Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2022

Düsseldorfer Sumpf

Aufgeputscht
0


„Aufgeputscht“ von Horst Eckert erschien erstmals 1997 bei Grafit. Am 1. April dieses Jahres wurde das E-Book bei dotbooks neu aufgelegt.
Es geht um Drogen, Korruption und Mord. Im Mittelpunkt stehen ...


„Aufgeputscht“ von Horst Eckert erschien erstmals 1997 bei Grafit. Am 1. April dieses Jahres wurde das E-Book bei dotbooks neu aufgelegt.
Es geht um Drogen, Korruption und Mord. Im Mittelpunkt stehen drei Polizisten: Nowak, der in Suff und Drogenrausch einen Mann erschossen hat, Engel, der gegen Geld Infos an die Presse gibt und Thann, der von Kripochef Sonntag den Auftrag bekommen hat, die anderen beiden unter die Lupe zu nehmen.
Eines Tages finden zwei Brüder beim Spielen einen Toten. Er wurde erschossen, regelrecht hingerichtet. Es handelt sich um Wittezeck, einen Veranstalter von Techno-Partys mit einem Haufen Schulden - und ein Drogendealer. Kriminaloberkommissar Benedikt Engel ermittelt. Aber auch Rolf Nowak, Leiter der neuen Dienststelle für organisierte Drogenkriminalität, stellt eigene Ermittlungen an…
„Aufgeputscht“ ist nichts, was man mal so eben nebenbei lesen kann. Die Sprache ist hart und heftig. Als zwei Drogenbarone höchst unappetitlich zugerichtet werden, wird es blutig und brutal. Splatteralarm! Nichtsdestotrotz die Qualität ist herausfordernd und anspruchsvoll. Immer mal wieder sind Zeitungsartikel eingestreut, die das Geschehen zusammenfassen.
Die Figuren sind etwas überzeichnet, finde ich: Thann trinkt zu viel, Nowak schluckt Pillen und Engel kungelt mit der Presse. Alles in allem hat mir „Aufgeputscht“ gut gefallen. Auch, wenn es der dritte Band einer Reihe um die Kripo Düsseldorf ist, hatte ich keine Verständnisprobleme. Aber ich bin nicht sicher, ob ich mir den Nachfolger, „Finstere Seelen“, antun werde.

Fazit: Hart, brutal, aber auch herausfordernd, anspruchsvoll. Lesenswert!

Veröffentlicht am 28.04.2022

Wo ist Marie?

Kaltherz
0

„Ausweglos“ von Henri Faber hatte mich begeistert und auch „Kaltherz“ überzeugt. Worum geht es?
Acht Minuten. Länger war die fünfjährige Marie nicht alleine. Doch als ihre Mutter Clara zum Auto zurückkommt, ...

„Ausweglos“ von Henri Faber hatte mich begeistert und auch „Kaltherz“ überzeugt. Worum geht es?
Acht Minuten. Länger war die fünfjährige Marie nicht alleine. Doch als ihre Mutter Clara zum Auto zurückkommt, ist sie spurlos verschwunden. Kommissarin Kim Lansky übernimmt den Fall. Es ist ihre letzte Chance, sich als Ermittlerin zu beweisen. Die Suche nach der Wahrheit führt sie in die dunkelsten Kapitel ihrer eigenen Vergangenheit.
„Kaltherz“ ist ein fesselnder, psychologisch raffinierterer Thriller, der niemanden kaltlässt. Die einzelnen Kapitel sind mit Namen überschrieben: Marie, Lansky, Clara und Jakob, Claras Ehemann und Maries Vater. Ich mag wechselnde Perspektiven, denn die sorgen für Dynamik.
Die Geschichte punktet mit vielen unvorhersehbaren Twists & Turns, mit denen der Autor die Handlung voran und die Spannung in die Höhe treibt. Ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Wer glaubt, die Auflösung vorzeitig zu erraten, der liegt bis zum Ende falsch.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Jakob ist ein Kotzbrocken. Auch Clara kommt nicht gerade sympathisch rüber. Und Lansky? Sie hat ein gutes Herz, trägt aber viel Schmerz in sich. Am Ende ist nicht nur der Fall um die kleine Marie gelöst.

Fazit: Eine Wendung jagt die nächste. Ein Thriller, der berührt und schockiert.

Veröffentlicht am 26.04.2022

Gänsehaut pur!

Flug 416
0


Ein grausiger Einstieg: „In dem Schuh, der auf ihrem Schoß landete, steckte noch ein Fuß“. Es stellt sich heraus, dass Flugkapitän Bill Hoffman das alles nur geträumt hat. Doch dann werden seine schlimmsten ...


Ein grausiger Einstieg: „In dem Schuh, der auf ihrem Schoß landete, steckte noch ein Fuß“. Es stellt sich heraus, dass Flugkapitän Bill Hoffman das alles nur geträumt hat. Doch dann werden seine schlimmsten Albträume wahr. Denn ein Mann hat seine Frau Carrie und seine Kinder in der Gewalt. Entweder Bill lässt das Flugzeug mit 149 Menschen an Bord abstürzen, oder seine Familie wird getötet. Und irgendwo in der Maschine befindet sich noch ein Komplize des Terroristen...
T. J. Newman, eine ehemalige Flugbegleiterin, lässt es so richtig krachen. Auch, wenn die Logik dabei etwas auf der Strecke bleibt. Es geht um Aufmerksamkeit für das kurdische Volk. Aber, warum gerät ausgerechnet Bill ins Visier der Terroristen? Unglaublich, wie der Terrorist Zugang zu Bills Kuriertasche erhält. Last but not least hat Flugbegleiterin Jo zufällig einen Neffen beim FBI. Egal, Hauptsache spannend!
Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik: Bill und sein Co-Pilot im Cockpit, die Flugbegleiter in der Kabine. Carrie und der Terrorist am Boden, die Fluglotsen im Tower. Es gibt Sprengstoff, Waffen und Giftgas. „Flug 416“ hat alles, was einen guten Thriller ausmacht. Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt.

Fazit: Wow! In einem Rutsch verschlungen. Rasant und actionreich.

Veröffentlicht am 25.04.2022

Ein Kommissar unter Verdacht

Böser Abschied
0


„Böser Abschied“ von Eva Ehley ist bereits der neunte Fall für Silja Blanck, Bastian Kreuzer und Sven Winterberg von der Kripo Westerland. Worum geht es?
Ein Junggesellenabschied am Hörnumer Strand gerät ...


„Böser Abschied“ von Eva Ehley ist bereits der neunte Fall für Silja Blanck, Bastian Kreuzer und Sven Winterberg von der Kripo Westerland. Worum geht es?
Ein Junggesellenabschied am Hörnumer Strand gerät außer Kontrolle. Denn Oberkommissar Sven Winterberg hat seine Dienstwaffe dabei und gibt um Mitternacht Salutschüsse für den Bräutigam ab. Kurz darauf wird ein Mann tot in den Dünen aufgefunden - und Sven ist spurlos verschwunden. Hat Sven wirklich einen Menschen auf dem Gewissen?
Als Fan der ersten Stunde ist diese Reihe eigentlich ein Muss für mich. Aber nach ein paar Seiten hätte ich fast das Interesse verloren, wegen eines Fehlers, der dem Lektorat hätte auffallen müssen: Denn der 21. Juni hat NICHT die längste Nacht des Jahres, sondern die kürzeste!
Nichtsdestotrotz die Geschichte ist spannend und unterhaltsam. Eva Ehley hat ihren neuen Sylt-Krimi packend in Szene gesetzt. Wechselnde Orte und Perspektiven sorgen für Dynamik. Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Nichts ist wie es scheint. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Das ist wirklich gut gemacht.
Über das Wiedersehen mit Bastian & Co habe ich mich sehr gefreut. Auch Journalist Fred und seine Staatsanwältin sind wieder mit von der Partie.

Fazit: Fall Nr. 9 für die 3 Sylter Kommissare. Einer davon in prekärer Lage. Hat mir richtig gut gefallen.

Veröffentlicht am 13.04.2022

Fall Nr. 3 für Rizzi und Cirillo

In einer stillen Bucht
0


„In einer stillen Bucht“ ist der dritte Band einer Krimireihe um den Insel-Polizisten Enrico Rizzi und seine Kollegin Antonia Cirillo - und hat mich enttäuscht.
Schauplatz ist die Insel Capri. Maria Grifo ...


„In einer stillen Bucht“ ist der dritte Band einer Krimireihe um den Insel-Polizisten Enrico Rizzi und seine Kollegin Antonia Cirillo - und hat mich enttäuscht.
Schauplatz ist die Insel Capri. Maria Grifo wird auf einem Felsvorsprung über dem Meer tot aufgefunden. Sie war die Leiterin des berühmten Konservatoriums von Neapel. Hat der Mord womöglich mit dem Verschwinden der einzigartigen Stradivari-Harfe aus ihrem Institut zu tun?
Luca Ventura hat seinen Capri-Krimi wieder atmosphärisch mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Aber die Geschichte vermochte mich diesmal nicht zu fesseln.
Mir war schnell klar, dass das Motiv eher im privaten Bereich zu suchen ist. Eine Geschichte, die lange braucht, um in Schwung zu kommen.
Rizzi und Cirillo sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Und so hoffe ich auf eine Fortsetzung, die mich wieder richtig packen kann.

Fazit: Langweilig und langatmig. Ein Krimi, der bei weitem nicht an die beiden Vorgänger heranreicht.