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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2022

Wo ist Nele?

Wehrlos
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„Eskalation“ von Nora Benrath hatte mich begeistert und auch „Wehrlos“ überzeugt.
Man kennt es nur zu gut. Die Kinder spielen, die Mütter daddeln auf ihrem Smartphone und schon ist es passiert: die vierjährige ...

„Eskalation“ von Nora Benrath hatte mich begeistert und auch „Wehrlos“ überzeugt.
Man kennt es nur zu gut. Die Kinder spielen, die Mütter daddeln auf ihrem Smartphone und schon ist es passiert: die vierjährige Nele wird entführt. Besonders perfide, dass ein anderes Mädchen hierbei die Hauptrolle spielt.
Die Tat ist keine Zufallstat und Nele nicht das einzige verschwundene Kind. Als Polizist Ben auf Hinweise im Darknet stößt, versucht Mieke bereits auf eigene Faust, ihre Tochter zu retten...
Mieke ist Influencerin und auf Instagram aktiv. Mieke lebt im Netz und für das Netz. Begeistert teilt sie Einblicke in ihr Leben und setzt Nele perfekt in Szene. Eine nicht kalkulierbare Gefahr. Denn dadurch hat sie die Täter auf ihre Tochter aufmerksam gemacht.
„Wehrlos“ ist spannend, aber auch beklemmend. Immer mal wieder sind Abschnitte in der Ich-Perspektive eingestreut - und aus Sicht der kleinen Nele. Gruselig.
Die Kritik an der alles bestimmenden Social-Media-Gesellschaft ist nicht zu überlesen. Ein Spiel mit den Ängsten, der Neugierde und der Sensationslust der Menschen.
Anmerkung: Mit den Kapitelüberschriften stimmt irgendetwas nicht. Manchmal gehen sie über 2 oder 3 Seiten. Das störte meinen Lesefluss.

Fazit: Tiefer Einblick in menschliche Abgründe. Gut, aber nicht ganz so gut wie Eskalation.

Veröffentlicht am 17.12.2022

Düstere Geheimnisse

Verschwiegen
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„Verschwiegen“ von Eva Björg Ægisdóttir ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe aus Island - und hat überzeugt.
Wir lernen die Polizistin Elma kennen. Nach dem Ende ihrer Beziehung zu Davíð in Reykjavík ...


„Verschwiegen“ von Eva Björg Ægisdóttir ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe aus Island - und hat überzeugt.
Wir lernen die Polizistin Elma kennen. Nach dem Ende ihrer Beziehung zu Davíð in Reykjavík ist sie in ihre Heimatstadt Akranes zurückgekehrt.
Als in der Nähe des Leuchtturms die Leiche einer unbekannten Toten gefunden wird, stellt sich heraus, dass sie keine Fremde in dem kleinen Ort war. Wer hat Elísabet ermordet und warum?
Island-Krimis sind für mich immer etwas Besonderes, denn da gibt es nicht so viele. „Verschwiegen“ ist ein typischer skandinavischer Krimi, bei dem es auch, aber eben nicht nur, um den Krimiplot geht.
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Ab und zu sind Rückblicke in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Autorin setzt in ihrer Geschichte eher auf die leisen Töne. Akribische Polizeiarbeit, das ist genau mein Ding. Auch die Mischung aus Kriminalfall und Privatleben.
Es geht um den Verdacht von sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Manchmal schwer zu ertragen. Täter werden zu Opfern, Opfer zu Tätern. Das Ende überrascht und schockiert.
Elma, ihr Chef Hörður und ihr Kollege Saevar, eine sympathische Truppe, der ich gerne wieder über die Schulter schauen möchte.

Fazit: Auftakt einer neuen Krimi-Reihe aus Island. Atmosphärisch, düster.

Veröffentlicht am 06.12.2022

Terminator 2.0

Dämmerung für Beck
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„Dämmerung für Beck“ ist der dritte Fall für den unkaputtbaren Hamburger LKA-Ermittler Nick Beck. Worum geht es?
Zwei Amokläufer auf Speed richten in der Hamburger Innenstadt fast gleichzeitig ein Massaker ...

„Dämmerung für Beck“ ist der dritte Fall für den unkaputtbaren Hamburger LKA-Ermittler Nick Beck. Worum geht es?
Zwei Amokläufer auf Speed richten in der Hamburger Innenstadt fast gleichzeitig ein Massaker an. Einer wird von Scharfschützen erschossen, den anderen kann Nick schließlich stoppen.
Tom Voss ist ein Pseudonym von Sven Koch. Dem starken Knall zu Beginn folgt längere Zeit über nichts Vergleichbares. Doch dann wandelt sich der Krimi zu einem rasanten Thriller.
Immer wieder gibt es Bezüge zu den Vorgängern, besonders zu Band 1, als Nick, der sich im Gestern suhlt, zu viel trinkt und dann auch noch Auto fährt, schließlich eine Leiche verschwinden lässt.
Zweimal sind Rückblenden eingestreut mit dem Titel „Drei Monate zuvor“, verortetet in Afghanistan. Es geht um hochgefährliche Drogen, die Konsumenten zu Superman machen.
Nick ist ein harter Hund, hat aber auch eine dunkle Seite. Und so wundert es einen nicht, dass Nick am Ende selbst die Droge zu sich nimmt. Nach dem Motto „Manchmal muss man etwas Schlimmes tun, um Gutes zu bewirken.
Und wieder hat das Lektorat geschlampt. Kapitel 32: Nick benutzt das gleiche Fernglas wie sein BKA-Kollege Nordberg. Er hält also NICHT dasselbe in den Händen.

Fazit: Fesselnder Krimi mit krachendem Ende.

Veröffentlicht am 02.12.2022

Wenn Bewunderung in Hass und Rache umschlägt.

Dunkles Abbild
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Seine Krimi-Reihe um den Psychologen Arne Eriksen habe ich geliebt, Raubtierstadt hatte ich mit großer Freude gelesen, und auch „Dunkles Abbild“ überzeugt. Bernhard Stäbers neuer Psychothriller handelt ...


Seine Krimi-Reihe um den Psychologen Arne Eriksen habe ich geliebt, Raubtierstadt hatte ich mit großer Freude gelesen, und auch „Dunkles Abbild“ überzeugt. Bernhard Stäbers neuer Psychothriller handelt von einer Obsession, die in tödliches Stalking ausartet.
Wir lernen die Fotografin und alleinerziehende Mutter Silje kennen. Ein Graffiti führt sie zur Buchhandlung von Sondres Vater. Silje wird heimlich gestalkt von Katrine. Alle drei kennen sich von früher. Aber nur Katrine erinnert sich an beide. Sondre erkennt nur Silje. Silje wiederum scheint keine Erinnerungen an die anderen zu haben.
Katrine bewundert Silje, stiehlt sich in ihr Leben. Nicht nur, dass sie sich äußerlich in ein Abbild von Silje verwandelt, sie dringt auch in Siljes Wohnung ein - und verstört dabei Siljes 7-jährigen Sohn Simon. Eine Katastrophe kündigt sich an...
„Dunkles Abbild“ ist ein Slow Burner, der einen längeren Anlauf benötigt, um Spannung aufzubauen. Aber dann wandelt sich das Buch zu einem perfekten Psychothriller. Die Handlung wird ausschließlich in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Silje und der von Katrine erzählt.
Last but not least gibt es ein Wiedersehen mit Sara aus Raubtierstadt. Das hat mich gefreut.

Fazit: Packender Psychothriller aus Norwegen. Große Gefühle!

Veröffentlicht am 27.11.2022

Wo ist Lilli?

Der Strand: Vermisst
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Ihre Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Stadler & Montario habe ich geliebt. Nun lässt Karen Sander Engelhardt & Krieger an der Ostsee ermitteln, im fiktiven Sellnitz auf dem Darß. Worum geht es?
Erst ...


Ihre Thriller-Reihe um das Ermittlerduo Stadler & Montario habe ich geliebt. Nun lässt Karen Sander Engelhardt & Krieger an der Ostsee ermitteln, im fiktiven Sellnitz auf dem Darß. Worum geht es?
Erst wird die Mutter ermordet, 19 Jahre später verschwindet die Tochter. Lilli ist gehörlos und bei den Großeltern aufgewachsen. Welche Rolle spielen ihre Freundin Fabienne und ihr bester Freund Ben sowie Sören, mit dem sie seit ungefähr einem Jahr zusammen ist? Die einzige Spur ist eine Handy-Nachricht, ein Foto von einer scheinbar wahllosen Zeichenfolge. Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger ermitteln...
„Der Strand - Vermisst“ ist der Auftakt einer Trilogie mit viel Lokalkolorit, ein typischer Küstenkrimi. Ein Thriller ist es für mich nicht. Toms Privatleben nimmt viel Raum ein. Er ist alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter - und schluckt zu viele Tabletten. Am Anfang muss er Romy immer irgendwo abholen oder hinbringen. Das hat mich genervt. Mascha kommt auch nicht wirklich sympathisch rüber. Sie hütet ein dunkles Geheimnis.
Ab und zu sind Kapitel eingestreut, überschrieben mit „Unbekannter Ort“. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Was die Zeichenfolge betrifft, es wird nicht bei einer bleiben, wer eine Computertastatur zuhause hat, kann diese schnell entschlüsseln. Und dann ist das Buch einfach zu Ende, Lillis Geschichte aber nicht. Das hat mich gestört. Ob ich mir die Fortsetzung antun werde, weiß ich noch nicht.

Fazit: Erster Band einer Trilogie. Von diesem Buch habe ich mir mehr versprochen.