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Veröffentlicht am 02.05.2026

Bleibender Schmerz

Gott hat meinen Schmerz vergoldet
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Es ist ein ganz normaler Sommertag. Melanie Oetting denkt noch über die vergangenen Tage nach, über eine erfüllte Zeit auf einer christlichen Konferenz. Da stürmen ihr Exmann, zwei ihrer Kinder, Polizeibeamte ...

Es ist ein ganz normaler Sommertag. Melanie Oetting denkt noch über die vergangenen Tage nach, über eine erfüllte Zeit auf einer christlichen Konferenz. Da stürmen ihr Exmann, zwei ihrer Kinder, Polizeibeamte und ein Kriseninterventionsteam in ihr Wohnzimmer. Was sie sich dann anhören muss, gehört zum Schlimmsten, was eine Mutter erleben kann: Sie erfährt, dass ihr Sohn Severin tödlich verunglückt ist.

Das Erleben der Autorin angesichts dieses schweren Schicksalsschlags ist eingebettet in eine ehrliche, interessante Erzählung über ihr Leben insgesamt. Sie berichtet von ihrer Kindheit und Jugend, von Ehe und Scheidung, von Krisen und von ihrem wachsenden Glauben. Dabei erlebt sie innere Heilung und Versöhnung. Freuden und Schmerz liegen auf ihrem Lebensweg eng beieinander. In allem richtet die Autorin ihren Blick bewusst auf ihren himmlischen Vater, den sie als liebevoll und fürsorglich erlebt. Sie bemüht sich seiner Führung zu folgen; vor allem aber lernt sie, seinen Trost anzunehmen und weiterzugeben.

Trotz des schweren Themas ist das Buch äußerlich ansprechend gestaltet. Das goldene Herz auf dem Cover fällt sofort ins Auge. Das beiliegende Lesezeichen ist ein schönes Extra, und die Familienfotos bereichern den Inhalt.

Diese authentische Lebensgeschichte ist spannend zu lesen und in vielen Aspekten gut nachvollziehbar. Allerdings überrascht, wie wenig Raum der verstorbene Sohn selbst einnimmt. Stattdessen stehen die Eheprobleme und die Scheidung stärker im Mittelpunkt. Auch die anderen Kinder bleiben eher im Hintergrund und wirken stellenweise wie schemenhafte Randfiguren. Das ist verständlich, lässt aber den Wunsch offen, sie besser kennenzulernen.

Die Autorin ist überzeugte Katholikin. Einige ihrer Überzeugungen bleiben mir als protestantische Christin fremd, wie der Wunsch nach einer Annullierung ihrer Ehe oder ihre Gedanken zum ewigen Schicksal ihres Sohnes. Trotzdem ist es wertvoll und ermutigend zu lesen, wie sie in jeder neuen Krise Halt bei Gott findet.

Fazit: Ein ehrlicher und bewegender Lebensbericht über Verlust, Ehe und Glauben. Das Buch überzeugt durch persönliche und authentische Gedanken und ist besonders für Leser empfehlenswert, die sich für Lebensberichte interessieren und die nach Trost und Orientierung im Glauben suchen.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Zur Ruhe kommen

Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder
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Der schwedische Pastor und Autor Tomas Sjödin ist bekannt für seine hilfreichen Werke über Stille und Achtsamkeit. Dazu schreibt er schon seit vierzig Jahren kurze Zeitungskolumnen. In diesem Band sind ...

Der schwedische Pastor und Autor Tomas Sjödin ist bekannt für seine hilfreichen Werke über Stille und Achtsamkeit. Dazu schreibt er schon seit vierzig Jahren kurze Zeitungskolumnen. In diesem Band sind achtzig von ihnen abgedruckt, die von Herbst 2019 bis Frühjahr 2024 erschienen sind.

Die Texte spiegeln Gedanken und Überlegungen des Autors wider, vor allem über Alltägliches und gewöhnliche Kleinigkeiten des Lebens, wie Erinnerungen an die Eltern, nächtliche Wachstunden, Begegnungen oder Reisen. Aktuelle Themen tauchen jedoch auch auf, zum Beispiel die Covid-Krise und der Krieg in der Ukraine. Sein Glaube an einen guten Gott ist wie ein leiser Unterton, der stets mitschwingt, sich aber nicht aufdrängt. Über sein Anliegen schreibt er: „Ich habe ein Motto für meine Texte: ehrlich über das Leben zu reden und dabei immer zu versuchen, ein Stückchen Hoffnung zu vermitteln.“

Jedes Kapitel umfasst zwei bis drei Seiten und lässt sich in wenigen Minuten lesen. Die Betrachtungen eignen sich gut für eine tägliche kleine Pause. Das Lesebändchen ist hilfreich und das schön gestaltete Cover macht beim Betrachten Freude.

Immer wieder geht es in den hoffnungsvollen Texten um Ruhe und um die Freude daran, nicht alles tun und erleben zu müssen – zu entschleunigen, sich an einem langsameren Lebenstempo zu freuen, sich Zeit für Stille zu nehmen.

Mein persönlicher Favorit ist die Kolumne „Tiefseetaucher“. Sjödin schreibt dort: „Genau das ist das große Geheimnis der Sprache, dass sie ein Zufluchtsort werden kann, dass man in der Sprache eines anderen seine eigene finden kann.“ Und über Schriftsteller, dass sie: „… an meiner Statt in die Tiefe getaucht waren und eine Sprache heraufgeholt hatten, die meiner Situation Worte gab, und ich begriff, dass ich nicht allein war.“

Und genau das macht Sjödin selbst auf ausgezeichnete Weise. Er versteht es mit wenigen Worten Gedanken in Bewegung zu bringen.

Fazit: Dieses sehr empfehlenswerte Buch ist eine Einladung, sich täglich für einige Minuten zurückzuziehen, um über die Bedeutung von Stille, Achtsamkeit und Gottes Wirken in meinem Leben nachzudenken.

Veröffentlicht am 16.04.2026

Vom iranischen Militär zum Verfolgten

Krieger Gottes
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Abdull soll in den Fußstapfen seines Großvaters treten, der ein einflussreicher Ayatollah ist. Schon als kleines Kind wird ein schmerzhaftes Initiationsritual an ihm vollzogen, ohne dass er vorher etwas ...

Abdull soll in den Fußstapfen seines Großvaters treten, der ein einflussreicher Ayatollah ist. Schon als kleines Kind wird ein schmerzhaftes Initiationsritual an ihm vollzogen, ohne dass er vorher etwas davon ahnt. Er wird dann auf eine Koranschule geschickt, in der die Schüler streng diszipliniert werden. Als Jugendlicher entscheidet er sich einen anderen Weg einzuschlagen. Er will Soldat werden. Trotz des Widerstands seiner Familie setzt Abdull sich durch.

Bereits mit 13 Jahren beginnt seine harte militärische Ausbildung. Bald dient der ausgezeichnete Krieger in einer geheimen Spezialeinheit. Mit dem Sturz des Schahs steht er jedoch plötzlich auf der Seite des Feindes.

Neben seiner militärischen Karriere spielt der Glaube eine große Rolle in seinem Leben. Er sehnt sich nach Allahs Wohlgefallen. Es müsste doch ganz einfach sein, überlegt er, Christen vom Islam zu überzeugen und damit bei Allah zu punkten. Zielstrebig verfolgt er seinen Plan.

Dieses spannende Buch erzählt die Geschichte eines iranischen Soldaten auf der Suche nach einem erfüllenden Glauben. Die Ereignisse liegen zwar Jahrzehnte zurück, doch die Geschichte ist höchst aktuell und hilft den jetzigen Irankonflikt besser zu verstehen und für die Menschen im Land zu beten.

Das Buch erklärt verständlich, was Muslime glauben und wie sich das vom Christentum unterscheidet. Es zeigt außerdem, wie gefährlich es für einen Christen in einem muslimischen Land sein kann. Das Ende ist etwas enttäuschend, da die Geschichte recht abrupt endet. Es wäre interessant gewesen, mehr aus Abdulls Leben zu erfahren.

Fazit: Ein bewegendes und herausforderndes Glaubenszeugnis aus dem Iran. Die Schilderungen militärischer Einsätze und einiger brutaler Szenen machen das Buch stellenweise schwer zu lesen. Dennoch lohnt sich dieser eindringliche Blick in ein geheimnisumgebenes Land. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 09.04.2026

Gutes tun

Die Apotheke der Hoffnung
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Was mache ich, wenn schreckliche Gräueltaten vor meiner Haustür geschehen? Sehe ich weg, wenn meine Nachbarn bedroht sind, um mich nicht selbst in Gefahr zu bringen? Das fragt sich die junge Witwe Zosia, ...

Was mache ich, wenn schreckliche Gräueltaten vor meiner Haustür geschehen? Sehe ich weg, wenn meine Nachbarn bedroht sind, um mich nicht selbst in Gefahr zu bringen? Das fragt sich die junge Witwe Zosia, als eine befreundete Familie aus ihrem Krakauer Wohnhaus vertrieben wird. Zusammen mit den anderen Juden in der Stadt muss sie in ein heruntergekommenes Ghetto.

Komischerweise darf die Apotheke im Elendsviertel weiterhin betrieben werden. Dort findet Zosia Arbeit und nutzt die Gelegenheit, um ihre jüdischen Freunde so gut es geht zu unterstützen. Es bedrückt sie, dass die junge Hania ihre Träume begraben muss. Denn das Leben der Juden wird mehr und mehr von den deutschen Besatzern eingeschränkt.

Diese berührende Geschichte erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Zosia und Hania. Beide Erzählstränge greifen immer wieder ineinander über, um sich dann wieder zu trennen, weil die Umstände die beiden Frauen auseinanderbringen. Während Zosia aus Gewissengründen helfen möchte, wo sie nur kann, kämpft Hania hartnäckig ums Überleben. Beide Sichtweisen auf diese schrecklichen Jahre sind wertvoll und ergänzen sich.

Die dargestellten Menschen mit ihren Höhen und Tiefen werden schnell zu Freunden. Ihre Beweggründe und Entscheidungen sind nachvollziehbar. Das Schlimme, das sie erleben, bewegt zutiefst.

Der Roman ist fesselnd geschrieben und lässt sich kaum aus der Hand legen. Gleichzeitig ist er stellenweise schwer zu ertragen, da Gewalt und Unmenschlichkeit eindrücklich geschildert werden. Das ist umso schlimmer, weil die dargestellten Ereignisse auf historische Tatsachen beruhen.

Wichtige Fragen, wie die Frage nach dem Leid, werden angesprochen, doch nicht vollständig beantwortet. Das wirkt authentisch, denn es gibt im Leben oft keine leichten Antworten. Dafür wird der Leser herausgefordert sich bewusst dafür zu entscheiden, Gutes zu tun, selbst wenn es scheint, als könne es nie genug sein.

Fazit: Eine eindrückliche Erzählung über die Hilfsbereitschaft einer kleinen Schar von Menschen im Dritten Reich, die nicht wegsehen wollen, wenn Unrecht in ihrer Umgebung geschieht. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die historische Romane mit Tiefgang lieben.

Veröffentlicht am 02.04.2026

Mutig einen neuen Weg gehen

Das Wagnis der Wäscherin
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Wäscherin in einem Gasthaus: Das scheint alles andere als eine lukrative Arbeitsstelle zu sein. Doch es ist genau das, was Sara will. Im Hinterhof der Wirtschaft kann sie in Ruhe ihre Arbeit machen. Dort ...

Wäscherin in einem Gasthaus: Das scheint alles andere als eine lukrative Arbeitsstelle zu sein. Doch es ist genau das, was Sara will. Im Hinterhof der Wirtschaft kann sie in Ruhe ihre Arbeit machen. Dort fühlt sie sich sicher vor den Menschen, denen sie nie mehr begegnen will.

Ein Mädchen aus der Nachbarschaft ist tagsüber im selben Gasthof. Zusammen mit den Töchtern der Wirtin soll Evie dort die Schulbank drücken. Sie ist zwar nicht gerne da, doch ihr verwitweter Vater scheut sich vor der Alternative, das junge Mädchen auf ein Internat zu schicken. Wann immer sie kann, schlüpft Evie aus dem ungeliebten Klassenzimmer, um bei Sara zu sein.

Dieser historische Roman spielt in Toronto im Jahr 1837. Die kanadische Stadt ist zu dieser Zeit noch klein und doch bestehen große Unterschiede zwischen Arm und Reich. Die Wohlhabenden in dieser britischen Kolonie sind zufrieden mit der Regierung, doch die Benachteiligten versprechen sich von einem unabhängigen Land mehr Chancengleichheit.

Im Hintergrund bewegt ebendieser Konflikt die Charaktere. Dazu schildert der Roman auf anschauliche Weise das Stadtleben in den Anfangsjahren Kanadas. Neben eindrücklichen Beschreibungen, ist die Geschichte auch sehr spannend, denn erst nach und nach wird klar, welche Geheimnisse die Charaktere mit sich tragen.

Sara, Evie und ihr Vater stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Sie sind sympathisch gezeichnet. Ihre Selbstzweifel und Sorgen werden ebenso deutlich wie ihr Mitgefühl für andere und ihre Bereitschaft für andere da zu sein.

Wie bei jeder spannenden Erzählung enthält die Geschichte natürlich auch Schurken. Dazu kommt jede Menge prickelnde Romantik. Die Liebesgeschichte ist einerseits etwas vorhersehbar, enthält aber auch unerwartete Wendungen. Der Glaube ist in der Erzählung präsent, bleibt aber im Hintergrund. Thematisiert wird vor allem die Frage, ob Gott trotz Leid und unerhörter Gebete vertrauenswürdig ist.

Fazit: Eine spannende und gefühlvolle romantische Erzählung, die einen kleinen Einblick in die Geschichte Kanadas bietet. Einmal angefangen, fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören, da die Charaktere schnell ans Herz wachsen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Frauen, die außergewöhnliche historische und romantische Romane lieben.