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Veröffentlicht am 15.04.2020

Zeitverschwendung

Das Dorf der toten Seelen
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Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Worum geht es?
Die Geschichte spielt in Silvertjärn, einem Geisterdorf ...

Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „Das Dorf der toten Seelen“ von Camilla Sten nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Worum geht es?
Die Geschichte spielt in Silvertjärn, einem Geisterdorf in Norrland, Nordschweden. Vor 60 Jahren verschwanden alle Bewohner von einem Tag auf den anderen spurlos, außer einem Baby.
Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen. Sie ist mit den Geschichten ihrer Großmutter über Silvertjärn aufgewachsen. Jetzt will sie darüber einen Dokumentarfilm drehen.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, Damals und Heute. 80 Seiten passiert einfach nichts, bis jemand vor Schmerz ins Walkie-Talkie stöhnt…
Gruselig wie eine Horrorgurke aus den 70ern. Deshalb habe ich aufgegeben und das Buch abgebrochen. Stranger Things, eine US-amerikanische Science-Fiction-Mysteryserie, kannte ich vorher nicht.

Fazit: Abgebrochen. Das langweiligste Buch aller Zeiten. Schade…

Veröffentlicht am 14.04.2020

Er will doch nur spielen

NEON - Er tötet dich
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Ein Cop, der auf Rache sinnt. Eine Auftragskillerin in ihrem letzten Job. Und ein Serienkiller, der sich als Künstler versteht. Wo ist die Verbindung?
In Birmingham treibt ein Serienmörder, der sich ...


Ein Cop, der auf Rache sinnt. Eine Auftragskillerin in ihrem letzten Job. Und ein Serienkiller, der sich als Künstler versteht. Wo ist die Verbindung?
In Birmingham treibt ein Serienmörder, der sich NEON nennt, weil er die Leichen mit Leuchtreklame installiert, sein Unwesen. Detective Matt Jackson ermittelt. Als seine geliebte Frau Polly dem Killer zum Opfer fällt, will auch er nicht mehr leben und bestellt sich einen Auftragskiller.
In der Nacht seines geplanten Mordes gelingt Jackson jedoch ein Durchbruch im Fall Neon und so macht er seiner Mörderin Iris Palmer ein unwiderstehliches Angebot: sie soll helfen, Neon zu finden und ihn töten. Als Gegenleistung bekommt sie sein gesamtes Vermögen.
Eine tödliche Jagd beginnt…
G. S. Locke, ist das ein Pseudonym?, hat seinen/ ihren Thriller packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Eine Geschichte voller überraschender Wendungen bis zum unerwarteten Ende.
Die Figurenzeichnung ist gut gelungen. Und obwohl schnell klar ist, wer der Täter ist, tut das dem Thrill keinen Abbruch. Denn das Motiv bleibt bis zum Schluss im Dunkeln.

Fazit: Ein Team sind sie nicht wirklich, der Cop und die Auftragskillerin. Aber mal was anderes.

Veröffentlicht am 08.04.2020

Aus der Perspektive eines Killers

Zehn
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„Zehn“, das Thrillerdebüt des BKA-Beamten Andy Neumann, hat mich begeistert. Worum geht es?
Jahrelang zieht ein Serienmörder eine Blutspur durch Deutschland. Seine Taten haben nur eines gemeinsam: Sie ...


„Zehn“, das Thrillerdebüt des BKA-Beamten Andy Neumann, hat mich begeistert. Worum geht es?
Jahrelang zieht ein Serienmörder eine Blutspur durch Deutschland. Seine Taten haben nur eines gemeinsam: Sie sind nicht aufzuklären. Es gibt kein Muster, keine Zeugen, kein erkennbares Motiv, keine Verbindung zwischen den Opfern. Die Mordkommission unter der Leitung von Torben Kanther tappt im Dunkeln.
Nur der Journalist Rolf Günther Niessen scheint als Einziger den richtigen Riecher zu haben. Ist der Täter etwa ein Polizist?
BKA-Ermittler Neumann schildert das Psychogramm eines Mörders, der sich „Ten“ nennt und ein perfides Spiel spielt. Zehn Jahre, zehn Taten, das ist sein Plan. Kann Niessen den Killer stoppen, bevor der sein Ziel erreicht?
Andy Neumann hat seinen Erstling packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Eine Geschichte, die sich zudem flott und flüssig lesen lässt - bis zum fulminanten Showdown. Dadurch hebt sich Neumann wohltuend vom Gros vor allem amerikanischer Thrillerautoren ab.

Fazit: Thriller made in Germany. Spannend und lesenswert!

Veröffentlicht am 05.04.2020

Vom Redakteur zum Voyeur

Charming Boy
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Um es gleich vorwegzunehmen, bisher haben mich Bücher aus dem Gmeiner Verlag noch nie enttäuscht (zuletzt „Zurück im Zorn“ und „Kalte Nacht“). Aber „Charming Boy“ von Guido Eckert musste ich nach ca. ...


Um es gleich vorwegzunehmen, bisher haben mich Bücher aus dem Gmeiner Verlag noch nie enttäuscht (zuletzt „Zurück im Zorn“ und „Kalte Nacht“). Aber „Charming Boy“ von Guido Eckert musste ich nach ca. 100 Seiten abbrechen. Worum geht es?
Sebastian Heiter, der neue Mitarbeiter bei einer Berliner Tageszeitung, ist alles andere als charmant. Er ist ein skrupelloser Hacker. Er spät die Computer und Handys seiner Kolleg*innen aus und genießt die Macht über seine Opfer, die er Untergebene nennt.
Anfangs fand ich das noch witzig und interessant. Dann nur noch langweilig. Nach 115 Seiten habe ich entnervt aufgegeben und das Buch abgebrochen. Spannend ist anders. Noch dazu ein unsympathischer Protagonist, ein Manipulator, ein echter Psychopath.

Fazit: Abgebrochen. Leider war es so gar nicht meins.

Veröffentlicht am 30.03.2020

Spannend, tiefgründig und realitätsnah

Zurück im Zorn
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Um es gleich zu sagen, „Zurück im Zorn“ von Christoph Heiden ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern vor allem spannendes Drama. Wer eine blutrünstige Schlachtplatte erwartet (O-Ton des Autors), ...


Um es gleich zu sagen, „Zurück im Zorn“ von Christoph Heiden ist der Hammer! Nicht einfach nur Thriller, sondern vor allem spannendes Drama. Wer eine blutrünstige Schlachtplatte erwartet (O-Ton des Autors), ist hier also eindeutig falsch. Doch worum geht es?
Gollwitz, Havelland. Anna Majakowski kehrt nach 20 Jahren in ihr Heimatdorf zurück. Damals, am 18. März 1995, hatte ein Feuer ihre gesamte Familie ausgelöscht. Vater, Mutter, Bruder. Die 12-jährige Anna hat als Einzige überlebt - und erhält seitdem mysteriöse Briefe.
„Zurück im Zorn“ ist ein echter Slow Burner. Anfangs etwas zäh, kommt dann aber umso gewaltiger. Christoph Heiden setzt in seinem Roman eher auf die leisen Töne. Mit seiner scharfsinnigen Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen hat der Autor einen Roman geschrieben, in dem die Gedanken, Beweggründe der Dorfgemeinschaft, eingebettet in ein regionales soziales und gesellschaftliches Gefüge ein wichtiger Part sind.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen, 1995 und heute. Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Je näher man der Wahrheit zu kommen scheint, desto undurchsichtiger wird sie - bis sie mit voller Wucht zuschlägt. Christoph Heiden präsentiert dem Leser immer neue Fakten und Wendungen. Unerbittlich dreht er an der Spannungsschraube.
Ich mag Geschichten, die zeigen, wie Liebe und Freundschaft, aber auch Neid und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen. „Zurück im Zorn“ verknüpft Spannung nicht mit unbändiger Action, sondern mit psychologischer Tiefe. Eine Zeitreise. Gut gefallen hat mir auch, dass es einen Soundtrack zum Roman gibt. ALF sowieso. Nur mit „Wetten, dass…?“ konnte ich nie etwas anfangen.

Fazit: Ein Buch, das die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut.