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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2022

Lässt keine Zeit zum Durchatmen

Rachejagd - Gequält
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Anna Jones wurde drei Jahre zuvor mit ihrer besten Freundin Natalie von einer Student*innenparty entführt und einige Zeit von Edward Harris auf perfide Weise gequält. Während Anna die Flucht gelang, um ...

Anna Jones wurde drei Jahre zuvor mit ihrer besten Freundin Natalie von einer Student*innenparty entführt und einige Zeit von Edward Harris auf perfide Weise gequält. Während Anna die Flucht gelang, um Hilfe zu holen, entkam Harris und Natalie musste auf brutale Art sterben. Als für Anna - nun erfolgreiche Journalistin in Chicago - ein unfrankierter Brief in der Redaktion zugestellt wird, überkommt sie eine böse Ahnung: Harris ist zurück und hat noch immer das Ziel, Anna zu bekommen. Sofort schaltet sie den FBI-Agenten und ehemalige Jugendliebe Nick Coleman ein und die Jagd beginnt.

Dem Autorenduo Nica Stevens und Andreas Suchanek ist es nur nach wenigen Seiten gelungen, mich vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Sowohl die Schilderungen der vergangenen Entführung als auch der gegenwärtigen Entwicklungen sind packend und einnehmend erzählt. Dabei überschlagen sich die Ereignisse, der Täter ist dem FBI immer mehrere Schritte voraus und Anna ist schnell die Gejagte. Die Kapitel sind kurz, enden häufig mit einem Cliffhanger und die Auflösung des temporeichen Katz-und-Maus-Spiels lässt auf sich warten. Währenddessen kommen immer neue Ermittlungserkenntnisse ans Licht und die Geschehnisse nehmen überraschende Wendungen.

Dabei sind die Figuren absolut überzeugend. Annas Ängste werden nachvollziehbar geschildert und Nick Coleman sowie Profilerin Lynette McKenzie überzeugen durch ausgezeichentes Fachwissen und realistische Einschätzungen.

Ein absoluter Pageturner und gelungener Auftakt der Trilogie. Ich möchte gar nicht länger auf den Folgeband warten müssen!

Veröffentlicht am 30.10.2022

Basiswissen für Anfänger*innen

Gold & Silber für Einsteiger - Goldwerte Tipps für Auswahl, Kauf und Aufbewahrung
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Wer überlegt, seineihre Ersparnisse in Edelmetalle zu investieren, bekommt in "Gold & Silber für Einsteiger" einen guten Basisüberblick. Tim Schieferstein stellt zunächst einige Nachteile dieser Investitionsart ...

Wer überlegt, seineihre Ersparnisse in Edelmetalle zu investieren, bekommt in "Gold & Silber für Einsteiger" einen guten Basisüberblick. Tim Schieferstein stellt zunächst einige Nachteile dieser Investitionsart vor, während er sich anschließend den Vorzügen zuwendet. Gegliedert ist das Buch übersichtlich, die Infotexte sind gu verständlich und recht einfach geschrieben und Graphiken unterstützen die sachlichen Zusammenhänge bzw. veranschaulichen beispielsweise, wie sich der Gold-/Silberpreis entwickelt hat.

Erläutert werden die Unterscheidungen in Barren und Münzen, wie Vermögen mit Edelmetallen aufgebaut werden kann und wie eine richtige Lagerung aussieht.

Ein informatives Einsteiger
innenbuch, das allerdings auch recht viel Eigenwerbung/Bezug auf Shops der eigenen Unternehmensgruppe beinhaltet.

Veröffentlicht am 27.10.2022

Ungewöhnliche Lektüre

Die guten Frauen von Safe Harbour. Ein lebensbejahender Roman über Freundschaft und Versöhnung
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Frances Delaney hat sich in all den Jahren immer um die Häuser anderer Menschen gekümmert, geputzt, Ordnung gehalten und sich um die Kinder gekümmert - wie um die junge Edie, bei deren Familie sie in letzter ...

Frances Delaney hat sich in all den Jahren immer um die Häuser anderer Menschen gekümmert, geputzt, Ordnung gehalten und sich um die Kinder gekümmert - wie um die junge Edie, bei deren Familie sie in letzter Zeit war. Doch als ihr Krebs diagnostiziert wird, entscheidet sie sich gegen alle Maßnahmen, kündigt ihren Job und möchte ihre letzte Lebenszeit genießen. Sie fängt an zu rauchen, trinkt in Regelmäßigkeit Whiskey und fängt mit Edie eine Art Bucket List an. Ein Punkt ist auch, noch einmal in ihren Heimatort Safe Harbour zurückzukehren, wo sie auf Annie trifft - die einstige Freundin, mit der sie in den letzten Jahrzehnten gar keinen Kontakt hatte, einst jedoch tief verbunden war.


Bobbi French erzählt Frances Geschichte in einem recht außergewöhnlichen und ungewöhnlichen Stil. Irgendwie ganz nüchtern und klar, auf den Punkt, geradeheraus und doch schwingt so viel in den Zeilen mit. Es sei gesagt, dass die Grundstimmung eher negativ geprägt ist - allein schon durch die Ausgangslage und Frances' Vergangenheit, die sich Stück für Stück entblättert. Dennoch habe ich die Lektüre weder als bedrückend noch als belastend oder negativ wahrgenommen, sondern als ganz ehrliche Draufschau, welche Gedanken und Handlungen kurz vor dem eigenen Tod noch stattfinden - ohne all dies zu romantisieren.

Definitiv ein Buch, das mich in Gedanken noch eine Weile begleiten wird!

Veröffentlicht am 26.10.2022

Gemütliche Auszeit

Fast bis zum Nordkap
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Bea hat einen guten Job in einer großen Werbeagentur, wo sie die Partnerschaft übernehmen soll, ist mit ihrem attraktiven Kollegen Marco zusammen und verdient so viel Geld, dass sie sich eine ...

Bea hat einen guten Job in einer großen Werbeagentur, wo sie die Partnerschaft übernehmen soll, ist mit ihrem attraktiven Kollegen Marco zusammen und verdient so viel Geld, dass sie sich eine schicke Wohnung mitten in Hamburg leisten kann. Eigentlich müsste sie doch glücklich sein? Doch im Innern spürt sie immer häufiger ein unwohliges Gefühl und erste Anzeichen für ein Burn-out. Es ist für sie dringend an der Zeit etwas zu ändern. Also kauft sie sich einen türkisfarbenen Bulli - Werner -, mit dem sie sich in Richtung Nordkap aufmacht. So stellt sie sich ihre sechsmonatige Auszeit vor. Noch während sie von Elchen, Seen und unberührter Natur träumt, bleibt sie in Sjöhyttan - einem winzigen Dorf in der schwedischen Pampa - mit ihrem Bulli liegen und muss mehrere Wochen auf die Reparatur warten. Dort lernt sie den Tischler Per kennen, der seine sein zwei Töchter alleine großzieht und Tiny Houses baut. Schnell merkt Bea, dass sie vielleicht gar nicht bis zum Nordkap muss, um die dringend gewünschte Veränderung in ihrem Leben zu finden.

Judith Pinnows Art zu erzählen mochte ich auf Anhieb - genau wie Per, Olivia, Ebba und all die anderen herzlichen Menschen in Sjöhyttan. Für Bea brauchte ich eine Weile mehr, um sie in mein Herz zu schließen und zu wissen, was ich von ihr halten soll. Das lag sicherlich daran, dass sie selbst nicht wusste, was sie wollte und innerlich recht zerrissen war. Auch wenn das Ende absolut vorhersehbar ist, habe ich Beas Auszeit und die sich immer tiefer entwickelnde Beziehung zu Per sehr gern verfolgt. Die Dialoge sind lebhaft geschrieben und die Entwicklungen plausibel dargestellt. Ich habe die gemütlichen Lesestunden sehr genossen und mich sehr gern zu Bea und Per nach Schweden geträumt!

Veröffentlicht am 26.10.2022

Spannender Reihenauftakt

Im Feuer
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Polizeibeamtin Lilly Hed hatte in Stockholm eine aussichtsreiche Ermittlungskarriere vor sich, entscheidet sich jedoch aus persönlichen Gründen für eine Versetzung nach Nynäshamn - ein idyllischer Ort ...

Polizeibeamtin Lilly Hed hatte in Stockholm eine aussichtsreiche Ermittlungskarriere vor sich, entscheidet sich jedoch aus persönlichen Gründen für eine Versetzung nach Nynäshamn - ein idyllischer Ort an der Schärenküste. Allzu idyllisch ist es im Rekordsommer durch die akute Brandgefahr jedoch nicht. Während zunächst vor erhöhter Brandgefahr gewarnt wird, Grillverbote verhängt und kleinere Feuer gelöscht werden, wird schnell klar, dass Lilly Hed ein größeres Problem hat. Denn die Brände, die Feuerwehrmann Jesper und seine Einsatztruppe tagtäglich herausfordern, lassen sich nicht auf den Rekordsommer, sondern auf Brandstiftung zurückführen. Und spätestens als die zweite Leiche im Brandherd gefunden wird, muss sich Lilly Hed die Frage stellen, welcher Mörder Feuer als gefährliche Waffe nutzt und zahlreiche Menschenleben aufs Spiel setzt.

Wie in schwedischen Krimireihen üblich, hat auch Lilly Hed privat akute Probleme, eine schwierige Vergangenheit und versucht - so wie Jesper, dem es ähnlich geht - nach vorn zu sehen und sich auf neue Beziehungen und Freundschaften einzulassen. Obwohl ich einige Seiten brauchte, um gepackt zu werden und mich voll auf den Fall einlassen zu können, war mir Lilly Hed von Anfang an sympathisch. Die Kapitel sind recht kurz, werden aus wechselnden Perspektiven mit Tagebucheinschüben erzählt und entblättern Kapitel um Kapitel, worum es bei den Morden geht und wie Lilly Hed trotz schwieriger Beweislage doch auf die Auflösung kommt. Pernilla Ericsons Schreibstil ist flüssig und auch wenn es - gerade bei den Ausführungen über Lillys Privatleben - weniger spannend wurde, hat mich der Fall insgesamt gefesselt und ich freue mich auf die weiteren Bände der Reihe!