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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2022

I’ll be with you when the deal goes down (Bob Dylan)

Ostfriesensturm
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„Ostfriesensturm“ ist bereits der 16. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den vorherigen Bänden aus der Serie ...

„Ostfriesensturm“ ist bereits der 16. Fall für Ostfrieslands Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. Der Fall ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig von den vorherigen Bänden aus der Serie gelesen werden. Worum geht es?
Eine mysteriöse Mordserie hält Ostfriesland in Atem. Diesmal handelt es sich nicht um einen Serienkiller, sondern um einen sogenannten Hitman, einen Auftragskiller, der Männer umbringt und verstümmelt, die anscheinend Dreck am Stecken haben.
Ein Cosy-Krimi ist der neue Ostfriesenkrimi von Klaus-Peter Wolf sicher nicht. Denn es geht auch um Alkoholsucht und um häusliche Gewalt. „Ostfriesensturm“ ist zudem ein Buch, das Mobbing thematisiert. Und das alles unter Corona-Bedingungen.
Last but not least bietet Dr. Bernhard Sommerfeldt wieder seine Hilfe an. Allerdings wirkt die Themenvielfalt ein wenig überfrachtet. Das Ende außerdem unglaubwürdig. Am besten haben mir Rupert und Jessi Jaminski gefallen.

Fazit: Fall Nr. 16 für Ann Kathrin Klaasen. Zugleich Klaus-Peter Wolfs persönlichstes Buch.

Veröffentlicht am 13.01.2022

Das Watt relativiert die eigene Existenz.

Der Holländer
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Da ich das Meer liebe, hat der Klappentext zu „Der Holländer“ von Mathijs Deen sofort meine Neugier geweckt - und mich voll und ganz überzeugt. Worum geht es?
Zwei Wattwanderer auf dem Weg vom ostfriesischen ...


Da ich das Meer liebe, hat der Klappentext zu „Der Holländer“ von Mathijs Deen sofort meine Neugier geweckt - und mich voll und ganz überzeugt. Worum geht es?
Zwei Wattwanderer auf dem Weg vom ostfriesischen Festland nach Borkum. Nur einer erreicht die Insel, der andere wird auf einer Sandbank tot aufgefunden, in umstrittenem deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Da die offiziell Zuständigen auf beiden Seiten der Grenze sich nicht einig werden, muss ein inoffizieller Ermittler her: Liewe Cupido, in Deutschland geboren, aber auf der niederländischen Insel Texel aufgewachsen - genannt: der Holländer …
„Der Holländer“ gibt interessante Einblicke über das Watt als Naturraum, über die Gezeiten, die Strömungen, auch ein bisschen Geschichte und natürlich über das Wattwandern. Dass man bei Hochwasser in einem an Stangen aufgehängten Netz hängt, wusste ich zum Beispiel nicht. Und wozu ein Peilstock gut ist, auch nicht.
Ja, „Der Holländer“ ist anspruchsvoll. Aber es ist auch ein Buch, das als Krimi überzeugt, ein klassischer ‚Who done it‘. Alles andere als ruhig und beschaulich. Eine spannende Geschichte, die in höchster literarischer Qualität erzählt wird. Ich bin begeistert!

Fazit: Der erste echte Wattthriller. Atmosphärisch, düster, brillant.

Veröffentlicht am 13.01.2022

Auge um Auge, Zahn um Zahn

Grabesstern
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„Grabesstern“ von Anne Mette Hancock ist bereits der dritte Fall für Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan und Kommissar Erik Schäfer von der Kopenhagener Polizei. Worum geht es?
Heloise recherchiert ...


„Grabesstern“ von Anne Mette Hancock ist bereits der dritte Fall für Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan und Kommissar Erik Schäfer von der Kopenhagener Polizei. Worum geht es?
Heloise recherchiert über das Thema Sterbebegleitung und baut eine vertrauensvolle Beziehung zum todkranken Jan Fischhof auf. Als er eine schwere Schuld andeutet, kann Heloise nicht anders, als nachzuforschen. Mit Hilfe von Erik stößt sie auf nie gelöste Vermisstenfälle aus den 90er Jahren. Heloise fährt nach Südjütland, an die Flensburger Förde.
Der Anfang ist etwas zäh, erst zur Mitte hin nimmt die Geschichte Fahrt auf und die Dinge überraschende Wendungen bis zum unerwarteten Ende. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Und tatsächlich geht es bei Heloises Besuch in Sønderborg nicht (nur) darum, in Jans Vergangenheit aufzuräumen. Spannend, unterhaltsam und manchmal witzig.
Über das Wiedersehen mit Heloise und Erik habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Und so bin ich schon gespannt auf ihren nächsten Einsatz. Am Ende zeigt sich sogar eine zaghafte Entwicklung der Hauptfigur. Wie so oft, finde ich den Originaltitel „Pitbull“ besser, weil passender. Aber das erschließt sich dem Leser erst ganz zum Schluss.

Fazit: Fall Nr. 3 für Heloise Kaldan und Erik Schäfer. Für mich das bisher beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 08.01.2022

Atmosphärisch dicht und unglaublich spannend

Das Loft
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Linus Geschkes Reportagen für Tauchmagazine habe ich geliebt. Aber die Krimi-Reihe um den Journalisten Jan Römer mochte ich nicht.
Doch die Leseprobe zu „Das Loft“ hat mich sofort gepackt. Denn die Geschichte ...


Linus Geschkes Reportagen für Tauchmagazine habe ich geliebt. Aber die Krimi-Reihe um den Journalisten Jan Römer mochte ich nicht.
Doch die Leseprobe zu „Das Loft“ hat mich sofort gepackt. Denn die Geschichte ließ auf einen fesselnden, psychologisch raffinierten Thriller hoffen. Genau mein Ding. Und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Eine blutige Küche in einem schicken Hamburger Loft. Sarah Hauptmann und Marc Lammert stehen unter Verdacht, ihren Mitbewohner Henning Järisch ermordet zu haben. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.
„Das Loft“ ist ein lupenreiner Thriller, der in Sachen Atmosphäre und Spannung seinesgleichen sucht. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt: überwiegend aus Sicht von Marc und Sarah sowie in der dritten Person, wenn von den Vernehmungen im Polizeipräsidium Hamburg die Rede ist.
Am besten ist Linus Geschke da, wo es um exotische Schauplätze geht: auf Bali und in Nicaragua. Die Art und Weise wie er scheibchenweise durchblicken lässt, was passierte, ist beeindruckend. Gekonnt seziert der Autor Marcs und Sarahs Gedanken und Gefühle. Und so fiebert man mit ihnen mit, ob am Ende die Freiheit wartet.

Fazit: Keine Chance, die „Lösung“ zu erraten. Wow!

Veröffentlicht am 04.01.2022

Beck ist zurück

Eiszeit für Beck
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…und der Elbripper anscheinend auch. „Eiszeit für Beck“ ist nach „Hundstage für Beck“ der zweite Fall für Nick Beck und Cleo Torner. Es lohnt sich, zunächst den ersten Band zu lesen, da die Fälle sich ...

…und der Elbripper anscheinend auch. „Eiszeit für Beck“ ist nach „Hundstage für Beck“ der zweite Fall für Nick Beck und Cleo Torner. Es lohnt sich, zunächst den ersten Band zu lesen, da die Fälle sich inhaltlich überschneiden.
Um es gleich zu sagen, Band 2 hat mir besser gefallen als der Vorgänger. Denn Nick Beck trinkt inzwischen weniger, fühlt sich aber immer noch schuldig am Tod seiner Kollegin Betty. Und wie das so ist, wiederholt sich die Geschichte.
Zwei Frauen wurden brutal ermordet und zur Schau gestellt. Nick und die schwangere Cleo ermitteln. Auch, wenn bereits nach 40 Seiten feststeht, dass nicht der Elbripper der Killer ist, sondern ein Fan, ein Nachahmungstäter, wird Spannung aufgebaut - und gehalten.
Nick ist ein harter Hund, hat aber auch eine dunkle Seite. Im Sommer hatte er schließlich eine Leiche verschwinden lassen. Diesmal nimmt er billigend den Tod eines Mannes in Kauf.
Tom Voss ist ein Pseudonym von Sven Koch. Erneut gelingt dem Autor mit dem zweiten Band ein atmosphärischer, spannender Kriminalroman. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung, die im Herbst erscheinen soll.
Allerdings hätte man dem Autor ein aufmerksameres Lektorat gewünscht. Denn Loser schreibt sich nur mit einem o (Seite 288).

Fazit: Fall Nr. 2 für Nick Beck. Besser, spannender als Band 1.