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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2018

Argentinien in den 70er Jahren

Nachtleuchten
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María Cecilia Barbetta erzählt in ihrem zweiten Roman „Nachtleuchten“ über das Stadtviertel Ballester, nicht weit von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt.
Wir lernen die 12-jährige Teresa und ihre Mitschülerinnen ...


María Cecilia Barbetta erzählt in ihrem zweiten Roman „Nachtleuchten“ über das Stadtviertel Ballester, nicht weit von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt.
Wir lernen die 12-jährige Teresa und ihre Mitschülerinnen kennen. Sie besuchen das Mädcheninternat Santa Ana, das von Nonnen geführt wird. Teresa hat die Idee, eine Wandermadonna durch das Viertel zu tragen.
Die vielen spanischen Namen, seitenweise Tabellen über Ameisen, das war mir zu anstrengend. Irgendwie hat mir der rote Faden gefehlt. Und so habe ich nach etwa 80 Seiten aufgegeben und das Buch abgebrochen.

Fazit: Abgebrochen. Blumige Sprache. Zu viel Kirche. Leider nicht mein Ding.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Schlimmer geht immer

Totentanz am Strand
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„Totenstille im Watt“ hatte mich begeistert und so musste ich „Totentanz am Strand“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Dr. Bernhard Sommerfeldt hat sich nach seinen Morden an der ...


„Totenstille im Watt“ hatte mich begeistert und so musste ich „Totentanz am Strand“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Dr. Bernhard Sommerfeldt hat sich nach seinen Morden an der ostfriesischen Nordsee-Küste ins Ruhrgebiet zurück gezogen, wo er sich vor der Polizei versteckt. Er vermisst seine ostfriesische Wahlheimat, ist aber auch unentschlossen. Er hat Angst, in Norden von Kommissarin Ann Kathrin Klaasen geschnappt zu werden. Gleichzeitig will er eigentlich nach Bamberg, um endlich Rache an seiner Familie zu nehmen, die ihn aus der Firma ausgebootet hat.
Er fährt dann doch nach Ostfriesland, schleicht um das Haus seiner Ex-Freundin Beate herum - und tötet einen Mann, der ihr Probleme bereitet. Nun will er sich seiner Familie widmen - aber seine Schwäche gegenüber Frauen, vor allem gegenüber seiner Mutter, wird zu einem dramatischen Problem.
Erzählt wird die Geschichte wieder in der Ich-Perspektive aus Sicht von Sommerfeldt. Klaus-Peter Wolf präsentiert dem Leser diesmal allerdings eine eher seltsame Story. Spannung kommt eigentlich erst in der zweiten Hälfte auf, davor geht es vor allem um Sommerfeldt und seine diversen Befindlichkeiten.
Die Ostfriesenreihe und auch den Vorgängerroman habe ich geliebt. Aber „Totentanz am Strand“ war nicht mein Ding, nicht meine Art von Humor.

Fazit: Nicht so gut wie Band 1 und die Ostfriesenreihe. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Der schmale Grat zwischen Menschen und Monstern

Sörensen fängt Feuer
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„Sörensen fängt Feuer“ ist bereits der zweite Fall für den ehemaligen Hamburger Kommissar und Wahl-Nordfriesen Sörensen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Sörensen fängt Feuer“ ist bereits der zweite Fall für den ehemaligen Hamburger Kommissar und Wahl-Nordfriesen Sörensen. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. „Sörensen hat Angst“ hatte mich begeistert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht.
„Sörensen fängt Feuer“ ist ein packender Kriminalroman, der gefährliche Sekten thematisiert. Fundamentalisten. Es geht um Macht und Kontrolle. Dabei hatte man sich in Katenbüll gerade erst von einem Missbrauchsskandal erholt.
Eines Nachts läuft die blinde Jette dem jungen Ole vors Auto. Als Sörensen ihren Vater erstochen im Wohnzimmer auffindet, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Doch nach und nach kommt der Kommissar einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur.
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Die Spannung wird langsam, aber nachhaltig aufgebaut. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst.
Sven Stricker erzählt die Geschichte mit einer genau dosierten Prise Humor und selbst das Privatleben des Helden wird eher am Rande ausgebreitet, ohne dabei an Eindringlichkeit zu verlieren. Jedenfalls knistert es gewaltig zwischen ihm und Kollegin Jenni. So kann es weitergehen.

Fazit: Sörensen kämpft nicht nur gegen religiösen Fanatismus, sondern auch mit seinen eigenen Dämonen. 5*plus!

Veröffentlicht am 17.10.2018

Die morbiden Taten eines Psychopathen

Die Elemente des Todes
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Was für ein krasser Einstieg: Die Selbstbeschreibung des Serienkillers D.B. Hier heißt er Daniel Becker.
Zitat: „Ich bin kein Mörder. Ich kann Menschen verschwinden lassen, das ist alles. Ich kann dafür ...


Was für ein krasser Einstieg: Die Selbstbeschreibung des Serienkillers D.B. Hier heißt er Daniel Becker.
Zitat: „Ich bin kein Mörder. Ich kann Menschen verschwinden lassen, das ist alles. Ich kann dafür sorgen, dass sie in Rauch aufgehen oder im Wasser versinken. Ich betrete ihre Köpfe, und sie wollen nicht mehr leben. Aber ein Mörder bin ich nicht. Ich spüre es nur, wenn jemand sterben will.“
Sommer 1996. Lothar ist tot, ermordet. Da hat der Täter offenbar einen Mitwisser beseitigt. Wie sich herausstellt, ist er nicht das erste Opfer. Nun hat die Polizei Angst um Nicole.
Frühling 1996. Einen Monat vorher. D.B. will ein Krematorium bauen. Wie krank ist das denn? Nicole, Susanne und Sandra. Der Killer scheint auch ein Frauenheld zu sein.
Hauptkommissar Kiefer Larsen ist mir sofort ans Herz gewachsen. Er verbeißt sich in den Fall. Aber er kämpft auch mit den Dämonen seiner Vergangenheit.
„Die Elemente des Todes“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Autoren lassen uns in die tiefen menschlichen Abgründe eines Psychopathen blicken, wobei wiederum alle Klischees bedient werden, weil der Täter selbst Opfer ist und eine verkorkste Kindheit hatte.
Zitat: „Bei jemandem wie Becker ging es immer um Macht und Kontrolle. Der klassische Psychopath und Narzisst. Einerseits selbstbewusst, eloquent und sogar charmant, andererseits manipulativ, skrupellos und ohne jegliche Empathie.“
Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer schildern das Psychogramm eines Mörders, der keine Perversion, keine Grausamkeit auslässt. „Die Elemente des Todes“ ist keine Gute-Nacht-Lektüre. Denn die Morde werden brutal und detailliert beschrieben.

Fazit: True-Crime-Thriller über die wahren Abgründe des Bösen. Spannend und schockierend!

Veröffentlicht am 13.10.2018

Spannung in Savannah

Echo Killer
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Harper McClain ist Reporterin. Eines Tages gerät sie zusammen mit dem Fotografen Miles in eine Schießerei zwischen Gangmitgliedern. Polizist Luke Walker rettet sie.

Harper ist tough. Aber sie kämpft auch ...

Harper McClain ist Reporterin. Eines Tages gerät sie zusammen mit dem Fotografen Miles in eine Schießerei zwischen Gangmitgliedern. Polizist Luke Walker rettet sie.

Harper ist tough. Aber sie kämpft auch mit den Dämonen ihrer Vergangenheit. Sie war zwölf Jahre alt, als sie ihre Mutter tot in der Küche fand, ermordet. Der Fall ist bis heute ungeklärt.

15 Jahre später scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Marie Whitney, eine Frau Mitte dreißig, wird nackt und erstochen auf dem Küchenboden aufgefunden - von ihrer 12-jährigen Tochter.

Hat der Täter von damals erneut zugeschlagen? Der Modus Operandi ist derselbe. Es gibt keine Fingerabdrücke, keine DNA, keine forensischen Spuren. Zitat: „Es ist, als hätte der Mord an meiner Mutter vor all dieser Zeit einen Riesenlärm gemacht. Und dieser Mord ist das Echo.“

Harper verbeißt sich in den Fall. Sie bricht alle Regeln und bringt sich sogar in Lebensgefahr. Mit ihr bin ich nicht wirklich warm geworden. Auch die Love Story hätte ich nicht gebraucht. Zitat: „Sie brannte wie Feuer, wo er sie berührte. Sein Körper passte so perfekt zu ihrem.“

Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte daher ziemlich vorhersehbar. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, der zweifellos nach Fortsetzung schreit.

Fazit: Solides Thrillerdebüt mit romantischem Beigeschmack und vorhersehbarem Ende.