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Veröffentlicht am 20.03.2017

Wo ist Lucía?

Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen
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Die Hauptrolle spielt Monteperdido, ein Dorf hoch oben in den Pyrenäen, im Schatten bedrohlicher Berge, wo die Sonne früh untergeht, auch wenn es noch nicht spät ist. Die Menschen leben seit Generationen ...


Die Hauptrolle spielt Monteperdido, ein Dorf hoch oben in den Pyrenäen, im Schatten bedrohlicher Berge, wo die Sonne früh untergeht, auch wenn es noch nicht spät ist. Die Menschen leben seit Generationen in einer verschworenen Gemeinschaft. Fremden begegnen sie mit Misstrauen. Dennoch sind vor fünf Jahren zwei 11-jährige Mädchen spurlos verschwunden, die Freundinnen Ana und Lucía.
Eines Tages wird die inzwischen 16-jährige Ana bewusstlos in einem Wagen gefunden, der in eine Schlucht gestürzt ist. Der Fahrer ist tot. Wo ist Lucía? Die Berge schweigen, trügerisch rauschen die Pappelwälder, gefährlich fließen die reißenden Fluten des Esera. Unter den Bewohnern von Monteperdido greifen die Verdächtigungen um sich: War es ein Fremder oder einer von ihnen?
Kommissarin Sara Campos und Inspektor Santiago Baín aus Madrid ermitteln. Sie stoßen schon bald auf ein komplexes Geflecht aus Lügen, Verrat und Gewalt. »Hat er was zu dir gesagt?«, fragte Sara. »›Eines Tages bringe ich dich um.‹ Das hat er gesagt. ›Wenn du am wenigsten damit rechnest, bringe ich dich um.‹ Dann hat er das Gewehr sinken lassen und mir wieder den Sack über den Kopf gezogen.«
Sara muss sich nach und nach eingestehen, dass der Fall eine viel größere und gefährlichere Dimension hat als zunächst angenommen. Nichts ist, wie es scheint, keiner so unschuldig, wie er tut. Fast jeder in Monteperdido hat ein Geheimnis, eine dunkle Seite.
Der Leser merkt sofort, dass der Autor ein Profi ist. In bildgewaltiger und intensiver Sprache erzählt Agustín Martínez seine Geschichte. Eine Geschichte, die eine ganz eigene Farbe und Temperatur hat. Mit atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen verbreitet der Autor viel Lokalkolorit. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Besonders Sara ist mir sofort ans Herz gewachsen. Auch sie kämpft noch mit ihren eigenen Dämonen aus der Vergangenheit. Doch sie ist schlau. Die Geschichte nimmt viele überraschende, dramatische und auch brutale Wendungen, bis zum unerwarteten Ende.

Fazit: Ein guter Krimi, ein großes Drama. Düster und beklemmend!

Veröffentlicht am 12.03.2017

Hart und heftig

Sie werden dich finden
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Um es gleich vorwegzunehmen, die Südafrikaromane des Autors hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Sie werden dich finden“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen ...


Um es gleich vorwegzunehmen, die Südafrikaromane des Autors hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Sie werden dich finden“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen rasanten Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. James Rayburn alias Roger Smith lebt inzwischen in Thailand. Thailand ist auch der Hauptschauplatz seines neuen Hardcore-Thrillers. Worum geht es?

Kate Swift ist auf der Flucht. Als ihr Mann von der CIA ermordet wird, macht sie die Machenschaften ihres ehemaligen Arbeitgebers publik und wird seitdem gejagt. Zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter Suzie flüchtet sie nach Thailand. Dort trifft sie sich mit Harry Hook. Denn der ist bekannt für seine genialen Ideen. Ein zufälliger Flugzeugabsturz kommt ihm dabei zur Hilfe. Doch Lucien Benway, ihr damaliger Chef, gibt nicht auf.

„Sie werden dich finden“ ist kein klassischer Agententhriller mit einer bösen, ausländischen Macht. Denn seit dem 11. September 2001 hat sich die Welt, speziell in den USA, grundlegend geändert. Es geht um die Agenten selbst, nicht um Politik. Es geht es um Terrorismus und Patriotismus, Überwachung - und um Rache.

James Rayburn aka Roger Smith lässt uns in seinem Thriller nicht viel Zeit. Er reißt uns mitten in eine Geschichte, bei der es einzig und allein ums Überleben geht. Exotische Schauplätze, ein Heer von Protagonisten und viel Action. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Drogen und Gewalt, das kenne ich schon aus seinen Südafrika-Thrillern.

Kate und Harry sind mir sofort ans Herz gewachsen. Leider sind die Figurenzeichnungen, außer bei den Hauptfiguren, nicht besonders tiefgründig. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer brutalen Handlanger. Und so ist das Ende vorhersehbar (Titel!), aber ein Happy-End mit Zuckerguss hätte hier nicht gepasst!

Fazit: Alles in allem ein tempo- und actionreicher Thriller, der jedoch nicht an die Südafrikaromane des Autors heranreicht.

Veröffentlicht am 10.03.2017

Der erste Fall für Oberkommissar Max Bischoff

Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe
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Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe fast alles von Arno Strobel gelesen. „Die Flut“ hatte mich begeistert und so war ich schon gespannt auf seinen neuen Thriller „Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe“. ...


Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe fast alles von Arno Strobel gelesen. „Die Flut“ hatte mich begeistert und so war ich schon gespannt auf seinen neuen Thriller „Im Kopf des Mörders - Tiefe Narbe“. Worum geht es?
Erst wenige Wochen arbeitet Oberkommissar Max Bischoff beim KK11, der Mordkommission in Düsseldorf, als eines Morgens ein Mann auf dem Polizeipräsidium auftaucht. Er kann sich nicht erinnern, was in der Nacht zuvor geschehen ist. Aber er ist von oben bis unten voller Blut. Der Mann heißt Harry Passeck und ist Journalist. Und er weiß sogar noch, wo er sich zuletzt aufgehalten hat, in einer Wohnung in Unterbilk.
Als Max und sein erfahrener Partner Horst Böhmer dort ankommen, scheint es sich auf den ersten Blick nicht um einen Tatort zu handeln. Bis sie das Schlafzimmer betreten. Hier ist alles voller Blut. Das Blut stammt jedoch nicht von Passeck, sondern von einer Frau, die seit über zwei Jahren als vermisst gilt. Die Schauspielerin Miriam Winkel war von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden.
Hat Passeck sie damals entführt, gegen ihren Willen festgehalten und sie jetzt, in dieser Wohnung, getötet? Aber wo ist dann ihre Leiche? Und weshalb sollte Passeck zur Polizei gehen und behaupten, man habe ihn bei seinen aktuellen Recherchen unter einem Vorwand in eine Falle gelockt und in diese Wohnung bestellt?
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Als sich Max in eine Kollegin von Miriam verliebt, wird der Fall für ihn sehr persönlich.
„Tiefe Narbe“ ist der Auftakt einer Trilogie um den jungen Ermittler Max Bischoff. Eine Mischung aus Krimi und Psychothriller. Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Sicht des Täters. Der Titel erschließt sich einem erst ganz zum Schluss.
Ein typischer Strobel. Der Schreibstil ist klar und prägnant, die Figurenzeichnung glaubhaft und durchdacht. Max und Horst, ein ungleiches, aber erfolgreiches Duo. Jugend und Neugier gepaart mit Fachkenntnis und Lebenserfahrung - eine gute Kombination.

Fazit: Max Bischoff ermittelt in Düsseldorf. Spannend!

Veröffentlicht am 10.03.2017

Der elfte Fall für Ostfrieslands beliebteste Kommissarin

Ostfriesentod
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Erst als man sie des Mordes verdächtigt, begreift Ann Kathrin Klaasen, dass jemand ihre Identität gestohlen hat und sie vernichten will.
Zitat: Sie fand, die Dinge entwickelten sich gut. Bald schon, sehr ...

Erst als man sie des Mordes verdächtigt, begreift Ann Kathrin Klaasen, dass jemand ihre Identität gestohlen hat und sie vernichten will.
Zitat: Sie fand, die Dinge entwickelten sich gut. Bald schon, sehr bald würde Ann Kathrin Klaasen vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Der Verhörspezialistin der ostfriesischen Kriminalpolizei würden in Kürze selbst einige unbequeme Fragen gestellt werden. Wie viel musste denn noch passieren, damit sie endlich suspendiert wurde? »Ich geb dir keine zwei Wochen mehr, Ann Kathrin«, sagte sie leise, »dann sind wir in Phase fünf: der Tod.«
Ich bin ein großer Fan von Klaus-Peter Wolf und habe alle seine Kriminalromane gelesen. Zuletzt Ostfriesenschwur und Ostfriesenfete. Und so war ich schon gespannt auf Ostfriesentod. Doch diesmal wurde ich enttäuscht.
Nichts ist, wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Es geht um Mobbing, Manipulation - und Mord. Eine unglaubliche Geschichte, wenn auch reichlich konstruiert.
Die Figuren sind überzeichnet, allen voran das Männer verzehrende, mordende Monster, das über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Und Ann Kathrin merkt es nicht. So naiv ist sie doch sonst nicht?
Ein Glück, dass es Rupert gibt, der immer wieder für humorvolle Einlagen sorgt. Allerdings nervt es, dass real existierende Personen, wie der Maurer Peter Grendel, der Journalist Holger Bloem und Wolfs Ehefrau Bettina Göschl, penetrant genannt werden.
Zitat: »Ja, ich hätte auch lieber bei ten Cate Kaffee getrunken und Ostfriesentorte gegessen, aber ich war nicht bei Wünsch dir was, sondern bei So isses.« Ein Satz mit X - das war wohl nix.

Fazit: Spannendes Thema, groteske Umsetzung. Ein Krimi, den man lesen kann, aber nicht muss.

Veröffentlicht am 01.03.2017

Der erste seiner Art

Abgrund
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„Abgrund“, ist bereits der dritte Roman mit dem Kieler Biologen Hermann Pauli. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum ...

„Abgrund“, ist bereits der dritte Roman mit dem Kieler Biologen Hermann Pauli. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Hermann kann es einfach nicht lassen. Kaum ist er mit seiner Partnerin, der Kriminalhauptkommissarin Anne Detlefsen, auf den Galápagos-Inseln gelandet, sticht er erneut in See, auf der Suche nach einem unbekannten Hai. Bizarre Vulkanlandschaften und die atemberaubende Unterwasserwelt, ziehen Hermann und seine Freunde in ihren Bann.
Anne ist frustriert. So hatte sie sich den ersten gemeinsamen Urlaub mit Hermann nicht vorgestellt. Doch dann bekommt auch sie plötzlich zu tun. Denn im Hafen von Santa Cruz brennt ein Schiff, anscheinend nicht das erste. Als es sogar einen Toten gibt, bittet Polizist Jorge sie um Hilfe. Was haben beide Handlungsstränge miteinander zu tun?
Die Verhältnisse auf Galápagos sind kompliziert. Jeder hat seine eigenen Interessen. Die Touristen bringen Geld ins Land. Die Quoten der Fischer werden dagegen aus Naturschutzgründen gekürzt. Und die Mitarbeiter der örtlichen Forschungsstation sind auch nicht gerade willkommen. Jeder kämpft gegen jeden. Da hat es die Polizei wirklich nicht leicht.
Nach „Der Rote“ und „Ein tiefer Fall“ legt Bernhard Kegel, selbst promovierter Biologe, mit „Abgrund“ erneut einen Wissenschaftsroman vor. Schauplatz ist diesmal das Naturparadies Galápagos. Sachlich, dennoch unterhaltsam, gibt uns der Autor faszinierende Einblicke in die biologische Forschung: „Fiction Meets Science“.
Klimawandel versus Evolution. Die Natur ist stark. Sie hat schon immer Möglichkeiten gefunden, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Da ich selbst tauche, fand ich die Geschichte um diesen seltsamen Hai natürlich besonders interessant. Nichtsdestotrotz hätte der Roman für meinen Geschmack etwas spannender sein können.

Fazit: Gelungener Mix aus Fakten und Fiktion, der mich gut unterhalten hat.