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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2025

Kein Entkommen

Der Stau
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Locked-Room-Mysterys interessieren mich immer. Und so hat „Der Stau“ von Jo Furniss sofort mein Interesse geweckt. Ein Locked-Car-Thriller, was für eine originelle Idee!
Belinda «Billy» Kidd, Kommissarin ...


Locked-Room-Mysterys interessieren mich immer. Und so hat „Der Stau“ von Jo Furniss sofort mein Interesse geweckt. Ein Locked-Car-Thriller, was für eine originelle Idee!
Belinda «Billy» Kidd, Kommissarin kurz vor dem Ruhestand, ist auf dem Weg vom Flughafen in die Londoner Innenstadt. Sie war in Australien und will einfach nur noch nach Hause - als der Verkehr plötzlich zum Erliegen kommt. Grund dafür: eine Explosion in einem Tunnel. Geschätzte Wartezeit: mehrere Stunden.
Als Billy sich die Beine vertritt, entdeckt sie in einem der Autos eine Leiche. Erstochen mit einer Fahrradspeiche. Der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden. Denn es gibt kein Entkommen. Also beginnt sie zu ermitteln, bevor der Stau sich auflöst und die Tatperson auf Nimmerwiedersehen verschwindet.
Wie sich herausstellt, hat (fast) jeder etwas zu verbergen. Aber wer ist der Mörder/ die Mörderin? Wer hat ein Motiv?
„Der Stau“ ist spannend und unterhaltsam. Allerdings hat es etwas gedauert, in die Geschichte rein zu kommen. Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, was aber auch an der Übersetzung liegen mag.
Wechselnde Perspektiven, vor allem aus der Sicht von Billy, sorgen für Dynamik. Später kommen andere Ich-Erzähler und ihre Fahrzeuge hinzu: Charlotte alias Strafzettelfrau, Audi Q7; Kerry alias die Mutter, Toyota Sienna; Heathcote alias Silberfuchs, BMW 3er-Reihe etc.
Billy war mir sofort sympathisch. Sie gibt wirklich alles. Dabei hat sie nichts zur Verfügung: keine Uniform, keinen Dienstausweis, kein Equipment - und sie muss ganz dringend. Das hatte ich in einem Roman noch nie!

Fazit: Fesselnder Thriller voller Überraschungen!

Veröffentlicht am 27.05.2025

Was ist passiert?

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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„Die Influencerin“ von Rebecca Russ habe ich gern gelesen. Und auch „Der Weg“ überzeugt. Worum geht es?
Julia und Nicki sind beste Freundinnen, haben sich aber aus den Augen verloren. Julias Hochzeit ...


„Die Influencerin“ von Rebecca Russ habe ich gern gelesen. Und auch „Der Weg“ überzeugt. Worum geht es?
Julia und Nicki sind beste Freundinnen, haben sich aber aus den Augen verloren. Julias Hochzeit mit Lars steht kurz bevor. Statt eines Hochzeitsgeschenks überrascht Nicki ihre Freundin mit einer Einladung zu einer Wanderung in Schweden.
Doch eines Morgens ist Nicki verschwunden. Was ist mit ihr passiert? Schon bald kämpft Julia nicht nur gegen die Natur, Kälte und Regen, sondern auch ums Überleben…
Rebecca Russ hat einen spannenden und atmosphärischen Thriller geschrieben. Die Geschichte hat mich sofort an „Der Ausflug“ von Ulf Kvensler erinnert. Auch wenn vieles vorhersehbar ist, ist das Buch interessant.
Die Geschichte wird überwiegend in der Ich-Perspektive aus Sicht von Julia erzählt. Zwischendurch sind Kapitel in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Die Autorin präsentiert den Lesenden immer neue Fakten und Wendungen. Aber manchmal drückt sie so sehr auf die Tränendrüse, dass die Handlung in Kitsch abzugleiten droht.
Und wie das so ist mit einer naiven Protagonistin, bringt Julia sich immer wieder selbstverschuldet in Situationen, die zu weiteren Problemen führen.

Fazit: Packender Thriller mit rührseligem Ende.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Zwischen Wahn und Wirklichkeit

Locked in
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Ich danke Henri Faber für vier packende Thriller. Auch „Locked in“ habe ich mit großer Freude gelesen. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog, der uns ...


Ich danke Henri Faber für vier packende Thriller. Auch „Locked in“ habe ich mit großer Freude gelesen. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog, der uns später noch einmal begegnet. Dann sind wir auch schlauer.
Danach lernen wir den Heidelberger Kommissar Paul Maertens und seine Kollegin Stefanie kennen. Sie ermitteln in drei Entführungsfällen: Ein Opfer wird tot aufgefunden, ein weiteres ist vermutlich tot. Als sie den Täter endlich stellen, fällt der durch einen Schuss ins Koma.
Maertens versucht alles, um das dritte Opfer lebend zu finden. Dazu benötigt er die Hilfe des Neurowissenschaftlers Professor Doktor Theo Linde, der ein Verfahren entwickelt hat, um in den Kopf eines Menschen einzudringen.
„Locked in“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Eine irre, wirre Geschichte. Nichts ist, wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Interessante und unerwartete Wendungen runden diese unglaubliche Geschichte ab.
Immer wieder sind Kapitel mit dem Titel „Im Verlies“ eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Wenn man denkt, der Roman sei zu Ende, beginnt die Handlung scheinbar neu und stellt alles Bisherige in Frage - bis zum etwas zu rührselig geratenen Ende.

Fazit: Der letzte Henri Faber. Schade, ich werde ihn vermissen.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Oxford Krimi

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Oxford und Uni-Gedöns sind eigentlich nicht mein Ding. Und so hat „Ein Mord im November“ von Simon Mason nicht wirklich überzeugt. Doch worum geht es?
Ein saudischer Scheich, der die Uni mit Fördergeldern ...


Oxford und Uni-Gedöns sind eigentlich nicht mein Ding. Und so hat „Ein Mord im November“ von Simon Mason nicht wirklich überzeugt. Doch worum geht es?
Ein saudischer Scheich, der die Uni mit Fördergeldern in Millionenhöhe unterstützen will. Die Begegnung mit Ameena, einer syrischen Geflüchteten. Alles sehr mysteriös. Sie nennt ihn den Schänder: „Er schändet das heilige Buch.“
Und dann wird eine junge Frau tot aufgefunden. Ausgerechnet im Arbeitszimmer des Provost von Barnabas Hall. Sie wurde gefesselt und erwürgt. Wer ist der Täter und wo liegt das Motiv?
Wilkins und Wilkins ermitteln. Noch bevor die Identität der Toten geklärt ist, geschieht ein zweiter Mord…
DI Ryan Wilkins ist ein Prolet, sein Partner DI Raymond Wilkins, genannt Ray, ein Snob. Ein ungleiches Ermittlerpaar. Beide kommen nicht gerade sympathisch rüber. Beide telefonieren im Job. Der eine mit seinem 2-jährigen Sohn, der andere mit seiner Frau.
„Ein Mord im November“ ist mäßig spannend und unterhaltsam. Die Idee ist gut, aber die Ausführung bestenfalls durchschnittlich - dennoch ganz passabel und locker lesbar im Stil.
Das Ende fand ich gut, aber nicht überragend. Eine Fortsetzung werde ich daher eher nicht lesen, so es denn eine - auf Deutsch - geben wird.

Fazit: Der erste Fall für Wilkins & Wilkins. Nicht meine Welt.

Veröffentlicht am 07.05.2025

Psycho hoch 3

Aschesommer
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„Krähentage“ von Benjamin Cors hatte mir gefallen und auch „Aschesommer“, der zweite Fall für Jakob Krogh und Mila Weiss von der sogenannten „Gruppe 4“, zuständig für Serienstraftaten, habe ich gern gelesen.
Ein ...


„Krähentage“ von Benjamin Cors hatte mir gefallen und auch „Aschesommer“, der zweite Fall für Jakob Krogh und Mila Weiss von der sogenannten „Gruppe 4“, zuständig für Serienstraftaten, habe ich gern gelesen.
Ein gruseliger Prolog aus Tätersicht. Ein Serienkiller, wie es scheint.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Mila und Jakob. Sie sind unterwegs zu einem verlassenen Bauernhof und machen dort eine schreckliche Entdeckung: Zwei Leichen in einem Eiskeller, ein Mann und eine Frau.
Doch das Sterben hat erst begonnen…
Schnell ist klar, wer hinter den Morden steckt und auch das Motiv bleibt nicht lange im Dunklen. Aber der Verdächtige sitzt in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Wer also ist sein Helfer?
Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Ständige Wiederholungen (die Krähen!) gehen zu Lasten der Spannung. Dazu unsympathische Figuren: Jakob, der sich im Gestern suhlt und mit seiner toten Frau telefoniert. Mila ist immer noch traumatisiert: Die entführten Mädchen.
Während „Krähentage“ im Winter spielt, ist es in Aschesommer brütend heiß. Das kommt gut rüber.
Die Idee ist klasse: Sterben wie in der Geschichte unseres Planeten: Eis, Luft, Feuer, Wasser, Asche. Aber der Plot ist leider vorhersehbar und unglaubwürdig.
Die allerletzte Wendung am Ende ist dann doch etwas zu viel des Guten. Nichtsdestotrotz bin ich schon gespannt auf den nächsten Fall der „Gruppe 4“.

Fazit: Fall Nr. 2 für Mila, Jakob und ihr Team. Düster!