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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2023

Wo ist Anna?

Die toten Engel von Kreta
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Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin war ich gespannt auf „Die toten Engel von Kreta“ von Anja Marschall. Das Buch hat mir richtig gut gefallen, wenn nur die nervige Protagonistin nicht wäre. ...

Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin war ich gespannt auf „Die toten Engel von Kreta“ von Anja Marschall. Das Buch hat mir richtig gut gefallen, wenn nur die nervige Protagonistin nicht wäre. Worum geht es?
Thea Winter reist nach Kreta, wo ihre Tochter einen tödlichen Unfall hatte. Doch die Tote, die sie identifizieren soll, ist nicht Anna. Zusammen mit dem geheimnisvollen Alexis Dimitriou stellt Thea Nachforschungen an. Denn Heiko Gravert von der deutschen Botschaft in Athen ist ihr suspekt...
Anja Marschall hat einen wirklich rasanten Krimi geschrieben. Da könnte sich mancher Thrillerautor eine Scheibe abschneiden. So gibt es wilde Verfolgungsjagden durch die kretischen Berge. „Die toten Engel von Kreta“ ist ein Buch, das Blutrache thematisiert.
Sehr atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit. Kulinarik wird großgeschrieben und viel Raki getrunken. Alle beschriebenen Orte existieren zwar auch auf der realen Insel, aber dies ist ihre fiktive, dunkle Variante. Für meinen Geschmack wird auf Kreta eindeutig zu viel geschossen.
Thea fand ich anstrengend und nervig. Alexis kommt sympathisch rüber, auch, wenn er eigene Ziele verfolgt. Last but least, der Titel passt für mich überhaupt nicht.
Vor Jahren hatte ich einen London-Krimi der Autorin (London Calling) mit großer Freude gelesen. Ihre historischen Krimis kenne ich nicht.

Fazit: Spannender und unterhaltsamer Krimi mit viel Kreta-Flair.

Veröffentlicht am 23.05.2023

Die Toten auf Instagram

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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„Der Follower“ von Chris Meyer ist der dritte Fall für den »Seelenleser« Tom Bachmann vom LKA Bonn. Der Autor geht gleich in medias res: Melinda werden bei lebendigem Leib die Beine abgesägt.
Danach gibt ...

„Der Follower“ von Chris Meyer ist der dritte Fall für den »Seelenleser« Tom Bachmann vom LKA Bonn. Der Autor geht gleich in medias res: Melinda werden bei lebendigem Leib die Beine abgesägt.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Tom, der einen Anruf von Lisa erhält. Ihre beste Freundin Melinda ist verschwunden. Lisa gehörte auch zu den Schülerinnen seines Vaters, wie Toms ehemals bester Freund Aaron.
Während Lisa sich als Profikillerin um die Berliner Clans kümmert, beschäftigt sich Aaron mit einem Organhändlerring. Passend dazu sind ab und zu Rückblicke in das Jahr 1988 eingestreut.
Melinda ist ziemlich erfolgreich als Influencerin unterwegs. Tausendfach gelikt für ihre schönen Beine. Angeblich wollte sie nach Dubai auswandern. Jedenfalls hat sie zum Abschied ein entsprechendes Foto hochgeladen.
Als Tom erkennt, dass die Frau auf den Bildern tot ist, wird ihm klar: Wer seine Opfer auf diese Art und Weise ausstellt, mordet nicht zum ersten Mal…
Chris Meyer hat seinen neuen Thriller gewohnt grausig inszeniert wie schon in „Der Blutkünstler“ und „Der Zoomkiller“ zuvor. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Nekrophilie und Kannibalismus. Ziemlich kranker Schei**. Das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Blutig, brutal und abgründig. Definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen.

Veröffentlicht am 21.05.2023

Von der Vergangenheit eingeholt

City of Dreams
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„City on Fire“ von Don Winslow hatte mich überzeugt und auch die Fortsetzung, „City of Dreams“, hat mich nicht enttäuscht. Es handelt sich um den Mittelband einer Trilogie über die Mafia und das organisierte ...

„City on Fire“ von Don Winslow hatte mich überzeugt und auch die Fortsetzung, „City of Dreams“, hat mich nicht enttäuscht. Es handelt sich um den Mittelband einer Trilogie über die Mafia und das organisierte Verbrechen.
Als Verlierer eines blutigen Bandenkrieges an der Ostküste ist Danny Ryan nun auf der Flucht. Wir begleiten ihn und seine Leute auf einem Roadtrip quer durch die USA, bis nach Kalifornien.
Als Hollywood beginnt, einen Film über sein früheres Leben zu drehen, investiert Danny Geld in dieses Projekt - und verliebt sich in Diane, die Frau, die die Rolle der Pam spielt. Jene Frau, die die mörderischen Entwicklungen in „City on Fire“ auslöste. Und so wiederholt sich die Geschichte...
Danny wird nicht nur vom FBI gejagt, sondern auch von einem mexikanischen Kartell, das von einem Psychopathen namens Popeye geführt wird.
„City of Dreams“ ist hart und düster. Es gibt viele Bezüge zum Vorgänger, so dass auch Neueinsteiger das Buch genießen können. Mir hat gegenüber Band 1 die Spannung gefehlt. Zu viel Familiengedöns. Nichtsdestotrotz bin ich schon gespannt, wie Dannys Reise mit „City in Ruins“ enden wird.

Fazit: Gern gelesen, auch wenn Band 2 nicht ganz an das Niveau des Vorgängers heranreicht.

Veröffentlicht am 21.05.2023

Neues aus Venedig

Falsche Freunde
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„Falsche Freunde“, der dritte Band der Krimireihe von Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo, habe ich mit Freude gelesen. Commissario Antonio Morello steht auf der Todesliste der Mafia und wurde deshalb ...

„Falsche Freunde“, der dritte Band der Krimireihe von Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo, habe ich mit Freude gelesen. Commissario Antonio Morello steht auf der Todesliste der Mafia und wurde deshalb von Sizilien nach Venedig versetzt.
Eine Handvoll einflussreicher Italiener, Nachfahren der venezianischen Dogen, möchte Venedig in ein Disneyland für Superreiche verwandeln. Wie Airbnb, nur quasi in der Luxusvariante, mit U-Bahn durch die Lagune und allem Pipapo.
Als Buchhalter Paolo Salini ermordet wird und ein Pilotenkoffer mit Bestechungsgeld verschwindet, übernimmt Morello, der freie Hund mit der Coppola, den Fall. Wenn er ihn löst, winkt ihm die Rückkehr nach Sizilien. Doch sein Einsatz bringt das geplante Projekt in Gefahr. Deshalb beschließen die reichen Männer: Morello muss weg...
„Falsche Freunde“ ist spannend und unterhaltsam. Hochpolitisch und gesellschaftskritisch. Es geht um Korruption, überteuerte Mieten und um Predictive Policing, Software, die Verbrechen voraussagen soll. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Über das Wiedersehen mit Morello habe ich mich sehr gefreut. Seine Kollegin Anna Klotze ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Welches Geheimnis schleppt diese Frau mit sich herum?
Gelegentlich gibt es Bezüge zu den Vorgängern. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Am Anfang findet man eine tolle Karte von Venedig mit den Schauplätzen der Handlung und im Anhang noch zwei sizilianische Rezepte.

Fazit: Gut gelungener Venedig-Krimi mit ungewöhnlichen Ermittlern und viel Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 15.05.2023

Alles oder nichts?

Plagiat
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Um es vorwegzunehmen, Jochen Frech kannte ich bisher nicht. Aber „Plagiat“ hat mich überzeugt.
Mehrere spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Carla. Sie versucht, ...

Um es vorwegzunehmen, Jochen Frech kannte ich bisher nicht. Aber „Plagiat“ hat mich überzeugt.
Mehrere spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Carla. Sie versucht, den Tod ihres Bruders Darian aufzuklären. Er war Ahnenforscher und wurde in der Nähe von Warschau tot aufgefunden. Carla glaubt nicht an Selbstmord und forscht nach.
Was hatte Darian mit der Dissertation der deutschen Kanzlerkandidatin zu tun? Handelt es sich womöglich um eine Fälschung? Die Spur führt in die Vergangenheit…
Ein spektakulärer Auftakt, dann rasch wechselnde, teilweise exotische Schauplätze, sorgen für Tempo.
Jochen Frech hat einen anspruchsvollen und wirklich packenden Thriller geschrieben. Es geht um eine internationale Verschwörung, deren Drahtzieher weder vor Datenklau und Spionage noch vor Mord und Totschlag zurückschrecken. Es geht um Geld, wirtschaftliche Interessen und Macht.
„Plagiat“ ist inspiriert von wahren Ereignissen und fesselt, ist beklemmend, raubt stellenweise den Atem.
Carla ist tough. Ein bisschen wie Superwoman, wenn sie durchs Mittelmeer schwimmt oder mal eben zweitausend Kilometer nach Hause radelt.
Gestolpert bin ich mehrfach über den Satz: „Kein Wort zu niemand.“ Doppelte Verneinung? An einer Stelle wird es richtig gesagt: „Kein Wort zu (irgend)jemand(em)!“

Fazit: Thriller made in Germany. Spannend und unterhaltsam.