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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2018

Fünf Freunde 2.0

Der Kreidemann
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Krimis und Thriller interessieren mich immer, neue Autoren sowieso. Deshalb musste ich „Der Kreidemann“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist eine englische Kleinstadt. ...


Krimis und Thriller interessieren mich immer, neue Autoren sowieso. Deshalb musste ich „Der Kreidemann“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Schauplatz ist eine englische Kleinstadt. Zwei Handlungsstränge gilt es zu verfolgen: Einer in den 80er Jahren, ein weiterer 30 Jahre danach. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht von Ed erzählt.
Eddie war zwölf Jahre alt, als alles begann. Zu seiner Gang gehören Fat Gav, Metal Micky, Hoppo und Nicky, das einzige Mädchen. Eines Tages bekommt Fat Gav zum Geburtstag einen Eimer mit Kreidestiften. Ein Lehrer, der wegen seiner bleichen Haut „Kreidemann“ genannt wird, bringt die fünf Freunde auf die Idee, Strichmännchen zu zeichnen und mittels geheimer Botschaften zu kommunizieren. Als Eddie im Wald ein totes Mädchen findet, ist nichts mehr, wie es war.
„Der Kreidemann“ von C.J. Tudor ist eher ein Jugendroman als ein Thriller. Es geht um Freundschaft und Verlust. Eds Mutter ist Ärztin in einer Abtreibungsklinik, Nickys Vater Pfarrer. Auch hier sind Konflikte vorprogrammiert. Zudem wird Alzheimer thematisiert.
30 Jahre danach. Ed ist ein Eigenbrötler und lebt noch immer in seinem Elternhaus. Er arbeitet inzwischen selbst als Lehrer und ist noch immer ein leidenschaftlicher Sammler. Als Ed einen geheimnisvollen Brief erhält, scheint sich die Geschichte zu wiederholen.
Dem grausigen Prolog folgt ein schwacher Mittelteil. Doch die Autorin versteht es, den Leser mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen. Die Auflösung ist unerwartet und beantwortet alle offenen Fragen. Eine Geschichte mit diversen Schock-Effekten, die für meinen Geschmack aber spannender hätte sein können.

Fazit: Gelungener Debütroman. Unheimlich und unterhaltsam. Aber kein Thriller!

Veröffentlicht am 28.04.2018

Das Ende des Sommers

Sommernachtstod
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Den Einstieg fand ich etwas langatmig, war sogar kurz davor aufzugeben: Ein Prolog im Sommer 1983, als der kleine Billy verschwand.
20 Jahre später. Wir lernen die Therapeutin Vera kennen. Sie ist Billys ...


Den Einstieg fand ich etwas langatmig, war sogar kurz davor aufzugeben: Ein Prolog im Sommer 1983, als der kleine Billy verschwand.
20 Jahre später. Wir lernen die Therapeutin Vera kennen. Sie ist Billys Schwester und ist nach Südschweden zurückgekehrt, um das Verschwinden ihres Bruders aufzuklären. Dabei scheint sie selbst traumatisiert zu sein.
Nicht nur der vierjährige Billy ist damals spurlos verschwunden, sondern auch der einzige Verdächtige. Kurz darauf beging Billys Mutter Selbstmord. Kommissar Månsson ermittelte. Aber ein Täter konnte nie überführt werden.
Vera, die sich heute Veronica nennt, ist davon besessen, dass ihr kleiner Bruder noch lebt und begibt sich auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit…
„Sommernachtstod“ von Anders de la Motte ist eher eine Familientragödie als ein Krimi. Mäßig spannend. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Ab und zu sind Liebesbriefe eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Alles sehr mysteriös.
Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Die Auflösung ist überraschend, aber stimmig. Mit Vera aka Veronica bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Sie stalkt ihren Ex und vernachlässigt ihren Job. Kommissar Månsson ist mir dagegen sofort ans Herz gewachsen.

Fazit: Typischer Schweden-Krimi. Düster und beklemmend!

Veröffentlicht am 24.04.2018

Die Wahrheit des einen ist die Lüge des anderen

Wahrheit gegen Wahrheit
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Wir lernen die CIA-Analystin Vivian Miller und ihre perfekte Familie kennen. Eines Tages entdeckt sie eine Datei - und blickt in das Gesicht ihres Ehemanns. Wird sie ihn verraten? Denn offenbar ist Matt ...


Wir lernen die CIA-Analystin Vivian Miller und ihre perfekte Familie kennen. Eines Tages entdeckt sie eine Datei - und blickt in das Gesicht ihres Ehemanns. Wird sie ihn verraten? Denn offenbar ist Matt ein russischer Schläfer. Aber ihre Achillesferse sind die Kinder. Das macht sie erpressbar.
Zitat: »Für meine Kinder würde ich alles tun. Einfach alles.«
Die Geschichte ist spannend, keine Frage. Aber auch das Privatleben nimmt viel Raum ein. Ein tempo- und actionreicher Spionageroman ist „Wahrheit gegen Wahrheit“ von Karen Cleveland somit nicht.
Mit Viv bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Die klassische Honigfalle. Unglaublich dämlich, hirnlos und naiv. Ihre Gedanken, ihre Ängste, berührten mich nicht. Matt ist ein Manipulator. Nichtsdestotrotz liebevoller Ehemann und Vater.
Story und Stil haben mir gefallen. Allerdings handelt es sich um ein typisches Buch für den US-amerikanischen Markt. Bisschen kitschig. Die USA, das sind die Guten, Russland die Bösen. Und jeder, einfach jeder, hat mindestens eine Waffe.
Zitat: „Der Reisesafe für Dads Waffe. Ganz unten im Koffer.“
Alles in allem eher ein Psychothriller, als »Ein furioser Thriller, den man geradezu verschlingt.« (John Grisham) Die Auflösung ist lange nicht vorhersehbar und dann gleichermaßen verblüffend wie plausibel. Matt ist wirklich ein perfekter Ehemann, Vater und Lügner!

Fazit: Gelungenes Debüt. Spannend und psychologisch stimmig. Aber definitiv kein Spionage-Thriller!

Veröffentlicht am 23.04.2018

Was wäre wenn…

Frankfurter Schattenjagd
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...die Katastrophe von Tschernobyl sich 1986 aus ungeklärten Gründen weiter ausgebreitet hätte und Europa von einer gigantischen Flüchtlingswelle überrollt worden wäre? Ein hochspannendes Szenario, das ...


...die Katastrophe von Tschernobyl sich 1986 aus ungeklärten Gründen weiter ausgebreitet hätte und Europa von einer gigantischen Flüchtlingswelle überrollt worden wäre? Ein hochspannendes Szenario, das sich Dieter Aurass ausgedacht hat.
20 Jahre später hat sich die Welt verändert. Frankfurt am Main ist Hauptstadt der "Vereinigten Föderation von Europa" und ein internationales Polizeiteam unter Leitung des jungen deutsch-chinesischen Kommissars Xaver Xiang, genannt Dex, muss eine grausige Mordserie aufklären.
Handelt es sich um einen Bandenkrieg zwischen der mongolischen und der russischen Mafia, der Yakuza und den chinesischen Triaden? Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Lilith, die Dex den Kopf verdreht hat?
„Frankfurter Schattenjagd“ ist eine Utopie, die in einer Parallelwelt spielt. Gut geschrieben, keine Frage. Zudem bestens recherchiert. Selbst wenn der Leser der Polizei oft einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut - und gehalten. Auch der Humor kommt nicht zu kurz.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Xaver und Lilith, Chang, Boris und Basil sowie Sabina und Jacqueline - eine sympathische Truppe. Am Ende wird alles schlüssig aufgelöst. Alles in allem hat mir diese „Was-wäre-wenn“-Geschichte sehr gut gefallen, mal was anderes. Über weitere Fälle für Dex & Co würde ich mich daher sehr freuen!

Fazit: Spannende Utopie. Starker Stoff. So muss Krimi!

Veröffentlicht am 18.04.2018

Wie weit würdest du gehen, um dein Kind zu schützen?

NACHTWILD
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Schauplatz von „Nachtwild“ von Gin Phillips ist ein Zoo, irgendwo in den USA. Die Leseprobe ließ auf einen spannenden Thriller hoffen, doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Joan ist mit ihrem vierjährigen ...


Schauplatz von „Nachtwild“ von Gin Phillips ist ein Zoo, irgendwo in den USA. Die Leseprobe ließ auf einen spannenden Thriller hoffen, doch ich wurde enttäuscht. Worum geht es?
Joan ist mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln auf einem Spielplatz im Wald. Sie vergessen die Zeit und müssen sich dann beeilen, denn in wenigen Minuten schließt der Zoo. Plötzlich hört Joan Geräusche, die sie schnell als Schüsse erkennt. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen und auch einen der jugendlichen Täter. Er hat ein Gewehr. Sie dreht um und versteckt sich mit Lincoln in einem leeren Gehege...
Leider konnte mich diese Mutter-Sohn-Geschichte nicht fesseln. Mit der Protagonistin bin ich bis zum Schluss nicht warm geworden. Die langatmigen Schilderungen ihrer Gedanken und Gefühle gehen zu Lasten der Spannung. Im Zoo befinden sich auch noch Kailynn, ein Teenager, und die ehemalige Lehrerin Margaret. Zudem sind zwischendurch sogar Kapitel aus der Perspektive von Robby, einem der Täter, eingestreut. Aber diese Beziehung zwischen Mutter und Kind macht alles andere nebensächlich.
Die Geschichte beginnt um 16:55 Uhr und endet um 20:05 Uhr. Alles passiert also quasi in Echtzeit. Über die Vorgeschichte der anderen Personen erfährt man fast nichts, auch nicht über die Hintergründe der Täter. Für einen Thriller hat mir der Thrill gefehlt. Und so richtig Action, wilde Tiere (Titel!), gab es auch nicht. Ein Satz mit X - das war wohl nix!

Fazit: Definitiv kein Thriller! Schade um die Lesezeit…