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Veröffentlicht am 22.07.2019

Cosy Crime

Je kälter die Asche
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Je kälter die Asche ist der dritte Teil um die Landschaftsgärtnerin Mags Blake. Eigentlich müsste Mags ja glücklich sein, verbringt sie doch den Winter teilweise bei ihrem Freund in Oxford. Doch der hat ...

Je kälter die Asche ist der dritte Teil um die Landschaftsgärtnerin Mags Blake. Eigentlich müsste Mags ja glücklich sein, verbringt sie doch den Winter teilweise bei ihrem Freund in Oxford. Doch der hat keine Zeit für sie und so bricht sie wieder nach Hause auf. Leider gibt unterwegs auch noch ihr geliebter PuckPuck endgültig den Geist auf und ohne Auto sieht es ganz schlecht für Mags Geschäfte aus.
Da ist ein Wettbewerb, bei dem eine alte Mine zu einer Touristenattraktion umgestaltet werden soll, genau das richtige, winkt hier doch auch eine Prämie, die Mags gut in ein neues Auto investieren könnte.
Dumm nur, dass jemand scheinbar etwas dagegen hat, dass die Mine umgestaltet wird.

Der Kriminalfall an sich ist eigentlich recht unspektakulär, aber es tauchen wieder altbekannte Gesichter auf und das macht das Buch doch recht heimelig. Außerdem spielt natürlich die Landschaft Cornwalls wieder eine große Rolle und ich finde Mags Begeisterung für Gärten immer ganz toll. Sie werden auch immer so beschrieben, dass man den zukünftigen Garten genau vor Augen hat.
Das Buch ist also wieder ein richtig toller Cosy Krimi, mit dem man sich ein paar Stunden auch bei schlechtem Wetter die Zeit vertreiben kann. Der Schreibstil ist toll und flüssig zu lesen und am Ende freut man sich schon wieder auf ein Wiedersehen mit allen Protagonisten. Denn auch die Rätsel um Mags Vergangenheit haben wieder ihren Platz und bieten einen kleinen Ausblick am Ende auf das, was in den nächsten Bänden noch kommen mag.
Daher von mir wieder eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 21.07.2019

Berührende Geschichte!

Für immer die Deine
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Maria ist Journalistin und auf der Suche nach Zeitzeugen. Ihre Zeitschrift möchte zum Jahrestag des Kriegsbeginns ein Spezial machen, in dem Zeitzeugen von damals zu Wort kommen.
Dabei fällt ihr ein Zeitungsartikel ...

Maria ist Journalistin und auf der Suche nach Zeitzeugen. Ihre Zeitschrift möchte zum Jahrestag des Kriegsbeginns ein Spezial machen, in dem Zeitzeugen von damals zu Wort kommen.
Dabei fällt ihr ein Zeitungsartikel in die Hände, in dem von Klara und Fritz berichtet wird, die 1939 geheiratet haben. Auch aus Neugierde darauf, was eine so lange Ehe ausmacht, macht Maria sich auf und kann Klara und Fritz davon überzeugen, ihr ihre Geschichte zu erzählen.
Die beiden sind Jugendfreunde, bei denen schon sehr bald aus Freundschaft Liebe wurde. Als Klara mit 17 schwanger wird, heiraten beide, kurz darauf muss Fritz in den Krieg. Klara bleibt in dem vom Bombenangriffen gezeichneten Hamburg zurück. Eines Tages stellt sie fest, dass der alte Mann, dem sie die Einkäufe mit erledigt, nicht der ist, für den er sich ausgibt. Daraufhin wird sie vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt.

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Die Autorin erzählt lebendig vom Leben im alten Land, der Freundschaft von Klara, Fritz und Ilse und von den Entbehrungen, die alle während des Krieges zu erleiden haben. Ich konnte mir sowohl das alte Land, als auch Hamburg lebhaft vorstellen und die Geschichte, die vor allen Dingen Klara zu erzählen hat, geht unter die Haut. Was tun, wenn man entdeckt, dass es manchmal mehr braucht als sich nur durch zu wurschteln. Dass man manchmal eben auch Gefahren eingehen muss, um anderen zu helfen. Und was, wenn diese Entscheidungen das Leben, wie man es kennt, komplett auf den Kopf stellt.

In dem Buch geht es um stille Helden und darum, Fehler anderer auch vergeben zu können. Die Frage, die Maria den beiden stellt: Was braucht es um eine so lange und augenscheinlich glückliche Ehe zu führen? beantwortet Fritz ganz lapidar mit: Man darf sich nicht scheiden lassen.
Dass genau das nicht immer so einfach ist, zeigt auch dieses Buch. Nicht alle Entscheidungen, die Klara trifft sind gut, aber man kann sie verstehen und auch Fritz‘ Entscheidungen bleiben für den Leser nachvollziehbar. Am Ende bleibt es spannend, wie die beiden es schaffen trotz aller Erlebnisse fast 70 Jahre verheiratet zu bleiben.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es war sehr spannend zu lesen und auch Marias Geschichte, die immer wieder in Einschüben erzählt wird, passt perfekt in das gesamte Konzept.
Von daher von mir eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 19.07.2019

Mitsommer

Mord in den Schären
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Dennis Wilhelmson ist gerade auf Smögen angekommen, als der Mann einer Freundin spurlos verschwindet. Und ein anderer Mann tot aus dem Hafenbecken gefischt wird. Doch da er sich hat beurlauben lassen, ...

Dennis Wilhelmson ist gerade auf Smögen angekommen, als der Mann einer Freundin spurlos verschwindet. Und ein anderer Mann tot aus dem Hafenbecken gefischt wird. Doch da er sich hat beurlauben lassen, verdrängt er die berufliche Neugier und versucht seinen Urlaub zu genießen.
Allerdings wird er kurz darauf zum Polizeidirektor gemacht, da der Kollege kurzfristig ausgefallen ist. Damit steckt er mitten in den Ermittlungen.
Polizeianwärterin Sandra ist nicht ganz unglücklich über den plötzlichen Wechsel, traut ihr Dennis doch deutlich mehr zu, als sein Vorgänger.

Das Buch hat mir an sich recht gut gefallen. Die Gegend ist super beschrieben und Schweden zu Mitsommer muss einfach toll sein. Der Fall, bzw. die Fälle sind ziemlich undurchsichtig und es ist lange nicht klar, um was es sich dreht. Allerdings muss ich sagen, dass die Ermittlungen in den ersten zwei Dritteln des Buches ziemlich gemächlich verlaufen. Da wird früh Feierabend gemacht, mal ein halber Tag frei genommen und ausgiebig Mittag gegessen. Aber gleichzeitig wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, schnell zu arbeiten. Das hat für mich nicht wirklich zusammengepasst. Zusätzlich haben sich Dennis und Sandra an vielen Stellen ziemlich unprofessionell verhalten, was bei Sandra als Polizeianwärterin noch zu verstehen ist. Aber Dennis wird eigentlich als knallharter, professioneller Ermittler beschrieben, dem dürfte so etwas nicht passieren.
Im letzten Drittel geht es dann plötzlich ganz schön actionreich zur Sache. Da wurde es noch einmal richtig spannend, nachdem die Geschichte vorher etwas vor sich hin gedümpelt hat.
Zusätzlich gab es am Ende eines jeden Kapitels immer noch einen Einschub aus der Vergangenheit, bei dem erst ganz am Schluss klar wurde, was er mit der Gegenwart zu tun hat. Dieser ganze Erzählstrang war zwar recht interessant, wäre aber für die Logik des Buches nicht wirklich notwendig gewesen.

Vermutlich wird es wohl noch weitere Bände in diesem Setting geben, zu mindestens werden am Ende des Buches die Voraussetzungen dafür geschaffen. Ich würde einem weiteren Band durchaus auch noch lesen, in der Hoffnung, dass die Ermittlungen dann professioneller von statten gehen.
Trotz aller Kritik gibt es von mir eine Leseempfehlung. Die Fälle waren gut konstruiert und das Ende sehr spannend. Manche Dinge hätten weg gelassen werden können, da war mir einiges zu viel an Nebengeschichten. Ein schönes Setting hat das Buch allemal, auch wenn ich bei den vielen Ortsnamen, die alle mit S beginnen, manchmal etwas durcheinander gekommen bin.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Das Schicksal der Meyers

Zeit aus Glas
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Zeit aus Glas schließt direkt an seinen Vorgänger Jahre aus Seide an. Die Progromnacht haben die Meyers glücklicherweise nicht in ihrem Haus verbracht, sie sind bei Freunden untergekommen. Doch das Haus ...

Zeit aus Glas schließt direkt an seinen Vorgänger Jahre aus Seide an. Die Progromnacht haben die Meyers glücklicherweise nicht in ihrem Haus verbracht, sie sind bei Freunden untergekommen. Doch das Haus wurde zerstört und fast alles was darin war und das Leben der Familie Meyer ausgemacht hat.
Allen ist klar, dass sie nun auf irgendeine Art und Weise das Land verlassen müssen. Am liebsten alle zusammen, niemand soll zurück gelassen werden. Doch das ist nicht so einfach, denn einerseits müssen mittlerweile hohe Beträge aufgebracht werden um das Land verlassen zu können. Und was noch schwieriger ist, es muss ein Land gefunden werden, das einen dann auch aufnimmt. Die Meyers haben viel Unterstützung aus der jüdischen Gemeinde und auch die Aretz stehen weiterhin fest zu ihnen. Dennoch ist das Leben sehr beschwerlich geworden und Ruths Mutter ist psychisch nicht sonderlich stabil. So nimmt Ruth es auf sich, sich zu kümmern und zu organisieren. Als sie die Möglichkeit bekommt sich nach England zu bewerben um dort als Haushaltshilfe zu arbeiten, nutzt sie die Chance, immer in der Hoffnung, dass ihr Vater noch vorher eine Möglichkeit für sie alle findet.
Und doch muss sie das Wagnis auf sich nehmen und versuchen in England ihre Familie nach zu holen.

Das Buch ist wahrhaftig kein Wohlfühlbuch, was damals passiert ist eignet sich auch nicht dazu. Und trotzdem schafft es Ulrike Renk einen mitzunehmen und die Angst und die Zweifel von Ruth und ihrer Familie fühlbar werden zu lassen. Die Schwierigkeiten einen Ort zu finden, an dem man wieder sicher leben kann, die Ausreise und vor allem die Einreiseformalitäten zu klären und die Angst, dass am Ende die Zeit nicht reichen könnte. Sie vermittelt aber auch die Hoffnung der alten Leute, die das Land nicht verlassen wollen, weil sie der Meinung sind, dass niemand noch etwas von ihnen will. In diesem Moment möchte man ihnen zurufen: Geht, flieht alle so weit weg wie ihr könnt! Mit dem Wissen von heute ist es teilweise schwer nachzuvollziehen, warum damals teilweise doch noch verharrt wurde in der Hoffnung, das alles nicht so schlimm kommen würde. Aber wer konnte schon ahnen, wie weit die Nazis am Ende gehen würden.

Mich hat dieses Buch unglaublich mitgenommen, nur das Wissen, das Ruth Meyer, später Elcott, ein langes und später wohl auch glückliches Leben in den USA hatte, macht es einfacher diese Lebensgeschichte zu verfolgen. Und doch ist es wichtig genau solche Dinge festzuhalten und immer wieder zu erzählen. Das Buch zeigt auch, dass es trotz staatlichen Terrors auch unglaubliche Solidarität gab und Hilfe, die teilweise auch die Helfer in Gefahr gebracht hat. Nicht alle haben unterstützt was angeordnet wurde und manch einer hat auch im ganz kleinen Rahmen geholfen. So etwas macht dann doch immer wieder Hoffnung.
Für mich ist das Buch definitiv eines meiner Jahreshighlights und ich bin schon auf den nächsten Band gespannt.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Urlaubsfeeling

Sommer in Mareblu
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Tosca ist in Mareblu eigentlich sehr glücklich, lebt sie doch mit ihrer Tochter in einem wunderschönen Häuschen am Strand und kann den Beruf ausüben, der ihr am Herzen liegt. Wäre da nicht das schwierige ...

Tosca ist in Mareblu eigentlich sehr glücklich, lebt sie doch mit ihrer Tochter in einem wunderschönen Häuschen am Strand und kann den Beruf ausüben, der ihr am Herzen liegt. Wäre da nicht das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter., die eines Tages plötzlich vor der Tür steht. Und Tochter Ioio will plötzlich ihren Erzeuger kennenlernen. Allerdings ist der neue Nachbar am Strand ein echtes Highlight, auch wenn er manchmal etwas seltsame Dinge tut.

Raffaella Belli, alias Roberta Gregorio entführt uns an einen süditalienischen Strand, an dem nicht immer alles nur Dolce Vita ist. Tosca hat doch sehr mit ihrer Familiengeschichte zu kämpfen und Moreno, der attraktive Nachbar, hat auch sein Päckchen zu tragen. Trotz aller Turbulenzen schaffen es die beiden sich ineinander zu verlieben. Und nach und nach fügt sich auch alles zueinander, wie es sein soll.

Mir hat das Buch gut gefallen, es war eine schöne Leseauszeit. Der Autorin gelingt es die Landschaft rund um Mareblu so toll zu beschreiben, dass man sie regelrecht vor Augen hat. Die Protagonisten haben alle ihre Stärken und Schwächen, sie sind einfach sehr menschlich. Manchmal war mir die rosarote Brille, die Tosca und Moreno aufhaben, wenn sie den anderen sehen, ein bisschen zuviel. Aber gut, wenn man frisch verliebt ist sieht man viele Dinge anders

Alles in allem war es ein schönes Buch mit Urlaubsfeeling.


Von mir eine Leseempfehlung