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Veröffentlicht am 01.04.2021

Ein wahrer, unterschätzter Held

Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)
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Es gibt so vieles, das Mason nicht so gut kann wie die anderen in seiner Klasse. Vor allem mit dem Lesen und der Rechtschreibung tut sich der zwölfjährige Junge, der seine Klassenkameraden überragt, schwer. ...

Es gibt so vieles, das Mason nicht so gut kann wie die anderen in seiner Klasse. Vor allem mit dem Lesen und der Rechtschreibung tut sich der zwölfjährige Junge, der seine Klassenkameraden überragt, schwer. Dazu leidet er an einer seltenen Krankheit, die dazu führt, dass er andauernd schwitzt. Da ihm das so peinlich ist, hat er immer Ersatzkleidung dabei.

Der arme Mason wird gehänselt, und in seiner gutmütigen Art lässt er sich viel gefallen. Zum Glück gibt es in seiner Schule eine Zuflucht für Kinder wie ihn, die sich von der breiten Masse unterscheiden. In diesem sicheren Raum findet er einen Freund, Calvin, der sogar in seiner Nähe wohnt. Die beiden Jungen verbringen von nun an ihre ganze freie Zeit zusammen. Leider müssen sie sich oft verstecken, denn zwei gemeine Nachbarskinder haben sie zur Zielscheibe gemacht.

Als Calvin auf geheimnisvolle Weise verschwindet, wird Mason mit seiner traurigen Vergangenheit konfrontiert. Vor anderthalb Jahren starb sein bester Freund und Mason wird deshalb regelmäßig von der Polizei befragt. Erst als auch Calvin in Gefahr ist, bemerkt Mason, dass die Polizei den Verdacht hat, dass er schuld ist am Tod seines Freundes. Endlich versteht Mason die Ablehnung, die ihm von vielen Seiten entgegengebracht wird.

Die Geschichte wird aus der Sicht Masons erzählt. Seine Bereitschaft im anderen das Beste zu sehen, berührt das Herz und macht ihn sympathisch. Seine Freude über seinen neugefundenen Freund erlebt er in Farben, ebenso wie die Zuneigung des Nachbarhundes. Mason ist ein aufrichtiger, offener Junge, der Schwierigkeiten aus dem Weg geht. Mit seinen Augen sieht der Leser die großen Herausforderungen seines Lebens; seine zerbrochene Familie, seine Trauer über den Verlust seines besten Freundes und seine schulischen Schwierigkeiten. Es ist leicht mit diesem liebenswerten Jungen mitzufühlen.

Das Buch vermittelt eine wichtige Botschaft. Mason geht trotz allen Hindernissen aufrichtig seinen Weg. Er findet seinen eigenen Wohlfühlplatz und geht seinen Feinden, so gut es geht, aus dem Weg. Die Freundschaft zwischen Mason und Calvin bereichert das Leben von beiden. Das Mobbing wird gut beschrieben, allerdings schaden die Schimpfwörter dieser ansonsten gefühlsvollen Geschichte.

Fazit: Eine wundervolle Geschichte über Freundschaft, Schuld und Ehrlichkeit. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 01.04.2021

Wie man Helikoptereltern auf den Boden holt

Wie man seine Eltern erzieht (Eltern 1)
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Der 12jährige Luis hat Probleme. Nach einem Umzug muss er eine andere Schule besuchen. In dieser Streberschule wird sehr viel wert auf Leistung gelegt. Die Eltern seiner Klassenkameraden erwarten gute ...

Der 12jährige Luis hat Probleme. Nach einem Umzug muss er eine andere Schule besuchen. In dieser Streberschule wird sehr viel wert auf Leistung gelegt. Die Eltern seiner Klassenkameraden erwarten gute Noten, außerdem besuchen die Kinder allerlei Nachmittagsclubs. Am schlimmsten für Luis ist es aber als seine Eltern sich verändern und sich den anderen anpassen. Auf einmal schauen sie ihm bei seinen Hausaufgaben über die Schulter, sie erwarten gute Noten und sie schlagen alle möglichen Aktivitäten vor. Für das, was er leidenschaftlich liebt, zeigen sie kein Interesse. Es geht nur noch um schulische Leistungen und um Noten.

Luis hat jedoch einen Traum und eine besondere Gabe. Er kann andere zum Lachen bringen. Darum ist er mit seinen mittelmäßigen Leistungen zufrieden, denn er möchte Komiker werden.

Als eine Freundin ihm von einem Talent-Wettbewerb erzählt, wittert er seine große Chance. Aber wie kann er seine Eltern davon überzeugen, dass das viel wichtiger ist als Schule? Seine Freundin gibt ihm einige Ratschläge, wie er seine Eltern erziehen kann, doch dauert dieses Erziehungsprogramm zu lange und es macht auch keinen Spaß.

Dieses Buch erzählt Luis‘ Geschichte in Form von Tagebucheinträgen. Der Schreibstil ist flüssig und einfach und eignet sich gut für Kinder von neun bis zwölf Jahren. Immer wieder schreibt Luis auch die Witze auf, die ihm einfallen, oder er beschreibt auf lustige Weise seine Lehrer. Allerdings fällt der Humor etwas schwach aus, und vor allem die erste Hälfte des Buchs zieht sich in die Länge. Da geht es vor allem um Luis‘ schulische Probleme. Als es dann in der zweiten Hälfte um den Talent-Wettbewerb geht, ist das Buch auf jeden Fall abwechslungsreicher.

Das Buch vermittelt die Botschaft, dass Eltern ihren Kindern nicht ihre eigenen Träume aufzwingen sollten. Dabei wird das familiäre Miteinander liebevoll dargestellt. Luis‘ Eltern schätzen ihre Kinder, sie haben sich einfach zu stark von ihrer Umgebung beeinflussen lassen. Auch wenn Luis‘ Erziehungsprogramm nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann er sich doch am Ende mit seinen Eltern aussprechen.

Fazit: Ein unterhaltsames Kinderbuch, das zeigt, dass Eltern die Stärken ihrer Kinder sehen sollten, und wie gut es ist, sich für seine Träume einzusetzen. Luis und seine Freundin Maddy sind zwei liebenswerte Charaktere, die in Bezug auf ihre Eltern den richtigen Weg zwischen Liebe und Abgrenzung suchen. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 30.03.2021

Der Weg zurück ins Leben

Aufgetaucht
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Die 1994 geborene Victoria Arlen ist ein aktives, fröhliches Kind. Mit einem älteren Bruder und zwei Drillingsbrüdern fühlt sie sich in ihrer Familie geborgen. Bis sie unerklärliche Schmerzen bekommt. ...

Die 1994 geborene Victoria Arlen ist ein aktives, fröhliches Kind. Mit einem älteren Bruder und zwei Drillingsbrüdern fühlt sie sich in ihrer Familie geborgen. Bis sie unerklärliche Schmerzen bekommt. Ihre Eltern suchen verschiedene Ärzte auf, doch niemand kann helfen. Immer wieder bekommt die Familie zu hören, dass ihrer Tochter nichts fehlt. Doch die unerträgliche Schmerzen nehmen zu, und noch schlimmer ist, dass Victoria die Kontrolle über ihren Körper verliert.

Sie ist elf Jahre alt, als sie ihren Körper gar nicht mehr spüren kann und sie pflegebedürftig wird. Victoria ist bei vollem Bewusstsein, aber das weiß niemand. Sie kommt auf eine psychiatrische Station und wird dort von den Pflegern misshandelt. Die Eltern ahnen davon nichts. Wenn sie zu Besuch sind, scheint alles in Ordnung zu sein.

Nach knapp vier Jahren erwacht Victoria langsam zum Leben. Als erstes kann sie mit ihrer Mutter Augenkontakt aufnehmen. Danach gewinnt sie in einem unerbittlichen Kampf nach und nach die Gewalt über ihren Körper zurück. Außerdem schafft sie es die fehlenden Schuljahre nachzuholen, sodass sie gleichzeitig mit ihren Zwillingsbrüdern die Schule abschließen kann.

Damit nicht genug – sie entdeckt ihre geliebte Sportart wieder, das Schwimmen. Obwohl sie ihre Beine nicht benutzen kann, trainiert sie hart und gewinnt schließlich in den paralympischen Wettkämpfen eine Goldmedaille. Danach setzt sie sich, trotz fehlendem Gefühl in den Beinen, das Ziel wieder laufen zu können. Entschlossen erreicht Victoria alle ihre Ziele. Heute ist sie als Moderatorin, Motivationsrednerin und Model bekannt.

Der Schreibstil dieses Buchs wirkt authentisch. Die ersten Kapitel sind sehr einfach geschrieben. Man spürt die Stimme der elfjährigen, die sich einfach nur nach einem normalen Leben im Kreis ihrer Familie sehnt. Besonders eindrücklich schildert Victoria den Schmerz nach dem Wiedererwachen – das Zurechtfinden in einer Welt, die sich in vier Jahren weiterentwickelt hat, der Kampf um Selbstständigkeit, und die traurigen Gefühle einer Teenagerin, die wegen ihrer Andersartigkeit abgelehnt sind.

Vor allem am Ende des Buchs ruft Victoria, die Motivationsrednerin, ihren Lesern zu, dass sie alles erreichen können. Von Joel Osteen inspiriert, glaubt sie, dass jede Niederlage zu einem Triumpf führt. Es ist wunderbar, dass das in ihrem Fall geklappt hat, und auch inspirierend, dass sie ihre Kraft aus dem Glauben nimmt, aber es gibt viele Lebenswege, die anders verlaufen. Nicht jeder erlebt eine solch wunderbare Heilungsgeschichte.

Fazit: Die beeindruckende Geschichte einer starken, jungen Frau, die sich für ihre Träume einsetzt und sie tatsächlich erreicht. Gut und authentisch geschrieben ist dieses Buch besonders zu empfehlen für Menschen, die gerne inspirierende wahre Lebensgeschichten lesen.

Veröffentlicht am 25.03.2021

Eine Adlige auf der Flucht

Flucht nach Mattingley Hall
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Lady Jasmin, ein junges, behütetes Mädchen, ist das einzige Kind von Lord Medway. Die reiche adlige Erbin ist mit einem Zeitungsverleger verlobt, Hubertus. Sie ist überwältigt von ihren Gefühlen und freut ...

Lady Jasmin, ein junges, behütetes Mädchen, ist das einzige Kind von Lord Medway. Die reiche adlige Erbin ist mit einem Zeitungsverleger verlobt, Hubertus. Sie ist überwältigt von ihren Gefühlen und freut sich auf die bevorstehende Hochzeit. Voller Bewunderung für ihren charmanten Verlobten reist sie zu ihm nach London, als sie besonders traurig ist, und sucht ihn in seinen Geschäftsräumen auf. Bei diesem überraschenden Besuch sieht sie jedoch eine andere Seite von ihrem geliebten Hubertus.

In den nächsten Wochen ist Jasmin stark verunsichert. Sie möchte glauben, dass ihr Verlobter der liebenswürdige Zeitungsverleger ist, der sie um ihrer selbst willen liebt und nicht wegen ihrem Titel oder Erbe. Doch immer mehr weist darauf hin, dass Hubertus nur seinen eigenen Vorteil sucht. Damit sich seine Zeitung gut verkauft und auf dem Markt behauptet, scheint er selbst für den Stoff der Nachrichten zu sorgen. Dabei kümmert es ihn wenig, dass Menschen dabei Schaden nehmen.

Die Lage spitzt sich zu und Lady Jasmin muss Hals über Kopf fliehen, um in einem abgelegenen Haus als Angestellte zu arbeiten. Es fällt schnell auf, dass sie weder kochen noch putzen kann. Trotzdem schließt ihre missgelaunte neue Herrin sie schnell ins Herz. Lady Jasmin hat zwar großes Heimweh, doch sie lernt ihr neues Zuhause schätzen. Bis auch diese Zuflucht bedroht wird.

Dieser Roman ist außergewöhnlich gut geschrieben. Der Leser lernt die Charaktere so kennen und lieben, als wären es gute Freunde. Lady Jasmin entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einer verwöhnten Herrin zu einer demütigen, liebevollen jungen Dame. In ihren Schwierigkeiten findet sie Trost im Glauben. Diese Zuversicht, die ihr von ihrem Vater vermittelt wurde, wird mehr und mehr zu ihrer eigenen Überzeugung. Dennoch wirkt sie stets echt. Sie trifft manchmal schlechte Entscheidungen und sie hat Angst, doch sie findet immer wieder mit Gottes Hilfe den Mut weiterzugehen.

Dieses Buch vermittelt einen guten Eindruck von der Lebensweise im neunzehnten Jahrhundert. Die Mühen des Reisens, die Entwicklung der freien Presse und die Nöte der armen Arbeiter sind nur einige der Themen, die anschaulich dargestellt werden.

Die Handlung ist spätestens nach den ersten Kapiteln fesselnd. Ein rätselhafter Mörder treibt sein Unwesen. Brandstiftung und Arbeiterunruhen bedrohen den Frieden. Lady Jasmin muss herausfinden, wem sie vertrauen kann, und alles, was sie bisher über den Tod ihrer Mutter glaubte wird in Frage gestellt.

Fazit: Spannend und mit liebenswerten Charakteren sorgt dieses Buch für angenehme Lesestunden. Es ist ein Buch, das man, einmal angefangen, nur schwer aus der Hand legen kann. Gefahr und Böses, Liebe und Gottesvertrauen, das alles findet sich hier in einer gelungenen Mischung. Ein Highlight auf dem Büchermarkt!

Veröffentlicht am 04.03.2021

Mit Gott ist alles möglich

Fearless
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Der Missionar Jim Elliot schrieb einmal in sein Tagebuch, „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.“

Dieses Buch berichtet von 24 Menschen, ...

Der Missionar Jim Elliot schrieb einmal in sein Tagebuch, „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.“

Dieses Buch berichtet von 24 Menschen, die ihr Leben hingeben, um das zu tun, wozu sie sich berufen fühlen. Diese beeindruckende Lebensgeschichten machen Mut selbst aktiv zu werden.

Im Vorwort heißt es, „Willst du was erleben? Willst du, dass dein Leben ein Abenteuer wird? Dann lies dieses Buch voller Geschichten starker Frauen und Männer: Musiker, Schriftsteller, Influencer, Unternehmer, Missionare, Menschenrechtler, Waisenheimgründer, Engel für die Armen, Motivationsredner, Pastoren, Gemeindegründer, Vergebende, Vortragsredner, für den Glauben Verfolgte und Gefangene, Gründer einer Schwesternschaft, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Präsidentenberater, …“

Jedes der 24 Lebensbilder beginnt mit einem schön gezeichnetem Porträt der beschriebenen Person. Auf etwa fünf Seiten werden dann die wichtigste Stationen der Lebensreise zusammengefasst. Einige Personen lebten am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, andere sind unsere Zeitgenossen.

Das Buch berichtet von Dietrich Bonhoeffer und Corrie ten Boom, die sich beide auf ihre Weise gegen den Nationalsozialismus einsetzen. Der Leser erfährt von mutigen Missionaren, wie Gladys Aylward, die den Anforderungen der Missionsgesellschaften nicht genügt und darum auf eigene Faust nach China reist, oder Jim Elliot, der sein Leben aus Liebe hingibt oder Richard Wurmbrand, der bereit ist für seinen Glauben zu leiden. Andere sehen eine Not und greifen ein. Aus kleinen Schritten werden dann große Bewegungen, wie bei Mutter Teresa oder Georg Müller.

Mit einer Lesezeit von fünf bis zehn Minuten lassen sich die Geschichten gut zwischendurch lesen, dabei ist die Reihenfolge beliebig. Sie eignen sich aber auch gut für den Einsatz im Religions- oder Konfirmandenunterricht. Am Ende des Buchs findet sich eine Liste mit weiterführenden Büchern und Webseiten.

Fazit: 24 spannende Berichte über die unterschiedlichsten Menschen, die eins gemeinsam haben: Weil sie an den Gott der Bibel glauben, setzen sie sich auf ihre Weise für ihn ein. Ein sehr empfehlenswertes Buch für Jugendliche und Erwachsene, das sich auch als Geschenk zur Konfirmation eignet.