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Veröffentlicht am 26.12.2024

Kein psychologisch dichter Thriller

Nachtflut
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„Nachtflut“ von Stina Westerkamp startet mit einem spannenden Prolog. Zwei Paare in einem Segelboot auf rauer See. Lizzy stirbt, ihre Schwester Elisa überlebt. Lizzys Mann Paul kam ins Gefängnis. Max‘ ...

„Nachtflut“ von Stina Westerkamp startet mit einem spannenden Prolog. Zwei Paare in einem Segelboot auf rauer See. Lizzy stirbt, ihre Schwester Elisa überlebt. Lizzys Mann Paul kam ins Gefängnis. Max‘ und Elisas Ehe wurde geschieden.
Elisa hat das Elternhaus geerbt. Jetzt bedroht eine Sturmflut Bad Seeberg. Die Einwohner sollen evakuiert werden. Elisa überlegt noch. Als sie aufbrechen will, stößt sie im Haus nebenan überraschend auf das Nachbarehepaar.
Der Deich bricht. Die drei sind im Nachbarhaus gefangen. Der Strom fällt aus, der Pegel steigt. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen. Will sich Paul an Elisa rächen? Kann Max, der beim Freiwilligendienst des THW tätig ist, Elisa retten?
Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Tagebucheinträge verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Elisa war mir vom ersten Augenblick an unsympathisch. Sie leidet unter Panikattacken und Halluzinationen, schluckt zu viele Tabletten.
Vera, Elisas Nachbarin, die mochte ich. Sie ist tough, eine starke Frau. Veras Mann Joachim dagegen ist ein verdammter Egoist.
„Nachtflut“ ist kein psychologisch raffiniert gestrickter Thriller und gewiefte Krimi- oder Thriller-Lesende durchschauen ziemlich schnell, wohin der Hase läuft.

Fazit: Solider Thriller mit einer unsympathischen Protagonistin.

Veröffentlicht am 23.12.2024

Ein Buch mit Wow-Faktor

To Die For
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Ein Haus in Malibu zum Sterben schön. Aber, wer ist die Leiche im Pool? Wer ist die Tatperson und wo liegt das Motiv? Diese und andere Fragen werden in dem fesselnden Thriller „To Die For“ von Lisa Gray ...


Ein Haus in Malibu zum Sterben schön. Aber, wer ist die Leiche im Pool? Wer ist die Tatperson und wo liegt das Motiv? Diese und andere Fragen werden in dem fesselnden Thriller „To Die For“ von Lisa Gray erst im Finale beantwortet.
Es geht um ein Maklerteam, dessen Mitglieder versuchen, einander die Käufer wegzuschnappen und gleichzeitig ihre Jobs zu behalten. Und es geht um Geld. Sehr viel Geld. Ein 50-Millionen-Dollar-Haus. Mit einer Millionen-Dollar-Provision. Interessante Charaktere, atemberaubende Schauplätze, Skandale, Glamour - und Mord.
Erzählt wird die Geschichte in wechselnden Perspektiven aus Sicht der fünf Makler, Andi, Hunter, Krystal, Verona, Myles und auf verschiedenen Zeitebenen, Davor und Danach. Das sorgt für Dynamik. Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Detective Jimmy Aribo und sein Partner Tim Lombardi vom Los Angeles County Sheriff’s Department ermitteln…
„To Die For“ ist spannend und unterhaltsam. Der Plot ist wahnsinnig clever konstruiert. Eine Wendung jagt die nächste. Unerbittlich nähert sich die Geschichte dem Höhepunkt. Eine Geschichte, die Erinnerungen weckt. Denn in Kalifornien war ich selbst schon mal. Los Angeles und Malibu kenne ich auch.

Fazit: Spannender und wendungsreicher Whodunit. Unbedingt Lesen!

Veröffentlicht am 10.12.2024

Wo ist Keira?

Stirb für uns
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Seit 2014 bin ich ein Fan von J.P. Conrad und habe (fast) alles von ihm mit großer Freude gelesen. Zwölf Bücher in zehn Jahren. Auch sein neuer Thriller, „Stirb für uns“, überzeugt mit einem originellen ...


Seit 2014 bin ich ein Fan von J.P. Conrad und habe (fast) alles von ihm mit großer Freude gelesen. Zwölf Bücher in zehn Jahren. Auch sein neuer Thriller, „Stirb für uns“, überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Der Alte, DCI Hubert Macintosh, ist tot. In seinen Unterlagen stößt Skandalreporter Jack Calhey auf einen ungelösten Fall: Keira, die Stiefschwester von Aiden Benham, dem Managing Director von Human Medical Research, einem bedeutenden Pharmakonzern, war drei Jahre zuvor spurlos verschwunden. Ihre Leiche wurde nie gefunden.
Jack wittert einen Scoop und will Keiras Verschwinden aufklären - für Hubert. Doch damit setzt er eine Kette von fatalen Ereignissen in Gang, die nicht nur sein eigenes Leben in tödliche Gefahr bringen...
„Stirb für uns“ ist ein Buch, das illegale medizinische Experimente thematisiert und der fünfte Roman mit Jack Calhey. Gekonnt springt der Autor durch Zeit und Raum. Die Handlung ist komplex gestaltet, wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für Dynamik.
Durch die verschiedenen Erzählstränge sind wir Lesende dem Reporter stets einige Schritte voraus. Über das Wiedersehen mit Jack und seiner Frau Grace habe ich mich sehr gefreut. Auch, wenn Jack seit „totreich“ etwas in die Jahre gekommen ist.
Gefallen hat mir, dass es wie in „InVitro“ einen Song zum Buch gibt: „Where Darkness Leads“.

Fazit: Spannender Thriller mit einem hohen Gruselfaktor. Für alle J.P. Conrad-Fans ein Muss, aber auch für Neueinsteiger zu empfehlen!

Veröffentlicht am 08.12.2024

Düster und verstörend

Dorn. Hotel der Angst
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Jan Becks „Björk & Brand“-Reihe hatte ich mit großer Freude gelesen. Auch „Dorn - Zimmer 103“ überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog: Die ...


Jan Becks „Björk & Brand“-Reihe hatte ich mit großer Freude gelesen. Auch „Dorn - Zimmer 103“ überzeugt mit einem originellen Plot und einer Menge Spannung. Worum geht es?
Ein mysteriöser Prolog: Die Ich-Erzählerin soll den Koffer packen. Sie müssen weg. Wer ist „ER“? Und was ist das Böse?
Danach lernen wir Karla Hofbauer vom Cold Case Management aus Wien kennen. Wieder alles sehr mysteriös. In Hamburg sucht Karla undercover nach dem Teufel. Doch als sie ihn gefunden hat, wird sie ermordet.
Nach dem Tod seiner Frau Sarah ist Kriminalpsychologe Simon Dorn in das verlassene Hotel Dornwald nach Bad Gastein zurückgekehrt. In Zimmer 103 hat er die Wände mit Fotos ungelöster Morde tapeziert. Drei Wände. Drei Opfer bisher. Karla war Dorns Auftraggeberin, seine Einnahmequelle.
Die junge Kriminalpolizistin Lea Wagner folgt Karlas Spuren nach Bad Gastein. Können die beiden den Serienkiller stellen?
„Dorn - Zimmer 103“ ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für Dynamik. Dazu ein flott und flüssig zu lesender Schreibstil.
Dorn ist schon sehr speziell. Lea kommt sympathisch rüber. Es macht Spaß, diesen von Anfang bis Ende komplexen, dennoch hochspannenden Plot zu lesen.
Zum Schluss gibt es eine überraschende Wendung, die ich nicht habe kommen sehen. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Denn im Dornwald gibt es noch viele Zimmer zu entdecken.

Fazit: Packender Thriller, der in Deutschland und Österreich verortet ist.

Veröffentlicht am 24.11.2024

Mehr Psycho als Thriller

Minus 22 Grad
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Neuer Name, neuer Verlag? Quentin wie Quentin Tarantino? Jedenfalls sieht Quentin Peck aus wie ein Zwillingsbruder von Oliver Ménard. Seine Thriller hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch „Minus ...


Neuer Name, neuer Verlag? Quentin wie Quentin Tarantino? Jedenfalls sieht Quentin Peck aus wie ein Zwillingsbruder von Oliver Ménard. Seine Thriller hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch „Minus 22 Grad“ habe ich gern gelesen. Worum geht es?
Es ist Winter und bitterkalt. Laura Gehler fährt nachts mit ihrem Trekkingrad durch den verschneiten Wald nach Hause. Plötzlich taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und entführt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas.
Zur gleichen Zeit erhält Lauras Mutter Imke, eine bekannte Politikerin, eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift des sogenannten Puppenmörders. Er wurde nie gefasst. Ist Laura sein nächstes Opfer?
In einem dritten Handlungsstrang lernen wir Ariane Sternberg kennen. Sie lebt allein im Wald. Eines Tages rettet sie einem jungen Mann das Leben. Tom war beim Schlittschuhlaufen auf dem nahegelegenen zugefrorenen See eingebrochen.
Wo ist die Verbindung? Lukas und Profilerin Berit ermitteln...
„Minus 22 Grad“ ist Unterhaltung in Stakkatosätzen. 42mal knirscht es. Dinge knackten, knisterten, raschelten oder surrten. Das geht zu Lasten der Spannung.
Mehr als 100 Seiten vergehen bis der Plot Fahrt aufnimmt. Immer wieder sind Tonaufzeichnungen eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Mein Lieblingszitat: »Mir sind Menschen unheimlich, deren Fernseher größer als ihre Bücherregale sind.«

Fazit: Eine tragische Geschichte, die für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.