus ...

Ruth hat es geschafft, sie ist in England angekommen und hat dort Arbeit. Jetzt muss sie ihre Familie aus Deutschland so schnell wie möglich nachholen. Das Buch schließt nahtlos an den Vorgänger Zeit aus Glas an. Ruth hat es geschafft die Einreisegenehmigung für ihre Eltern und ihre Schwester zu bekommen, doch jetzt muss es schnell gehen, denn der Krieg kann jeden Tag ausbrechen und dann wird es unmöglich die Familie nach England zu bringen.

Da die Geschichte, die wir hier lesen dürfen dem wahren Schicksal von Ruth Meyer nachempfunden ist, ist eigentlich klar was passieren wird. Wer die Vorgängerbücher gelesen hat weiß durch die jeweiligen Nachworte bereits, dass Ruth erst 2017 verstorben ist. Trotzdem schafft Ulrike Renk es die Spannung hoch zu halten. Man fiebert mit, ob die Eltern es wohl rechtzeitig schaffen werden und auch später, als es dann darum geht nach Amerika auszuwandern.

Was mich wieder sehr beeindruckt hat war, wie die Autorin es schafft, das Gefühlsleben der Charaktere sichtbar zu machen. Unsereins denkt sich ja, dass Ruth jetzt keine Angst mehr haben muss, sie hat es nach England geschafft, dort wird ihr nichts passieren. Allerdings ist das unser Wissensstand. Die Menschen damals wussten nicht was kommt und eine Invasion von Nazi-Deutschland wäre im Rahmen des Möglichen gewesen. Niemand wusste was kommen würde und zusätzlich stand man die Angst um die aus, die zurück bleiben mussten und nach Kriegsbeginn keine Chance mehr hatten das Land zu verlassen. Gerüchte um das was mit den Juden passierte machten damals schon die Runde, aber genaueres wusste man nicht, verlässliche Nachrichten aus Deutschland gab es nicht mehr.

Umso erstaunlicher ist es, wie Ruth ihr Schicksal meistert. Die Arbeit auf dem Hof ist hart und Ruth muss alles neu lernen. Ihre Arbeitgeberin ist missgünstig, egoistisch und ungerecht, aber deren Ehemann steht zu Ruth und erleichtert ihr so manches Mal das Leben. Wie erwachsen Ruth ist wird klar, als drei Schülerinnen im gleichen Alter auf den Hof evakuiert werden, denen man sehr anmerkt, welch angenehmes Leben sie bis jetzt führen konnten. Über all dem Alltagsleben schwebt immer die Angst. Angst um die Familie, die die in Deutschland geblieben sind und vor einer Invasion.

Mich hat dieses Buch wieder sehr beeindruckt, hat es mir doch wieder eine neue Facette des Lebens damals veranschaulicht. Ich bin gespannt auf Band vier und freue mich auf das Wiedersehen mit Ruth und ihren Verwandten.

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