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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2019

Psychologische Hochspannung

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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„Unbarmherzig“ ist bereits der 2. Fall für die sympathische Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...

„Unbarmherzig“ ist bereits der 2. Fall für die sympathische Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Als in dem idyllischen Dorf Altbruck zwei Leichen gefunden werden, die mehrere Jahrzehnte verscharrt gewesen waren, übernimmt Gina die Ermittlungen. Ihr gelingt es tatsächlich, die Identität der Toten zu klären. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich da weitaus schwieriger.
Unter den Bewohnern greifen die Verdächtigungen um sich: War es ein Fremder oder einer von ihnen? Gina muss gegen das Schweigen der eingeschworenen Gemeinschaft ankommen, die Probleme lieber unter sich löst. Jeder weiß etwas, doch niemand spricht darüber.
Währenddessen kümmert sich ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort um die gemeinsame Tochter. Und was hat die Frau, die Ginas Familie stalkt, mit dem Fall zu tun?
Inge Löhnig hat ihren neuen Kriminalroman wieder routiniert in Szene gesetzt. „Unbarmherzig“ thematisiert ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte. Es geht um Das Dritte Reich, eine Heeresmunitionsanstalt und Zwangsarbeit. Alles bestens recherchiert.
„Unbarmherzig“ punktet mit vielen falschen Fährten und überraschenden Wendungen, mit denen die Autorin die Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Beide Fälle werden am Ende schlüssig aufgelöst.

Fazit: Spannendes Familiendrama mit historischem Bezug. Unblutig!

Veröffentlicht am 06.05.2019

Brennpunkt Banlieue

Zara und Zoë - Rache in Marseille
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Nach der Ermordung der 14-jährigen Aïcha treffen Zara, Profilerin bei Europol, und ihre verfeindete Zwillingsschwester Zoë, die für die korsische Mafia tätig ist, in Marseille aufeinander.
Aïcha ist die ...


Nach der Ermordung der 14-jährigen Aïcha treffen Zara, Profilerin bei Europol, und ihre verfeindete Zwillingsschwester Zoë, die für die korsische Mafia tätig ist, in Marseille aufeinander.
Aïcha ist die Tochter Senegalesischer Einwanderer. Wer hat sie ermordet und warum?
„Zara & Zoë: Rache in Marseille“ ist mein erster Roman von Alexander Oetker. Seine Aquitaine-Krimis kenne ich nicht. Es geht um den Kampf gegen den Terror, Rechtspopulismus und Clankriminalität. Die Sprache ist stellenweise derb, passt aber zum Milieu.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Zoe ist mir sofort ans Herz gewachsen. Harte Schale, weicher Kern. Mit Zara bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Ihr Kollege Isaakson kommt dagegen sympathisch rüber.
Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer mal wieder sind Zeitungsberichte eingestreut. Man merkt gleich, dass der Autor Frankreich-Experte und politischer Journalist ist. Denn die Hintergründe sind bestens recherchiert.
So realistisch die Zustände in Frankreich beschrieben werden, so konstruiert ist der Plot. Alles in allem eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können. Nichtsdestotrotz würde ich mich über eine Fortsetzung freuen.

Fazit: Aktueller, brisanter Thriller, der in Südfrankreich verortet ist und mich gut und kurzweilig unterhalten hat.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Hat Cupido überlebt?

Nemesis
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Als Fan der ersten Stunde musste ich dieses Buch unbedingt haben - und wurde nicht enttäuscht. Der neue Thriller von Jilliane Hoffman ist der Hammer!
Lana ist mit vier anderen Mädels in Miami und langweilt ...

Als Fan der ersten Stunde musste ich dieses Buch unbedingt haben - und wurde nicht enttäuscht. Der neue Thriller von Jilliane Hoffman ist der Hammer!
Lana ist mit vier anderen Mädels in Miami und langweilt sich. Eigentlich ist klar was passiert, als sie über Tinder eine Nachricht erhält: Match! Du und Reid habt euch gelikt.
Cupido ist ja an und für sich tot. Wer also ist der Killer?
Staatsanwältin C.J. Townsend kommt einem Snuffclub auf die Spur, der per Videokonferenz Frauen quälen und töten lässt. Dank Informationen, die nur ihr vorliegen, nimmt C.J. erneut das Gesetz selbst in die Hand.
Auch in Band 4 werden Leser (un-)freiwillig zu Komplizen der mordenden Hauptfigur.

Fazit: C.J. Townsend auf dem Rachetrip. Ende der Cupido-Reihe?

Veröffentlicht am 29.04.2019

Sodom und Gomorra auf Kreta

Kretische Feindschaft
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Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin musste ich „Kretische Feinschaft“ unbedingt haben und wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Kommissar Michalis Charisteas ermittelt auf der griechischen ...


Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin musste ich „Kretische Feinschaft“ unbedingt haben und wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Kommissar Michalis Charisteas ermittelt auf der griechischen Insel Kreta, genauer gesagt in seiner Heimatstadt, die Hafenstadt Chania, an der Nordwestküste. Er freut sich schon auf den Besuch seiner deutschen Freundin Hannah, die in Berlin lebt, als er nach Kolymbari gerufen wird.
Der Bürgermeister des Nachbarorts ist verschwunden. Kurz darauf wird Stelios Karathonos‘ Leiche aus einem Autowrack an der Felsenküste geborgen. Wie es scheint, handelt es sich um einen Unfall. Denn in seinem Blut wird Alkohol gefunden. Die Ermittlungen werden eingestellt.
Doch dann gibt es einen weiteren Toten…
Nikos Milonás alias Frank D. Müller hat seinen ersten Krimi atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Dem starken Anfang folgt ein etwas schwächerer Mittelteil. Auch das Privatleben des Protagonisten nimmt einen breiten Raum ein. Familie wird auf Kreta groß geschrieben.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Michaelis und Hannah sind mir sofort ans Herz gewachsen. Er ist ein stolzer Kreter und verbeißt sich in den Fall, fast wie ein Deutscher.
„Nikos“ als Hommage an Nikos Kazantzakis, der Alexis Sorbas geschrieben hat? Jedenfalls hat der Autor seiner Geschichte zwei Zitate des Schriftstellers vorangestellt. Gut gefallen hat mir, dass es vorne im Buch eine Übersichtskarte der Schauplätze und ein Personenverzeichnis gibt.
Alles in allem eine Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den zweiten Fall für den sympathischen Kommissar.

Fazit: Auftakt einer Krimi-Serie, die auf Kreta spielt. Die perfekte Urlaubslektüre!

Veröffentlicht am 28.04.2019

Langweilig und ermüdend

River of Violence
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Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „River of Violence“ von Tess Sharpe abgebrochen. Schade, denn die Inhaltsangabe ließ auf einen packenden Thriller hoffen.
Es geht um Drogen, ...


Um es gleich vorwegzunehmen, nach mehreren Anläufen habe ich „River of Violence“ von Tess Sharpe abgebrochen. Schade, denn die Inhaltsangabe ließ auf einen packenden Thriller hoffen.
Es geht um Drogen, Waffen - und Gewalt. Duke McKenna liegt im Sterben und seine Tochter Harley soll seine Nachfolgerin werden…
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Harley erzählt. Rückblenden in die Vergangenheit zeigen, wie Harley wurde, wie sie ist.
Ja, häusliche Gewalt ist sicher ein wichtiges Thema. Irgendwie merkt man aber auch, dass das Buch für den US-amerikanischen Markt geschrieben wurde: zu viel Waffen, Testosteron und Gewalt.
Story und Stil haben mir nicht gefallen. Auch mit Harley bin ich nicht wirklich warm geworden. Deshalb habe ich nach ca. 100 Seiten entnervt aufgegeben und das Buch abgebrochen.

Fazit: Abgebrochen. Leider war es so gar nicht meins.