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Veröffentlicht am 01.02.2017

Minus 35°

Das Hospital
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Um es gleich vorwegzunehmen, „Federspiel“ von Oliver Ménard hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Das Hospital“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen abgründigen ...


Um es gleich vorwegzunehmen, „Federspiel“ von Oliver Ménard hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Das Hospital“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen abgründigen Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Wir sind live dabei, als der Killer einer Frau die Schönheit raubt. Vier Wochen später wird in der Spree eine Wasserleiche gefunden - ihr fehlen die Lippen. Nana scheint nicht das erste Opfer zu sein. Ein Monster mordet sich durch die Berliner Frauenwelt.
„Das Hospital“ ist der zweite Fall für die toughe Journalistin Christine Lenève. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist.
Christines Freund Albert Heidrich kannte Nana. Sie war seine Hacker-Komplizin und hatte eine On-Off-Beziehung mit Benno, einem Koch, bis der große Unbekannte auf der Bildfläche erschien. Der sogenannte „Eismann“.
Warum musste Nana sterben? Hatte es etwas mit ihrem letzten Projekt zu tun? Fieberhaft suchen Christine und Albert nach Nanas Daten. Ein Horror-Trip, der sie auch in ein verlassenes Hospital führen wird…
Oliver Ménard hat seinen neuen Thriller wieder packend in Szene gesetzt. Der Leser merkt sofort, dass der Autor ein Profi ist. Unerbittlich dreht er an der Spannungsschraube. Heraus kommen Bücher fürs Kopfkino - detailversessen und mit filmischer Dichte erzählt.
Über das Wiedersehen mit Christine, Albert, und Kommissar Dom habe ich mich sehr gefreut. Die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zum Vorgänger. Das macht Lust auf mehr für die, die den ersten Band (noch) nicht kennen.
Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik, weitere Morde und falsche Fährten für einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum fulminanten Finale. Als Christine dem Eismann entgegentritt und ein knallhartes Psychospiel beginnt.
Last but not least gelingt Oliver Ménard ein Cliffhanger der neugierig macht, wie der Autor diese geniale Serie fortsetzen wird.

Fazit: Heißkalter Thriller mit Gänsehaut-Garantie. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 17.01.2017

Der Tod, der Tod, der Tod.

Glücksmädchen
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Hauptfigur dieses beklemmenden Psychothrillers ist Kriminalreporterin Ellen Tamm. Im Alter von acht Jahren ist ihre Zwillingsschwester Elsa tödlich verunglückt und Ellen fühlt sich schuldig daran. Seitdem ...

Hauptfigur dieses beklemmenden Psychothrillers ist Kriminalreporterin Ellen Tamm. Im Alter von acht Jahren ist ihre Zwillingsschwester Elsa tödlich verunglückt und Ellen fühlt sich schuldig daran. Seitdem ist sie besessen vom Tod. Sogar während der Arbeit verfolgt sie der Verlust: Mit Absicht sucht sie sich die schlimmsten Fälle aus, als könne sie damit den Tod überwinden und die Trauer aus ihrem eigenen Leben verdrängen.
Dann verschwindet an einem kalten, verregneten Tag die achtjährige Lycke. Mitten in Stockholm, niemand hat etwas gesehen. Eine Lösegeldforderung gibt es nicht. Ellen wird von ihrem Chef Jimmy beauftragt, über den Fall zu berichten. Aber mit einem Mal funktionieren ihre Abwehrmechanismen nicht mehr. Es ist, als hätte sie ihre Zwillingsschwester erneut verloren. Panisch sucht sie nach Lycke. Kann sie das Mädchen retten und endlich Frieden finden?
Lycke bedeutet Glück. Doch Lycke ist alles andere als ein glückliches Kind. Denn sie ist ein Scheidungskind. Seit der Trennung ihren ehrgeizigen Eltern lebt sie abwechselnd bei der Mutter und dem Vater. Die Stiefmutter hasst Lycke. Keiner kennt und liebt sie wirklich. Außer dem Kindermädchen. Aber das geht bald in Rente…
Mikaela Bleys Psychothriller lässt das Grauen in den Alltag einschlagen, lugt durch die Risse in den Masken der Menschen und zeigt den Abgrund hinter dem Zaun unseres Nachbarn. Die Polizei tappt im Dunkeln und Ellen gerät zunehmend unter Druck. Kaum zu glauben, dass es sich bei „Glücksmädchen“ um einen Debütroman handelt.

Fazit: Vielversprechendes Debüt mit glaubwürdigen Protagonisten. Eine fesselnde und bedrückende Lektüre. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 12.01.2017

Fabian Risk ist zurück

Minus 18 Grad
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Die beiden Vorgänger hatte ich quasi inhaliert und so war ich schon sehr gespannt auf den dritten Fall für den schwedischen Kommissar Fabian Risk. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen abgründigen Krimi ...

Die beiden Vorgänger hatte ich quasi inhaliert und so war ich schon sehr gespannt auf den dritten Fall für den schwedischen Kommissar Fabian Risk. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen abgründigen Krimi hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
„Minus 18 Grad“ startet mit einem Rückblick in die Vergangenheit. Etwa eineinhalb Jahre später rast ein roter BMW in das Hafenbecken von Helsingborg. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Fahrer schon lange tot war. Fabian und seinem Team ermitteln…
Bald ist klar, der Fahrer wurde ermordet - und er war nicht der Erste. Ein Serienkiller ist am Werk. Seine mörderische Masche: Er friert die Opfer ein und inszeniert dann ihren Selbstmord. Doch wo liegt das Motiv?
Währenddessen folgt die dänische Polizistin Dunja einer Spur von Happy Slapping, Jugendliche, die unbekannte Menschen verprügeln. Einer filmt, die anderen schlagen zu. Anschließend wird das Video im Internet veröffentlicht. Gibt es eine Verbindung nach Schweden?
Stefan Ahnhem hat seinen neuen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Der Leser merkt sofort, dass der Autor ein routinierter Drehbuch-Schreiber ist. Unerbittlich dreht der Autor an der Spannungsschraube. Nur scheibchenweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll.
Fabian hat immer noch Eheprobleme. Kollegin Astrid trinkt. Dunja wird gestalkt. Die Geschichte lässt sich flott und flüssig lesen. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Doch so schön der Wiedererkennungswert, so schwierig macht er das aktuelle Buch für Neu-Einsteiger.
Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik, weitere Morde und falsche Fährten für einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum fulminanten Finale. Außerdem gelingt Stefan Ahnhem ein Cliffhanger der Sonderklasse, der neugierig macht, wie der Autor diese geniale Serie fortsetzen wird.

Fazit: Rasant, actionreich und hochspannend von der ersten bis zur letzten Seite!

Veröffentlicht am 29.12.2016

Xavier ist zurück

Gefährliche Empfehlungen
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Das Warten hat ein Ende. Zwei Jahre sind seit „Tödliche Oliven“ vergangen. Und so war ich schon gespannt auf „Gefährliche Empfehlungen“. Worum geht es?
Tom Hillenbrand kommt gleich zur Sache. Ein Rückblick ...


Das Warten hat ein Ende. Zwei Jahre sind seit „Tödliche Oliven“ vergangen. Und so war ich schon gespannt auf „Gefährliche Empfehlungen“. Worum geht es?
Tom Hillenbrand kommt gleich zur Sache. Ein Rückblick in die Vergangenheit: Es geht um eine seltene Ausgabe des Gastroführers »Guide Gabin« aus der Zeit des 2. Weltkriegs.
Danach gibt es ein Wiedersehen mit Xavier Kieffer, dem beliebten Luxemburger Koch. Er schwelgt in Erinnerungen und freut sich auf eine Feier in Paris. Doch dann, ein Stromausfall. Was war passiert?
Die auf dem Fest ausgestellte Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939 ist verschwunden und kurz darauf geschieht auch noch ein Mord. Was hat das mit dem Krieg zu tun? Xavier ermittelt…
„Gefährliche Empfehlungen“ ist bereits der fünfte Fall für den sympathischen Hobbydetektiv, der mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Nicht nur spannend und unterhaltsam erzählt. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und die zeitgeschichtlichen Hintergründe sind bestens recherchiert.
Manch falsche Fährte wird begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und führen schließlich auf Umwegen zum Ziel. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel.
Passagen in Luxemburger Dialekt und das Aufzählen traditioneller Gerichte sorgen für Lokalkolorit. Doch manchmal ist weniger eben mehr und würde aus einem guten, locker und leicht zu lesenden kulinarischen Krimi, einen sehr guten machen.
Last but not least, dass der französische Präsident persönlich involviert ist, das war mir dann doch „too much“. Nichtsdestotrotz bleibt „Gefährliche Empfehlungen“ ein zwar etwas überfrachtetes, jedoch intelligentes und kurzweiliges Lesevergnügen.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch aus der Reihe!

Anmerkung zum eBook: Ich habe das ePUB direkt vom Verlag bekommen. Wer hat sich das mit dem „zurück“ oben, rechts am Kapitelanfang ausgedacht? Ich pflege dort meine Lesezeichen zu setzen. Geht jetzt nicht mehr, ohne im Inhaltsverzeichnis zu landen. Außerdem dauert das Umblättern ca. 8 Sekunden, begleitet von der Meldung „Bitte Warten…“. Sorry, aber so macht das Lesen keinen Spaß! Ich lese seit 2012 eBooks. Aber derartige Probleme hatte ich noch nie.

Veröffentlicht am 25.12.2016

Von Mythen, Monstern und Mutanten

Apocalypse Now Now. Schatten über Cape Town
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Kaum zu glauben, dass es sich bei „Apocalypse Now Now. Schatten über Cape Town“ von Charlie Human um einen Debütroman handelt. NOW NOW (adv.) - südafrikanischer Slang für »später«, »so bald wie möglich«. ...


Kaum zu glauben, dass es sich bei „Apocalypse Now Now. Schatten über Cape Town“ von Charlie Human um einen Debütroman handelt. NOW NOW (adv.) - südafrikanischer Slang für »später«, »so bald wie möglich«. Oder vielleicht auch gar nicht.
Stell dir vor, bei dir läuft alles glatt, bis du dich verliebst und sie von einem Serienmörder entführt wird. Als wäre das noch nicht genug, entdeckt der 16-jährige Baxter auf der Suche nach Esmé zusammen mit dem Kopfgeldjäger Ronin in Kapstadt eine Schattenwelt der Ungeheuer und Magie.
Ein bizarrer Horror-Trip steht ihm bevor, der alles bisher Geschehene in den Schatten stellen wird…
Baxter handelt in der Highschool mit Monsterpornos und entdeckt im Laufe der Story seine magischen Fähigkeiten als Seher. Die Siener, also Seher, stammen aus der Südafrikanischen Mythologie. So weit so gut. In dieser fiktiven, dunklen Variante von Kapstadt begegnen wir aber auch vielen fantastischen Kreaturen.
Story und Stil haben mir gefallen. Ich mag unheimliche Geschichten. Besonders interessiert mich die Grenze zwischen Mystischem und der Realität. Wechselnde Perspektiven sorgen zudem für Dynamik. Aus Sicht von Baxter und aus Sicht seines Psychiaters. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie?
Die Prosa hat ihre Momente der Inspiration. Wenn Baxter radelt, stellt er sich zum Beispiel vor, ein schwerbewaffnetes, interstellares Schiff zu führen. Das Buch beinhaltet aber auch bizarre, harte und ekelhafte Szenen, die als abstoßend empfunden werden können. Auch aufgrund des Gebrauchs vulgärer Sprache.
Manchmal ist weniger eben doch mehr und würde aus einem guten, locker und leicht zu lesenden Fantasy-Roman, einen sehr guten machen. Nichtsdestotrotz bleibt „Apocalypse Now Now“ ein zwar etwas überfrachtetes, jedoch intelligentes und kurzweiliges Abenteuer.

Fazit: Ein fantastisches und spannendes Leseerlebnis. Aber für meinen Geschmack „too much“ Monster und Mutationen.