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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2019

Ein zerbrechliches Gefäß, vom Meister wiederhergestellt

Mein goldener Sprung in der Schüssel
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Das außergewöhnliche Cover dieses Buchs fällt ins Auge. Das faszinierende Bild darauf hat eine tiefere Bedeutung, die beim Lesen dieses spannenden Berichts immer deutlicher wird.

Der Autor und Pastor ...

Das außergewöhnliche Cover dieses Buchs fällt ins Auge. Das faszinierende Bild darauf hat eine tiefere Bedeutung, die beim Lesen dieses spannenden Berichts immer deutlicher wird.

Der Autor und Pastor Volker Halfmann berichtet ungewöhnlich offen aus seinem Leben. Nach einer mehr oder weniger normalen Kindheit, entschließt er sich Pastor einer freikirchlichen Gemeinde zu werden. Als er dann im Gemeindedienst immer mehr persönlich herausgefordert wird, vor allem durch innergemeindliche Konflikte, zerbricht er. Die Probleme in seinem Inneren, die er so lange erfolgreich verbergen konnte, drohen ihn zu ersticken. Er verbringt darum einige Wochen in einem Therapiezentrum. Damit beginnt die Aufarbeitung seiner inneren Zerbrochenheit.

Nach und nach erkennt er die Ursachen für seine Probleme. Zwangsgedanken machen ihm zu schaffen, dazu treibt ihn seine Alkoholsucht zu einem heimlichen, zweiten Leben. Er leidet unter seiner Vorstellung von einem strengen, lieblosen Gott, und sagt sich von ihm ab. Er schult um, denn wie kann man Pastor sein, wenn man mit Gott nichts zu tun haben will? Aber alle Versuche aus eigener Kraft heil zu werden scheitern. Am Boden zerstört, streckt er die Hand nach Jesus aus.

Dieser mutige Bericht überrascht mit seiner unverhohlenen Offenheit. Es ist etwas unglaublich Kostbares, wenn ein Mensch, der gewohnt ist, dass alle Augen auf ihn als Pastor gerichtet sind, offen über Fehler und Versagen berichtet. Dabei bleibt der Ton dieses Buchs immer demütig, auch wenn der Autor auf Probleme in Gemeinden und im menschlichen Miteinander hinweist. Die neue Liebe des Autors zu seinem Meister, der ihn auf den Weg der Heilung begleitet, strahlt aus den Seiten dieses Buchs heraus.

Viele Menschen sind von psychischen Erkrankungen und Süchten betroffen, aber nur wenige haben den Mut darüber zu sprechen. Dabei zeigt Volker Halfmann nicht nur Ursachen und Schwierigkeiten auf, er erzählt auch ausführlich über seinen langen Weg der Genesung. Aber dieser Bericht endet nicht mit einer neuen, heilen Welt. Er gibt zu, dass er immer noch angefochten und auf Gottes Gnade angewiesen ist. Gerade das ist eine große Ermutigung für diejenigen, die ähnliches erleben.

Fazit: Ein mutiges, offenes und auch kluges Buch. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und der Bericht ist wirklich spannend. Sowohl Betroffene als auch Nicht-Betroffene können von den Erlebnissen und weisen Beobachtungen des Autors profitieren. Ein sehr empfehlenswertes Buch, nicht nur für Menschen, die unter psychischen Problemen und Süchten leiden.

Veröffentlicht am 05.05.2019

Eine hungrige Seele, trotz großem Erfolg

Steve McQueen – Das geheime Glaubensleben des King of Cool
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Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, doch seine Seele bleibt leer? Der Schauspieler Steve McQueen war in den 60ern und 70ern einer der erfolgreichsten Schauspieler der Welt, und der ...

Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, doch seine Seele bleibt leer? Der Schauspieler Steve McQueen war in den 60ern und 70ern einer der erfolgreichsten Schauspieler der Welt, und der Inbegriff eines coolen Menschen. Trotz seiner bescheidenen Kindheit, hatte er nun scheinbar alles; Geld, Ruhm und Frauen. Doch obwohl er alles in vollen Zügen genoss, konnte es seine innerliche Leere nicht ausfüllen.

Der Autor dieses Buchs, Greg Laurie, ist der bekannte Pastor einer Mega-Gemeinde in den Vereinigten Staaten. Von Kindheit an bewundert er den Schauspieler Steve McQueen. Als er Gerüchte hört, dass dieser kurz vor seinem Tod zum Glauben an Jesus Christus kam, will er mehr darüber wissen. In mühsamer Recherche-Arbeit, sucht er etliche Stationen aus McQueens Leben auf und spricht mit Menschen, die den Schauspieler persönlich kannten.

Greg Laurie verfasst das Ganze im Stil eines Reise-Berichts, auch wenn er im Vorwort schreibt, dass es diese Reise nicht wirklich gegeben hat. Dieses stilistische Mittel setzt er wohl ein, weil seine Ergebnisse verfilmt werden sollen. Den Film zu diesem Buch gibt es auch tatsächlich.

Von Geburt an, bis zu seinem plötzlichen Tod nach einer erfolglosen Operation, verfolgt Greg Laurie das Leben McQueens. Manches, was er aufspürt, ist überraschend. So kam McQueen schon vor seiner Krebsdiagnose zum Glauben. Der Grund seiner Gottessuche war also nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Sehnsucht nach einem himmlischen Vater, der die Leere in seinem Leben ausfüllt.

Der Autor versteht das innere Wirken McQueens wie kaum ein anderer, denn beide hatten eine ähnliche Kindheit. Beide litten darunter, dass ihre Mütter dem Alkohol verfallen waren. Beide mussten ohne Vater aufwachsen. Der Autor beschreibt, wie sich eine solche Kindheit auf Lebensentscheidungen auswirken kann. Dabei verliert er sich gerade am Anfang des Buchs zu sehr im Erzählen seiner eigenen Geschichte. Beide Biographien werden miteinander verwoben, wodurch man sich beim Lesen fragt, wessen Biographie dies nun ist.

Der Autor, Pastor Laurie, stellt mehrmals heraus wie groß die von ihm gegründeten Gemeinden sind, und wie viele Menschen wöchentlich auf seine Predigten warten. Schön, dass auch er eine bedeutende Aufgabe gefunden hat, aber das gehört eigentlich nicht in diese Biographie über Steve McQueen.

Trotzdem ist das Buch spannend geschrieben. Beim Lesen fragt man sich, wie es weitergehen wird, denn es ist interessant mehr über den Menschen hinter dem Schauspieler McQueen zu erfahren. Die Beschreibungen der einzelnen Städte und Orte sind auch lohnend, auch wenn die vielen Details über die Speisen des Autors unnötig sind.

Fazit: Eine spannende Biographie über ein bewegtes Leben, die nicht nur Steve McQueen Kenner interessieren wird. Der Leser sieht, dass Erfolg, Geld und Ruhm nicht glücklich machen, und erfährt wo echtes Glück zu finden ist.

Veröffentlicht am 02.05.2019

Zwei verwobene Seelen

Dschungel
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Wie viel ist dir dein bester Freund wert? Der Ich-Erzähler dieses Buchs muss sich diese Frage stellen. Von den ersten Schuljahren an, waren sie fast unzertrennbar. Sie verbrachten jede freie Minute zusammen ...

Wie viel ist dir dein bester Freund wert? Der Ich-Erzähler dieses Buchs muss sich diese Frage stellen. Von den ersten Schuljahren an, waren sie fast unzertrennbar. Sie verbrachten jede freie Minute zusammen und gingen beieinander ein und aus. So ist die Mutter seines Freundes keine Unbekannte, als sie unerwartet vor dem Erzähler steht und verlangt, dass er ihr Sohn zurückholt.

Der Freund, der freiheitsliebende Felix, suchte schon immer das Abenteuer. Als Erwachsener bricht er zu einer großen Reise auf. Er sendet seiner Mutter und seinem Freund immer wieder Bilder und Nachrichten, bis auf einmal jede Kommunikation aufhört. Er ist verschollen. Seine Mutter drängt den Freund dazu, zu seinem letzten Aufenthaltsort in Kambodscha zu reisen, um mehr herauszufinden.

Der Erzähler hasst das Reisen, und er verlässt nur sehr ungern seine geliebte Freundin. Aber aus seiner Sicht hat er keine Wahl. Dabei sind seine Gefühle für den Freund sehr zwiespältig, was sich an seinen eingestreuten Erinnerungen zeigt. Auf seiner langen Reise verändert er sich. Er findet schließlich, was er sucht, obwohl das Ende seiner Reise ganz anders ist als erwartet.

Der Leser begleitet den Erzähler auf seiner aufregenden Suche in Kambodscha. Von den stechenden Mücken und merkwürdigen Gestalten in den Backpacker Hostels zu einer abgedrehten und abgelegenen Kommune, bis hin zu abenteuerlichen Wegen durch den Dschungel, erlebt der Leser eine Seite dieses Landes, die Touristen verborgen bleibt. Und jedes Mal, wenn es spannend wird, kommt eine Rückblende in die Kindheit der beiden Jungen. Wie bei einem Puzzle, setzt sich so Stück für Stück das Bild einer tiefen, vielleicht auch kranken, Beziehung zwischen den beiden Freunden zusammen.

Der Erzählstil dieses Buchs ist ungewohnt. Staccatoartig werden Erinnerungen und Gefühle beschrieben. Vieles wird nicht ausgesprochen, aber der Leser ahnt es. Über einen Großteil der Szenen schwebt eine düstere Atmosphäre. Enttäuschend sind manche Entscheidungen des Erzählers. Zum Lesen unangenehm sind die gelegentliche Erfahrungen auf Trips nach dem Drogenkonsum.

Fazit: Eine spannende Geschichte, in düsteren Tönen erzählt, mit einem unerwarteten Ende. Definitiv keine Wohlfühlgeschichte, sondern eher eine Reise in die dunklen Tiefen des Seins.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Wahre weihnachtliche Geschichten über Barmherzigkeit

Gnadenbringende Weihnachtszeit
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Dieses Buch enthält drei kurze Erzählungen über vergangene Weihnachtsfeste. In der ersten Geschichte lernt der Leser den Pfarrer Georg Weissel kennen, der das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“ ...

Dieses Buch enthält drei kurze Erzählungen über vergangene Weihnachtsfeste. In der ersten Geschichte lernt der Leser den Pfarrer Georg Weissel kennen, der das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“ im Jahr 1623 schrieb. Inspiriert durch eine wärmende Erfahrung bei einem kalten Wintersturm, soll dieses Lied einen reichen Mann bewegt haben barmherziger zu sein.

Die zweite Erzählung handelt von Johannes Falk, der im 18. Jahrhundert lebte. Nach dem Tod von vier seiner Kinder, verlor er erstmal jeglichen Lebensmut. Später nahm er Waisenkinder auf, für die er vermutlich dieses Lied schrieb. In der Erzählung wird der Leser in eine Weihnachtsfeier der großen Familie hineingenommen, und die Freude der Kinder über dieses schöne Lied wird spürbar.

Der Adventskranz geht auf Johann Hinrich Wichern zurück, dem Gründer des Hamburger Rauen Hauses im 19. Jahrhundert. Diese Einrichtung kümmerte sich um verwahrloste Kinder und Jugendliche. Der erste Adventskranz war eine Verbindung aus Kranz und Adventskalender, denn auf einem ausgedienten, großen Wagenrad fanden 24 Kerzen Platz, für jeden Tag eine.

Die Erzählungen beginnen mit der Kindheit und Jugend der drei Männer. In weiteren Erzählsträngen lernt der Leser Zeitgenossen dieser Männer kennen. Das sind teilweise arme Menschen, denen geholfen wird, teilweise sind es bekannte historische Persönlichkeiten. Dieser Szenenwechsel versetzt den Leser in die jeweilige Zeit. Beim Lesen fehlt aber manchmal der Zusammenhang und bei manchen Charakteren bleibt die Frage, welche Rolle sie in der Erzählung spielen.

Fazit: Schöne, besinnliche, weihnachtliche Erzählungen, die Barmherzigkeit und Nächstenliebe betonen, am Beispiel von drei weniger bekannte Männer der letzten Jahrhunderte.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Ein alter Mann versteht die Welt nicht mehr

Gedanken des alten Mannes über Gott und die Welt
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Der über 80jährige Autor, Rolf Müller, ist schon fast sein ganzes Leben Christ. In diesem Buch schlüpft er in die Rolle eines „alten Mannes“. Der Glaube bedeutet diesem alten Mann sehr viel. Umso trauriger ...

Der über 80jährige Autor, Rolf Müller, ist schon fast sein ganzes Leben Christ. In diesem Buch schlüpft er in die Rolle eines „alten Mannes“. Der Glaube bedeutet diesem alten Mann sehr viel. Umso trauriger ist er über manche theologischen Strömungen unserer Zeit. Er will sich allein an Jesus und Gottes Wort festhalten. Traurig sieht er auf unsere gegenwärtige Welt, und vergleicht was er beobachtet mit dem Wort Gottes.

Dieses Buch enthält 53 kurze Andachten, eine für jede Woche des Jahres. Jede Andacht ist zwei oder drei Seiten lang. Oft findet sich am Ende der Andacht der Text eines älteren Liedes.

Die Texte orientieren sich meistens nicht am kirchlichen Jahreslauf. In vielen Texten schreibt der alte Mann über biblische Geschichten. Er überlegt, was sie heute für uns bedeuten. Sorgenvoll schaut er dabei auf die moderne Theologie, die Gottes Wort infrage stellt. Er schreibt außerdem über viele relevante Themen, wie Hoffnung, unsere Endzeiterwartung und über die ideale Gemeinde. Damit möchte er den Leser aufrütteln zu einem Glauben zurückzukehren, das sich eng an Gottes Wort orientiert.

Auf dem Cover sieht man einen alten Mann, der etwas grimmig nach in die Ferne schaut. Diesen grimmigen Blick spürt man gelegentlich beim Lesen. Das Buch ist an manchen Stellen fast wie eine Abrechnung mit Andersdenkenden. Das stört beim Lesen, auch wenn an anderen Stellen wertvolle und positive Gedanken vermittelt werden.

Am meisten stört jedoch die Perspektive des Autors, der stets nur aus der Sicht des „alten Mannes“ schreibt. Der Gedanke dahinter leuchtet ein, aber dadurch ist das Gesagte unpersönlich. Es wäre ansprechender, wenn der Autor aus seiner eigenen Sicht, die sich vermutlich mit der Sicht des alten Mannes deckt, schreiben würde.

Fazit: Eine Andacht über biblische Themen für jede Woche des Jahres, geschrieben von einem alten Mann, der über gegenwärtige Entwicklungen traurig ist. Mit vielen guten Inhalten, haben vermutlich vor allem ältere Leser Freude an diesem Buch, auch wegen den ihnen vertrauten Liedtexten.