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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2023

Gefühlvoller New-Adult-Roman

A Place to Shine
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Poppy McCarthy wird Zeugin eines Autounfalls und leistet Erste Hilfe, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem Verletzten um den Sänger Trace Bradley handelt, mit dem sie bereits eine Vergangenheit hat. Die ...

Poppy McCarthy wird Zeugin eines Autounfalls und leistet Erste Hilfe, ohne zu ahnen, dass es sich bei dem Verletzten um den Sänger Trace Bradley handelt, mit dem sie bereits eine Vergangenheit hat. Die Sanitäter*innen halten sie für Traces Freundin und Poppy begleitet sie ins Krankenhaus. Dabei kann Poppy Trace nicht leiden, seit er vor einigen Jahren einen Song über den Kuss zwischen den beiden ohne ihr Einverständnis veröffentlicht und damit den musikalischen Durchbruch geschafft hat.
Als auch die Presse davon mitbekommt und erste Gerüchte veröffentlicht, kommt Traces Manager auf die Idee, die Story zu nutzen und die beiden als Liebespaar auszugeben. Diese Strategie kostet Poppy zwar eingie Überwindung, kann jedoch auch die finanzielle Situation ihres Baumhaushotels retten. Und schon bald spürt sie wieder die Anziehung zu Trace, die sie auch damals verspürt hat.

Lilly Lucas' New-Adult-Reihe "Cherry Hill" kannte ich bis zu "A place to shine" nicht, sodass das Setting und alle Figuren neu für mich waren.
Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, unterhaltsam und spiegelt die Gefühle und das Prickeln zwischen Trace und Poppy gut wider. Ich mochte, wie die beiden sich annähern, sich langsam näher kommen und auch die Konflikt-Situation, ohne die New-Adult-Geschichten wohl nicht auskommen, ist nicht allzu konstruiert und wird gut gelöst.

Den großen Hype um Lilly Lucas habe ich schon eine Weile mitbekommen und habe "A place to shine" gern gelesen - gerade, weil ich den Umgang mit den Figuren und ihren Rollenverhältnissen mochte und es mal ein New-Adult-Roman war, der nicht vor Klischees überquillt.

Veröffentlicht am 31.10.2023

Familienroman über Mutter-Tochter-Beziehung

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Es ist das Jahr 1989: Silvia Borowski ist 33 Jahre alt und hat vor wenigen Wochen ihre Tochter Hannah entbunden. Der Kindsvater möchte seit der Schwangerschaft keinen Kontakt mehr zu ihr und in der Hausbesetzer*innen-WG ...

Es ist das Jahr 1989: Silvia Borowski ist 33 Jahre alt und hat vor wenigen Wochen ihre Tochter Hannah entbunden. Der Kindsvater möchte seit der Schwangerschaft keinen Kontakt mehr zu ihr und in der Hausbesetzer*innen-WG in Berlin Kreuzberg hält Silvia es nun mit ihrer Tochter ebenfalls nicht mehr aus. Also klaut sie kurzerhand den Polo ihres Mitbewohners und macht sich auf den Weg zurück in Richtung Heimat, in die Kleinstadt Ildingen. Dort war sie schon lange nicht mehr und ist sich unsicher, wie ihre Mutter Evelyn auf sie und Hannah reagieren wird.

Alena Schröder erzählt "Bei euch ist es immer so unheimlich still" auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Einerseits die Gegenwart, in der Silvia zurück nach Ildingen kommt, und andererseits die Geschehnisse aus den 1950er Jahren, in denen sich ihre Mutter Evelyn Borowski als Ehefrau, Mutter und ehemalige Ärztin behaupten muss. Denn eigentlich hat Evelyn endlich alles, von dem sie geträumt hat: Sie hat einen wohlwollenden Ehemann, ein Eigenheim und nach vielen Versuchen ist endlich Tochter Silvia auf der Welt. Und dennoch ist Evelyn nicht glücklich. Sie vermisst ihren Arbeitsalltag als Ärztin und fühlt sich in der süddeutschen Kleinstadt eingeengt. Ihre Schwägerin und Freundin Betti ist ihr in dieser Zeit ein starker Halt. Sie ist unverheiratet, kümmert sich um ihre Eltern, rast mit ihrem roten Auto durch die Gegen dund sorgt mit ihrer vorlauten Art für Aufsehen.

Der Roman erzählt von einer Familiengeschichte von der Nachkriegszeit bis hin zur Wende, in deren Fokus die Mutter-Tochter-Beziehung von Evelyn und Silvia sowie de Familiendynamik in all der Zeit stehen.
In Ildingen erwartet Silvia nicht nur ein angespanntes Verhältnis zu ihrer Mutter, sondern auch die Personen und Erinnerungen an damals, bevor sie nach Berlin aufgebrochen ist.
Alena Schröder erzählt ruhig, nimmt sich Zeit für die Figurenausarbeitung, sodass ich zu allen Figuren einen Draht finden, sie verstehen und die Emotionen nachempfinden konnte.
Mich hat es beeindruckt, welch große Rolle das jahrzehntelange Schweigen und der Umgang damit spielen.

Ein schöner Familienroman, den ich gern gelesen habe!

Veröffentlicht am 25.10.2023

Rauer Thriller, typsich Karin Slaughter

Die letzte Nacht
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Sara Lonton ist erfolgreiche Ärztin, mit dem Ermittler Will Trent verlobt und steckt mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, als in die Notaufnahme eine junge Frau eingeliefert wird: Dani Cooper ist durch ...

Sara Lonton ist erfolgreiche Ärztin, mit dem Ermittler Will Trent verlobt und steckt mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, als in die Notaufnahme eine junge Frau eingeliefert wird: Dani Cooper ist durch einen Autounfall schwer verletzt und raunt Sara zu, dass sie vergewaltigt wurde und "er" ihr das angetan habe. Die Verletzungen erinnern Sara an einen Überfall fünfzehn Jahre zuvor, als sie auf dem Rückweg von einer Bar überwältigt und anschließend vergewaltigt wurde. Sara Linton wird zurück in die Vergangenheit geworfen, muss sich erneut mit ihrem brutalen Übergriff auseinandersetzen. Ihre beste Freundin Faith und Will ermitteln verdeckt und ahnen nicht, wie komplex die Zusammenhänge der Taten sind und welchen Staub sie mit den Ermittlungen aufwirbeln.

Karin Slaughter schreibt recht rau, abgestumpft und schildert Gewalttaten brutal und sehr anschaulich. Zart besaitete Leser*innen, die Spannung und Nervenkitzel, jedoch keine Brutalität und explizite Schilderungen mögen, sollten nicht zu "Die letzte Nacht" greifen.
Das Buch ist Teil der Reihe um den Ermittler Will Trent, ist jedoch unabhängig von den anderen Bänden gut lesbar. Karin Slaughter schreibt flüssig, weiß einen Spannungsbogen aufzubauen und zu halten und schafft nahbare Figuren. Saras Trauma, die Ereignisse in der Vergangenheit und die Verknüpfungen in die Vergangenheit rund um eine College-Clique ist tiefgreifend und lässt in menschliche Abgründe blicken.
Ich mochte den Plot und die Umsetzung für einen Slaughter-Thriller sehr gern und habe von der Autorin - mal wieder - bekommen, was ich erwartet habe.

Veröffentlicht am 23.10.2023

Straffer Spannungsbogen und gute Wendungen

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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Die Schlosshochzeit von Emily Brandt und William Nihlzén ist ganz genau geplant, beinahe schon auf die Minute genau, damit ihr Hochzeitstag auch auf jeden Fall besonders wird. Während sie ihre Planung ...

Die Schlosshochzeit von Emily Brandt und William Nihlzén ist ganz genau geplant, beinahe schon auf die Minute genau, damit ihr Hochzeitstag auch auf jeden Fall besonders wird. Während sie ihre Planung einhalten kann, gibt es Faktoren, die sie nicht kontrollieren und beeinflussen kann. Dazu zählt neben dem Wetter auch das Verhalten der Gäste. Unter den Hochzeitsgästen befinden sich auch Emilys Mutter Annika , zu der sie ein schwieriges Verhältnis hat, und ihr Bruder Erik, der seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt. Während das Wetter gut mitspielt, kommt es zu Spannungen und ein Geheimnis zwischen Eriks und Williams Vätern kommt an die Oberfläche und hinterlässt Spuren. Und dann liegt kurz nach Mitternacht plötzlich eine Leiche am Ufer des Sees und es stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist.

Malin Stehn schreibt flüssig und packend, was vor allem durch die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel hervorgerufen wird und gut zum Setting der Hochzeit passt. So erfahren die Leserinnen im Laufe der Lektüre immer mehr Informationen über die einzelnen Figuren, ihr Verhalten und ihre Beziehungen zueinander. Dabei stellt sie ein gutes Zusammenspiel zwischen den Geschehnissen des Hochzeitstages und den Geschehnissen aus der Vergangenheit her und die gesamten Ausmaße werden immer ersichtlicher.
Der Spannungsbogen war straff gespannt und es gibt überraschende Wendungen, was mir sehr gut gefällt.

Eine absolute Empfehlung für Leser
innen, die die Kombination aus Thriller und Familiengeheimnissen mögen.

Veröffentlicht am 23.10.2023

Neue schwedische Ermittlerin

Schwarzvogel
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"Schwarzvogel" ist das Krimidebüt von Frida Skybäck, in dem Frederika Storm und Henry Calment gemeinsam ermitteln.
Nach einem traumatischen Erlebnis während ihrer Polizeiarbeit in Stockholm wird Frederika ...

"Schwarzvogel" ist das Krimidebüt von Frida Skybäck, in dem Frederika Storm und Henry Calment gemeinsam ermitteln.
Nach einem traumatischen Erlebnis während ihrer Polizeiarbeit in Stockholm wird Frederika Storm nach Lund versetzt und muss direkt für den ersten Fall in ihrem Heimatort Harlösa ermitteln:
Eine junge Frau rennt wie getrieben auf die zu dünne Eisschicht eines Sees, bricht ein und ertrinkt. Die Obduktion ergibt, dass sie Verletzungen hatte, die ihr vor dem Sturz zugefügt wurden und stuft Nomis Tod als Mord ein. Frederikas Großmutter hat Nomis Tod gesehen und ist daher als Zeugin direkt mit dem Fall verbunden. Damit nicht genug: Die Tote wohnte erst wenige Monate in Harlösa und war in der Firma von Frederikas Cousin als Reinigungskraft eingestellt.

Tatsächlich hat mich gewundert, dass Frederika Storm in dem Fall überhaupt ermitteln darf, wenn Mitglieder ihrer Familie so eng mit der Toten in Verbindung standen. Ihre Alleingänge wären unter anderen Chefs sicherlich nicht geduldet worden, doch sie und der etwas stille, sehr belesene Henry bilden über die Zeit der Ermittlungen ein gutes Team.
Frida Skybäck schreibt flüssig, beschreibt die schwedische Landschaft sehr eindrücklich und gibt Einblicke in Frederikas Vergangenheit. Recht schnell wird klar, dass in ihrer Familie nicht alles ist, wie es scheint und Aspekte wie das plötzliche Verschwinden ihrer Mutter eine Rolle für den Fall spielen werden.

Gerade den Beginn fand ich sehr spannend, im Mittelteil empfand ich einige Längen, Frederikas Alleingänge fand ich anhand ihrer Vergangenheit nicht allzu glaubhaft und es gab einige falsch gelegte Fährten, was mir an Krimis sehr gut gefällt.
Für Schweden-Krimi-Liebhaber*innen auf jeden Fall eine Autorin und ein Buch, das sich kennenzulernen lohnt.