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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2024

Mehr Psycho als Thriller

Minus 22 Grad
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Neuer Name, neuer Verlag? Quentin wie Quentin Tarantino? Jedenfalls sieht Quentin Peck aus wie ein Zwillingsbruder von Oliver Ménard. Seine Thriller hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch „Minus ...


Neuer Name, neuer Verlag? Quentin wie Quentin Tarantino? Jedenfalls sieht Quentin Peck aus wie ein Zwillingsbruder von Oliver Ménard. Seine Thriller hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch „Minus 22 Grad“ habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Es ist Winter und bitterkalt. Laura Gehler fährt nachts mit ihrem Trekkingrad durch den verschneiten Wald nach Hause. Plötzlich taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und entführt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas.
Zur gleichen Zeit erhält Lauras Mutter Imke, eine bekannte Politikerin, eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift des sogenannten Puppenmörders. Er wurde nie gefasst. Ist Laura sein nächstes Opfer?
In einem dritten Handlungsstrang lernen wir Ariane Sternberg kennen. Sie lebt allein im Wald. Eines Tages rettet sie einem jungen Mann das Leben. Tom war beim Schlittschuhlaufen auf dem nahegelegenen zugefrorenen See eingebrochen.
Wo ist die Verbindung? Lukas und Profilerin Berit ermitteln...
„Minus 22 Grad“ ist Unterhaltung in Stakkatosätzen. 42mal knirscht es. Dinge knackten, knisterten, raschelten oder surrten. Das geht zu Lasten der Spannung.
Mehr als 100 Seiten vergehen bis der Plot Fahrt aufnimmt. Immer wieder sind Tonaufzeichnungen eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Mein Lieblingszitat: »Mir sind Menschen unheimlich, deren Fernseher größer als ihre Bücherregale sind.«

Fazit: Eine tragische Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.


Veröffentlicht am 19.11.2024

Serienkillerthriller 2.0

The Twenty
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Wow, die englische Autorin Sam Holland hat den Serienkillerthriller neu erfunden. Anfangs mehr Krimi als Thriller. Aber dann geht die Post ab: Fünf Leichen werden gefunden. Sie sind mit römischen Ziffern ...


Wow, die englische Autorin Sam Holland hat den Serienkillerthriller neu erfunden. Anfangs mehr Krimi als Thriller. Aber dann geht die Post ab: Fünf Leichen werden gefunden. Sie sind mit römischen Ziffern von 12 bis 16 durchnummeriert.
Der Modus Operandi: Tod durch Ausbluten. Das Muster einer Serie, die vor dreißig Jahren begann. Doch der Täter sitzt im Gefängnis. Handelt es sich um einen Nachahmer, einen Trittbrettfahrer? Wird er die Zwanzig vollmachen?
Detective Chief Inspector Adam Bishop und sein Freund und Partner, Detective Sergeant Jamie Hoxton, ermitteln. Unterstützt werden sie von Dr. Romilly Cole, Adams Ex-Frau. Ihr Vater ist der Mörder von damals und hatte natürlich eine verkorkste Kindheit.
„The Twenty“ ist blutig und brutal. Die Handlung voller Verwicklungen und ungeahnter Wendungen. Spannend, keine Frage. Dazu leicht zu lesen. Immer mal wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie sind tragen den Titel „Damals“.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Jamie kommt sympathisch rüber, Adam eher nicht. Er raucht und trinkt zu viel. Außerdem hat er eine Spritzenphobie. Romilly hat eine traumatische Vergangenheit und immer noch Probleme. Ich mochte sie nicht.
„The Twenty“ ist der zweite Roman der Autorin. Der Vorgänger, „The Echo Man“, wurde wohl nicht übersetzt. Schade…

Fazit: Blutiger Serienkillerthriller. Spannend, wendungsreich und nicht vorhersehbar.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Adventskalender des Grauens

Das Kalendermädchen
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Oktober ist Fitzekzeit. Seit seinem Debüt „Die Therapie“ (2006) bin ich ein Fan von Sebastian Fitzek und habe (fast) alles von ihm mit Freude gelesen. Auch sein neuer Psychothriller, „Das Kalendermädchen“, ...

Oktober ist Fitzekzeit. Seit seinem Debüt „Die Therapie“ (2006) bin ich ein Fan von Sebastian Fitzek und habe (fast) alles von ihm mit Freude gelesen. Auch sein neuer Psychothriller, „Das Kalendermädchen“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
20. Dezember, 23:34 Uhr, Leitstelle Hof, Bayern: Valentina bestellt eine Pizza. Ein Notruf. Kurz darauf ist die Polizei vor Ort. Aber sie finden nur einen blutigen Zeigefinger.
Elf Jahre später, heute: Wir lernen Olivia Rauch kennen. Ihre Adoptivtochter Alma braucht dringend eine Knochenmarkspende und so begibt sich die Berliner Psychologin auf die Suche nach den leiblichen Eltern.
Einundzwanzig Jahre zuvor, Internat Schloss Lobbeshorn: Wir begegnen der 16-jährigen Valentina. Sie ist schwanger.
Was war damals geschehen und was hat es mit der Legende des Kalendermädchens auf sich?
Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Die Handlung ist komplex gestaltet: wechselnde Perspektiven (Olivia, Valentina etc.) und drei Zeitebenen: Olivia (heute), Valentina vor 21 Jahren und Valentina vor 11 Jahren.
Valentina ist das Kalendermädchen und Alma ihre Tochter. Aber wie passt Elias, Olivias Student, da rein? Alles ziemlich mysteriös. Ein modernes Märchen. Durch die verschiedenen Erzählstränge sind wir Lesende Olivia stets einige Schritte voraus.
Gefallen haben mir die unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen. Dazu zahlreiche fiese Cliffhanger. Ja, eine irre, wirre Geschichte. Nichtsdestotrotz stimmig aufgelöst.
Alles in allem habe ich mich wieder gut unterhalten gefühlt. Allerdings fand ich die vielen Wendungen gegen Ende des Buchs doch etwas übertrieben.

Fazit: Vielschichtiger Psychothriller mit einem hohen Gruselfaktor.

Veröffentlicht am 06.11.2024

Es kann nur einen geben

Der König
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„Ihr Königreich“ von Jo Nesbø hatte ich vor vier Jahren mit großer Freude gelesen und auch die Fortsetzung „Der König“ überzeugt. Ich empfehle dringend mit Band 1 zu beginnen, denn ich könnte mir vorstellen, ...


„Ihr Königreich“ von Jo Nesbø hatte ich vor vier Jahren mit großer Freude gelesen und auch die Fortsetzung „Der König“ überzeugt. Ich empfehle dringend mit Band 1 zu beginnen, denn ich könnte mir vorstellen, dass Lesende, die den Vorgänger nicht kennen, Verständnisprobleme haben.
„Der König“ erzählt die Geschichte zweier Brüder, Roy und Carl. Roy ist ein Jahr älter als Carl und war immer für seinen jüngeren Bruder da, wenn der jemanden brauchte, der hinter ihm aufräumt. Zusammen haben sie sieben Menschen und einen Hund auf dem Gewissen.
Erzählt wird die Geschichte wieder in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Roy. Als Fragen nach dem Tod ihrer Eltern aufkommen, ist schnell klar, es kann nur einen König von Os geben. Carl oder Roy? Wer wird verlieren, wer wird gewinnen? Und um welchen Preis?
„Der König“ ist hart und brutal, herausfordernd und anspruchsvoll. Es geht um Bestechung, Macht und Ruhm, Rache und Vergeltung.
Roy kommt sympathisch rüber, auch wenn er eine dunkle Seite hat. Er mag J.J. Cale - und er ist verliebt. Carl ist ein Lügner, ein Betrüger.

Fazit: Packender Krimi. Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 31.10.2024

Toxische Beziehungen

Mordscoach
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„Mordscoach“ von Lilli Pabst erinnert an die „Achtsam Morden“-Reihe von Karsten Dusse und hat mich nicht überzeugt. Doch worum geht es?
Sophie Stach, Coachin und Psychoanalytische Supervisorin, findet ...

„Mordscoach“ von Lilli Pabst erinnert an die „Achtsam Morden“-Reihe von Karsten Dusse und hat mich nicht überzeugt. Doch worum geht es?
Sophie Stach, Coachin und Psychoanalytische Supervisorin, findet eines Tages heraus, dass ihr Mann Jakob eine Geliebte hat. Also muss Amelie weg. Und wie das so ist, bleibt es nicht bei einem Mord. Auf den ersten folgt der zweite und so weiter…
Lilli Pabst ist ein Pseudonym. Die Autorin arbeitet als Psychotherapeutin. Und so erfährt man hier, ob man will oder nicht, einiges über dieses Thema.
Die Handlung ist konstruiert und unglaubwürdig. Ja, die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Aber mir hat der Humor gefehlt. Dazu sind die Morde einfach zu brutal. Diesbezüglich gefällt mir die „Richter morden besser“-Reihe von Thorsten Schleif besser.
Sophie ist schon sehr speziell. Sie war mir von Anfang an unsympathisch. So viel Wut und Hass. Entschuldigt eine verkorkste Kindheit alles? Außerdem raucht sie zu viel. Last but not least teilweise derbe Sprache. Man könnte meinen, Sophie denkt nur an das Eine.
„Mordscoach“ ist ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Ich werde diese Reihe jedenfalls nicht weiterverfolgen. Denn die nächsten Opfer sind ja vorhersehbar: Christine, Andreas oder doch nicht?

Fazit: Ein Krimi für zwischendurch. Nicht mehr und nicht weniger.