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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2021

Abgrundtief

Böse
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Um es vorweg zu nehmen, BÖSE von Jonas Wagner ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern Drama und Sex und Crime und Hoffnung auf ein Happy End, das verzweifelte Herz einer Mutter.
Hussfeld im ...


Um es vorweg zu nehmen, BÖSE von Jonas Wagner ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern Drama und Sex und Crime und Hoffnung auf ein Happy End, das verzweifelte Herz einer Mutter.
Hussfeld im Erzgebirge. Als Katharina mit ihrer 17-jährigen Tochter Fenja in das idyllische Dorf zieht, wo der Bürgermeister wie ein Pedant und Provinzdiktator regiert, ist sie davon überzeugt, für sich und ihr Kind die beste Entscheidung getroffen zu haben. Doch dann verschwindet Fenja spurlos. Wie sich herausstellt, ist sie nicht die einzige Vermisste. Ein Albtraum beginnt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf...
BÖSE ist ein echter Slow Burner, kommt dann aber umso gewaltiger. Jonas Wagner setzt in seinem Roman eher auf die leisen Töne. Mit seiner scharfsinnigen Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen hat der Autor einen subtilen psychologischen Thriller geschaffen, in dem nicht nur die Aufklärung und Suche nach dem Täter ein wichtiger Part sind, sondern auch die Gedanken, Beweggründe des Täters selbst, eingebettet in ein regionales soziales und gesellschaftliches Gefüge.

Fazit: Hat mir richtig gut gefallen, besonders das Ende. Gruselig!

Veröffentlicht am 11.09.2021

Tödliches Watt

Der Himmel über Nordfriesland
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Um es gleich zu sagen, „Der Himmel über Nordfriesland“, der fünfte Fall für die Husumer Kommissare Flottmann und Hilgersen, hat mich begeistert! Es handelt sich um einen Krimi, der Astrologie und Esoterik ...


Um es gleich zu sagen, „Der Himmel über Nordfriesland“, der fünfte Fall für die Husumer Kommissare Flottmann und Hilgersen, hat mich begeistert! Es handelt sich um einen Krimi, der Astrologie und Esoterik thematisiert.
Helena geht ins Wasser. Was für ein qualvoller Tod. Wie konnte es dazu kommen?
Diana, eine Sterndeuterin, wird entführt und lebendig im Watt eingegraben. Das nächste Opfer ist Helenas Freundin Petra. Wie sich herausstellt, kannten sich die drei Frauen. Wo liegt das Motiv? Die Rache eines (gehörten) Ehemanns?
Als wäre das nicht schon genug, bekommen es die beiden Kommissare auch noch mit paranormalen Phänomen zu tun...
Gerd Kramer hat seinen neuen Küsten-Krimi spannend mit viel Lokalkolorit inszeniert. Die Infos zum Thema Astrologie versus Astronomie fand ich sehr interessant. Denn ich mag es, wenn ich nicht nur gut unterhalten werde, sondern auch noch etwas lernen kann.
Über das Wiedersehen mit Flottmann und Hilgersen habe ich mich sehr gefreut. Auch Leon Gerber, Musiker mit hochsensiblem Gehör, ist mit von der Partie und natürlich Flottmanns Kater Bogomil. Immer mal wieder sind Abschnitte in Kursivschrift aus Helenas Tagebuch eingestreut. Gruselig!

Fazit: Fall Nr. 5 für Flottmann & Hilgersen. Hier wird der Leser nicht nur bestens unterhalten, sondern bekommt auch noch viel Stoff zum Nachdenken.

Veröffentlicht am 10.09.2021

Schmutziges Geheimnis

Waldeskälte
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Die Bände um Winter & Parkov von Martin Krüger haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Waldeskälte“ ist anders. Worum geht es?
Im fiktiven Eigerstal, einem kleinen Bergdorf in den Schweizer Alpen, verschwindet ...

Die Bände um Winter & Parkov von Martin Krüger haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Waldeskälte“ ist anders. Worum geht es?
Im fiktiven Eigerstal, einem kleinen Bergdorf in den Schweizer Alpen, verschwindet spurlos die 14-jährige Nora. Auf Bitten ihres Onkels Elias, den Valeria Ravelli von früher kennt, kehrt die Interpol-Agentin in ihr Heimatdorf zurück und übernimmt zusammen mit Leutnant Remo Birkner die Ermittlungen.
„Waldeskälte“ hat mich ein wenig an Monteperdido von Agustín Martínez erinnert. Auch hier spielt Eigerstal die eigentliche Hauptrolle, ein Dorf hoch oben in den Schweizer Alpen, im Schatten bedrohlicher Berge. Die Menschen leben seit Generationen in einer verschworenen Gemeinschaft. Fremden begegnen sie mit Misstrauen. Dennoch wurden vor einundzwanzig Jahren drei Mädchen verschleppt, zwei davon ermordet. Einzige Überlebende ist Valeria. Doch sie kann sich an nichts erinnern...
Martin Krüger hat seinen Thriller atmosphärisch düster inszeniert. Aber die Spannung fehlt. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und nimmt erst am Ende Fahrt auf. Auch mit Valeria bin ich nicht wirklich warm geworden. Eine Interpol-Agentin, die sich wie eine Anfängerin anstellt. Gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Parkov, der hier einen Cameo-Auftritt hat.

Fazit: Auftakt einer neuen Thriller-Reihe mit Mystery-Touch.

Veröffentlicht am 24.08.2021

Mörderisches Inselhopping

Dünenzorn
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„Dünenzorn“ von Edith Kneifl ist nach „Wellengrab“ bereits der zweite Fall für die sympathische Wiener Aussteigerin Laura Mars. Nach Mykonos und anderen griechischen Inseln, nun also die Kanaren. Worum ...


„Dünenzorn“ von Edith Kneifl ist nach „Wellengrab“ bereits der zweite Fall für die sympathische Wiener Aussteigerin Laura Mars. Nach Mykonos und anderen griechischen Inseln, nun also die Kanaren. Worum geht es?
Laura reist nach La Gomera, um ihren Vater zu unterstützen, denn ihre Stiefmutter Ramona ist verschwunden. Wurde sie entführt? Laura begibt sich auf eine gefährliche Suche. Die Spuren führen auch nach Teneriffa und Gran Canaria.
Sex and Drugs and Rock and Roll. Auch der Alkohol fließt in Strömen und schon bald gibt es Tote. Ein Rechtsanwalt, ein Privatdetektiv, die Drogenmafia, an Verdächtigen mangelt es nicht.
Edith Kneifl hat ihren neuen Krimi spannend mit viel Lokalkolorit inszeniert. Eine Geschichte, die sich wieder flott und flüssig lesen lässt. Neben Alkohol und Drogen aber auch sexuelle Gewalt thematisiert.
Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Letztlich mündet die Geschichte in einen filmreifen Showdown und am Ende ist alles stimmig aufgelöst.
Über das Wiedersehen mit Laura habe ich mich sehr gefreut, denn sie ist mir inzwischen ans Herz gewachsen. Gerne werde ich auch die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Spannender Kanaren-Krimi mit viel Lokalkolorit. Gut, aber nicht ganz so gut wie der Vorgänger.

Veröffentlicht am 24.08.2021

Die betrunkene Louise

Neben wem du erwachst
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„Neben wem du erwachst“ ist bereits der dritte Fall für DCI Jonah Sheens. „Bis ihr sie findet“ und „Wer auf dich wartet“ hatten mich begeistert und auch der neue Kriminalroman von Gytha Lodge hat mir ...


„Neben wem du erwachst“ ist bereits der dritte Fall für DCI Jonah Sheens. „Bis ihr sie findet“ und „Wer auf dich wartet“ hatten mich begeistert und auch der neue Kriminalroman von Gytha Lodge hat mir richtig gut gefallen. Doch worum geht es?
Ein nicht identifizierter Mann wird in Louises Vorgarten tot aufgefunden. Alkohol spielt eine große Rolle. Aber ist Louise wirklich eine Mörderin? Jonah und sein Team ermitteln...
Gytha Lodge hat ihren neuen Krimi packend inszeniert. Von Anfang an verfügt der Leser über mehr Informationen als die Ermittler und ist ihnen somit immer einen Schritt voraus. Dennoch ist die Geschichte nie vorhersehbar.
„Neben wem du erwachst“ ist raffiniert gestrickt voller unerwarteter Wendungen. Nichts ist wie es scheint. Zitat: „Die Einzelheiten des Falles sind offensichtlich komplex. Wie leicht es auch sein mag, voreilige Schlüsse zu ziehen, musst du meiner Meinung nach geduldig bleiben und die Wahrheit ans Licht kommen lassen.“
Louise kommt auf die Idee, ihrem Mann Niall einen Brief zu schreiben. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Das ist wirklich gut gemacht. Über das Wiedersehen mit Jonah und seinen Kollegen Juliette Hanson und Ben Lightman habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen.

Fazit: Fall Nr. 3 für DCI Jonah Sheens und sein Team. Für mich der bisher beste Band der Reihe.