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Veröffentlicht am 06.12.2023

Bens Story

Twelve Secrets -
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„Twelve Secrets“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die im fiktiven Haddley, nahe London, verortet ist und das Debüt von Robert Gold. Eine Leseprobe hatte meine Neugier geweckt. Worum geht es?
Ben ...

„Twelve Secrets“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die im fiktiven Haddley, nahe London, verortet ist und das Debüt von Robert Gold. Eine Leseprobe hatte meine Neugier geweckt. Worum geht es?
Ben Harper arbeitet als Journalist. 10 Jahre nach dem Todestag seiner Mutter soll er einen Artikel über ihren angeblichen Selbstmord schreiben. 20 Jahre zuvor war schon sein älterer Bruder Nick ermordet worden. Gibt es womöglich einen Zusammenhang?
Danach lernen wir die Polizistin Dani Cash kennen. Wird sie Ben bei seiner Suche nach der Wahrheit helfen? Niemand ist der, der er zu sein scheint. Jeder hat etwas zu verbergen.
Erzählt wird die Geschichte größtenteils in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Ben. Das schafft Nähe. Das Buch gliedert sich in zwölf Teile, angeführt von den „zwölf Geheimnissen“ (Titel!).
So gibt es in „Twelve Secrets“ wirklich jede Menge Heimlichkeiten zu entdecken. Geheimnisse, die zeigen wie Lügen, Intrigen und Eifersucht das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen.
Der Plot ist leidlich spannend und nicht wirklich glaubwürdig. Außerdem gibt es einfach zu viele Charaktere. Frauen mit kompliziertem Privatleben. Partner, Kinder, Hintergrundgeschichten. Ben und Dani kommen sympathisch rüber. Beide haben ihr Päckchen zu tragen.
Am Ende sind so viele tot, nur um ein Geheimnis zu bewahren.

Fazit: Lesenswerter Start einer neuen Reihe mit zwei sympathischen Protagonisten.

Veröffentlicht am 26.11.2023

Gruselig

Der letzte Atemzug
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„Der letzte Atemzug“ von Gabriella Ullberg Westin ist bereits der sechste Band einer Krimi-Reihe um die Kommissare Johan Rokka und Janna Weissmann, die in dem kleinen nordschwedischen Küstenstädtchen Hudiksvall ...

„Der letzte Atemzug“ von Gabriella Ullberg Westin ist bereits der sechste Band einer Krimi-Reihe um die Kommissare Johan Rokka und Janna Weissmann, die in dem kleinen nordschwedischen Küstenstädtchen Hudiksvall verortet ist. Worum geht es?
Eine Frau, die brutal zusammengeschlagen wurde, wird in die Notaufnahme des Krankenhauses eingeliefert. Sie weigert sich zu verraten, wer sie ist und was passiert ist. Schnell ist klar, dass sie mit einem tödlichen Virus infiziert ist.
Währenddessen ist Rokka schwer verliebt, in Elina. Sie ist ein Yogagirl. Und die Lesenden merken eigentlich von Anfang an, dass das mit den beiden nicht gut gehen kann.
In einem weiteren Handlungsstrang wird Janna überfallen. Die Attacke misslingt, weil ihre Hündin dazwischen geht. Doch dann wird bei ihr eingebrochen und Jazz vergiftet…
„Der letzte Atemzug“ ist ein Buch, das ein Virus thematisiert, welches Ähnlichkeit mit Variola major, dem Erreger der Pocken hat. Das fand ich erschreckend. Denn das Buch wurde bereits vor Covid-19 geschrieben.
Über das Wiedersehen mit Rokka und Janna habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Diesmal erfahren wir mehr über Jannas Hintergrund. Das hat mir gefallen.
Ich habe alle Bücher der Reihe mit Freude gelesen. Aber wer kann heute noch ein Buch genießen, in dem sich ein Großteil der Geschichte mit der Bedrohung durch eine Pandemie befasst? Ich jedenfalls nicht.

Fazit: Fall Nr. 6 für Johan Rokka. Gut, aber nicht so gut wie die Vorgänger.

Veröffentlicht am 23.11.2023

Wo ist Smilla?

Stille Falle
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Anders de la Motte gehört schon lange zu meinen Lieblingsautoren und auch „Stille Falle“, der Auftakt einer neuen schwedischen Krimi-Reihe, die in Malmö verortet ist, hat mich begeistert.
Im Mittelpunkt ...

Anders de la Motte gehört schon lange zu meinen Lieblingsautoren und auch „Stille Falle“, der Auftakt einer neuen schwedischen Krimi-Reihe, die in Malmö verortet ist, hat mich begeistert.
Im Mittelpunkt steht Kriminalkommissarin Leonore Asker. Sie ermittelt im Fall der verschwundenen Smilla Holst und ihrem Freund Malik Mansur, genannt MM. Doch dann wird sie plötzlich versetzt, in die »Abteilung für hoffnungslose Fälle«, im Keller des Polizeigebäudes.
Kurz darauf wird Leo ein Foto zugeschickt. Jemand platziert kleine ominöse Figuren in einer Modelleisenbahn-Landschaft und eine davon ähnelt der entführten Smilla.
In einem weiteren Handlungsstrang wird die Geschichte eines Wechselbalgs erzählt, ein Ungeheuer, ein Troll. Ein nächtlicher Besucher, der in Häuser eindringt und die Bewohner im Schlaf beobachtet. Ein Killer. Wer steckt dahinter?
„Stille Falle“ ist spannend und unterhaltsam. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Asker, der Troll, Smilla und Hill. Zwischendurch sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut: Rückblicke in Leos Vergangenheit, siebzehn Jahre früher, als sie noch bei ihrem Vater „Prepper-Per“ lebte und ihren Jugendfreund Martin Hill kennenlernt.
Hill schrieb später einen Bestseller über Urban Exploration, der Erforschung von verlassenen Gebäuden, vergessene Orte, sogenannte Lost Places und war auch MMs Uni-Dozent.
Leo und die Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen, das hat mich an Carl Mørck und das Sonderdezernat Q in den Büchern von Jussi Adler-Olsen erinnert. Protagonisten scheinbar von der Resterampe, die nichts zu verlieren haben, weil sie schon alles verloren haben. Allseits unterschätzte Kommissare, die letztlich über sich hinauswachsen.

Fazit: Atmosphärisch, mysteriös, spannend. Mit einer ungewöhnlichen Protagonistin.

Veröffentlicht am 20.11.2023

Tatort Los Angeles

Stunde um Stunde
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Band 1 und 2 der Hades-Trilogie von Candice Fox hatte ich gelesen und mir eigentlich geschworen, nie wieder. Aber ich wollte „Stunde um Stunde“, Start einer neuen Reihe, die diesmal in den USA verortet ...

Band 1 und 2 der Hades-Trilogie von Candice Fox hatte ich gelesen und mir eigentlich geschworen, nie wieder. Aber ich wollte „Stunde um Stunde“, Start einer neuen Reihe, die diesmal in den USA verortet ist, eine zweite Chance gegeben.
Ein spannender Einstieg: Undercover-Detective Charlie Hoskins wird von einer Frau aus dem Wasser gezogen und gerettet. Danach lernen wir Lynette Lamb kennen. Bevor sie ihren Traumjob bei der Polizei antreten kann, wird sie gefeuert.
In einem weiteren Handlungsstrang sind Ryan und Elsie Delaney in das Labor für Forensische Forschung eingedrungen und haben Geiseln genommen. Denn sie sind verzweifelt. Vor zwei Jahren ist ihre kleine Tochter Tilly am Santa Monica Beach verschwunden. Angeblich ist sie ertrunken. Doch ihre Leiche wurde nie gefunden.
Die Eltern stellen der Polizei ein Ultimatum: Findet endlich unsere Tochter, oder wir werden Stunde um Stunde alle Beweise für andere ungeklärte Fälle vernichten.
Charlie sieht die Früchte seiner Arbeit schwinden und Lynette will ihren Job zurück. Beide tun sich zusammen und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Wechselnde Perspektiven, aber ermüdende Dialoge, zu viele Nebenhandlungen. Nichtsdestotrotz am Ende ist der Cold Case gelöst.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob ich mir eine Fortsetzung antun werde.

Fazit: Solider Thriller mit einem originellen Plot.

Veröffentlicht am 17.11.2023

Neues aus München

Kant und das Leben nach dem Tod
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„Kant und das Leben nach dem Tod“ von Marcel Häußler ist der dritte Band einer Krimi-Reihe um den Münchener Hauptkommissar Kant. So gut die Vorgänger auch waren, der neue Krimi ist noch besser, spannender. ...

„Kant und das Leben nach dem Tod“ von Marcel Häußler ist der dritte Band einer Krimi-Reihe um den Münchener Hauptkommissar Kant. So gut die Vorgänger auch waren, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Zitat: „Jemand hat auf der A8 seinen Arm verloren“. Ein abgetrennter Arm, eine Hüfte im Gully… und niemand hat den alten Mann vermisst? Was geht in der Hochhaussiedlung im Münchner Stadtteil Hasenbergl vor?
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Antonia kennen. Nach dem Tod ihrer Mutter ist sie aus Portugal nach München zurückgekehrt. Als ihr Fahrzeug von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wird, findet Toni bei ihrem Opa Unterschlupf.
Erneut hat Marcel Häußler einen spannenden und unterhaltsamen Krimi geschrieben. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Über das Wiedersehen mit Kant und seinem Team habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Auch Kants Tochter Frida ist wieder mit von der Partie.
Richtig schöne solide Ermittlertätigkeit. Das ist genau mein Ding. Ich mag auch die Wortspielchen: „… dass er [Dörfner] den Rademacher machte.“ Oder „Radebrecher und der falsche Philosoph“.
„Kant und das Leben nach dem Tod“ ist ein Buch, das Rentenbetrug thematisiert. Eine spannende Geschichte mit einem überraschenden Ende.
Kant, Rademacher, Petra Lammers, Hanna Weiß und Dörfner, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Fall Nr. 3 für Joachim Kant. Für mich der bisher beste Band der Reihe.