Eine verbotene Liebe zum Mitleiden
Westwell - Bright & DarkAls großer Fan des ersten Buches von Lena Kiefers Westwell-Reihe hatte ich hohe Erwartungen an den zweiten Teil, “Bright & Dark”. Leider konnte mich dieser Band nicht ganz so überzeugen wie sein Vorgänger, ...
Als großer Fan des ersten Buches von Lena Kiefers Westwell-Reihe hatte ich hohe Erwartungen an den zweiten Teil, “Bright & Dark”. Leider konnte mich dieser Band nicht ganz so überzeugen wie sein Vorgänger, weshalb ich ihm am Ende etwas 3,50 - 3,75 Sterne geben würde.
Positiv hervorzuheben ist die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren, Helena und Jess. Ihre Art, wie sie miteinander umgehen, macht sie zu einem wirklich tollen Paar. Beide Charaktere sind sympathisch und ich habe sie gerne begleitet. Dennoch gibt es einige Aspekte, die in diesem Buch aus meiner Sicht nicht optimal umgesetzt wurden.
Ein großer Kritikpunkt für mich ist die Art und Weise, wie Helenas Charakter dargestellt wird. Es scheint, als würde sich ihr ganzes Leben nur um Jess oder Valerie drehen. Man erfährt so gut wie nichts über ihre eigenen Hobbys, Interessen oder ihren Alltag – außer dass sie zur Uni geht. Diese eindimensionale Darstellung hat mich etwas enttäuscht, da es Helena fast nur als Nebenfigur in ihrer eigenen Geschichte erscheinen lässt. Erst gegen Ende des Buches beginnt sie, eine Entwicklung durchzumachen, doch dies geschieht abrupt und passiert dann auf einmal von 0 auf 100. Warum diese Entwicklung nicht schon früher angestoßen wurde, bleibt für mich unverständlich.
Auch die Handlung selbst verläuft recht schleppend. Die Nachforschungen, die Helena und Jess anstellen, ziehen sich in die Länge, ohne dass dabei wirklich Spannung aufgebaut wird. Es scheint, als plätschere die Geschichte eher vor sich hin, ohne dass nennenswerte Ereignisse passieren. Besonders störend fand ich die wiederholten Betonungen des „Nicht-nah-seins-dürfens“ zwischen Helena und Jess. Dieses Motiv wurde bereits im ersten Teil ausgiebig thematisiert, und nun tritt die Beziehung für meinen Geschmack etwas zu sehr auf der Stelle.
Dennoch gelingt es dem Buch, am Ende wieder Spannung aufzubauen. Der Schluss bringt einige Wendungen mit sich, die mich neugierig auf den dritten Teil gemacht haben. Ich bin froh, den Tipp erhalten zu haben, Band 3 gleich zur Hand zu haben, um nahtlos weiterlesen zu können. Am Ende habe ich das Gefühl, dass man den Inhalt dieses Buches straffen und anstatt der 500 Seiten auch auf 250 reduzieren hätte können.
Insgesamt war “Bright & Dark” zwar nett zu lesen, aber im Vergleich zum ersten Teil eine schwache Fortsetzung. Ich hoffe nun, dass der dritte Band endlich die langersehnte Auflösung bringt und Helena und Jess das Happy End erleben, das sie verdienen.
Insgesamt war “Bright & Dark” zwar nett, aber im Vergleich zum 1. Teil eine schwache Fortsetzung. Ich hoffe nun, dass der 3. Band endlich die langersehnte Auflösung bringt und die beiden das Happy End erleben, das sie verdienen.