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Veröffentlicht am 28.10.2020

Ein Wunderwerk, das oft zu wenig wertgeschätzt wird

Brust bewusst
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Oft fällt es Frauen schwer ihren Körper anzunehmen, und das betrifft natürlich auch ihre Brüste. Dabei ist dieser Körperteil nicht nur schön anzusehen, sondern einfach ein großes Wunder. Von Anfang an ...

Oft fällt es Frauen schwer ihren Körper anzunehmen, und das betrifft natürlich auch ihre Brüste. Dabei ist dieser Körperteil nicht nur schön anzusehen, sondern einfach ein großes Wunder. Von Anfang an vollständig angelegt, fängt der Busen erst Jahre später an zu wachsen. Vor allem aber, ohne diesen wertvollen Nahrungsgeber hätte die Menschheit wohl kaum überleben können.

Dieses Buch enthält viele interessante und wichtige Informationen über den Busen. Als Präventivmedizinerin ist es der Autorin außerdem wichtig aufzuzeigen, was jede Frau für die Gesundheit ihrer Brüste tun kann. Auch wichtige Fakten über Brustkrebs fehlen nicht, einschließlich einer ausführlichen Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Nach einem Vorwort geht es zunächst um die Brust in den verschiedenen Phasen des Lebens – am Anfang des Lebens, in der Pubertät, in den mittleren Jahren, in Schwangerschaft und Stillzeit und schließlich in den Wechseljahren. Im zweiten Teil steht die Gesundheit der Brust im Mittelpunkt und im dritten Teil gibt die Autorin konkrete Ratschläge, damit der Busen schön und gesund bleibt.

Schon beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses wird deutlich, wie viele interessante Themen dieses Buch enthält. Teilweise sind es sicher Themen, die jede Frau bewegen. Es geht, zum Beispiel, um die Form der Brust, um kleine Brüste und um Hängebrüste, um Tattoos auf der Brust und um dritte Brustwarzen, um stillende Männer und um Stillen in der Öffentlichkeit. Dazu enthält jedes Kapitel einen kurzen Exkurs über die Männerbrust.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und unterhaltsam. Obwohl die Autorin Medizinerin ist, werden alle Sachverhalte sehr einfach erklärt. Tipps und Zeichnungen ergänzen den Text. Das ausführliche Register am Ende des Buchs ist hilfreich, um bestimmte Informationen zu finden.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch über einen wichtigen Körperteil. Leicht verständlich geschrieben, finden Leserinnen in diesem Buch viele Informationen und Tipps für einen schönen und gesunden Busen.

Veröffentlicht am 26.10.2020

Die schrecklichste Art der Kriegsführung

Unsere Körper sind euer Schlachtfeld
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Es gibt sie überall auf der Welt, Frauen, die jegliche Hoffnung verloren haben, weil Männer sie benutzt haben. Besonders schlimm und weitverbreitet ist das in Kriegsgebieten, da die Täter in der Regel ...

Es gibt sie überall auf der Welt, Frauen, die jegliche Hoffnung verloren haben, weil Männer sie benutzt haben. Besonders schlimm und weitverbreitet ist das in Kriegsgebieten, da die Täter in der Regel straffrei davon kommen.

Die Autorin dieses Buchs ist britische Journalistin. Die Kriegsberichterstatterin schrieb, neben vielen anderen Büchern, gemeinsam mit Malala Yousafzai den Bestseller „Ich bin Malala“.

Die fünfzehn Kapitel dieses Buchs haben unterschiedliche Länderschwerpunkte. Manche Konflikte liegen schon länger zurück, in anderen Problemzonen werden auch heute noch Frauen, Mädchen und sogar Babys vergewaltigt.

Die Berichte sind erschütternd. Die grausamen Details werden nüchtern wiedergegeben, von der Art und Anzahl der Vorfälle, bis hin zu den Verletzungen, unter denen die Opfer anschließend oft lebenslang leiden. Doch der Autorin geht es nicht um Sensationslust. Sie möchte ihre Leser aufrütteln, wachrütteln, indem sie auf diese schrecklichen und unmenschlichen Zustände hinweist. Wie kann es sein, dass Täter nur selten bestraft werden? Was ist das Ziel von Massenvergewaltigungen? Warum werden die Opfer stigmatisiert? Wie können Überlebende sich ein lebenswertes Leben aufbauen? Warum werden so viele Verbrechen totgeschwiegen? Diese und andere Fragen werden in diesem Buch aufgeworfen.

Irak und Syrien, Nigeria, Ruanda, Deutschland und Japan – das sind nur einige der zahlreichen Länder, die beleuchtet werden. Dabei erzählt die Autorin nicht nur von Verbrechen, sie klärt auch über die Hintergründe der Konflikte auf, und wo es möglich ist, weist sie auf hoffnungsvolle Neuanfänge hin. Besonders beeindruckend ist da die Arbeit von Christine Schuler Deschryver im Kongo. In einer sicheren und farbenfrohen Stadt können Frauen, Mädchen und Kinder heil werden von ihren traumatischen Erlebnissen, um anschließend als selbstständige und gestärkte Persönlichkeiten zurück in ihre Heimatdörfer zu kehren.

Fazit: Ein berührendes Buch über ein wichtiges Thema. Die Autorin ist getrieben von dem Wunsch auf eine große Not aufmerksam zu machen, damit Frauen überall auf der Welt ein sicheres und menschenwürdiges Leben führen können. Sehr empfehlenswert!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Engel – oft näher als wir meinen

Behütet und beflügelt
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Dieses wunderschöne Buch fällt ins Auge. Der goldene Schriftzug, das weiße Lesebändchen und das pastellfarbene Einband vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit. Der Autor, Musiker und Pastor Clemens Bittlinger ...

Dieses wunderschöne Buch fällt ins Auge. Der goldene Schriftzug, das weiße Lesebändchen und das pastellfarbene Einband vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit. Der Autor, Musiker und Pastor Clemens Bittlinger erzählt hier nicht nur von biblischen Begegnungen mit Engeln, sondern auch von Engeln in unserem Alltag, dabei wird der Engelbegriff sehr weit gefasst. Da gibt es tröstliche Begegnungen, Engel, die in eine bestimmte Richtung schubsen, und übernatürliche Bewahrungserlebnisse.

In den ersten zwei Kapiteln werden einige biblische Geschichten, in denen Engel eine entscheidende Rolle spielen, auf unterhaltsame Weise erzählt. Da gibt es Engel, die die Geburt von Jesus ankündigen, ein Esel, der selbst erzählt, warum er einem furchterregenden Engel ausweichen muss, eine Engelbegegnungen am Grab und eine Leiter, auf der Engel auf- und absteigen.

In den letzten zwei Kapiteln geht es um heutige Engelbegegnungen. Manchmal ist da eine mahnende oder schützende Stimme, manchmal eine helfende Hand. Aber auch um Engeltraditionen geht es. Obwohl Clemens Bittlinger evangelischer Pfarrer ist, beziehen sich mehrere Texte auf katholische Bräuche und Traditionen.

Und nicht zuletzt geht es auch um Corona. Besonders interessant ist ein Erlebnis, das nicht weit zurück liegt. Clemens Bittlinger soll als Seelsorger auf einem Kreuzfahrtschiff dabei sein. Doch schneller als erwartet wird Corona auf der ganzen Welt zum Thema. Die Reise muss kurz vor der geplanten Abfahrt abgesagt werden, doch Freiwillige können auf dem Schiff zurück nach Deutschland segeln. Eine angenehme Reise, bis bei den ersten Passagiere Covid festgestellt wird. In dieser Situation sind helfende Engel gefragt.

Zwischen den Geschichten stehen passende Liedtexte und besinnliche Sprüche. Viele davon stammen von Clemens Bittlinger selbst, von dem es auch eine CD mit Texten über Engel gibt.

Wer ein Buch über übernatürliche Begegnungen im Alltag erwartet, wird vielleicht von diesem Buch enttäuscht sein. Wer aber unterschiedliche Impulse über eine gute Gegenwart im Leben sucht, wird sich sicher an den Betrachtungen freuen.

Fazit: Ein Buch über Begegnungen mit Engeln – dabei ist der Begriff Engel weit gefasst, sodass oft einfach liebe Mitmenschen gemeint sind. Empfehlenswert für alle, die besinnliche Geschichten über Boten Gottes suchen.

Veröffentlicht am 22.10.2020

Zerrissen zwischen zwei Kulturen

Die Sommer
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Leyla liebt die Sommerferien, die sie in der Heimat ihres Vaters in Syrien verbringt. Ihr Vater ist jesidischer Kurde, und damit eine Minderheit in Syrien. Seine Großfamilie lebt in einem kleinen Dorf ...

Leyla liebt die Sommerferien, die sie in der Heimat ihres Vaters in Syrien verbringt. Ihr Vater ist jesidischer Kurde, und damit eine Minderheit in Syrien. Seine Großfamilie lebt in einem kleinen Dorf in der Nähe der türkischen Grenze. Leylas Sommerwelt dreht sich um ihre tatkräftige Großmutter. In der Nacht schlafen die Enkel bei ihr, am Tag stemmt sie den Großteil der Arbeit allein. Sie versorgt den blinden Großvater, kocht und backt Brot, putzt und erntet, und hat stets eine Tasse Tee für Besucher bereit.

Wenn Leyla den Rest des Jahres im kalten Deutschland ist, zehrt sie von ihren Erinnerungen an die heißen Sommertage bei der Verwandtschaft. Sie weiß es zu schätzen, dass sie, im Gegensatz zu ihrer jesidischen Cousine, eine gute Schulbildung erhält und in einem großen Haus lebt, doch sie trauert dem Dorf hinterher. Und obwohl sie in Syrien immer das Gefühl hat nicht so richtig dazuzugehören und sie sich dort manchmal nach Ruhe sehnt, ist ihr dieser Teil ihres Lebens sehr wichtig.

Doch dann kommen politische Unruhen. Ab 2011 leben Leyla und ihre Familie in großer Angst und Sorge. Leylas deutsche Mutter versucht die syrische Verwandtschaft nach Deutschland zu holen, denn das Leben dort ist gefährlich geworden. Leyla selbst lebt wie in einem Traum, stets in sorgenvollen Gedanken an die geliebten Verwandten.

Der Erzählstil dieses Buchs ist ruhig und melancholisch. Der Leser durchlebt an der Seite Leylas die Sonnen- und Schattenseiten dieser Tage in Syrien. Leyla ist ein unsicheres Kind, das einerseits als Deutsche eine Sonderstellung unter der armen Dorfbevölkerung genießt, die sich aber andererseits nicht so gut auskennt und den Dialekt nicht so gut sprechen kann wie die gleichaltrige Cousine. Sie ist anhänglich und fühlt sich am wohlsten in der Nähe der geliebten Großmutter. Sie lauscht den Erzählungen des Vaters und der Verwandtschaft, und erfährt so wie ihre Vorfahren grausam verfolgt wurden. Als junge Frau leidet sie darunter, dass ihre deutsche Freundinnen sie nicht wirklich verstehen, da sie keine Ahnung von ihrem Leben in Syrien haben.

Die Gefühle und der innere Kampf Leylas werden gut wiedergegeben. Manchmal wirkt die Erzählung vielleicht etwas zu ruhig. Doch in dieser Ruhe entsteht langsam das Bild eines einfachen Lebens, das für ein Kind schöner ist als das luxuriöse Leben in Deutschland. Ein Leben, das schließlich durch Gewalt und Konflikte vollständig zerstört wird.

Fazit: Eine Liebeslied an das einfache ländliche Leben in einem jesidisch-kurdischen Dorf, gepaart mit der Trauer über sinnlose Gewalt und zerstörerischem Hass. Besonders empfehlenswert für Menschen, die sich für fremde Kulturen interessieren und für die Heimat von syrischen Flüchtlingen.

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Veröffentlicht am 21.10.2020

Wohnst du noch oder lebst du schon?

Die Geschichte von Ulrich, der bei IKEA einzog und das Glück fand
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Ulrich steht ganz allein da. Erst kürzlich sind seine Eltern gestorben. Er hat keine Geschwister und ist nicht verheiratet.

Aus seinem Fenster blickt er auf den leuchtenden Schriftzug einer bekannten ...

Ulrich steht ganz allein da. Erst kürzlich sind seine Eltern gestorben. Er hat keine Geschwister und ist nicht verheiratet.

Aus seinem Fenster blickt er auf den leuchtenden Schriftzug einer bekannten Möbelkette. Das nahe Möbelhaus symbolisiert für ihn Glück und Wohlbefinden. Könnte man nur sein Leben so leicht neu einrichten wie eine Wohnung.

Als Ulrich seine Arbeitsstelle verliert ist er eigentlich erleichtert, doch irgendwann geht ihm das Geld aus und er muss sich arbeitslos melden. Sein Sachbearbeiter möchte ihn zu einem Computerkurs schicken, doch alles in Ulrich sträubt sich dagegen.

Beim Schlendern durch das Möbelhaus spürt er, dass er gar nicht mehr nach Hause will. Kurzentschlossen versteckt er sich in einem Schrank und lässt sich für die Nacht einsperren. Zaghaft verlässt er viel später sein Versteck und erkundigt sein neues, stilles Zuhause.

Ulrich ist auf der Suche, und er hat das Gefühl er wird hier finden, was er sucht – auch wenn er überhaupt nicht weiß, was er sucht. Und seine Suche wird belohnt. Er findet so viel mehr, als er sich hätte erträumen können.

Dieses Buch ist sehr schön gestaltet und erinnert mit seiner Farbgebung an Ulrichs Wahlheimat. Vor jedem Kapitelbeginn ist eine kleine Zeichnung eines Männchens auf einem Möbelstück zu sehen, das gibt dem Buch einen leichten Charakter.

Der Grundton des Buchs ist eher melancholisch, auch wenn lustige und verschrobene Begebenheiten nicht fehlen. Der Leser bekommt einen guten Einblick in die Gedankenwelt von Ulrich und erlebt dabei einen zutiefst unglücklichen Mann, der sich selbst verloren hat. Der feinfühlige Ulrich tat stets, was von ihm erwartet wurde, doch dabei blieb das, was ihn als Person ausmacht, auf der Strecke. Diese Charakterisierung wird sehr gut gezeichnet, doch gegen Mitte des Buchs wird das Lesen mühsam, da wenig geschieht und der Leser den Protagonisten inzwischen recht gut kennt.

Trost und Hilfe findet Ulrich durch ein menschliches Gegenüber, vor allem aber durch eine besondere Gegenwart, die im Möbelhaus in sein Leben tritt. Diese Gegenwart erinnert an eine Gottfigur, dabei bleibt sie aber so unkonkret, dass Anhänger verschiedener Religionen sie als passend zu ihrer Anschauung sehen würden. Auch wenn manches an christliche Inhalte erinnert, bleibt es unkonkret. Gerade das wird manchen sehr gut gefallen, ich persönlich hatte nach dem Lesen der letzten Seite ein unbefriedigendes Gefühl, da der Glaube an Jesus Christus sich, meiner Meinung nach, stark von einer diffusen Gegenwart unterscheidet, die erst vom Glaubenden mit Inhalt gefüllt werden muss.

Fazit: Eine schön geschriebene und tiefsinnige Gleichnis-Erzählung, über einen einsamen Mann, der an einem ungewöhnlichen Ort Frieden mit sich selbst schließt. Obwohl gute Inhalte vermittelt werden, stört die synkretistische Tendenz der Erzählung.

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