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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2022

Neues aus Pori

Was wir verbergen
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„Was wir verbergen“ ist nach „Was wir verschweigen“ der zweite Band einer finnischen Krimi-Reihe von Arttu Tuominen - und hat erneut überzeugt. Worum geht es?
Auf einen Nachtclub, der bei Schwulen und ...


„Was wir verbergen“ ist nach „Was wir verschweigen“ der zweite Band einer finnischen Krimi-Reihe von Arttu Tuominen - und hat erneut überzeugt. Worum geht es?
Auf einen Nachtclub, der bei Schwulen und Lesben beliebt ist, wird ein Anschlag verübt. Ein Fanatiker, der sich in einem Bekennervideo "Der Gesandte“ nennt, hat Handgranaten in den Nachtclub geworfen. Fünf Menschen werden getötet und viele schwer verletzt. Kommissar Henrik Oksman ermittelt. Doch er hat etwas zu verbergen. Denn er war kurz vor dem Anschlag selbst im Club.
„Was wir verbergen“ ist nicht nur Krimi, sondern spannendes Drama. Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil, in dem es um viel Gesellschaftskritik geht. Rechtsradikale Gruppierungen, Hass gegen Homosexuelle, die Flüchtlingswelle. Die Spannung wird langsam aufgebaut bis zum fulminanten Ende.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Jari Paloviita aus Band 1 ist wieder mit von der Partie. Aber diesmal steht Henrik Oksman im Mittelpunkt. Ein Mann, der gerne Frauenkleider trägt. Seine Gedanken und Gefühle. Der zweite Band ist in sich abgeschlossen. Gerne werde ich die Fortsetzung lesen.

Fazit: Aktuell und brisant. Aber nicht ganz so gut wie der Vorgänger.

Veröffentlicht am 08.11.2022

Zwischen England und Wales

Die letzte Party
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„Die letzte Party“ von Clare Mackintosh ist mein erstes Buch der Autorin - und hat mich begeistert. Worum geht es?
An Silvester gibt Rhys Lloyd die Party aller Partys: Seine Ferienhäuser an einem See ...


„Die letzte Party“ von Clare Mackintosh ist mein erstes Buch der Autorin - und hat mich begeistert. Worum geht es?
An Silvester gibt Rhys Lloyd die Party aller Partys: Seine Ferienhäuser an einem See in Wales sind ein voller Erfolg, und er hat die Dorfbewohner eingeladen, mit ihren neuen Nachbarn Champagner zu trinken. Doch am nächsten Morgen treibt Lloyds Leiche im See.
Detective Constable Ffion Morgan von der North Wales Police und ihr englischer Kollege Detective Constable Leo Brady von der Cheshire Constabulary ermitteln...
„Die letzte Party“ hat ein bisschen was von einem Locked Room Mystery. Eine geschlossene Gesellschaft. Jede Menge Verdächtige und alle hatten ein Motiv. Wechselnde Perspektiven: FFION, LEO, RHYS etc., sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Denn beide Ermittler haben gelogen, was ihre Identität betrifft. Ffion Morgan ist tough. Leo Brady ein Softie.
Die Geschichte punktet mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns, mit denen die Autorin die Handlung voran und die Spannung in die Höhe treibt. Ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Wer glaubt, die Auflösung vorzeitig zu erraten, der liegt bis zum Ende falsch. Nichts ist, wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Fast jeder hat ein Geheimnis.

Fazit: Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe. Überraschend!

Veröffentlicht am 04.11.2022

Rache und Gerechtigkeit

Amissa. Die Überlebenden
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„Amissa. Die Überlebenden“ von Frank Kodiak aka Andreas Winkelmann ist der dritte und abschließende Teil einer Thriller-Reihe um Jan und Rica Kantzius, der mich nicht zu fesseln vermochte. Worum geht es?
»Amissa« ...

„Amissa. Die Überlebenden“ von Frank Kodiak aka Andreas Winkelmann ist der dritte und abschließende Teil einer Thriller-Reihe um Jan und Rica Kantzius, der mich nicht zu fesseln vermochte. Worum geht es?
»Amissa« ist eine nach vermissten Personen suchende Organisation. Aber Amissa ist auch ein Netzwerk, in dem Frauen missbraucht werden. Die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius sowie die Kommissare Maja Krebsfänger und Olav Thorn wollen den Menschenhändlern von „Missing Order“ ein für alle Mal das Handwerk legen...
„Amissa“ ist ein typischer Winkelmann. Mehrere Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Rückblenden in die Vergangenheit mit dem Titel DAMALS erzählen von perfiden Machenschaften in einem rumänischen Kinderheim.
Immer wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Aber gerade diese ständigen Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Und Schockieren allein reicht nicht, um Spannung zu erzeugen.
„Amissa“ ist ein Thriller, der einige Überraschungen bereithält, bringt aber nichts wirklich Neues. Am besten gefallen haben mir die Szenen, die auf Jamaika spielen: Ricas Cousine Tiana und ihr Voodoo.
Last but not least ich schreibe sonst nie etwas zum Cover. Aber das Cover von „Amissa. Die Überlebenden“ ist m. E. misslungen, denn es passt so gar nicht zu den beiden Vorgängern.

Fazit: Dritter und finaler Band der Amissa-Trilogie. Solider, aber kein herausragender Thriller.

Veröffentlicht am 01.11.2022

Kein Wort zu jemand

Jemand
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Auf dem Cover des Thrillers JEMAND von Elias Haller findet man keine Fliegen, wie bei der Reihe um Kult-Kommissar Erik Donner, sondern einen Marienkäfer. Warum? Das wird aus dramaturgischen Gründen natürlich ...


Auf dem Cover des Thrillers JEMAND von Elias Haller findet man keine Fliegen, wie bei der Reihe um Kult-Kommissar Erik Donner, sondern einen Marienkäfer. Warum? Das wird aus dramaturgischen Gründen natürlich nicht verraten.
JEMAND ist ein Stand-alone, der nicht zu einer Reihe gehört. Worum geht es? Ein Serienkiller geht um in Flensburg, Stuttgart, davor in Hannover und Berlin. Dann in Pirna. Kriminalhauptkommissar Simon van den Heuvel vom BKA ermittelt...
Elias Haller hat seinen neuen Thriller packend in Szene gesetzt. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht, erzählt: Der Jäger, der Fotograf, der Kurier, der Bulle, das Luder. Menschen, deren Wege sich auf grausame Weise kreuzen.
Anders als sonst, ist der Killer kein Psychopath. Seine Frau heißt Sonja, die gemeinsame Tochter Vanessa. Doch nichts ist wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint.
Der Leser hat Verständnis für den Fotografen, der moralisch mehr als fragwürdige Dinge tut. Und so fiebert man mit ihm mit, ob es ihm gelingt, seine Mission zu erfüllen.
Begeistert haben mich die geschickt in die Story verwobenen Rückblenden in die Vergangenheit sowie die glaubhafte und durchdachte Zeichnung der komplexen Charaktere.

Fazit: Spannend und außergewöhnlich!

Veröffentlicht am 26.10.2022

Enttäuschend unspektakulär

EAST. Welt ohne Seele
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Die „Oxen“-Reihe von Jens Henrik Jensen um den ehemaligen dänischen Elitesoldaten Niels Oxen hatte mich begeistert.
„EAST. Welt ohne Seele“ ist der erste Band einer Trilogie um den CIA-Agenten Jan Jordi ...


Die „Oxen“-Reihe von Jens Henrik Jensen um den ehemaligen dänischen Elitesoldaten Niels Oxen hatte mich begeistert.
„EAST. Welt ohne Seele“ ist der erste Band einer Trilogie um den CIA-Agenten Jan Jordi Kazanski und erschien in den Jahren 1997-2002, allerdings nicht auf Deutsch. Es handelt sich um einen klassischen Spionageroman, der hauptsächlich in Krakau verortet ist, aber auch in Moskau, in der Ukraine, Barcelona und Langley, USA, spielt. Worum geht es?
Seit Frau und Tochter eines gewaltsamen Todes gestorben sind, hört CIA-Agent Jan Jordi Kazanski nicht mehr auf zu trinken. Gegen seinen Willen ist er kaltgestellt, wird aber überraschend in den Dienst zurückberufen und nach Krakau entsandt. Seine Mission ist kryptisch: Er soll jemanden ausfindig machen, der unter dem Decknamen »Die Witwe« agiert.
Zwei Handlungsstränge gilt es zu verfolgen: zum einen Kazanskis Ermittlungen in Krakau, zum anderen geht es um einen entführten Professor, einen Atomphysiker. Kazanski ist halb Pole, halb Spanier. Ein Agent alter Schule, voller Klischees. Mörder, Maulwürfe und Verräter gibt es natürlich auch.
Ob als kampfstarke Helferin, verführerische Gegenspielerin oder als hilflose Opfer: zwei Frauen gehören auch hier zu Kazanski wie die „Bond-Girls“ zu Agent 007. Es wird viel geraucht, viel getrunken und um Sex geht es auch.
Es handelt sich um einen Spionageroman, der ein bisschen antiquiert wirkt, weil er im Gegensatz zu den heute angesagten Agenten- und Geheimdienst-Thrillern nicht auf vordergründige Spannung und Action setzt. Ich bin nicht sicher, ob ich mir Band 2 und 3 antun werde.

Fazit: Gut erzählt, aber nicht sonderlich spannend.