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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2022

Hart und brutal

Schmerz und kein Trost
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Um es vorwegzusagen, „Schmerz und kein Trost“ von Elias Haller kommt ziemlich blutig daher, ist also definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen. Worum geht es?
Der Prolog ...


Um es vorwegzusagen, „Schmerz und kein Trost“ von Elias Haller kommt ziemlich blutig daher, ist also definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen. Worum geht es?
Der Prolog führt uns zurück in die Vergangenheit. Kurz nachdem Kommissar Erik Donner Frau und Tochter verlor.
Neun Jahre später befindet sich Donner in psychotherapeutischer Behandlung bei Jana Beyer. Sie verhält sich merkwürdig. Wie sich herausstellt, wurde ihr Sohn Tim von einem Unbekannten entführt. Und dann verschwindet auch noch Donners Schwester Marit. Donner, ein Kenner menschlicher Abgründe, entdeckt einen Zusammenhang.
„Schmerz und kein Trost“ ist bereits der achte Fall für den sächsischen Kult-Kommissar Erik „Monster“ Donner. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den vorherigen Bänden aus der Reihe gelesen werden.
„Schmerz und kein Trost“ ist ein Thriller über unvorstellbare Grausamkeiten. Eine kranke Welt, in der ein Menschenleben nichts zählt. Ein Thriller, in dem mit jeder neuen Seite, die man aufschlägt, der Nervenkitzel steigt.
Ja, Erik Donner ist skurril, aber ich mag ihn. Der Kryptologe Arne Stiller aus Dresden, Kommissar einer anderen Reihe des Autors, hat hier einen Cameo-Auftritt. Auch „Mister Fiesling“ ist mit von der Partie.
Immer wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen. Und ein Ende, das geradezu nach einem neunten Einsatz schreit. Ich bin bereit!

Fazit: Fall Nr. 8 für Erik Donner. Extrem spannend!

Veröffentlicht am 08.08.2022

Ein perfekter Thriller

Acht perfekte Morde
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Der Klappentext hatte meine Neugier geweckt, weil „Acht perfekte Morde“ von Peter Swanson auf einen fesselnden, psychologisch raffinierteren Thriller hoffen ließ - und ich wurde nicht enttäuscht. Worum ...


Der Klappentext hatte meine Neugier geweckt, weil „Acht perfekte Morde“ von Peter Swanson auf einen fesselnden, psychologisch raffinierteren Thriller hoffen ließ - und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Buchhändler Malcolm Kershaw wird in ungelöste Todesfälle verwickelt, die Morde aus klassischer Kriminalliteratur als Vorbild haben.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Mal. Bei einem Ich-Erzähler bin ich immer etwas skeptisch. Denn man weiß nie, ob er die Wahrheit sagt. Besonders, wenn er, wie Mal, Dinge verschweigt.
„Acht perfekte Morde“ ist nicht einfach nur Krimi, sondern nostalgische Reise durch perfekte Morde der Kriminalliteratur, unter anderem von Agatha Christie und Patricia Highsmith.
Der kontinuierliche Spannungsaufbau ergibt sich aus dem in kleinen Happen servierten Rückblick in die Vergangenheit. Das ist wirklich gut gemacht.
Mit „Acht perfekte Morde“ präsentiert sich der Autor als Meister der Irrungen und Wendungen. Und glaubt man, es sei keine Steigerung mehr möglich, dann setzt er noch einen drauf. Und noch einen. Und noch einen...
Eine Auflösung, die alles in den Schatten stellt.

Fazit: Fesselnder Thriller voller überraschender Wendungen. Ein echter Swanson!

Veröffentlicht am 05.08.2022

Spannend und aktuell

Die Filiale
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Veit Etzold ist - neben der Clara Vidalis-Reihe - auch immer wieder gut für aktuelle, bestens recherchierte Wirtschafts- und Polit-Thriller. Worum geht es in „Die Filiale“?
Laura Jacobs ist Wertpapierberaterin ...


Veit Etzold ist - neben der Clara Vidalis-Reihe - auch immer wieder gut für aktuelle, bestens recherchierte Wirtschafts- und Polit-Thriller. Worum geht es in „Die Filiale“?
Laura Jacobs ist Wertpapierberaterin bei der BWG Bank in Berlin. Eines Tages wird ihre Filiale überfallen und sie kann durch ihr besonnenes Verhalten ein Blutbad verhindern. Dafür soll sie befördert werden. Gleichzeitig wurden ihr und anderen Mitarbeitern der Mietvertrag für das bankeigene Haus gekündigt. Die Bank braucht Geld und will die Grundstücke an einen Investor verkaufen.
„Die Filiale“ ist ein Buch, das Grundstücksspekulation und „Entmietung“ thematisiert, mit dramatischen und brutalen Folgen. Der neue Thriller von Veit Etzold unterhält nicht nur, sondern informiert auch über Traden mit Handy-Apps, Kryptowährungen, Dark Pools und und und.
Laura kommt sympathisch rüber. Sie ist eine toughe Frau. Und so fiebert man mit ihr mit, ob sie es schafft, dem Immobilienhai Paroli zu bieten und ihr Haus zu behalten.
Ein skrupelloser Geschäftsmann, zwei Profikiller, ein Mann, der für »Stille« sorgt. Ein Heer von Protagonisten. Zum Glück gibt es hinten im Buch ein „Who is Who“, damit der Leser den Überblick nicht verliert.
„Die Filiale“ ist nicht nur Fiktion. Veit Etzold hat die Fakten bestens recherchiert und erklärt. Das ist wirklich gut gemacht. Spannend sowieso. Und brandaktuell. Ein Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit.

Fazit: Knallharter Thriller mit einer neuen starken Heldin. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 27.07.2022

Spannend und lesenswert

Das Profil
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Die Leseprobe zu „Das Profil“ von Hubertus Borck hatte mich (noch) nicht überzeugt, aber am Ende hat die Geschichte mich dann doch positiv überrascht. Worum geht es?
Einäugig, nackt und verscharrt, so ...

Die Leseprobe zu „Das Profil“ von Hubertus Borck hatte mich (noch) nicht überzeugt, aber am Ende hat die Geschichte mich dann doch positiv überrascht. Worum geht es?
Einäugig, nackt und verscharrt, so wird der erste Tote aufgefunden. Kurz darauf wird eine weibliche Leiche entdeckt. Zwei Morde, ein Mörder? Franka Erdmann und ihr Assistent Alpay Eloglu ermitteln. Unterstützt werden sie von der Abteilung Operative Fallanalyse.
Marie Möbius war Influencerin, seit drei Jahren unter dem Accountnamen altbauhamburg auf der Social-Media-Plattform Instagram aktiv und teilte begeistert Einblicke in ihr Leben.
Die Ermittlungen drehen sich im Kreis. Erst als das andere Opfer identifiziert wird, fallen die Puzzleteilchen an ihren Platz. Es handelt sich um Nils Funke. Er war für einen Schlüsseldienst tätig.
„Das Profil“ ist spannend und unterhaltsam. Immer mal wieder sind Abschnitte aus Tätersicht eingestreut. Eine ziemlich gestörte Person.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Franka kommt sympathisch rüber. Auch, wenn sie zu viel raucht und Energydrinks trinkt. Alpay, der Quotentürke? Zwei, die sich erst einmal zusammenraufen müssen.
Die Kritik an der alles bestimmenden Social-Media-Gesellschaft ist nicht zu überlesen. Guter Einblick in menschliche Abgründe, zusammen mit hoch dosierter Gewalt.

Fazit: Vielversprechender Auftakt einer neuen Thriller-Reihe. Blutig und brutal.

Veröffentlicht am 25.07.2022

Der perfekte Mord?

Richter morden besser
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„Richter morden besser“ von Thorsten Schleif, habe ich mit Freude gelesen. Ein Richter, der womöglich selber ein Verbrechen, vielleicht sogar einen Mord begeht, das klingt spannend. Insiderkenntnisse ...


„Richter morden besser“ von Thorsten Schleif, habe ich mit Freude gelesen. Ein Richter, der womöglich selber ein Verbrechen, vielleicht sogar einen Mord begeht, das klingt spannend. Insiderkenntnisse interessieren mich immer. Und eine Prise Humor sowieso.
Zitat: „Ich hasse Beerdigungen. Fast ebenso sehr wie Hochzeiten. Wenigstens gibt es bei Begräbnissen keine albernen Spiele.“
Richter Siggi Buckmann ist desillusioniert. Der Kampf gegen die Bürokratie, Urteile, die im Berufungsverfahren wieder aufgehoben werden. Erst der Tod des Obdachlosen Fredi rüttelt Siggi wach. Wird es ihm gelingen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen?
„Richter morden besser“, das Krimi-Debüt von Thorsten Schleif, der selbst Richter ist, lässt den Leser eher Schmunzeln, als an hinterhältige Morde denken. Eine Geschichte, die sich flott und flüssig lesen lässt. Ernst zu nehmen ist hier nichts.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Siggi und seine Freunde kommen sympathisch rüber. Der Antagonist, Ercan Ayaz, ist ein Drecksack, ein Sadist. Aber hat er deshalb den Tod verdient?
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Und ein Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Ich bin bereit!

Fazit: Netter Krimi für zwischendurch mit einem außergewöhnlichen Protagonisten.