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Veröffentlicht am 15.03.2025

Sommer, Sonne, Meer

The Surf House
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Nach Griechenland (One of the Girls) und Norwegen (The Hike) führt uns Lucy Clarke mit „The Surf House“ diesmal nach Marokko. Worum geht es?
Bea lässt ein Foto-Shooting in Marrakesch platzen. Und wie ...


Nach Griechenland (One of the Girls) und Norwegen (The Hike) führt uns Lucy Clarke mit „The Surf House“ diesmal nach Marokko. Worum geht es?
Bea lässt ein Foto-Shooting in Marrakesch platzen. Und wie das so ist mit einer naiven Protagonistin, wird sie prompt überfallen. Marnie, die Betreiberin eines Surf Houses kommt ihr zur Hilfe. Im Tumult ersticht Bea einen der Räuber, der andere entkommt mit ihrem Rucksack samt Ausweis und Geld.
Marnie nimmt Bea mit an die Küste. Dabei geraten sie in eine Polizeikontrolle, die Mordwaffe wird entdeckt und Bea daraufhin erpresst.
Die Idylle von Freunden, Wellen und Sonnenschein ist trügerisch. Denn vor einem Jahr verschwand hier eine Urlauberin spurlos. Als es eines Tages einen Toten gibt, eskaliert die Situation…
„The Surf House“ ist spannend und unterhaltsam. Es geht um Lügen und falsche Entscheidungen. Nichts ist wie es scheint. Ab und zu sind Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie erzählen vom Schicksal der verschwundenen Savannah, ein Jahr zuvor.
Was wie ein Frauenroman mit Spannungselementen anfängt, entpuppt sich als astreiner Thriller. Was wie eine entspannte Auszeit beginnt, mündet in eine gefährliche Suche nach der Wahrheit. Gegen Ende jagt eine Wendung die nächste. Aber das Finale fand ich etwas zu theatralisch.

Fazit: Rasanter Pageturner vor atemberaubender Kulisse.

Veröffentlicht am 07.03.2025

Neues aus Würzburg

Mainsturm
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„Mainsturm“ von Anja Mäderer ist mein fünfter Frankenkrimi der Autorin, der vierte aus der „Main-Reihe“ um die Kommissare Nadja Gontscharowa und Peter Steiner, den ich mit Freude gelesen habe. Worum geht ...


„Mainsturm“ von Anja Mäderer ist mein fünfter Frankenkrimi der Autorin, der vierte aus der „Main-Reihe“ um die Kommissare Nadja Gontscharowa und Peter Steiner, den ich mit Freude gelesen habe. Worum geht es?
An einem geschichtsträchtigen Ort in der Würzburger Altstadt wird ein weiblicher Leichnam entdeckt, dem schon bald weitere folgen sollen. Schnell steht fest, es handelt sich um Emily, eine Doktorandin der Geschichte.
Das Opfer scheint auf der Suche nach einer verschollenen Figur von Tilman Riemenschneider gewesen zu sein und forschte zu seiner Rolle im Bauernkrieg. In Würzburg fanden die kämpferischen Auseinandersetzungen ab Mai 1525 statt, also vor 500 Jahren. Riemenschneider war damals ein bedeutender Künstler, Bürgermeister und Freiheitskämpfer. Ein faszinierendes Gedankenspiel, denn diesen Fund gibt es natürlich nicht.
Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Der Krimi ist akribisch recherchiert und strotzt vor fachlichen Details. Das geht ein bisschen zu Lasten der Spannung.
Über das Wiedersehen mit Nadja und Peter habe ich mich gefreut. Auch die Rechtsmediziner Lars und Nepomuk, genannt Mukki, sind wieder mit von der Partie.
Schließlich ist die Tatperson überführt und zwei mögliche Epiloge beenden die Geschichte.

Fazit: Fall Nr. 4 für Nadja Gontscharowa und Peter Steiner. Atmosphärischer Krimi mit viel Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Ewig Leben?

Thanatopia
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„Hologrammatica“ und „Qube“ hatten mich begeistert und auch der dritte Band aus der Welt der Hologrammatica, „Thanatopia“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Wir ...


„Hologrammatica“ und „Qube“ hatten mich begeistert und auch der dritte Band aus der Welt der Hologrammatica, „Thanatopia“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Wir schreiben das Jahr 2095, vier Jahre nach Qube: Der Wiener Kommissar Wenzel Landauer ermittelt im Fall zweier toter Frauen. Beide könnten Zwillinge sein, sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen.
Landauer und seine Kollegin Tish Turquois stoßen bei ihren Recherchen auf junge Menschen, die die Schwelle des Todes, die „thin black line“, überschreiten, um herauszufinden, was sie nach dem Tod erwartet.
Die sogenannten Deather oder Thanatonauten benutzen dafür Gefäße, illegale Klone, die nach dem Gebrauch entsorgt werden. Im Mittelpunkt stehen Stasja Tschernow und Vince van Goth.
Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von der Physikerin Sahana Kapoor, die in London einen Kongress besucht. Doch es ist nicht das, was sie erwartet hatte.
Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, unterbrochen von Einschüben eines Gesprächs, bei dem lange nicht klar ist, wer die Personen sind.
Schauplätze sind unter anderem Wien, Griechenland und London. Wir treffen alte Bekannte: Galahad Singh und Francesco Bittner, die in den vorigen Teilen tragende Rollen hatten. Auch die KI, die sich „Nemo“ nennt, ist wieder mit von der Partie. Selbst die französische Programmiererin Juliette Perrotte wird erwähnt.
Tom Hillenbrand beschreibt die Welt im Jahr 2095 detailliert, mit allen technischen Errungenschaften. Das ist clever gemacht. Seine Fantasie kennt hier keine Grenzen.
Neben der Aufklärung der Todesfälle in Wien nimmt der philosophische Aspekt einen großen Raum ein: Die Frage, was nach dem Tod kommt, ob ein Leben danach möglich bzw. gewünscht ist.

Fazit: Genialer SciFi-Thriller. Spannend und philosophisch.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Wiedersehen macht Freude, oder?

Der Wolf im dunklen Wald
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„Die Sehenden und die Toten“ von Sia Piontek, der erste Fall für Hauptkommissarin Carla Seidel, habe ich gern gelesen und auch „Der Wolf im dunklen Wald“ überzeugt. Worum geht es?
Heiko von Boenning ist ...


„Die Sehenden und die Toten“ von Sia Piontek, der erste Fall für Hauptkommissarin Carla Seidel, habe ich gern gelesen und auch „Der Wolf im dunklen Wald“ überzeugt. Worum geht es?
Heiko von Boenning ist mit Frau und Sohn ins Wendland zurückgekehrt. Um das Wiedersehen mit seinen alten Schulfreunden zu feiern, hat er zu einer großen Gesellschaftsjagd eingeladen.
Thomas Winkels, einer von den vier alten Freunden, wurde während der Jagd ermordet, mit sieben Messerstichen, quasi hingerichtet.
Carlas Tochter Lana war mit ihrem Freund Fabian ebenfalls in dem Wald, heimlich. Dort haben sie einen Wolf beobachtet. Vielleicht sogar noch mehr?
Ein weiterer Mord geschieht. Hängen die Taten zusammen? Carla und ihr Team ermitteln. Jede Menge Verdächtige. Aber, wer hat ein Motiv?
„Der Wolf im dunklen Wald“ ist spannend und unterhaltsam, herausfordernd und anspruchsvoll. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil mit einer ganz eigenen Atmosphäre.
Über das Wiedersehen mit Carla und ihrer Tochter Lana habe ich mich gefreut. Auch, wenn Carla bei der ersten Gelegenheit wieder zur Flasche greift.
Am Ende fragt man sich, wie es mit Carla und Paul sowie Lana und ihrem Vater weitergeht. Gerne werde ich auch die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Fall Nr. 2 für Carla Seidel. Vielschichtig und spannend!

Veröffentlicht am 21.02.2025

Familia ante omnia

Felsengrund
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„Meeresfriedhof“ von Aslak Nore hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch Band 2 der Trilogie, „Felsengrund“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Die Falcks sind eine ...


„Meeresfriedhof“ von Aslak Nore hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch Band 2 der Trilogie, „Felsengrund“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung.
Die Falcks sind eine der mächtigsten Familien Norwegens. Jetzt geht die Falck-Saga in die zweite Runde. Neuer, geopolitisch wichtiger Schauplatz ist Spitzbergen.
Norwegen 2016: Longyearbyen auf Spitzbergen. Ein Russe wurde vergiftet. Seine letzten Worte: »Wir haben jemanden innerhalb der SAGA.« Ein Maulwurf in der Falck-Familie?
Kurz darauf ist Sasha Falck als SAGA-Direktorin Geschichte. Auch ihr Anwesen auf Rederhaugen, Oslo, muss die Familie räumen. Denn Hans Falck, vom Bergenser Zweig der Familie, kann beweisen, dass Sasha das Testament ihrer Großmutter verbrannt hat. Veras Sohn Olav, Sashas Vater, stammt nicht in direkter Linie von Store-Thor ab, ist somit nicht erbberechtigt.
Sasha sinnt auf Rache. Um die Aktienmehrheit an SAGA zurück zu gewinnen, will sie Connie, eine entfernte Cousine, ihren Grundbesitz auf Spitzbergen abkaufen. Der Verkauf soll laut Vereinbarung in Aktienanteile an SAGA gewandelt werden. Fünfzig Aktien, 5 Prozent. Damit hätte der Osloer Zweig die Mehrheit.
„Felsengrund“ ist spannend und unterhaltsam. Wie schon in „Meeresfriedhof“ geht es um politische Machenschaften, geheimdienstliche Aktivitäten. Macht und Geld. Sehr viel Geld. Verbotene Liebe. Intrigen und Verrat. Und am Ende wird auch wieder ein Familiengeheimnis gelüftet. Felsengrund ist hochpolitisch und brandaktuell, geht es doch auch um den Libanon und Gaza.
Und so freue ich mich schon auf »Schattenfjord«, der dritte Teil der Falck-Saga, der im Frühjahr 2026 erscheinen soll.

Fazit: Fesselnde Fortsetzung einer Trilogie aus Norwegen. Fast so gut wie der Vorgänger, aber eben nur fast.